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Wahlkampf in Dänemark: Mettes rechte Wette
Henning Bagger/ imago images/ Ritzau Scanpix

Weg vom Integrationskurs, hin zu mehr Ausweisung - Dänemark Sozialdemokraten orientieren sich weit rechts. So wollen sie am 5. Juni frustrierte Wähler zurückerobern. Es ist ein heikler Kurs.

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jaklar 22.05.2019, 14:05
1.

Würde den Linken hierzulande auch gut tuen endlich mal zu begreifen, daß links zu sein und vernünftige Asylpolitik sich nicht ausschließen.

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ambergris 22.05.2019, 14:10
2. Ist wohl leider so

Auch in Schweden haben die Sozialdemokraten ihre Regierung nur durch einen harten Anti-Immigrationskurs gerettet.
Und anders geht es wohl nicht. Die sozialdemokratischen Stammwähler haben sich von ihren Parteien angesichts steigender weltweiter Unsicherheit nicht genügend geschützt gesehen.
Es ist auch vollkommen unverständlich warum hier in Deutschland die SPD gegen eine Einwanderungs-Obergrenze war. Es ist vollkommen unrealistisch, die Grenzenlosigkeit als Kurs anzugeben.

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mostly_harmless 22.05.2019, 14:21
3.

Wenn Sozen braun werden, sind es keine Sozen mehr, so einfach ist das. Naja, bei der nächsten Wahl werden dann eben statt der Rose Kornblumen verschenkt.

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mwroer 22.05.2019, 14:40
4.

Zitat von mostly_harmless
Wenn Sozen braun werden, sind es keine Sozen mehr, so einfach ist das. Naja, bei der nächsten Wahl werden dann eben statt der Rose Kornblumen verschenkt.
Wo genau ist denn in der Definition von 'Sozialdemokratie' festgelegt das eine bestimmte Einwanderungspolitik automatisch die Aberkennung des Titels 'Sozialdemokratisch' mit sich bringt?

Davon steht auch nichts in der Definition Sozialismus.

Wie also kommen Sie auf die Idee?

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Thilo_Knows 22.05.2019, 14:48
5. Die SPD sollte genau hinschauen

Sozialdemokratische Wähler sind eben keine Links-grünen Utopisten. Das sind überwiegend Durchschnittsbürger, die auch nur die Wahrung ihrer eigenen Interessen einfordern. Dass die hiesige sozialdemokratische Partei dies bis heute nicht verinnerlicht hat, verstehe ich nicht. Und so lange das so ist, wird die SPD von der Macht im Bund nur träumen dürfen.

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Strichnid 22.05.2019, 15:04
6.

Zitat von jaklar
Würde den Linken hierzulande auch gut tuen endlich mal zu begreifen, daß links zu sein und vernünftige Asylpolitik sich nicht ausschließen.
Arme Bevölkerungsschichten gegeneinander auszuspielen, und Armutsmigranten dadurch aufhalten zu wollen, indem man sie hier möglichst würdelos behandelt, sind grundsätzlich keine linke Politik.

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Celegorm 22.05.2019, 15:07
7.

Zitat von mwroer
Wo genau ist denn in der Definition von 'Sozialdemokratie' festgelegt das eine bestimmte Einwanderungspolitik automatisch die Aberkennung des Titels 'Sozialdemokratisch' mit sich bringt? Davon steht auch nichts in der Definition Sozialismus. Wie also kommen Sie auf die Idee?
Internationale Solidarität und so. Die Ueberwindung des Nationalstaats und eine grenzenlose Gesellschaft gehören durchaus zu den Kern-Werten des Sozialismus und auch der Sozialdemokratie. Allerdings ist natürlich vieles dort idealistisch bis utopisch zu betrachten und wird als isolierte Politik den realen Umständen nicht wirklich gerecht. Letztlich stellt sich ja schon nur die Frage, ob die Aufnahme von Wirtschaftsmigranten zumindest im heutigen Rahmen nicht höchst unsolidarisch ist, da einerseits Kompetenz anderen Ländern entzogen wird und andererseits der eigene Arbeitsmarkt kanibalisiert wird. Sozialismus im heutigen Spannungsfeld (neoliberaler) Globalisierung ist darum kein einfaches Thema.

Aber wie auch immer man dazu steht, wahlstrategisch dürfte diese Positionierug durchaus geschickt sein. Denn im politischen Quadrantensystem heutiger westlicher Demokratien fehlt fast durchwegs genau diese Kombination: wirtschafts- und umweltpolitisch links-sozial, gesellschaftlich und punkto Migration aber eher konservativ. Dabei scheint es durchaus ein grosses Wählerpotential zu geben, das genau das nachfragt, und welches heute dann meist auf der einen oder anderen Seite in den sauren Apfel beissen muss. Eine Diversifizierung des Parteienspektrums ist insofern vielleicht nicht verkehrt.

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mostly_harmless 22.05.2019, 15:09
8.

Zitat von mwroer
Wo genau ist denn in der Definition von 'Sozialdemokratie' festgelegt das eine bestimmte Einwanderungspolitik automatisch die Aberkennung des Titels 'Sozialdemokratisch' mit sich bringt? Davon steht auch nichts in der Definition Sozialismus. Wie also kommen Sie auf die Idee?
Ich empfehle die Lektüre des Hamburger Programmes der SPD. Da finden Sie (u.a.) auf Seite 13ff die Basis sozialdemokratischer Werte.

https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Grundsatzprogramme/hamburger_programm.pdf

Klar ist demnach eines: Sozialdemokratie und Nationalismus schliessen sich gegenseitig aus. Das weiss aber auch jeder, der sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt hat.

Und eine "Definition Sozialismus" gibt es nicht. Darunter verstehen Sozialdemokraten etwas völlig anderes als Marxisten. Aber auch das weiss jeder, der sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt hat.

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Bundesbanker 22.05.2019, 15:13
9. Frau Frederiksen hat verstanden,

dass eine ausufernde Einwanderung in den Sozialstaat die Leistungsfähigkeit des Wohlfahrtsstaates überfordert und gleichzeitig die Chancen der bereits Zugewanderten auf eine gelungene Integration schmälert. Insofern ist ihr Kurswechsel nicht nur verständlich, sondern zwingend. Es würde auch Deutschland gut tun, wenn bestehende Gesetze im Asylbereich angewandt und konsequent eingehalten würden. Aber von dieser Erkenntnis sind unsere Politiker noch meilenweit entfernt oder wollen sie wider besseres Wissen nicht zulassen.

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