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Wahlen in der Türkei: Staat Erdogan
DPA

Der türkische Präsident Erdogan wird seinen Wahlsieg nutzen, um das Land noch stärker nach seinen Vorstellungen umzubauen. Für Europa kann es darauf nur eine Antwort geben.

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Notingham 25.06.2018, 09:44
40. Klar bleibt Erdogan ...

Klar bleibt Erdogan, bis dort alles in Scherben fällt. Ist und war immer so bei solchen Leuten. Und dann kommen alle Türken zu uns, weil, ein Teil ist ja schon da und irgendein Verwandter, bei dem man dann "nachziehen" kann, findet sich bestimmt. Da ist es dann auch egal, ob es die Türkei noch in die EU bei freiem Zuzug schafft oder nicht.

Richtig zum Kotzen in dem Zusammenhang sind die jetzt bei uns feiernden Türken. Erdogan feiern und deutsche Freiheiten genießen. Widersprüchlicher und auch gefährlicher geht es kaum. Da zieht sich ein Nationalstolz auf unsere Kosten hoch, der uns in unserem Land noch teuer zu stehen kommen wird.

Bleibt einstweilen nur weiter keinen Urlaub in der Türkei zu machen. Aber auch das wird nicht helfen.

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ganimed26 25.06.2018, 09:46
41. Es ist jedesmal das gleiche ....

vor Wahlen in der Türkei seit Erdogan. Die sogenannten Journalisten der deutschen Presse meinen zu wissen, wie die Wahl in der Türkei ausgehen wird und liegen jedesmal daneben. Um die eigene Fehleinschätzung zu relativieren, werden ominöse Wahlfälschungen, unfaire Wählen etc. herangezogen. Ich verfolge die Wahlen in der Türkei seit den achtziger Jahren und die hier erhobenen Vorwürfe sind 1:1 portierbar aus dieser Zeit bis ins Jahr 2018. Es sind also keine Erdogan spezifischen Vorkommnisse, ohne den Wahrheitsgehalt kommentieren zu wollen, sondern der türkischen Gesellschaft zueigene Eigenschaften, die Niederlagen nicht eingestehen können und nach irgendwelchen fadenscheinigen Gründen für die Niederlage suchen. Es ist auch Erstaunlich, wie die türkische Opposition die Meinung der deutschen Presse beeinflusst. Ich kann mich an keine ausländische Wahl erinnern, welches in der deutschen Presse solch eine Aufmerksamkeit und Wertung erhält, wie die Wahlen in der Türkei und wo Behauptungen aufgestellt werden, das einem Insider die Haare zu Berge stehen können. Aber das ist Demokratie, und wenn Erdogan unter solchen Bedingungen die Wahl gewonnen hat... Chapeau !

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nofreemen 25.06.2018, 09:46
42. Europa braucht die Türkei mehr den je

Nun gilt es dem Türkische Volk bei zu stehen, zu helfen und versuchen es zu vereinen. Medirn versuchen aber unmittelbar nach der Wahl das Gegenteil. Unruhe stiften, Spalten und radikal Oposition. Ob das die Lösung ist, wohl kaum.

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csapo-f 25.06.2018, 09:46
43. Gratulanten

Zitat von mirage122
Weg von Europa; weil Europa hat nicht reagiert. Herr Orban spricht sofort Glückwünsche aus. Da sieht man, in welche Richtung es geht und wie weit es mit dem europäischen Zusammenhalt ist, den Frau Merkel so hervor schwört. Die Türken, die in Deutschland leben und am Erfolg von dem "Nachfolger von Atatürk" haben, werden ihre Entscheidung endgültig überdacht haben? Freiheit und Demokratie wie hier wird es in der Türkei nicht mehr geben, sondern eine totale Isolation vom Rest der westlich-orientierten Welt. Das wird mit Sicherheit dem Tourismus massiv schaden. Aber Erdogan wird das schon richten! Glückwunsch!
Herr Orbán hat auch Frau Merkel, Herrn Trump, Herrn Macron, Herrn Kurz, Herrn Putin und vielen anderen gratuliert. Na und? Ein ziemlich beschränktes Wissen, mit dem Sie "Aufsehen" erregen wollen. Ehrlicher und korrekter wäre es gewesen, wenn Sie alle ehemaligen Wahlsieger aufgezählt hätten (und bitte die Liste der weiteren Gratulanten hinzufügen, damit Ihr Hinweis nicht als tendenziös bewertet und in die Tonne gekloppt wird). Kann es sein, dass auch Frau Merkel Herrn Erdogan gratuliert hat? Wie stehen Sie dazu?

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nixkapital 25.06.2018, 09:48
44. ...

Zitat von Braveheart Jr.
... Europa hat die Raute gemacht. Man hätte Erdogan im Vorfeld attackieren müssen, um den Türken ein Zeichen zu geben. Die Zustände in der Türkei reichen allemal um eine Reisewarnung auszusprechen. Das wäre der richtige Schuß vor den Bug gewesen. Aber nein - Europa hat zugeschaut, wie dieser GröTaZ (Größter Türke aller Zeiten) seine Kleptokratie am Bosporus installiert. Die Folgen werden wir bald zu spüren kriegen ...
Man kann nicht einem Putin aktive Wahleinmischung vorwerfen und dann genau so agieren. Die Mehrheit der türkischen Wähler hat sich für Erdogan entschieden. Das muss uns nicht passen, aber so ist es nun einmal. Die Türken werden auch die Konsequenzen tragen müssen. Wenn also die Mehrheit dort - aus welchen Gründen auch immer - möchte, dass die AKP quasi den Staat okkupiert, sollten wir das respektieren und unsere Politik dementsprechend justieren.

Lasst uns lieber vor der eigenen Haustüre kehren. Wir haben hier in Deutschland auch die Dauerherrschaft einer Partei. Die kurzen Intermezzi durch eine SPD-Regierung dienen doch nur der demokratischen Hygiene, könnte man argumentieren. Darüber hinaus haben sich die großen Parteien eh schon so aneinander angenähert, dass man keinen Unterschied mehr feststellen kann. Die Grünen sind auch in der Mittelmäßigkeit angekommen und die FDP zählt nicht. Das spült Parteien wie die AfD nach oben, die kein Profil erkennen lassen, außer auf jeden Fall gegen Merkel zu sein. Und die Möglichkeit, in der Mehrheit einmal wirklich links zu wählen, hat man uns ja in den letzten Jahrzehnten erfolgreich wegkonditioniert.

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toll_er 25.06.2018, 09:52
45. weiter so

Somit ist festgeschrieben, dass die Entfremdung der Türken weitergeht. Die Türken in Deutschland haben ihre Schafe hier im Trockenen, die Türken in der Türkei spielen halt gern Lemminge. Der starke Mann, der alle anderen für die anstehenden Krisen verantwortlich macht, wird den Ausweg dort suchen, wo ihn seine diktatorischen Vorgänger auch gesucht haben: Im Krieg. Und da hat er sich die Kurden ja nun schon zurecht gelegt. Das wird ein böses Erwachen.

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bigroyaleddi 25.06.2018, 09:54
46.

Zitat von blauerapfel
Die Mehrheit der Türken ist sehr nationalbewußt und möchte die Politik ihres Landes nicht von außen beeinflussen lassen. Darin unterscheidet sich die Türkei nicht wesentlich von anderen Ländern, siehe z.B. die USA, wie fast hysterisch dort die Diskussion um eine mögliche Wahlbeinflussung durch Rußland geführt wird. Die sehr einseitige Parteinahme in Deutschland von Regierung, Parteien und Medien gegen Erdogan hat sicher bei vielen Wählern eine Trotzreaktion ausgelöst, zumindest bei in Deutschland lebenden Türken. Die Türkei ist eine uralte Kulturnation. Es ist an der Zeit, sich in Deutschland/Europa zu entkrampfen und darauf zu vertrauen, daß die Türkei in der Lage ist, ihre inneren Angelegenheiten selbst zu regeln.
Das mit dem "uralte" Kulturnation muss ich leider kritisieren. Bitte bedenken, dass die Osmanen damals das wirklich uralte Byzanz erobert und unter den Nagel gerissen haben. Das ist gerade mal ein halbes Jahrtausend her.

Aber mit der Einschätzung wegen der "Wahlbeeinflussungen" stimme ich zu. Nur, es kann nicht sein, das man zu von hier erkennbaren demokratischen Mißständen schweigt, nur weil das beim Adressaten vielleicht nicht gut ankommt. Dann dürften wir auch Trump nicht kritisieren.

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thobie2 25.06.2018, 09:55
47.

Zitat von b1964
Die in Deutschland lebenden Türken sollen fast zu einem Drittel Erdogan und die AKP gewählt haben, wie die Presseberichte zeigen. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft zu einem ganz wesentlichen Teil gescheitert ist.
Ich glaube, Sie interpretieren zu viel in das Wahlergebnis hinein.

Viele Türken, die in Deutschland leben, wählen Erdogan einfach aus Dankbarkeit. Er hat den im Ausland lebenden Türken nämlich erst das Wahlrecht gebracht.

Dazu kommt, dass die Wirtschaft unter der Regierung Erdogan florierte und nicht mehr vom armen Mann am Bosporus die Rede ist.

Das alles spricht den Nationalstolz, der bei Türken weit verbreitet ist, an.
Und dann darf man nicht vergessen, dass die in Deutschland lebenden Türken nicht die negativen Auswirkungen der Regierung Erdogan zu spüren bekommen.
Von daher kann man hier recht entspannt bleiben.

Allerdings wird sich die Türkei von selber destabilisieren. Denn der Wirtschaftsaufschwung ist bereits zu Ende. Die Auswirkungen wird die türkische Bevölkerung in den nächsten Monaten zu spüren bekommen. Denn die Lira ist im freien Fall. Die türkische Nationalbank hat den Rediscont auf über 17% festgesetzt, nachdem sie lange, lange Zeit nicht reagiert hat, obwohl dies notwendig gewesen wäre. Solche Zinsen schnüren die Wirtschaft ab. Also wird man kurzfristig wieder komplett gegensteuern müssen, was sich dann wieder auf den Kurs der Lira auswirken wird (Zentralbanken sollten wie gute Kapitäne handeln: Nämlich rechtzeitig eine Kurskorrektur einleiten und dabei nur soweit zu korrigieren, wie dies nötig ist, um das Ziel zur erreichen. Der Eingriff sollte immer so gering wie möglich sein. Sonst entsteht ein Zick-Zack-Kurs, verursacht durch massive Eingriffe, der nicht zielführend ist).
Verschärfend kommt dazu die Rechtsunsicherheit durch die Notstandsgesetze und die Tatsache, dass die Justiz nicht mehr unabhängig ist.

Solange die Türkei nicht in der EU aufgenommen wird, ist mir das insgesamt ziemlich egal. Die Türken bekommen nun den Präsidenten, den sie gewählt haben und müssen damit leben.

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loreley123 25.06.2018, 09:55
48. Europa

interessiert sich nur für gewinnbringende Geschäfte des eigenen Wirtschafts und -finanzsektors. Alles andere ist Nebensache und wie "Demokratie" gut für Schaufensterreden.

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oldman2016 25.06.2018, 09:58
49. Erdoganistan

Putin soll ja ein Vermögen von mehreren 100 Milliarden Dollar besitzen. Erdogan und sein Clan sind nicht minder arm. Was in Russland möglich ist, muss in der Türkei auch erlaubt sein. Hauptsache der Wertewesten macht gute Geschäfte und sichert Arbeitsplätze.

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