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Wahlen in Ägypten: Muslimbrüder vor der Machtfrage

Erstmals in seiner 5000-jährigen Geschichte hält Ägypten freie Wahlen ab. Die*Sieger stehen schon jetzt so gut wie fest: die Muslimbrüder und ihre Partei "Freiheit und Gerechtigkeit" - Millionen werden die Islamisten wählen. Dabei wissen die selbst gar nicht,*was sie mit der Macht anfangen wollen.

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mark63 28.11.2011, 09:45
20. Muslimbruderschaft

Ich hoffe, daß die Muslimbruderschaft auch die Kopten respektiert. Bisher hört man eher von Drangsalierung. Komisch, daß überall dort, wo die Muslime die Bevölkerungsmehrheit stellen, die Christen keine Schnitte mehr bekommen und sogar um ihr Leben fürchten müssen. Siehe Irak, wo die Christen schon zu hunderttausenden geflohen sind. Ich möchte ja gern glauben, daß der Islam die friedlichste Religion der Welt ist, wie immer beteuert wird. Allein die Tatsachen sprechen für sich. Schon der Sunniten-Schiiten-Konflikt ist unsäglich. Die einzige Lösung von Religionskonflikten ist meiner Meinung nach die Privatisierung der Religion; sie muss aus Staatsangelegenheiten herausgehalten werden, wie man in Europa nach Jahrhunderten von Religionskonflikten bitter lernen musste. Ich bin auch nicht bereit zu dulden, dass diese Kapitel der Religionskonflikte nochmal durchexerziert werden sollen. Irgendwann MUSS der Mensch auch mal lernen. Er / Sie kann sich nicht ewig dumm stellen. Also: Auf die Plätze, alle mann (und frau).

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hansklauspeter 28.11.2011, 09:52
21. ...

Zitat von unsichtbarergeist
Ein Bekannter von mir - Ägypter und Exmoslem - ist der Ansicht, dass die Länder dort die Realität eines politischen Islams erst spüren müssen, bevor eine Wende zum säkularen Denken hin einsetzt. Vielleicht braucht es ja wirklich erst einmal Zustände wie im Iran, bis die Menschen merken, dass es so nicht funktioniert.
Ich glaube Iran ist garnicht möglich. Aber die Menschen werden nunmal merken müssen, dass Gottesfurcht keine Arbeitsplätze schafft. Die Menschen werden dann damit beginnen die Parteien nach ihren Leistungen zu beurteilen, nur aktuell haben sie dazu keine Möglichkeit.

Für die islamistischen Parteien gibt es dann zwei Möglichkeiten. Entweder verlieren sie an Bedeutung oder sie sorgen für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze und das funktioniert in Ägypten vor allem über Tourismus.

Aktuell aber sind die Muslimbrüder das Symbol für die Rebellion, wurden sie doch immerhin Jahrzehntelang unterdrückt. Auch verfügen sie über eine viel bessere Organisation. Ägypten ist vor allem auch auf die Unterstützung aus dem Westen angewiesen und darf allein deshalb nicht zu radikal auftreten.

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sapere+aude 28.11.2011, 10:00
22. Natürlich werden Leute ausgeschlossen

Zitat von RagabAbdelaty
Ich hoffe, dass eine Regierung mit Führung der Muslimbrüder niemanden ausschließt und aus allen ägyptischen Strömungen besteht.
Na, dann hören Sie mal ganz schnell auf zu hoffen. Im Artikel steht es doch schon drin: Die Frauen, die kein Kopftuch tragen, wird es nicht geben. Ehebrecher wird es nicht geben. Homosexuelle wird es nicht geben. Alle diese Leute werden in Zukunft ausgeschlossen und bekämpft - und das ist ganz schlimm.

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blumt0pf 28.11.2011, 10:15
23. widerspenstig

1. Ägypten ist nicht islamisch! 10-15% oder vielleicht sogar 20% sind christliche Kopten! Warum will man sie der Scharia unterwerfen und wie Dhimmis behandeln?
2. Die Muslimbrüder haben in den 70ern Anschläge in Ägypten durchgeführt und Menschen dabei getötet! Nur wegen dieser Anschläge wurden die Muslimbrüder verboten und die schlimmsten von ihnen eingesperrt. War das etwa nicht gerechtfertigt? Sie waren doch keine Opfer der Militärmacht! Einige Anhänger von ihnen saßen unter Mubarak sogar in der Regierung.

Man hört ja schon längst aus ihren Reden, was das für welche sind. Sie wollen Ägypten dem Islam unterwerfen, die Scharia einführen, den Kopten ihre islamischen Lebenseinstellung aufzwingen. Das ist nicht ok. Das ist das Gegenteil von Freiheit.

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tommy_tom 28.11.2011, 10:19
24. was...

Zitat von RagabAbdelaty
Die Muslimbrüder sind die besten, die Ägypten derzeit regieren können; sie sind ausgebildet, verfügen +ber qualifizierte Anhänger in allen Institutionen und sind auch friedlich. Ich glaube nicht, dass sie politische Probleme verursachen, ... im Gegenteil tragen sie zur Stabilität des Landes bei. Ihre Beziehungen zu anderen Grupperungen sind auch gut, auch zu den Christen. Ich hoffe, dass eine Regierung mit Führung der Muslimbrüder niemanden ausschließt und aus allen ägyptischen Strömungen besteht.
Werter Herr RagabAbdelaty,
was Sie nicht so ganz richtig gewichten ist, dass die Muslimbrüder, die dem Spektrum der Islamisten angehören, weil sie den Islam nicht als Privatreligion, sondern als Staatsform auf Rechtsgrundlage der Scharia betrachten,selbstverständlich keine Säkularität Ägyptens wollen.Daher kann ich Ihre Hoffnung nicht teilen.
Denn erst auf Grundlage der Säkularität kann sich eine Demokratie überhaupt entwickeln.
Was sie beschreiben ist die typische operative Vorgehensweise von Islamisten: So lange sie keine Macht haben, unterwandern sie alle staatlichen Systeme, organisieren sich u. sind freundlich zu jedermann, auch Andersdenkenden. Haben sie aber erst die Macht ändert sich das schlagartig.
Freiheitsliebenden und Frauen in Ägypten kann niemand eine Religionsdiktatur unter Muslimbrüdern wünschen, die einen Despoten ablöst. Das kennen wir aus Iran und von der Hamas, einem Ableger der Muslimbrüder.

Auch der Nacktheitsprotest der Studentin in Ägypten ist dem Umstand geschuldet, dass das Thema Gleichberechtigung der Frauen sonst in der ägyptischen Gesellschaft nach der Revolution untergehen würde. Frauen sind stets gut genug eine Revolution mitzutragen, während die anschließende Freiheit ihnen verwehrt wird.
Darauf wollte diese mutige Frau hinweisen, das sichert ihr die internationale Solidarität, Öffentlichkeit u. die Verachtung eines Teils ägyptischer Menschen, die Männer für den wertvolleren Teil der Gesellschaft halten, also sexualisieren.

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mwroer 28.11.2011, 10:36
25. Noch ein Hellseher ...

Zitat von capitolversicherung
Nach dem Gewinn der Wahlen durch die braven Muslimbrüder, die ja so gar nicht wissen, was sie mit der Macht anfangen sollen, werden dies wohl auch die letzten freien Wahlen in Ägypten gewesen sein. Vielleicht klappts ja in 5000 Jahren wieder...
Zeigen Sie mir doch mal eine beliebige westliche Partei die öffentlich (!) ansagt nur 50% der Stimmen im Parlament haben zu wollen auch wenn sie mehr Stimmen bekommen sollte.

Ich finde es eine Schande dass den Jungs nicht mal eine Chance gegeben wird zu beweisen das es gehen kann. Bei Ihnen zumindest hat die mediale Gehirnwäsche 'Muslim = böse' exzellent funktioniert.

Gucken Sie doch mal spaßhalber unsere Gesetzesbücher durch wieviele der 10 Gebote Sie dort wiederfinden. Wenn Sie dann erstaunt sind, weil alle, versuchen Sie das Erstaunen doch gleich in Toleranz umzusetzen und sagen sich 'Meine Kultur ist nicht der Maßstab für die Welt'.

Sollte Ihnen dies nicht gelingen habe ich eine andere, sehr gute aber leider kaum praktizierte Idee: Gehen Sie zur nächsten Moschee und befragen den Iman zur Scharia, zu Ihren Problemen damit und urteilen Sie dann.

Wikipedia ist kein Synonym für Recherche.

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symolan 28.11.2011, 10:37
26. ....

Zitat von panzerknacker51
Nach den Vorgängen in Tunesien, Libyen und Ägypten dürfte es jetzt wohl an der Zeit sein, das (von Anfang an) unpassende Gefasel von dem sogenannten "arabischen Frühling" zu beenden...
Wieso denn? Es wäre ihnen also lieber, die weiterhin unter mehr oder minder kompetenten Diktatoren zu wissen, als ihnen die Chance zu geben selbst zu entscheiden?

Zum Glück hatten die Amis nicht ihre Ansicht, als sie Deutschland befreiten.

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rumsfallera 28.11.2011, 10:59
27. ...

Zitat von mwroer
Zeigen Sie mir doch mal eine beliebige westliche Partei die öffentlich (!) ansagt nur 50% der Stimmen im Parlament haben zu wollen auch wenn sie mehr Stimmen bekommen sollte. Ich finde es eine Schande dass den .....
Als ob man als Ungläubiger einem Iman trauen könnte. Leider tun dies hier noch viel zu viele. Irgendwann ist es dann zu spät.

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Rodri 28.11.2011, 11:16
28. ...

Na geht ja gut los. Frauen, Homosexuelle, Kopten und westlich orientierte Ägypter werden sofort mal aus der Gesellschaft ausgeschlossen und mit härtesten Strafen nach Scharia-Vorlage bedroht. Hat der Westen (die USA) ja super hinbekommen. Wer nimmt jetzt eigentlich die Millionen koptischen Christen auf? Deutschland?

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capitolversicherung 28.11.2011, 11:20
29. Gegenaufgabe!

Zitat von mwroer
Zeigen Sie mir doch mal eine beliebige westliche Partei die öffentlich (!) ansagt nur 50% der Stimmen im Parlament haben zu wollen auch wenn sie mehr Stimmen bekommen sollte. Ich finde es eine Schande dass den......
Zeigen Sie mir einen muslimischen Staat, der demokratisch Geführt wird.
Ihnen ist schon bewußt, daß "Demokratie" von Islamisten mit dem Argument abgelehnt wird, sie widerspreche den Geboten Gottes, respektive der islamischen Scharia? (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

Warum also sollte ich erst eine Imam in einer Moschee fragen was er von Demokratie hält? Aber ich kann Ihnen im Gegenzug den guten Rat geben: Glauben Sie nicht alles, was man Ihnen in Ihrer Moschee so erzählt.

Aber wem erzähle ich das - anscheinend hat die Koran-Gehirnwäsche bei Ihnen ja schon bestens funktioniert.

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