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Wahlen in Brasilien: Angst vor der Diktatur
DPA

Jair Bolsonaro kündigt "umfassende Säuberung" an, spottet über das "Geflenne" der Kritiker - und wird mit seinem hartrechten Kurs wohl Brasiliens neuer Präsident. Unter seinen Gegnern macht sich Panik breit.

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manicmecanic 26.10.2018, 20:28
1. kein Wunder

Ich habe brasilianische Freunde und was die erzählen von ihrem Land ist nicht mehr weit entfernt vom failed state Mexico.Die bisherigen Herrscher hatten mehr als genug Zeit die unglaublichen Zustände im Land zu verbessern,aber es ist nur schlimmer geworden seit vielen Jahren.

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knok 26.10.2018, 20:40
2.

Ein kluger, skrupelloser Mensch ködert durch Lügen und mit markigen Sprüchen die Massen, Religion und Wirtschaft stellen sich hinter ihn und die Demokratie wählt sich selbst ab. Das ist in der Türkei, in den Philippinen, in Ungarn und den USA glücklicherweise unvollständig geschehen und nun in Brasilien. Umso mehr ein Grund, im Privaten wie im Öffentlichen Haltung zu bewahren und den Feinden der Demokratie unsere Ablehnung entgegenzuschmettern. Die Brasilianer werden es bald merken, aber dann wird es sehr schwierig, Bolsonaro loszuwerden. Es ist schätze ich sogar ein Bürgerkrieg zu befürchten, mit ungewissem Ausgang. Woher kommt dieser Wahnsinn? Wen jemand enttäuscht, wütend, verzweifelt ist aufgrund der wirtschaftlichen, politischen, der Sicherheitslage, muss er dann gleich ganz aufhören zu denken? Bolsonaro wird in Brasilien nichts verbessern, er wird das Land an die Wand fahren, falls man ihn lässt. National und international hat man all das verschlafen, die Entwicklung ist spätestens seit 2014 zu sehen. Und mit Trump als US-Präsidenten wird es schwierig, die Regierung zu sanktionieren. Wieviele Länder sollen eigentlich noch an den Neofaschismus fallen, und wann entsteht endlich mal eine globale Gegenbewegung zu diesem Wahnsinn?

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Gudrun3 26.10.2018, 20:40
3. Das ist leider wiedereinmal ein schönes Beispiel für Radikalismus:

Kommen Linksradikale an die Macht, drohen irgendwann wirtschaftliches Chaos und leere Regale. Und kommen Rechtsradikale an die Macht, drohen Terror, Mord und Totschlag. War doch immer schon so.

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M. Vikings 26.10.2018, 20:49
4. Natürlich ist der Mann ein Faschist.

Weshalb fällt es euch Burgerlichen eigentlich so schwer
das Kind beim Namen zu nennen.
Eine Aussage, es leben ungefähr 30.000 Menschern im Land,
die man während der Militärdiktatur vergessen hat zu beseitigen,
sollte für so eine Einordnung eigentlich ausreichen.
Da braucht man keine Wortschöpfungen wie "hart rechter Kurs".
Am Ende wird der Mann noch zum "besorgten Bürger".

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cegonha55 26.10.2018, 20:51
5. Haddad und FHC

Was Haddad am meisten fehlt ist die Unterstützung von Fernando Henrique Cardoso. Laut FHC soll es ja noch eine Tür in der Wand geben. Sollte die Unterstützung noch kommen, kann es noch sehr eng werden. Alberto Goldman hat ja auch erst "nein" gesagt, und unterstützt jetzt Haddad.
Zur Zeit wird als möglicher Agrar- und Umweltminister Bolsonaros der Fazendeiro und Präsident der UDR (União Democrática Ruralista) Luiz Antonio Nabhan Garcia gehandelt. Wie Bolsonaro will er, dass Brasilien aus dem Abkommen von Paris austritt. In einem Interview hat er erklärt, dass man noch ohne Probleme einen Teil des Amazonischen Regenwaldes abholzen könne. Er denke da an bis zu 20%. Ich möchte sehen wie es sich mit den Klimazielen verhält, sollte Brasilien unter Bolsonaro anfangen den Regenwald grossflächig abzuholzen. Eine Wahl von Bolsonaro wäre nicht nur für Brasilien ein Problem.

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Darwins Affe 26.10.2018, 20:52
6.

1) Südamerika war schon immer das Land von Caudillos --- ègal von rechts oder links. Bolsonaro wird die Probleme Brasiliens genauso wenig lösen können wie seine Vorgänger.
2) Wenn das Wachstum der Bevölkerung das BIT laufend übersteigt, bleibt halt für den Einzelnen immer weniger. Auch Umverteilung (S. Argentinien oder Venezuela) macht den Kuchen immer kleiner.

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Gudrun3 26.10.2018, 20:53
7.

Wann hätte es schon jemals eine Diktatur von Rechts gegeben, die nicht vom Großkapital finanziert und unterstützt wurde? Es ist doch immer wieder das Gleiche mit Rechts.

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beatcruiser 26.10.2018, 20:57
8. Tja ...

Zitat von manicmecanic
Ich habe brasilianische Freunde und was die erzählen von ihrem Land ist nicht mehr weit entfernt vom failed state Mexico.Die bisherigen Herrscher hatten mehr als genug Zeit die unglaublichen Zustände im Land zu verbessern,aber es ist nur schlimmer geworden seit vielen Jahren.
... das ist schon immer exakt die Diktion derer, die Faschisten an die Macht wählen. Wenn eine Demokratie scheitert, sind daran aber immer nur in zweiter Linie die demokratischen Politiker verantwortlich. In erster Linie sind es die Wähler der Faschisten, die dem Faschismus zum Sieg verhelfen. (Was sie selbstverständlich auch zu Faschisten macht.)

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silveira_surfer 26.10.2018, 21:00
9. interessant....

...wenn man hier in brasilien mit den anhängern von bolsonaro spricht, hört es sich überhaupt nicht schlimm an, was er vor hat. im gegenteil - alles wird besser denken die. dass er ein schwulenhasser und rassist ist etc. , soll alles erfunden worden sein - die allseits bekannten fake-news ( spiegel, sueddeutsche etc gehören dazu) sollen dafür verantwortlich sein. er ist ein netter mann, der einfach nur recht und ordnung wiederherstellen will. dabei ist es den leuten egal, ob das militär wieder mitregiert oder nicht. das wichtigste ist es, die von der PT geplante einführung des kommunismus/sozialismus ( es wird hier nicht unterschieden) durch das Foro de São Paulo zu verhindern. venezuelanische verhältnisse werden befüchtert usw.

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