Forum: Politik
Wahlrecht ab Geburt: Lasst die Kinder an die Urnen!
Sean Gallup / Getty Images

Kinder und Jugendliche können und wollen sich politisch engagieren, das zeigt sich jede Woche bei "Fridays for Future". Deshalb wäre es richtig, ihnen das Wahlrecht zu geben. Und zwar von Geburt an.

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ford_mustang 06.04.2019, 10:21
160. Kinder sind sehr archaisch. ..

wenn es um ihren Gerechtigkeitssinn geht. Gehen Sie mal auf einen Spielplatz. Klaut ein Kind einem anderen etwas und ist dem mit Worten nicht beizukommen, dann gibt es eine Klatsche. Alle anderen Kinder akzeptieren das. Während die Eltern der Kontrahenten sich noch in den Haaren liegen, spielen die Beiden längst schon wieder miteinander. Jede Partei, die Prügelstrafen für Straftaten im Programm hat, wird offene Türen einrennen.

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der_anonyme_schreiber 06.04.2019, 10:30
161. Satire , oder?

Ich denke, dieser Beitrag ist eine wirklich gut gemachte Satire.
In sich geschlossen, aber bei kurzem Nachdenken offenbart sich, wie komplett abwegig die
Argumentation ist.
Hut, ab, vielleicht ist SPON nicht der richtige Platz für den Author, sondern besser Titanic.

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weltverbesserer75 06.04.2019, 10:35
162.

Die Foristen, die dem Spiegel ein sinkendes Niveau vorwerfen, beachten meines Erachtens nicht, dass der Spiegel immer ein progressives Magazin war und das auch weiterhin ist. Wer den Spiegel bereits im letzten Jahrtausend gelesen und seine eigenen Positionen seither nicht weiterentwickelt hat, findet sich in den Meinungen junger Autor*innen nicht mehr wieder, das verstehe ich. Das Problem liegt dabei jedoch nicht beim Spiegel. Die jüngere Generation hat andere Ansichten als die Generationen vor ihnen. Und wer damit nicht einverstanden ist, darf sich deshalb nicht über ein sinkendes Niveau beim Spiegel beklagen. Ich bin mir sicher, ihre Eltern waren früher auch nicht immer ihrer Meinung. Das ist der Lauf der Zeit. Aus Jung wird Alt. Und die Rollen verändern sich.

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im_ernst_56 06.04.2019, 10:40
163.

Zitat von hr.z.
Man kann sicher darüber streiten ob ein Wahlrecht ab Geburt Sinn macht. Aber die Realität ist doch, dass es Millionen ältere Menschen gibt welche Wahlrecht haben, aber Zusammenhänge auch nicht viel besser verstehen als ein Schulanfänger. Ich fände einen fähigkeitsbasierten Ansatz deutlich besser als eine Altersgrenze. Wer lesen und schreiben kann, kann wählen gehen. Auch nicht optimal und mit vielen Schwachstellen, aber besser als eine Altersgrenze. Des Weiteren möchte ich gern darauf hinweisen, dass wir über die letzten Jahrzehnte eine deutliche Zunahme an Komplexität in Entscheidungsfindungsprozessen hatten. Viele Erwachsene, auch sehr intelligente Menschen kennen sich nicht mehr im Detail mit bestimmten Thematiken aus. Die Wahlentscheidung unter Unsicherheit hat auch bei erwachsenen Wählern zugenommen. Bei dem aktuellen Beispiel Brexit lässt sich sehr schön sehen was schon heute alles schief laufen kann. Ganz ehrlich, viel schlimmer wäre es auch nicht gekommen, wenn meine Vierjährige Tochter dort mit hätte abstimmen dürfen. Wenn man Gelassenheit erwartet, dass eine 82jährige Demenzkranke mitwählt, kann man auch entspannt bleiben wenn ein Grundschüler sein Kreuz macht.
Die 82jährige Demenzkranke wird nicht mehr zur Wahl gehen, weil sie den Wahltermin vergisst oder die Gestaltung des Stimmzettels sie überfordert. Unabhängig davon können auch viele Demenzkranke noch lesen uns schreiben. Diese Unterscheidungsmerkmal ist folglich untauglich. Der Grundschüler dagegen wird zur Wahl gehen, weil die Wahl auch einen Spaßfaktor hat. Und wenn dann eine Partei verspricht die Schulpflicht aufzuheben (man geht nur noch hin, wenn man Lust hat) und sich für freien Eintritt in Erlebnisparks einzusetzen, dann wird die eben gewählt.

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luiasogi 06.04.2019, 10:52
164. Alles schon mal dagewesen

Dieser Unsinn wurde schon mal vorgeschlagen.
Das verstösst gegen das GG, wie eine Wahl abzulaufen hat
Skurril.
Das Wichtigste im Auszug.

https://m.bpb.de/politik/wahlen/bundestagswahlen/62536/grundsaetze-des-wahlrechts6 Bundestagsabgeordnete

Abgeordnete der SPD, CDU und FDP (darunter die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse) forderten aber zudem im Sommer 2008 mit einem fraktionsübergreifenden Antrag die Einführung des Wahlrechts ab Geburt bei Bundestagswahlen. Das sogenannte Familienwahlrecht soll so konzipiert werden, dass Eltern anstelle ihrer Kinder stellvertretend das Wahlrecht ausüben dürfen, bis diese die nötige Reife erlangt haben und selbst zur Wahl gehen können. Kritiker dieses skurril anmutenden Antrags argumentieren aber, dass dadurch der Grundsatz des gleichen Wahlrechts (s.u.) nicht erfüllt wird, da Wahlberechtigte je nach Kinderzahl auf diese Weise mehrere Stimmen abgeben könnten. So ist es mehr als fraglich, ob dieser Antrag die nötige Mehrheit im Parlament finden wird.

Gleiches Wahlrecht: Jede Stimme hat den gleichen Zähl- und Erfolgswert. Bis 1918 war es beispielsweise noch in Preußen der Fall, dass derjenige, der mehr Steuern zahlte, auch mehr Stimmen abgeben konnte. Der Gleichheitsgrundsatz ist auch bei der technischen Gestaltung von Wahlen zu beachten, vor allem für die Wahlkreiseinteilung. Jede Art von Gewichtung der Stimmen ist unzulässig. Vielmehr gilt one person – one vote.

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karstenauswerder 06.04.2019, 10:58
165. Dümmer kann‘s nicht werden

Wenn man sich die Wahlkämpfe der Vergangenheit, mit lächerlichen Plakaten, gebrochene Versprechen und sogar dreisten Lügen (siehe Brexit) ansieht, kann doch eigentlich beim Kinderwahlrecht nichts Schlimmes passieren.
Es gibt doch diese nette Story, in der man Affen gegen Börsenmakler bei der Aktienauswahl antreten ließ. Die Affen haben gewonnen. Macht doch Mut ;)

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luiasogi 06.04.2019, 11:00
166. leider keine Satire

Zitat von der_anonyme_schreiber
Ich denke, dieser Beitrag ist eine wirklich gut gemachte Satire. In sich geschlossen, aber bei kurzem Nachdenken offenbart sich, wie komplett abwegig die Argumentation ist. Hut, ab, vielleicht ist SPON nicht der richtige Platz für den Author, sondern besser Titanic.
Bereits 1998 wurde das im Bundestag behandelt.
Wenn Eltern für ihre Kinder wählen dürfen, verstösst das gegen das "one person, one vote" Prinzip. Gleichheitsprinzip. Keine Stimmengewichtung.
Bis 1918 hatten sogar Leute (in Preussen) mehr Stimmen, die mehr Steuetn zahlten.
Genauso skurril und undemokratisch.

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tobih82 06.04.2019, 11:02
167. So ein Quatsch

Es wird immer absurder. Nur weil das Thema von Demonstrationen einiger Jugendlicher der Journalistin hier in den Kram passt, kommt sofort die Forderung, nach so einem kompletten Blödsinn. Sowas nennt man Instrumentalisiertung der jungen Menschen zur Durchsetzung der eigenen politische Meinung. Ich möchte gerne mal die ehrliche Antwort von Frau Klovert bekommen, ob Sie exakt diesen Artikel geschrieben hätte, wenn die Kinder, anstatt zur Schule zu gehen, zum Beispiel für mehr Nationalstaatlichkeit, billigen Treibstoff, oder ein anderes eher konservatives Thema demonstrieren würden. Ich glaube die Antwort kenne ich bereits.

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luiasogi 06.04.2019, 11:08
168.

Zitat von im_ernst_56
Der Grundschüler dagegen wird zur Wahl gehen, weil die Wahl auch einen Spaßfaktor hat. Und wenn dann eine Partei verspricht die Schulpflicht aufzuheben (man geht nur noch hin, wenn man Lust hat) und sich für freien Eintritt in Erlebnisparks einzusetzen, dann wird die eben gewählt.
Das ist nicht nur bei Grundschülern so.
Auch vielev Erwachsene wählen die Partei, die ihnen das verspricht, was ihnen nützt.
Egal ob es realisierbar ist, oder nicht.
So kommen halt oft Populisten an die Macht. Rechts oder Links.

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mpitt 06.04.2019, 11:29
169. Angesichts solcher Forderungen...

...wähnt man sich in der geschlossenen Abteilung eines Irrenhauses. Aber die sollen ja auch wählen dürfen. Der Kommentator "funkstörung" hat recht. Politiker einer bestimmten Richtung wehren sich gegen die Absenkung des Strafmündigkeitsalters, die Bundesjustizministerin ist gegen die Überwachung der Handys Minderjähriger, fordert aber die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Geht das in irgendeiner Form zusammen?

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