Forum: Politik
Wahlrecht ab Geburt: Lasst die Kinder an die Urnen!
Sean Gallup / Getty Images

Kinder und Jugendliche können und wollen sich politisch engagieren, das zeigt sich jede Woche bei "Fridays for Future". Deshalb wäre es richtig, ihnen das Wahlrecht zu geben. Und zwar von Geburt an.

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shotaro_kaneda 05.04.2019, 22:47
120.

Sorry, aber der Vorschlag ist reichlich naiv. Hier wird versucht etwas auf Kinder zu projezieren, was einfach nicht der Wahrheit entspricht. Kinder und Säuglinge sind natürlicherweise zunächst erstmal unerfahren und ungebildet und selbst nicht in der Lage, sich eine unabgängige politische Meinung zu bilden. Somit sind Kinder auch politisch leicht verführbar. Es kann ihnen gewiss kein 4-Klässler erklären, wie die soziale Marktwirtschaft funktioniert, was es mit dem Nationalsozialismus auf sich hat oder zu welchem Zweck Steuern und Sozialabgaben erhoben werden und wie diese verteilt werden. Es wird Ihnen auch kein 4-Klässler sagen können, wer Wirtschafts- oder Außenminister ist und wessen Partei er angehört. Somit erhalten prinzipiell Eltern ein mehrfaches Stimmrecht, abhängig von der Anzahl der Kinder. Ob dies nun richtig oder falsch ist, kann man diskutieren, allerdings nicht unter der Prämisse, dass das Kind an sich selbst in der Lage ist eine Wahlentscheidung treffen zu können. Sicherlich gibt es auch "Erwachsene", auf die oben genanntes zutrifft, aber ab einem gewissen Alter muss man einfach mal unterstellen, dass man reif genug für eine Wahl ist. Die 18 Jahre sind ein guter Kompromiss und je weiter man das Alter des Wahlrechts absenkt, desto weiter muss auch das Alter der gesellschaftlichen Pflichten abgesenkt werden ( z.B. Strafmündigkeit, kein Kindergeld mehr usw.).

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Blendy 05.04.2019, 22:47
121. Die Kommentare hier zeigen wieder...

..wie flexibel und kinderlieb die Menschen sind (nicht). Natürlich sollten Kinder mitwählen dürfen. Sie können besser entscheiden als viele unmündige Erwachsene. Und wenn die Eltern meinen, dass sie noch nicht mündig sind, dann übernehmen das die Eltern. Das ist legitim. Sie haben die Verantwortung für eine mehrköpfige Familie. Ihr Einfluss auf die Welt/Politik muss auch entsprechend das x-fache eines Kinderlosen sein. Wo ist das Problem/die Ungerechtigkeit??

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Lula Latein 05.04.2019, 22:51
122.

Zitat von weltverbesserer75
Ein richtiger, längst überfälliger Beitrag. Den jungen Menschen gehört die Zukunft. Und dass sie verantwortlich mit dieser Zukunft umgehen können, zeigen sie seit Monaten jeden Freitag. Wer gestern bei Markus Lanz hineingeschaut hat, konnte sehen, wie Luisa Neubauer den anderen (älteren und männlichen) Gästen fachlich jetzt schon haushoch überlegen war. Es ist wirklich an der Zeit, dass die Älteren (zumindest einen Teil) der Verantwortung und der Macht an die jungen Leute abgeben.
Total unüberlegt. Dass den jungen Menschen die Zukunft gehört? Wem denn sonst? Aber dass sie deshalb auch über die Zukunft entscheiden dürfen/müssen ist purer Leichtsinn. Welchen Teil der Verantwortung sollen denn die über 21-Jährigen abgeben? Mit welcher demokratischen Legitimation soll denn das geschehen? Nicht das die Älteren (Beginn mit 21?) alles am besten wissen, aber das Recht der Jüngeren ist auch die Illusion über die Machbarkeit von Idealen. Wohin grenzenlose räumliche und sachliche, weltliche und religiöse, rein persönliche und globale Ideale führen können, das lehrt die Geschichte. Erfahrung und Übersicht, Rücksicht und Toleranz sind wahrlich keine vorrangig kindlichen Tugenden. Und was im Überschwang kindlicher Macht zerschlagen wird, kann auch der Weiseste, auch wenn es Luisa sein sollte, nicht mehr rückgängig machen. Der Politik, den Politikern wird immer vorgehalten, dass alles zu lange dauert, dass zu viele Rücksichten genommen werden. Aber lieber eine wohlüberlegte Langeweile als Schnellschüsse, die das wertvollste gesellschaftliche Porzellan zerschlagen.

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geotie1 05.04.2019, 23:06
123.

Zitat von Rainald
Ganz einfach, weil ich arbeiten muss, um meine vorlauten Teenager zu ernähren und um ihnen die Inlandsflüge zu bezahlen, damit sie zu den Demonstrationen nach Berlin reisen können. Als Berufstätiger kann ich leider nicht so einfach die Arbeit schwänzen, wie das bei der Schule möglich ist. Immerhin muss ich zuerst Urlaub nehmen und diesen dann auch mit meinen Kollegen koordinieren. Einfach so wegbleiben und den Kolegen die liegengebliebene Arbeit vor die Füße schmeißen, damit diese dann Überstunden schieben müssen um meinen Kram mitzuerledigen? Also das wäre extrem unkollegial und das ist nicht mein Stil. Auf Arbeit muss man sich schon koordinieren. Ich habe auch zwei Kollegen mit Kleinkindern, eines davon mit schwerer Behinderung. Die beiden fehlen wegen ihrer Kinder schon mal kurzfristig. Da unterstütze ich dann, wo es nur geht. Wenn ich dann wegen so einer doofen Demo auch noch fehle, dann bleibt alles liegen, die Firma kann zumachen und wir werden allesamt arbeitslos. Zweitens bin ich dagegen, dass Kinder wählen dürfen. Eher das Gegenteil. Nur wer sein Einkommen selbst erwirtschaftet und Steuern zahlt sollte wählen dürfen. Weil wer kein eigenes Einkommen erzielt, ist nicht einmal in der Lage, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Und wer das nicht kann, der ist auch nicht dazu in der Lage, Entscheidungen zu treffen, die andere betreffen. Erst wer gezeigt hat, dass er durch Einkommenserzielung aus eigener Kraft in der Lage ist, die Verantwortung für sich selbst zu tragen, sollte wählen dürfen. Dann wäre es noch zu überlegen, die Stimmgewichtung an der persönlichen Abgabenlast auszurichten. Weil wer mehr Steuern und Sozialabgaben zahlt, leistet auch mehr für unseren Staat und sollte damit auch ein größeres Mitspracherecht haben.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, ehh wählen? Also wenn ich ihren Beitrag so lese, dann bin ich aber auch nicht so davon überzeugt, dass sie wählen dürften! Viel scheinen sie auch nicht zu verdienen, können sich nicht einmal eine Auszeit gönnen um mit dem Sprössling nach Berlin zu fliegen. Aber keine Angst, der Aldi-Clan wird für sie schon die nächste Partei wählen. Bleiben sie zuhause!

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Maulverbot 05.04.2019, 23:22
124. Ganz ehrlich,

Zitat von Lichtenbruch
Ganz ehrlich... Wenn Kinder wählen dürften, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Trumps, Orbans, Bolsonaros und wie diese ganzen Spalter und Unruhestifter auch heißen mögen, nicht gewählt würden. Denn Kinder haben ein ziemlich gutes Gespür für Gut und Böse. Anscheinend eine Fähigkeit, die vielen Erwachsenen gänzlich verloren gegangen ist.
wen glauben Sie würden Kinder wählen, den Onkel Trump der verspricht Hausaufgaben abzuschaffen, Pflichttaschengeld i. H. von 300 EUR pro Monat, Pommes und Cola als Schulspeisung, 35 Wochen Ferien, Freitags frei, kostenlose Smartphones... oder doch Tante Merkel?
Aus Sicht der Kinder wäre Trump doch das Gute.

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p.torau 06.04.2019, 00:12
125. Und nochmal...

… vielleicht sollten einige Foristen sich mal fragen, wie sie zur Demokratie stehen.
Das Wahlrecht ist nicht an die Strafmündigkeit gebunden. Und geht auch nicht verlustig wenn man strafunfähig wird.

Ein drogenabhängiger Schizophrener mit der Überzeugung die Welt wird von lila Kühen regiert hat das Wahlrecht. Und verliert es selbst dann nicht wenn er nackt und axtschwingend in den Supermarkt läuft um diese Kühe zu töten.

Ein 17 Jähriger der sich 4 Jahre lang in einer beliebigen politischen Jugendorganisation betätigt, bei klarem Verstand ist und sich jeden Tag politisch informiert hat kein Wahlrecht.

Es geht einzig und allein um eine willkürlich gezogene Altersgrenze und da das Problem nicht besser wird wenn man eine andere willkürliche Altersgrenze zieht (egal ob 14, 16 oder 21), sollte sie schlicht abgeschafft werden.

Es ist schlicht nicht akzetabel, dass wir ungefähr 16 Mio. Deutschen Bürgern das Wahlrecht nicht zugestehen und das mit Begründungen, die für alle die älter als 18 sind keine Relevanz haben.
Kein Wähler muss zeigen, ob er sich gut informiert hat, reflektiert hat, ob er in der Lage ist eine gut begründete Entscheidung zu fällen. Ein Wähler muss nur in der Lage sein ein Kreuz auf einen Zettel zu malen und den Zettel danach in eine Urne werfen.
Und ganz ehrlich? Das ist auch gut so. Mit so ziemlich den gleichen Argumenten wurde Frauen jahrelang das Wahlrecht abgesprochen (nicht fähig zu rationalen Entscheidungen).

Um es nochmal in aller Deutlichkeit zu sagen: es gibt große Wählergruppen die genauso gut (oder schlecht) wählen können wie unter 18 Jährige. Circa 1,7 Millionen Demenzerkrankte zum Beispiel oder ungefähr 1,6 Millionen Menschen mit einem IQ unter 70.

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moev 06.04.2019, 00:14
126.

Ich würde als Erwachsener nicht unter einer Regierung leben wollen, wie ich sie als 16-jähriger (oder jünger) gewählt hätte.

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p.torau 06.04.2019, 00:21
127. Altersbedingte Einschränkungen

Zitat von xtraa
Die altersbedingte, geistige Einschränkung dürfte mit der von manchen Kindern etwa gleichziehen.
Ich arbeite selbst in einem kleinen Altersheim mit 36 Bewohnern und bin Vater von drei Kindern.
Es gibt in diesem Heim 5 Bewohner die eine fundiertere Wahlentscheidung treffen können als meine 9 jährige Tochter. Und ich schätze 10 die eine bessere Entscheidung treffen können als meine 2 Jährige.
Die geistigen Einschränkungen sind allerdings krankheits- und nicht altersbedingt.

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Dreamer 22 06.04.2019, 00:50
128. Im Ernst?

Ich bin selbst Tageszeitungsredakteur. Wenn bei uns ein Volontär solch einen infantilen Kommentar geschrieben hätte, könnte er sich gleich nochmal an die Arbeit machen. Ich bin ja inzwischen leider einiges von SPON gewöhnt, aber dieser Unsinn ist selbst für diese Verhältnisse ein weiterer Tiefpunkt.

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isar56 06.04.2019, 01:23
129. seit 40 Jahren

arbeite ich hauptberuflich und gerne mit Kindern jeden Alters.
Ich achte sie und respektiere sie.
Dennoch habe ich solch einen .... Unsinn noch nie gelesen.
Gerade stelle ich mir eine Szene vor:
Papa sagt zu Kind, dass die AfD gaaaanz toll ist. Die anderen Parteien nehmen uns alles weg. Aber die AfD - die helfen uns, dann bekommen wir Deutschen mehr Geld als die bösen Ausländer.
Selbstverständlich schnappt sich das 8jährige Kind den laptop und recherchiert bei sämtlichen Parteiprogrammen, ob Papa recht hat. Es weiß auch, welche Parteien uns Sand in die Augen streut, aus Erfahrung und dass u.a. die SPD vor Jahren im Wahlkampf tönte, dass es keine Mwst. erhöhen wird - die dann nach den Wahlen stieg. usw.
Kinder sind nicht dumm, aber noch lebensunerfahren.
Mann! Bzw Frau!

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