Forum: Politik
Wahlkampf: Deutsche Post soll Daten an FDP und CDU verkauft haben
DPA

Die Deutsche Post soll einem Medienbericht zufolge persönliche Daten anonymisiert an die FDP und CDU verkauft haben. Es geht offenbar um "mehr als eine Milliarde Einzelinformationen".

Seite 14 von 15
vici46 01.04.2018, 12:23
130. Post

da dies eine unerlaubte Beeinflussung von Wahlen darstellt, sollte die Post jeden Cent davon an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen müssen. Außerdem sollte dem Vorstand klar gemacht werden, bei erneutem missbräuchlichem Umgang mit Daten droht Gefägnis.

Beitrag melden
Referendumm 01.04.2018, 12:27
131.

Zitat von Filsbachlerche
Zunächst äußert sich Hamburgs Datenschutzbeauftragter mißverständlich: Das GG überträgt den politischen Parteien gar nichts. Es stellt nur fest, daß die politischen Parteien zurecht an der politischen Willensbildung m i t w i r k e n. Und das zurecht. Mehr nicht. Zitat DPost: "Für jedes Gebäude im Wahlkreis wird für jede Partei ein Chancenwert ermittelt (Zahl zw. 1 u. 100)." Bisher glaubte ich noch, die DP sei ein Dienstleistungsbetrieb. Nun sehe ich, sie ist ein Spionagezentrum. Zitat: "Darunter sollen sich Angaben zu Kaufkraft, Bankverhalten, Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnsituation, Familienstruktur, Wohnumfeld und Pkw-Besitz befinden. Nach eigenen Angaben kaufe die Post außerdem statistische Daten von Behörden, unter anderem dem Kraftfahrt-Bundesamt oder dem Vermessungsamt." Zitat: "Unter den Merkmalen zählt [die DP] Soziodemografie, Konsumvorlieben, Wohnstruktur und Region auf. Noch genauere, "personenscharf" abgegrenzte Selektion sei ebenfalls möglich." Demnach verkaufen staatliche Stellen Auskünfte über Staatsbürger, sogar "personenscharf"! Man kann sich kaum etwas Perverseres in einem demokratischen Rechtsstaat vorstellen. Zitat: " Ein Post-Sprecher betonte, es würden an die Parteien keine personenbezogenen Adressen übermittelt..." Und was ist mir "personenscharf"? "... und das Unternehmen halte sich selbstverständlich an geltendes Recht." Wenn dem so sein sollte, dann muß das geltende Recht unverzüglich geändert werden. So ein geltendes Recht ist Unrecht! Dieser Augiasstall muß ausgemistet werden!
Bei all diesen ermittelten und weitergegebenen Daten kann man Name und Hausnummer ebenfalls gleich mit hinschreiben. Oder glaubt etwa jemand, dass all diese ermittelten Daten in einem Straßenzug, in einem Haus etwa auf zwei oder gar mehreren verschiedenen Personen zutreffen würde? Anonymisiert? Das ich nicht lache! Wenn Google & Co. Personen allein anhand der vom Computer weitergegebenen Bildschirmgröße, Browser und den zig aufgesuchten Webseiten ermitteln kann, dann lässt sich mit diesen Daten der Dt. Post JEDER haarfein ermitteln.

Nochmals zum Unterstreichen:
Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnsituation, Familienstruktur, Wohnumfeld, Bankverhalten und Pkw-Besitz - Pkw-Besitz stammt übrigens vom Kraftfahrt-Bundesamt, das bedeutet wohl nicht nur allgemein die Automarke, sondern eben auch Modell und wenns ganz übel kommt dazu noch Baujahr.

Mit all diesen wunderschönen Daten sind die entsprechenden Personen sofort per Name und Adresse ermittelbar - zumal man sich parallel dazu auch noch andere Datensätze - z.B. vom Einwohnermeldeamt (ja, die verkaufen diese Daten auch) besorgen kann.

Aber, was sagte Merkel letztens erst über Datenschutz: Ich warne vor lähmenden Datenschutz. Datensparsamkeit könne nicht die Richtschnur sein für die neuen Produkte. Außerdem will ich künftig Bürgerdaten auf einer zentralen Plattform versammeln.
Sicher, um dann diese Bürgerdaten dann gebündelt weiterverkaufen zu können – so als One-Shop-Tour: Hier bekommen sie alles aus einer Hand!

Beitrag melden
winterlied 01.04.2018, 12:29
132. Wo ist dann da das Problem?

Solch präzise auf bestimmte Zielgruppen ausgelegten Daten kann jedermann ganz legal zu Werbezwecken bei der Post kaufen. Das ist seit mindestens 20 Jahren eine Standarddiensleistung. Warum sollte das Parteien nicht erlaubt sein, was jeder Kaufmann darf?

Beitrag melden
Referendumm 01.04.2018, 12:38
133.

Zitat von Baribal
.... Bei einem achtzigmillionenfachen Datenschutzgesetzesverstoß könnten ein paar Milliarden an Strafgeldern zusammen kommen. Das wäre endlich mal ein Zeichen, daß Deutschland den Datenschutz als Standortvorteil wahrnehmen würde, und daß ein "hosted in Germany" eine Garantie wäre, auf die Nutzer sich verlassen könnten. Was natürlich nicht geschehen wird. Schließlich ist das Internet für uns alls Neuland, und es ist ja nicht so, als hätten wir die Thematik des Datenschutzes bereits seit dem Volkszählungsurteil in den 80ern durchgekaut.
Hatte kürzlich mal eine email an Googles-email-Adresse support-de@google.com geschickt. Lt. Deutschem Telemediengesetz sind Unternehmen verpflichtet, dass man darüber Kontakt mit denen aufnehmen kann.

Antwort von Google - einem Milliarden US$-Konzern:

"vielen Dank, dass Sie sich an die Google Inc. wenden. Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Vielzahl von Anfragen, E-Mails, die unter dieser E-Mail-Adresse support-de@google.com eingehen, nicht gelesen und zur Kenntnis genommen werden können."

Und keinen interessierts hier in D. Das Telemediengesetz kann man also in die Tonne treten.
Willkommen im neuen Digitalzeitalter, da sind wir nur noch Datenvieh und Konzerne dürfen machen, was sie wollen. Ausdrücklich unterstützt von der Politik:
Merkel sagte letztens erst über Datenschutz: Ich warne vor lähmenden Datenschutz. Datensparsamkeit könne nicht die Richtschnur sein für die neuen Produkte. Außerdem will ich künftig Bürgerdaten auf einer zentralen Plattform versammeln.
Sicher, um dann diese Bürgerdaten dann gebündelt weiterverkaufen zu können – so als One-Shop-Tour: Hier bekommen sie alles aus einer Hand!

Beitrag melden
Referendumm 01.04.2018, 12:43
134.

Zitat von Listkaefer
Wir gehen stramm auf US-Verhältnisse zu.
Kleine Korrektur: Wir HABEN US-Verhältnisse.

Was bitteschön ist daran anders als beim facebook-Cambridge-Analytic-US-Wahlskandal?

Beitrag melden
thschmidt 01.04.2018, 12:46
135. Aprilscherz vom Feinsten ??

irgend wie ein komischer Zeitpunkt mit solch einer Meldung zu kommen. 1.4. 0:03 Uhr ?! Wenn das Besagte stimmt wäre Facebook ein Waisenknabe und unschuldig zu gleich.
Eine Mrd.! (1.000.000.000 !) Daten sollen es gewesen sein, welche Daten? Deutschland hat 82.000.000 Einwohner bzw. rund 62.000.000 Wahlberechtigte macht ca. 16 Daten pro Wähler. Welche Daten sollen das z.B. sein? Die dt. Post weiß zwar das in der Stadt X , Straße Y Nr. 1 soundsoviel Personen/Haushalte leben/wohnen, es sich dort um ein mehr oder weniger gutbetuchtes Viertel handelt, Ein- oder Mehrfamilienhäuser stehen aber sind das schon Daten für die Partein schon bezahlen? Wenn die Partein dafür sogar bezahlt haben, wie will man solch eine Datenmenge sinnvoll auswerten und für passende Wahlwerbezwecke nutzen.
Gehen wir einen Schritt weiter, Facebook wird derzeit nieder gemacht weil es im Wahlkampf nicht ausreichend vor Datenanalysen Dritter geschützt ist/hat. Aber die dt. Post soll solche Daten verhöckert haben.
Für mich unvorstellbar!

Beitrag melden
peter_1974 01.04.2018, 12:52
136.

Zitat von enforca
Und in der Kommentar-Sektion empört sich die eine Hälfte ganz zu recht und die andere Hälfte der Foristen findet sogar so etwas halb so wild. Erstaunlich, wie unterschiedlich die Menschen ticken.
Klar. Wer sich schon mal ernsthaft mit diesen Themen auseinander gesetzt hat, sieht wie banal und aufgebauscht die Story ist.
Alle anderen wollen sich einfach aufregen, ohne groß in Recherche zu investieren.

Beitrag melden
malliki 01.04.2018, 12:55
137. Spionieren Postboten für den Datenverkauf?

Die Frage zu diesem Vorfall ist doch viel mehr: Wie kommt die Post an diese Informationen, die sie dann weiterverkauft?

Für mich gibt es nur eine Erklärung: Der Postbote meldet wie viele Autos in einem Haushalt sind. Wie er sie einschätzt usw. Das ist beängstigend.

Beitrag melden
trader_07 01.04.2018, 12:55
138.

Zitat von ford_mustang
Woher weiß die Post zum Beispiel, dass ich ein Auto besitze?
Was bitteschön haben Sie an diesem Satz aus dem Artikel nicht verstanden?

"Nach eigenen Angaben kaufe die Post außerdem statistische Daten von Behörden, unter anderem dem Kraftfahrt-Bundesamt oder dem Vermessungsamt."

Beitrag melden
thschmidt 01.04.2018, 13:14
139. Aprilscherz vom Feinsten ??

irgend wie ein komischer Zeitpunkt mit solch einer Meldung zu kommen. 1.4. 0:03 Uhr ?! Wenn das Besagte stimmt wäre Facebook ein Waisenknabe und unschuldig zu gleich.
Eine Mrd.! (1.000.000.000 !) Daten sollen es gewesen sein, welche Daten? Deutschland hat 82.000.000 Einwohner bzw. rund 62.000.000 Wahlberechtigte macht ca. 16 Daten pro Wähler. Welche Daten sollen das z.B. sein? Die dt. Post weiß zwar das in der Stadt X , Straße Y Nr. 1 soundsoviel Personen/Haushalte leben/wohnen, es sich dort um ein mehr oder weniger gutbetuchtes Viertel handelt, Ein- oder Mehrfamilienhäuser stehen aber sind das schon Daten für die Partein schon bezahlen? Wenn die Partein dafür sogar bezahlt haben, wie will man solch eine Datenmenge sinnvoll auswerten und für passende Wahlwerbezwecke nutzen.
Gehen wir einen Schritt weiter, Facebook wird derzeit nieder gemacht weil es im Wahlkampf nicht ausreichend vor Datenanalysen Dritter geschützt ist/hat. Aber die dt. Post soll solche Daten verhöckert haben.
Für mich unvorstellbar!

Beitrag melden
Seite 14 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!