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Wahlrecht ab Geburt: Lasst die Kinder an die Urnen!
Sean Gallup / Getty Images

Kinder und Jugendliche können und wollen sich politisch engagieren, das zeigt sich jede Woche bei "Fridays for Future". Deshalb wäre es richtig, ihnen das Wahlrecht zu geben. Und zwar von Geburt an.

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intercooler61 07.04.2019, 00:48
200.

Worum es den Befürwortern wirklich geht ...
... findet sich in folgendem kleinen Satz irgendwo in der Mitte des Artikels, ganz unschuldig im Konjunktiv: "Es könnten auch Eltern stellvertretend für ihre jüngeren Kinder wählen."

Das liegt nahe, weil man ja ein gewisses Maß an Sprachkompetenz, Vorbildung und durchlebter Erfahrung mit anderen Menschen braucht, um Glaubwürdigkeit und Folgewirkungen politischer Programme wenigstens einigermaßen abschätzen zu können:

Wollte ich meinen Sohn _nicht_ als Stimmenverdoppler für meine eigene Auffassung missbrauchen, müsste ich in seinem Auftrag die Partei wählen, die den Autoführerschein ab 6, "barrierefreie" Cockpits und Preissenkungen für hochkarätige Sportwagen verspricht. Würde den Gretas dieser Welt wohl nicht gefallen, ist meinen Beobachtungen zufolge aber durchaus gängig in seiner Altersgruppe.

Im Klartext: An Stelle der grundgesetzlich garantierten Gleichheit der Wahl fordern Einige hier ein Mehrfachstimmrecht dafür, dass ihnen der Prxxxer geplatzt ist (ich darf das schreiben, bin ja selbst glücklicher Vater).

Wie mit solchen Vorschlägen und ihren UrheberInnen zu verfahren ist, steht in Art. 20 (4)*, für den Fall politischer Parteien in Art. 21 (2) GG.
* Ich bin allerdings zuversichtlich, dass das BVerfG erforderlichenfalls für Abhilfe sorgen wird, und behalte die geballte Faust in der Tasche. Noch.

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hugahuga 07.04.2019, 01:08
201.

Jemandem, der wegen seines Alters kein KFZ fahren, keine Flasche Alkohol erwerben, nicht alle Kinofilme ansehen und auch nicht zur Verteidigung des Landes eingesetzt werden darf, sollte auch nicht per Kreu auf dem Wahlzettel über Wohl und Wehe der Bürger bestimmen dürfen.
Jung waren wir alle einmal - und wir alle haben erfahren, dass mit zunehmendem Alter - in den meisten Fällen - das zunimmt, was es braucht, um "erwachsen" zu sein. Erfahrung und Verständnis für Zusammenhänge.
Dass das bei Kindern und Jugendlichen in der notwendigen Ausprägung noch nicht vorhanden sein kann, ist normal.
Wer dem widerspricht, dem geht es um ganz etwas anderes, nämlich um das Auffüllen der verlorenen Stimmen, die die folge einer verfehlten Politik waren und sind.

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HartmutK 07.04.2019, 06:51
202. neues stimmvieh

das ist mal wieder das allerletzte, wie verzweifelt sind dies politverbrecher mitlerweile ???
sinn der sache ist es doch meiner meinung nach, leicht manipulierbares klientel zu bekommen um den machterhalt zu sichern !!!
siehe FFF, die kinder (u.a. 1. kläßler) haben keine ahnung von klima, physikalischen eigenschaften usw., hinterfragen nicht, aber rennen los.
es ist nur noch ekelhaft was unsere politiker da abliefern.
ich würde mal unseren bürgern raten: "jagt diese unfähigen führungskräfte zum teufel !!! diese flachschüppen sind realitätsverweigerer und beißen sich nur noch bis zum letzten an den goldenen futtertrögen fest, egal ob deutschland dadurch draufgeht. unsere parteien sind von unfähigen karriere-akademikern verseucht in den führungsebenen, jagt die zum teufel und wählt wieder leute aus euren reihen !!! MEHR ARBEITER UND "KLEINE" ANGESETELLTE. vom höhrsaal in den plenarsaal, das ist die seuche die uns in den ruin treibt !!!

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geradsteller 07.04.2019, 08:29
203. Ruuuhog, Leute

Ironie verstehen und 1.April war auch.und nicht gleich mit Schäufelchen dem Anderen auf den Kopf schlagen. Für mehr Marmelade! Zeigen doch die Freitagsdemos, wie manipulierbar die Kleinen sind, man stelle sich vor, das wären rechte Ansätze, der Witzbeitrag bliebe im Halse stecken

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Tom77 07.04.2019, 08:58
204. Ansichten ändern sich

Wenn das, was Kinder und Jugendliche politisch interessiert, Bestand haben würde, dann wären die Grünen in den letzten 20 Jahren die stärkste politische Kraft geworden. Warum sind sie es nicht? Weil Jugendliche, die zu Erwachsenen werden und dann selbst einen Job haben, Geld verdienen und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten müssen sehen, dass viele der Ideen, die sie als Kind und Jugendlicher hatten im echten Leben nur mit extrem großen Einschnitten in Lebensqualität möglich sind und immens viel Geld kosten. Wenn sie dann erst einmal merken, wie teuer das Leben ist (Energie, Miete, Verkehr etc.) rücken die meisten nun Erwachsenen von ihren Maximalforderungen ab, die sie als Kinder hatten. Wenn dem nicht so wäre, dann müssten wir heute lauter junge Erwachsene haben, die in der Politik und in den Unternehmen die Welt verbessen. Das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit ist ja nicht neu. Doch wo sind all diese Weltverbesserer? Es ist eben ein Unterschied zu propagieren, man solle öffentliche Vekehrsmittel nutzen und die Realität, wenn man aufgrund der Mietpreise es sich nicht erlauben kann in der Stadt zu wohnen und ohne eigenes Auto morgens 2 Stunden länger zur Arbeit brauchen würde, wenn man rein auf den ÖPNV setzen würde. Es ist ein Unterschied, als Kind Müllvermeidung zu fordern und später - wenn man zwischen Familie, Arbeit und Privatleben versucht, sein Leben zu meistern - doch auf verpackte Lebensmittel zurückgreift, weil man weder die Zeit findet, alles einzeln und lose zu kaufen, noch die Zeit, alles immer frisch zuzubereiten und erst Recht nicht das Geld hat, bei jedem Einkauf im Bioladen für 5 Produkte 20 Euro zu zahlen. Illusion und Realität gehen eben doch ziemlich auseinander, wenn man älter wird.

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borstigerwolf 07.04.2019, 10:28
205. Was für ein dummer Artikel

Das Wahlalter sollte auch Strafmündigkeit bedeuten. Schon dieses Argument macht jedem klar, wie unsinnig der Artikel ist. Kinder überblicken die Folgen ihres Handelns eben nicht genügend, deswegen sind sie ja auch nicht strafmündig und auch den Führerschein gibt es erst ab 18. Aber Parteien mit infantilen Vorstellungen setzen natürlich auf infantile Wähler, daher diese Forderung.

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rainer-rau 07.04.2019, 10:44
206.

Ich glaube, dass die Jugendlichen, die man in den Medien wahrnimmt, schon wissen, wovon sie reden. Dass sie keine Sofortlösungen liefern können, ist doch wohl klar. Wer ginge denn zum Arzt, wenn er das Problem selbst behandeln könnte. Aber Politik und Wirtschaft müssen zu weltweit wirksamen Maßnahmen - schon längst vorhanden - zum Schutz des Planeten gezwungen werden, und dazu sind die konsumübersättigten älteren Generation nicht fähig oder willens. Eine intelligente mentale Entwicklung der jungen Generation muss dringend gefördert werden, wir haben uns schon genug schuldig gemacht. Faustrecht und Blutrache ist bei uns (weitgehend) abgeschafft, wir haben Raucherschutz und Qualitätsnormen, alles nur ein Frage des guten Willens, des Mutes auf einen bestimmten Konsumverzicht und der Gewohnheit. Aber freiwillig läuft da im großen Stil nix.

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power.piefke 07.04.2019, 10:50
207. @lars1705

"Das ist doch komplett unlogisch. Ein Kind ohne Schulbildung soll einfach so Wählen dürfen" ... aber ein Erwachsener ohne Schulbildung, der darf. Oder ein Erwachsener, der facebook und WhatsApp für zitierfähige Quellen hält....

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ArnoNyhm1984 07.04.2019, 11:29
208. Was für ein Unfug

Wählen soll man dann, wenn man die Auswirkungen seiner Wahl auch in vollem Umfang verstehen kann. In dem Sinne müsste das Wahlrecht übrigens eher hoch- statt heruntergesetzt werden. (Eigentlich bräuchte es sogar eine Art "Führerschein" für's Wählen: Nur, wer nachweist, dass er genügend Sachverstand hat, um überhaupt vernünftig beurteilen zu können, über was er da bestimmt, sollte ein Stimmrecht haben).
Den zunehmenden Infantilismus der Politik werden wir aber sicherlich nicht dadurch Einhalt gebieten, in dem wir auch noch Grundschülern und Krabbelgruppen ein Stimmrecht geben!

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Strafjurist 07.04.2019, 11:46
209. Überfällig

Dies wäre schön demokratietheoretisch überfällig, weil dann die Verzerrung der demokratischen Repräsentanz zuungunsten von Familien endlich ausgeglichen würde. Man kann die beiden Modelle auch verbinden: bis zu einem bestimmten Alter (7 = Alphabetisierung, oder 10 = Übergang in weiterführende Schule, oder spätestens 14 = Eintritt der Strafmündigkeit) können Eltern stellvertretend die Stimme für die Kinder abgeben, danach müssen die Kinder dies selbst tun (oder auch nicht, schließlich besteht keine Wahlpflicht). Es ist geradezu absurd, wenn heute erwachsene Menschen behaupten, Kinder und Jugendliche könnten sich keine Meinung bilden, schon Achtjährige können das genauso gut wie ein ganz erheblicher Teil eben dieser Erwachsenen. Und wenn Kleinkinder stimmen von Eltern verwaltet werden, bekommen deren Interessen ein dem Bevölkerungsanteil entsprechendes Gewicht, so dass die Politik Familien nicht mehr wie weiland Schröder als "Gedöns" abtun kann. Das hat auch nichts mit "gleiche Rechte, gleiche Pflichten" zu tun, es gibt schlicht keinen sachlichen Grund, das Wahlrecht an ein willkürlich gesetztes Mindestalter zu knüpfen. Das sah offenbar auch das BVerfG so, da es praktisch nur mit Tradition argumentiert zu haben scheint, was eigentlich gerade keine rechtliche Kategorie sein sollte. Und selbst eine Stellvertretung bei der Stimmabgabe durch die Eltern ließe sich demokratietheoretisch begründen, ebenso wie bei Demenzkranken oder geistig eingeschränkten Personen, damit deren Interessen, geäußert durch die gesetzlichen Vertreter, repräsentiert bleiben.

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