Forum: Politik
Wahlkampf: Deutsche Post soll Daten an FDP und CDU verkauft haben
DPA

Die Deutsche Post soll einem Medienbericht zufolge persönliche Daten anonymisiert an die FDP und CDU verkauft haben. Es geht offenbar um "mehr als eine Milliarde Einzelinformationen".

Seite 15 von 15
Filsbachlerche 01.04.2018, 17:44
140. Umgekehrt wird ein Schuh draus!

Zitat von Peter Meyer01
Außerdem schreibt bitte alle man an eure Einwohnermeldeämter und widersprecht der Weitergabe eurer Daten an Addressbuchverlage etc. Wie das geht kann man googeln.
Nicht der Bürger sollte die Nichtvermarktung einfordern müssen, sondern staatliche Institutionen sollten dir Bürger fragen müssen, ob sie die Daten weitergeben dürfen!

Beitrag melden
Referendumm 01.04.2018, 18:53
141.

Zitat von thschmidt
Aprilscherz vom Feinsten ?? irgend wie ein komischer Zeitpunkt mit solch einer Meldung zu kommen. 1.4. 0:03 Uhr ?! Wenn das Besagte stimmt wäre Facebook ein Waisenknabe und unschuldig zu gleich. Eine Mrd.! (1.000.000.000 !) Daten sollen es gewesen sein, welche Daten? Deutschland hat 82.000.000 Einwohner bzw. rund 62.000.000 Wahlberechtigte macht ca. 16 Daten pro Wähler. Welche Daten sollen das z.B. sein? ... Für mich unvorstellbar!
Daran (1. April = Aprilscherz) hatte ich auch gleich gedacht. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass SPON solch eine Rufschädigung der Deutschen Post riskieren würde - für einen Aprilscherz?
Dieser Scherz würde nämlich noch lange, sehr lange nachwirken - denn welche Leser registrieren dann ev. Morgen die SPON-Mitteilung, dass es nur ein Aprilscherz war?

Darüber hinaus würde ich solch einen Aprilscherz schon als sehr geschmacklos empfinden - aber heutzutage ist ja leider alles möglich. Demnächst wird noch am 1.4. der dritte Weltkrieg ausgerufen inkl. allen aktuellen Angriffen und Abwehrmaßnahmen sowie Anzahl der Toten und Morgen heißt es dann: April, April?

Warum schaltete die Deutsche Post aktuell alle ihre Webseiten, die damit werben, offline?

Z.B.:

http://https//www.deutschepost.de/de/d/deutsche-post-direkt/consumer-adressen.html

http://www.deutschepost.de:80/content/dam/dpag/images/D_d/DDP/Downloads/20100205_zielgruppenadressen_broschuere_1212.pdf

Das wird zwar noch angezeigt:
https://vermietung.postdirekt.de/os2/start

Aber die Buttons "sofort loslegen" wurden alle deaktiviert

Beitrag melden
uwe_burkert 01.04.2018, 19:20
142. Sturm im Wasserglas

Was hat man denn da für eine alte Geschichte ausgegraben. Diese Art von Daten sind nicht personenbezogen! Es wird lediglich mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet. Wie wahrscheinlich ist es, das man in einer bestimmten Strasse auf einen FDP-Wähler trifft? Die Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus den Wahlergebnissen. Im Schnitt also 10%. Wie wahrscheinlich ist es, das in einer Villa an der Alster ein Millionär wohnt. Oder in einer 6 Zimmer Altbauwohnung in Eppendorf ein Besserverdiener wohnt, der wahrscheinlich auch Akademiker ist. Sein Auto ist wahrscheinlich auch aus der Mittel bis Oberklasse.
Diese Daten helfen den Nutzern nicht völlig im Nebel zu tappen. Aber ein Politiker der sich vor Ort auskennt, der weiß doch eh wo er seine Klientel trifft. Wer der Rasterfahndung der Datenanalysen entkommen will, schafft das am besten wenn er sich nicht wahrscheinlich verhält.

Beitrag melden
Ch. Demian 02.04.2018, 19:47
143. Irrtum

Zitat von uwe_burkert
Was hat man denn da für eine alte Geschichte ausgegraben. Diese Art von Daten sind nicht personenbezogen! Es wird lediglich mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet...
Da irren Sie sich leider. Die herausgegebenen Daten sind keine personenbezogenen Daten - soweit so richtig. Dies ist auch nicht der problematische Part. Die datenrechtlich heikle Angelegenheit ist die Datensammlung der Post. Die gesammelten Daten sind mitnichten anonymisiert (und selbst dann wäre es nicht vom Datenschutz gedeckt). Die Post hat qua Zugang zu einem Teil des Lebens aller Bürger einen massiven Vorteil gegenüber anderen Datensammlern. Zum anderen sammelt sie ohne jede Transparenz bzw. Anfrage bei den Betroffenen. Schaut man sich an, um welche Daten es sich handelt, so ist man teilwese verblüfft, weil sie eigentlich nicht vorhandn sein dürften - einen funktionierenden Datenschutz vorausgesetzt, Die Post verfügt nach eigenen Angaben über Daten (10^9 Einzelpunkte auf 34 Mio. Haushalte verteilt) zu regelrecht allem! Kaufverhalten, Banking"verhalten", Kaufkraft, PKW-Daten usw. Dies kann nur durch korrelieren von verschiedenen Datenpools. Es kann nur aus gelesenen und korrelierten Brief-Metadaten stammen (und Behördendaten - was die Post auch zugab). Nochmal: die Herausgabe von Daten ist/wäre unproblematisch, wenn so geschehen, wie vorgegeben (nur Wahrscheinlichkeitswerte und nicht einmal sehr fein aufgelöst). Zwar liesen sich diese Daten immernoch nachträglich auf Personendaten grob abbilden, was aber außerhalb des Einflusses des "Herausgebers" wäre und der kriminellen Energie anderer überlassen. Das Ansammeln eines solchen Datenpools hingegen ist so gar nicht mit unserem Datenschutz vereinbar. Zumal in der Weise, wie der Pool mutmaßlich entstanden ist. Alles in allem, kein alter Hut - im Gegenteil. Ich für meien Teil dachte, entweder ist es ein Aprilscherz, oder aber ein datenrechtlicher Super-GAU. Nochmal: die Daten, die die Post besitzt sind sehr wohl personenbezogen!!!

Beitrag melden
gantenbein3 03.04.2018, 08:52
144. Andrea Voßhoff,

wo bleibt Voßhoff? Zur Erinnerung: Das ist die Bundesdatenschutzbeauftragte. Es wäre doch schön, wenn sie etwas zu dem Thema zu sagen wüsste. Aber auch wenn sie nichts sagt, ist das etwas. Denn es heißt soviel wie: Was hab' ich damit zu tun?

Beitrag melden
laotao 06.04.2018, 07:10
145. Der Realitätsverkennungskonstantenvirus

Zitat von Filsbachlerche
Zunächst äußert sich Hamburgs Datenschutzbeauftragter mißverständlich: Das GG überträgt den politischen Parteien gar nichts. Es stellt nur fest, daß die politischen Parteien zurecht an der politischen Willensbildung m i t w i r k e n. Und das zurecht. Mehr nicht. Zitat DPost: "Für jedes Gebäude im Wahlkreis wird für jede Partei ein Chancenwert ermittelt (Zahl zw. 1 u. 100)." Bisher glaubte ich noch, die DP sei ein Dienstleistungsbetrieb. Nun sehe ich, sie ist ein Spionagezentrum. Zitat: "Darunter sollen sich Angaben zu Kaufkraft, Bankverhalten, Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnsituation, Familienstruktur, Wohnumfeld und Pkw-Besitz befinden. Nach eigenen Angaben kaufe die Post außerdem statistische Daten von Behörden, unter anderem dem Kraftfahrt-Bundesamt oder dem Vermessungsamt." Zitat: "Unter den Merkmalen zählt [die DP] Soziodemografie, Konsumvorlieben, Wohnstruktur und Region auf. Noch genauere, "personenscharf" abgegrenzte Selektion sei ebenfalls möglich." Demnach verkaufen staatliche Stellen Auskünfte über Staatsbürger, sogar "personenscharf"! Man kann sich kaum etwas Perverseres in einem demokratischen Rechtsstaat vorstellen. Zitat: " Ein Post-Sprecher betonte, es würden an die Parteien keine personenbezogenen Adressen übermittelt..." Und was ist mir "personenscharf"? "... und das Unternehmen halte sich selbstverständlich an geltendes Recht." Wenn dem so sein sollte, dann muß das geltende Recht unverzüglich geändert werden. So ein geltendes Recht ist Unrecht! Dieser Augiasstall muß ausgemistet werden!
Erinnerungen an so viele der Finanzanlagenbetrugsskandale werden wach, bei denen die "Realitätsverkennungskonstante" ja erst die wirkungsvollen Prospektbetrugserfolge unserer Investitionskapitalkriminalitätselit'arier/Innen' ermöglicht hat.

Ein Dummer, der sich bewusst ist, dass stets sein Geld Zielobjekt derartiger verlockender Versprechungen ist, der ist weniger anfällig für die Versprecheungen, mit denen ja schon "die Weber dem Kaiser die neuem Kleider aus den kostbarsten, von ihnen gewebten Stoffen versprachen!"

Und wer noch immer dem Glauben aufsitzt, er lebe in einer parlamentarischen Demokratie mit einem Rechtsstaatssystem, das nach dem Geist und den Buchstaben unserer Verfassung Recht spricht, nun, dem muss wohl gesagt werden, dass er ein Dummer ist, der vom Realitätsverkennungsvirus infiziert, vom fungus guttenbergiensis befallen und damit zum von Verblödung gezeichneten Opfer der heute real-existierenden Geldherrschaftsdiktatur und deren Investitionskapitalplanwirtschaft abgegriffen, abgezogen und nach allen Regeln der legalisierten Betrugs- und Bescheißerkunst aufs Kreuz gelegt wird.
Besonders ernüchternd dabei: Die Kollaboration der etablierten Klientel- und Lobbyinteressenvertretungsparlamentaristen der früher Parteien genannten Klientel- und Lobbyinteressenvertretungsorganisationen.

Beitrag melden
Seite 15 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!