Forum: Politik
Wahlkampf: Deutsche Post verteidigt Datengeschäfte
DPA

Die Deutsche Post soll einem Medienbericht zufolge persönliche Daten anonymisiert an die FDP und CDU verkauft haben. Das Unternehmen und die Parteien verteidigten die Praxis nun.

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tuvalu2004 01.04.2018, 19:57
20. Und wie wäre es mal mit einer Website zum widersprechen?

Wenn man schon ein Opt-Out Verfahren hat - was an sich schon ein Skandal ist, wer genau hat denn noch so ein Opt-Out - dann sollte SPON schon auch die dazugehörende Website benennen. Oder gibt es das nicht?`Liegen die Widerspruchformulare in einem Keller ohne Licht und hinter verschlossener Tür mit Aufschrift "Vorsicht bissige Spinnen"?

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Der Resignierte 01.04.2018, 20:00
21.

Zitat von p.u. baer
Ach, jetzt regen sich alle auf, weil sie erstmals von etwas erfahren, was seit Jahrzehnten praktiziert und datenschutzrechtlich mehrfach durch diverse Parlamente und Regierungen geprüft und abgesegnet wurde. Das ist wirklich kein Hexenwerk. Da werden nicht einmal die Briefträger gefragt, wie einige im Forum mutmaßen. Mit welcher Wahrscheinlichkeit in welchen Wahlkreisen welche Partei gewählt wird, kann jeder aus den öffentlichen Ergebnissen der Bundestagswahlen ableiten. Jede Partei macht in den eigenen Hochburgen halt stärker Wahlkampf, weil es sich dort am meisten lohnt. Aus diversen anderen Dateien (KFZ-Melderegister, Einkommensstatistiken etc.) lassen sich dann auch noch weitere Daten für bestimmte Gebiete anreichern. Die Post-Datenbank sagt dann höchstens, daß in dieser Straße oder Gegend eben soundsoviele Haushalte (Sprich Briefkästen) existieren. Und dann stellt man der Post für diesen Straßenzug die entsprechende Zahl an Briefen/Postkarten etc. zur Verfügung und diese Briefe werden dann als Postwurfsendung eingeworfen. Boooh. Wie überraschend. Woher kommen wohl sonst die Postwurfsendungen in Ihren Briefkasten? Es gibt noch andere Datenbanken, die z.B. durch Preisausschreiben oder Bestellungen bei Versandhäusern etc. angereichert werden. Da gibt es tatsächlich ganz umfangreiche Datensammlungen, aber diese zu kaufen -und dann noch Briefe hinzusenden, ist ziemlich teuer, so daß niemand alle Daten dieser Adressen kaufen wird. Und die Firmen, die sich damit beschäftigen unterliegen dem ziemlich strengen, deutschen Datenschutz. Wer da nicht gespeichert werden will und keine Briefe bekommen möchte, kann sich seit Ewigkeiten in die Robinson-Liste eintragen lassen und wird dann geblockt. Also: Bitte erst informieren, dann aufregen. Aber Aufregen ist halt einfacher und für den Online-Journalismus lukrativer. Was bei Google und Facebook an Daten gewonnen wird geht über diese klassische Adressammlung extrem weit hinaus - und bei Facebook wurden die Daten von Leuten erhoben, die nur mit Menschen bekannt waren, die einer Forschungsarbeit zugestimmt haben. Das ist ein ganz anderes Kaliber. Äpfel kann man nicht mit Schlangen vergleichen.
Ach, jetzt regen sich alle auf, weil sie erstmals von etwas erfahren, was seit Jahrzehnten praktiziert und datenschutzrechtlich mehrfach durch diverse Parlamente und Regierungen geprüft und abgesegnet wurde.

Genau, mit ihrer ihre argumentationskette wiederlegen sie sich selbst.

Schauen sie mal auf das Wort "erstmals" in ihrem satz auf.
Wenn ich ERSTMALS davon erfahren habe, konnte ich mich vorher wohl kaum darüber aufregen oder ? Oder regen sie sich über sachen auf, von dem sie bisher nichts gewusst haben ? na dann sind sie aber wohl eher einzigartig, denn ich rege mich erst auf, wenn ich davon erfahren habe. und ich glaube andere machen das auch so.

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meier12 01.04.2018, 20:05
22.

Jetzt wird es aber schon bizarr. Die über die Seite der Deutschen Post nutzbaren Sperrcookies (die man niemals löschen darf) t23.intelliad.de (optout_ia_tracking) und nuggad.net (nugstopp) löschen sich nach 10 Jahren selbst. Auch der schriftliche Widerspruch bei der Post wird laut Netz nicht ewig beachtet. Es kann sein, dass man schon nach wenigen Monaten wieder mit gezielter Werbepost zugemüllt wird. Der Bundesdatenschutzbeauftragte mag auch mir erklären, was ein Widerspruch, der von der Deutschen Post nicht beachtet wird, wert ist.

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kobold17 01.04.2018, 20:34
23. Regierung, Post, Schande!!!

Briefe schreiben, Beine in die Hand nehmen und selbst einkaufen ohne EC oder Kreditkarte, nebenbei wenn es sein muss eine Telefonzelle aufsuchen um das nötigste zu quatschen. Alles Steinzeit oder was? Von der Industrie gewollt und von den Politikern zum Wohle der Bevölkerung in eine total falsche Richtung der Demokratie gelenkt. Zu Hause ein dickes Schloss an die Tür hängen und im Internet die nackte Sau spielen, wie z.B. bei Google, Amazon, Facebook etc., die außerdem noch Milliarden an Steuergelder ins Ausland scheffeln, welche wiederum unserem Sozialstaat fehlen. Pflegeindustrie und andere vernachlässigte Institutionen werden von uns selber unbeabsichtigt arm gemacht, weil die Schwerpunkte unseres Lebens sich massiv verschoben haben. Von einer funktionierenden Demokratie sind wir meilenweit entfernt, dafür ist aber der Weg der digitalisierten Diktatur von der Regierung schon geebnet. Die wenigen schönen Orte der Ruhe findet man auf dem Berg oder in der Sauna, aber immerhin es gibt sie noch die Plätze der vollkommenen Nacktheit.

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bissig 01.04.2018, 20:45
24. Wenn das genug machen

Zitat von meier12
Wer Spass daran hat, Unternehmen wie die Post mal zu quälen, sollte nun mal eine Auskunft über die dort gespeicherten Daten über ein Anschreiben an die Datenschutzbeauftragte, die auf der Homepage angegeben ist, verlangen. Ich habe eben übrigens mal die Widerspruchslösungen laut Homepages der Deutschen Post und der Deutschen Post Direkt ausprobiert. Man findet sie bei Eingabe der Suchbegriffe Deutsche Post - Mikrozelle (eben dort auf der gefundenen Seite) und wenn man im zweiten Step Widerspruch eingibt und in einer weiter unten stehenden Zeile auf die Zeile "Wo finde ich die Datenschutzerklärung der Post" klickt. Nach dem Zwischenlöschen aller Cookies muss ich dann offenbar auf den Verbleib der Cookies 123.intelliad.de (Untertext nach Anklicken des Pfeils: Optout_ia_Tracking) und nuggad.net (Untertext nach Anklicken des Pfeils: Nugstopp) achten. Wie schon ein User meinte, die Optout-Lösung ist derb, da man im Regelfall zur Bereinigung alle Cookies löscht.
dürften die Kosten für die Post wesentlich höher liegen als das "verdiente" Geld. Und wenn man schon ein Schreiben abschickt, kann man das Opt-Out auch ganz klassisch - per Post - gleich miterledigen.

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sickamo 01.04.2018, 20:53
25. Man kann seine Daten löschen lassen ...

Ich habe schon vor vielen Jahren meine Daten bei allen Adresshändlern sperren lassen. Ein Brief mit der Bitte um Löschung der Daten mit Kopie eines geschwärzten Personalausweises, bei dem man nur Namen und Adresse erkennt, reicht aus. Man muss nur aktiv werden. Schrobel, Deltavista, Deutsche Post uvm handeln mit den Adressen. Leider kann man auf dem Einwohnermeldeamt keinen Einspruch gegen die Herausgabe der Daten einlegen,d.h. Dort kann jeder alle Daten inzwischen abrufen.

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mirror999999999 01.04.2018, 21:02
26. Ist schon putzig

da machen diverse Behörden und Ämter mit Datenverkauf Geld und einige Politiker faseln dann immer was von Datenschutz und Polizeistaat, wenn es um die Verbrechensbekämpfung geht.
Handys dürfen ja auch nicht zur Identifizierung genommen werden.
Naja, wenn wir dann erst einmal bald alle Alexa im Haus haben, wo man mit allem was man sagt online ist......

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hitd 01.04.2018, 22:39
27.

Zitat von bissig
dürften die Kosten für die Post wesentlich höher liegen als das "verdiente" Geld.
Sie unterliegen einem Irrtum.

Die Direktmarketingtochter der Post soll in der Hauptsache für eine Menge Postwurfsendungen sorgen, mit dem Verkauf von Daten an sich verdienen die kein Geld. Du nennst die Kriterien, z.B. eine Altersgruppe, und die Direktmarketingleute sagen Dir, wieviele Postwurfsendungen Du einliefern mußt und was die Zustellung kostet. Das ist aber nicht auf Personen aufgelöst. Ich bekomme z.B. auch Werbepost für BHs von Hunkemöller, weil hier eben viele Rentnerinnen wohnen.

Daten, die im Verlauf des Transports von Postsendungen anfallen, werden nicht oder nur sehr eingeschränkt ( Nachforschung bei Paketen, Einschreiben etc. ) im Computer gespeichert. Meist befinden sich diese Daten als Barcode auf den Sendungen und werden daher mit der Sendung dem Empfänger zugestellt.

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hansriedl 02.04.2018, 02:07
28. Datenhandel

Der Handel und Verkauf von Daten ist ein lukratives Geschäft. Die so verteilten Daten werden vor allem für das Direktmarketing eingesetzt.
Grundsätzlich ist der Datenhandel unter engen Vorgaben erlaubt. Besonders schützenswerte personenbezogene Daten (z. B. Gesundheitsdaten) jedoch dürfen in der Regel nicht gehandelt werden.
Nicht in jedem Fall bedarf es der Zustimmung des Betroffenen zum Datenhandel. Und von Zeit zu Zeit verstecken sich umfangreiche Berechtigungen in den Datenschutzerklärungen, die unbedarfte Nutzer oftmals ungelesen akzeptieren.
Personenbezogene Daten sind Gold wert. Zahlreiche Unternehmen verdienen ihr Geld mit der Verwertung und Übermittlung von solchen Datenschätzen und verdienen ordentlich daran. Das maßgebliche Ziel der Datenhändler selbst ist damit schnell erfasst: Profit. Doch was wollen die Unternehmen bezwecken, die die Daten kaufen?
Datensätze zu kaufen hat über kurz oder lang vor allem ein Ziel: den Kundenstamm des Käufers zu erweitern. Der Datenhandel ist eines der wichtigsten Mittel des Direktmarketings. Dabei versenden die Firmen Werbematerialien an potentielle Neukunden des Unternehmens. Die Hoffnung: dass der ein oder andere Fisch an die Angel geht.

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Wolfgang Heubach 02.04.2018, 08:46
29. Fragen über Fragen

Zitat von tkedm
"Laut "Bild am Sonntag" ist jeder, der in Deutschland eine Adresse hat, automatisch in den Post-Datenbanken. Um die Weitergabe der Daten zu verhindern, müsse der Nutzung schriftlich widersprochen werden." Und warum ist das so? Mir war nicht bekannt, dass ich bei einem Ein- oder Umzug einen Vertrag mit der Post abschließe, der so eine Klausel beinhaltet. Wenn das so ein Opt-Out ist, ist das ein Unding. Und datenschutztechnisch sogar schlimmer, als der aktuelle Facebook-Skandal. Und bei der Gelegenheit sollte man mal erfragen, woher die Daten stammen. Wenn die Post solche Details über Haushalte hat, sollte man vielleicht mal überprüfen, ob die es mit dem Postgeheimnis so genau nehmen.
Wieso kommt die Post an derart umfangreiche und sehr persönliche Daten? Gibt es hierfür eine gesetzliche Grundlage? Und wo und bei wem kann Widerspruch gegen eine Nutzung eingelegt werden?

Hier hat doch der Verbraucherschutz auf der ganzen Linie versagt. Das muss endlich Konsequenzen haben.

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