Forum: Politik
Wahlen in der Türkei: Staat Erdogan
DPA

Der türkische Präsident Erdogan wird seinen Wahlsieg nutzen, um das Land noch stärker nach seinen Vorstellungen umzubauen. Für Europa kann es darauf nur eine Antwort geben.

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Mach999 25.06.2018, 08:32
1.

Den ganzen Machtapparat aufgefahren, illegal im Ausland Wahlwerbung gemacht, Gegenkandidaten und Wählter anderer Parteien eingesperrt, die Staatsmedien für Parteiwerbung missbraucht, und dann auch noch Wahlfälschung im großen Stil. Und trotzdem nur 52%? Ganz schlechtes Ergebnis.

Wird aber der Opposition nicht nutzen. Es reicht, um in den nächsten vier Jahren den Staat so umzubauen, dass die Bürger nur noch bestätigen, aber nicht mehr wählen können.

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sven2016 25.06.2018, 08:32
2.

Dass sich die Türkei nach Zentralasien ausrichtet, wäre nur wünschenswert.

In der weiteren Regionen herrschen gewählte Diktatoren vor, die richtige Gesellschaft für Erdogan.

In Iran und Afghanistan sucht Russland wieder Einfluss, da wäre eine anders basierte Autokratensicht hilfreich.

Die EU hat in absehbarer Zeit hinreichend mit sich selbst zu tun. Und die Balkanländer wollen auch herein.

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meinungsforscher 25.06.2018, 08:35
3. Bericht

Heute früh wurde im öffentlich rechtlichen Radio berichtet: offizielle Wahlbeobachter bescheinigen eine faire und freie Wahl. Wahlfälschung kann man Erdogan also nicht vorwerfen. Natürlich ist es zu kritisieren wie er sein Land führt und Demokratierechte nach und nach einschränkt. Andererseits wurde er (auch von den deutschen Türken) mit klarer Mehrheit im ersten Wahlgang gewählt. Wieso hat die Opposition sich im Vorfeld nicht auf einen hoffnungsvollen Kandidaten verständigt?

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Braveheart Jr. 25.06.2018, 08:40
4. Die Türkei hat gewählt ...

... Europa hat die Raute gemacht. Man hätte Erdogan im Vorfeld attackieren müssen, um den Türken ein Zeichen zu geben. Die Zustände in der Türkei reichen allemal um eine Reisewarnung auszusprechen. Das wäre der richtige Schuß vor den Bug gewesen. Aber nein - Europa hat zugeschaut, wie dieser GröTaZ (Größter Türke aller Zeiten) seine Kleptokratie am Bosporus installiert. Die Folgen werden wir bald zu spüren kriegen ...

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bstendig 25.06.2018, 08:45
5. Welche Antwort kann Europa geben?

Nun. Das ist relativ einfach.

Wir sollten uns so wenig wie möglich einmischen - vor Allem nicht finanziell. Vielleicht muss das Land pleite gehen, bevor sich etwas ändert.

Das ist vielleicht hart für die Menschen, die mit Erdogan eigentlich nichts am Hut haben. Aber es geht nicht anders. Keine Kohle aus der EU, keine Beitrittshilfen, nichts, nada. Und dann schau mer mal.

Und noch eines erfordert große Aufmerksamkeit. Wenn etwas 2/3 der wahlberechtigten Türken in Deutschland Erdogan gewählt haben, haben wir etwas falsch gemacht. Zumindest bezüglich der Integration. Hier haben wohl Politik (und Gesellschaft) versagt.

Das ist in sofern bedenklich, als dass wir wieder so knappe 1,5 - 2 Millionen Muslims integrieren sollen/dürfen/müssen. Die Antwort muss die Politik geben, ich bin gespannt

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minando 25.06.2018, 08:50
6. Ein Jammer dass die Opposition so zerstritten ist...

...und (anscheinend) auch keine Antworten für die drängenden Probleme der Türkei hat.
Das machte es Erdogan natürlich leicht.
Mal sehen, wie der 'starke Mann' das Land zu retten gedenkt.

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verbal_akrobat 25.06.2018, 08:51
7. Nach 30 Jahren des Versuchs der Integration...

...ist dass das vorliegende Ergebnis, über die gelebte Praxis der Türken hierzulande in den meisten Fällen wollen wir gar nicht erst anfangen zu reden!
Liebe SPON Redaktion, denkt mal so rum und zeigt mal Verständnis für die größte politische Strömung hierzulande, welche das große Ganze eher aus den Augenverliert und primär weniger Zuwanderung haben will!
Fragt mal vor allem die Redakteurinnen z.B. welche nicht im Patriarch und unter einer lebenslangen Vermummung leben möchte. Oder bin ich da gedanklich schon viel zu weit? Wer weiß...………..

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blauerapfel 25.06.2018, 08:53
8. Kontraproduktiv

Die Mehrheit der Türken ist sehr nationalbewußt und möchte die Politik ihres Landes nicht von außen beeinflussen lassen. Darin unterscheidet sich die Türkei nicht wesentlich von anderen Ländern, siehe z.B. die USA, wie fast hysterisch dort die Diskussion um eine mögliche Wahlbeinflussung durch Rußland geführt wird.
Die sehr einseitige Parteinahme in Deutschland von Regierung, Parteien und Medien gegen Erdogan hat sicher bei vielen Wählern eine Trotzreaktion ausgelöst, zumindest bei in Deutschland lebenden Türken.
Die Türkei ist eine uralte Kulturnation. Es ist an der Zeit, sich in Deutschland/Europa zu entkrampfen und darauf zu vertrauen, daß die Türkei in der Lage ist, ihre inneren Angelegenheiten selbst zu regeln.

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b1964 25.06.2018, 08:53
9. Desillusionierend!

Die in Deutschland lebenden Türken sollen fast zu einem Drittel Erdogan und die AKP gewählt haben, wie die Presseberichte zeigen. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft zu einem ganz wesentlichen Teil gescheitert ist. Es geht nicht um Menschen, die seit kurzem hier sind, sondern um solche, die seit Jahrzehnten hier leben und arbeiten. Wer einmal mit diesen Menschen spricht (was ich jedem hier dringend empfehle), merkt schnell, dass sie (zumindest sehr sehr viele) in einer völlig eigenen Lebens- und Weltsicht leben. Im Sinne einer Prallelgesellschaft, die keinen politischen Einfluss hat, kann man das vielleicht noch hinnehmen. Aber dass diese Menschen die liberalen und demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft adaptiert hätten, kann man leider in der großen Mehrheit nicht feststellen. Das Thema halte ich für wesentlich brisanter als die völlig aufgeblasene Diskussion zwischen CSU und CDU über die Zurückweisung von Flüchtlingen oder Asylbewerbern bei bereits anderweitiger Registrierung. Zudem kann ich sagen, dass mancher Flüchtling (natürlich nicht alle) einen ausgesprochen hohen Willen zur Integration hat, der manchmal schon befremdlich ist. Diese Menschen stoßen wir vor den Kopf, obwohl viele davon uns mehr nützen als diejenigen Türken, die sich als Autokratenfreund geoutet haben.

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