Forum: Politik
Wahlrecht für Minderjährige: "Auch eine Elfjährige hat eine Meinung"
Plant for the Planet

15 Kinder und Jugendliche wollen die Altersgrenze bei Wahlen abschaffen - und legen Beschwerde am Bundesverfassungsgericht ein. Der 16-jährige Felix Finkbeiner erklärt, warum Parteien mehr für den Nachwuchs tun sollten.

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johnnybach 15.07.2014, 16:40
330. Das ...

Zitat von grauwolf1949
Aber dennoch sollte man Menschen die ihr Leben lang gearbeitet haben "damit es den Kindern mal besser geht" nicht unbedingt erklären, dass sie ein Klotz am Bein der Nation sind.
... habe ich nie gesagt, und das werde ich auch nie sagen.

Im Übrigen sollte man aber auch nicht denjenigen, die heute hart arbeiten, um ihren Lebensstandard zu halten, ständig nur als maulende Faulpelze bezeichnen, wie es einige Foristen (nicht Sie, ich weiß) tun.

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john.do 15.07.2014, 16:40
331. Indoktrination

Zitat von otto_iii
Wenn man so liest scheint er durchaus ausreichend informiert und mündig zu sein um wählen zu können. ...
Das sehe ich anders, z.B. diese hier:

Zitat von
Finkbeiner: Nein, nicht wirklich. Ein Milliardengeschenk an die Rentner, das wir Jungen schultern müssen, spricht wohl mehr die älteren Wähler an.
Vergleichen wir das mal mit dieser Aussage:

http://www.youtube.com/watch?feature...e5cK-6s#t=1946

Zitat: "die größte Rentenkürzung, die es in Deutschland jemals gegeben hat."

aus:
Rentenangst! Der Kampf um die Altersversorgung
Ein Film des Saarländischen Rundfunks SR
von Ingo Blank und Dietrich Krauß

http://www.youtube.com/watch?v=Zqa-e5cK-6s

Zudem vergisst die jüngere Generation gerne auch, dass nicht nur die Schulden, sondern auch das komplette Volksvermögen vererbt wird, das den Wert der Schulden immer noch um ein mehrfaches übersteigt.

Damit hat sich der junge Mann bereits als vom allgemeinen Mainstream indoktriniert geoutet.

Genau deswegen bin ich gegen eine Absenkung des Wahlalters.
Was die älteren Generationen betrifft, so kann sicher nicht allgemein das Wahlrecht abgesprochen werden, evtl. Einführung von Tests zur Mündigkeit hätte ich nichts dagegen.

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SchlandGottes 15.07.2014, 16:42
332. Es versteht

Zitat von grauwolf1949
...zudem betrachteten schon die alten Griechen das Streitgespräch als Mittel der Erkenntnisgewinnung. Natürlich haben Sie in einem Punkt unbestreitbar Recht : Die Politiker, die unser Rentensystem vergeigt haben wurden von den heutigen Rentnern gewählt. Aber dennoch sollte man Menschen die ihr Leben lang gearbeitet haben "damit es den Kindern mal besser geht" nicht unbedingt erklären, dass sie ein Klotz am Bein der Nation sind.
sich doch von selbst, dass diejenigen, die ihr Leben lang gearbeitet haben auch eine gute Rente bekommen sollen. Nur kann es nicht sein, dass man einer Bevölkerungsgruppe, die die höchsten Renten der Geschichte Deutschlands haben, noch Honig um den Bart schmiert auf Kosten derjenigen, die später sowieso keine Rente mehr bekommen werden. Das geht aber nur, wenn man aufhört die Parteien zu wählen, die diesen Status zementieren wollen. Und das sind nicht allzu viele...
Es muss garantiert sein, dass auch zukünftige Generationen noch eine gute Rente erhalten und das sehe ich momentan nicht. Von daher verstehen Sie sicher den Unmut der jüngeren Menschen über dieses Rentenpaket. Es geht um Fairness und nicht darum, den Rentnern keine Rente zu gönnen. Das was Sie für sich fordern, muss auch für alle anderen gelten.

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grauwolf1949 15.07.2014, 16:48
333. Oha

Zitat von Robert_Rostock
... Abgesehen davon: Nicht alle heutigen Rentner haben Deutschland aktiv wieder aufgebaut. Wer dieses Jahr in Rente geht, ist Baujahr 49. Als die ins Arbeitsleben einstiegen, war der größte Teil des Wiederaufbaus bereits vollbracht.
Ist richtig, aber auch diesen Rentnern wurde nichts geschenkt. Vor allen nicht in den neuen Bundesländern, die haben eine "spezielle " Rentenformel.

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maledicto 15.07.2014, 16:48
334.

Zitat von Crom
Nö, 1 Mensch, 1 Stimme. Eltern hätten dann mehrere und das ist falsch. Müssen Sie ihre Kinder eben dazu animieren, wählen zu gehen und wenn die dann anders abstimmen, Pech gehabt.
Ja eben. Damit aber auch Menschen mit einem Alter von 3 Monaten eine Stimme haben, müssen die Eltern für das Kind wählen.

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Bondurant 15.07.2014, 16:48
335.

Zitat von SchlandGottes
Sie meinen diejenigen, bei denen ein Elternteil arbeiten musste um die Familie zu ernähren? Heute sind es zwei und selbst dann reicht es vorne und hinten nicht. .
Es spricht die Ignoranz. Tatsächlich würden viele heute junge die Arbeitsbedingungen der meisten Arbeitnehmer - auch im Büro - etwa des Jahres 1965 als unzumutbar und krankmachend empfinden und nicht aushalten. Allein was da geraucht wurde... Woher nehmen Sie (und andere) eigentlich solche Erkenntnisse? Das ist doch völlig aus der Luft gegriffen oder können Sie das auch irgendwie belegen? Und kommen Sie mir nicht damit, dass heute so oft nach dem Abitur gefragt wird. Das ist heute so verbreitet, dass es weniger "wert" ist als ein Realschulabschluß 1970.

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grauwolf1949 15.07.2014, 16:53
336. Im Grunde sind wir einig

Zitat von johnnybach
... habe ich nie gesagt, und das werde ich auch nie sagen. Im Übrigen sollte man aber auch nicht denjenigen, die heute hart arbeiten, um ihren Lebensstandard zu halten, ständig nur als maulende Faulpelze bezeichnen, wie es einige Foristen (nicht Sie, ich weiß) tun.
Es ist interessant das breite Spektrum der Meinungen zu analysieren, wobei ich wieder zum Thema komme: Wahlberechtigt ab 16 ? Leider kann man bei der Rentendiskussion eben nicht das Alter der Foristen erkennen.
So, bis morgen, das Enkel kommt.

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amerlogk 15.07.2014, 16:54
337.

Jeder der hier das Wort "reif" in Verbindung mit Wahlrecht bringt, zeigt doch, er würde selber sein Wahlrecht verlieren.

Wir haben allgemeine, freie und geheime Wahlen.
Nicht "allgemeine, freie und geheime Wahlen mit Qualifizierungshöhe".

Reif würde für mich heißen,
jeder ließt zur Bundestagswahl alle Wahlprogramme, recherchiert dann in Artikeln ob das alles überhaupt machbar ist. Danach redet er mal mit allen Direktkandidaten in seinem Wahlkreis....
Danach wird ein Test gemacht und wer den nicht besteht, darf nicht wählen, weil ihm die Fähigkeit zur Differenzierung und Folgeneinschätzung fehlt. Ist doch Quatsch!!!!


No Taxation without reprensentation!
Wir bürden unseren Kindern ein ermüdendes Bildungsprogramm auf, um Steuern später zu zahlen. Damit haben sie ein Recht auf das Bildungsprogramm und den Arbeitsmarkt Einfluß zu nehmen.
Was haben wir zu verlieren?
Wähler die manipuliert werden? Na dann bitte mal hundert Dronenangriffe auf die BILD Zeitung. Veggieday war ja wohl eine Wählermanipulation bei der Bundestagswahl.

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goghvin 15.07.2014, 16:58
338. tatsächlich?

Zitat von weltenbumler
Nach allem was ich hier lese (und da rede ich mal nur von den konstruktiven Beiträgen) finde ich persönlich es schwer diese Frage zu beanworten.
tatsächlich? ... erstaunlich !

Natürlich ist es vollkommener Quatsch das Wahlrecht weiter hinabzusetzen, selbst 16 Jahre (Kommunal) ist schwachsinnig.

In unserer Gesellschaftsordnung schränkt man jungen Menschen, wegen fehlender Einschätzmöglichkeiten Aufgrund von Unerfahrenheit und Weitsicht, das Leben ein und versieht sie mit besonderem Schutz.

Man kann daher nicht sagen:
weil Du noch nicht ausreichend entwickelt bist und Dir Lebenserfahrung fehlt, Du daher Dinge nicht erfassen kannst muß ich Dir dies und das verbieten:

z.B. Filmveranstaltungen nur bis 22:00 Uhr - ab 16-18j. bis 24:00, viele Filme verboten, Jugendliche unter 16 dürfen in der Ausbildung keine gefährlichen Tätigkeiten ausführen (z.B. Bedienen von Kränen, Umgang mit Gefahrenstoffen, usw.) über 16 nur unter Aufsicht eines fachk. Erwachsenen, heiraten, keine Ausgabe von Alkohol, kein Rauchen in der Öffentlichkeit, eingeschränkte Geschäftsfähigkeit und Deliktsfähigkeit, usw. usw. usw.

aber zum Wählen der Entscheidungsträger unserer Gesellschaft, dafür bist Du ausreichend entwickelt.
Einerseits gestehe ich Dir bei recht einfachen Dingen zu nicht oder nur eingeschränkt haftbar für Taten zu sein, weil Du ja wegen Deines Alters vieles nicht einschätzen kannst, andererseits aber bist Du mündig genug unsere Gesellschaftsordnung mit zu bestimmen.

Auch die ganze Diskussion von wegen 'ja aber manche Jugendliche ...'

'Manche' Jugendliche werden auch vernünftig genug sein sich nicht kopflos zu betrinken oder könnten bestimmt auch ein 100PS-Motorrad sicher im Straßenverkehr bewegen.
Trotzdem darf man Ihnen kein Alkohol verkaufen und sie erhalten keinen Führerschein für ein starkes Motorrad.
Es gibt da einfach eine Grenze und da muß man eben in unserer Gesellschaftsordnung so lange warten, bis man das Alter erreicht hat - eben weil sich gezeigt hat, daß junge Menschen, in der Masse gesehen, einfach noch nicht reif genug für manche Dinge sind.

Gerade weil unsere Gesellschaft sich ändert - z.B. lange Schulzeit/Ausbildung, müßte das Alter zum Einstieg in das Wahlrecht eher angehoben werden.

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elikey01 15.07.2014, 17:12
339. Gerichtsentsentscheid mit Spannung erwartet

Zitat von Mac_Beth
Richtig, auch elfjährige haben eine Meinung. Für mich stellt sich allerdings viel eher die Frage, wie diese zustandegekommen ist. [...] Fairerweise muss ich allerdings sagen, dass ich mich zu jenen zähle, die es lieber sehen würden, wenn die Altersgrenze für Wahlen angehoben wird und nicht auch noch gesenkt.
Die Altersgrenze für Volljährigkeit und damit auch Wahlberechtigung lag in den 60er Jahren noch bei 21.
Und wenn die Gerichte volljährige Straftäter mit 21 noch nach Jugendstrafrecht beurteilen wg. entsprechend fehlender Reife, dann vermag ich ebenfalls keinerlei Grund od. gar Berechtigung für ein Herabsetzen des Wahlalters erkennen.

Auch die Tatsache, dass sich junge Menschen (die längst wählen dürfen) sich polit. und gesellschaftl. weniger interessieren und einbringen (als bspw. frühere Generationen) spricht gewiss nicht dafür, das Wahlalter noch weiter herabzusetzen.

Der Antrag dieser Jugendlichen scheint mir (neben öffentlichkeitswirksamen Profilierungsbedürfnissen) sehr stark beeinflusst von einer Lobby, die in der Zunahme der älteren Wahlberechtigten eine regelrechte Bedrohung für ihre eigene Existenz und/od.auch eine polit. Bevorzugung der "Alten" zu sehen scheint.
Dafür sprechen auch gewisse "Schlüsselbegriffe" im Interview, wie z.B. u.a. vor allem der der "Generationengerechtigkeit" - ein Begriff, den die (polit., medialen und wirtschaftl.) Gegner der Mütterrente und der Rente mit 63 in auffallend inflationärer Weise als regelrechten Kampfbegriff ein den Diskurs einbrachten.
Was diese sog. "egoistischen Alten" alles für die Jungen ein Leben lang aufbrachten, u.a. z.B. um ihnen eine "besseres" Leben zu ermöglichen, als es die Nachkriegsgeneration selbst noch erlebte, wird in dieser "Alt gg. Jung"-Ausspielung geflissentlich unterschlagen.

So braucht man sich nur die Kommentare der Gegner vorgenannter Gesetze anzuhören um zu wissen, woher diese Strömungen kommen und was sie bezwecken sollen.
Letztendlich lassen sich diese klagenden Jugendlichen h.E. auch nur instrumentalisieren, denn wie könnte man generell und allgemein in so jugendlichem Alter z.B. nachhaltig polit. wirksame Entscheidungen aus eigener Wahl-Überlegung treffen können, die der Mehrheits-Gesellschaft/der Demokratie nützlich sind?

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