Forum: Politik
Wahlverhalten: Das Trump-Petry-Faszinosum
DPA

Linke machen für den Erfolg von Donald Trump oder Frauke Petry gern die soziale Ungleichheit verantwortlich. Dabei gibt es für viele Leute einen ganz anderen Grund, Rechtspopulisten zu wählen.

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ogg00 21.11.2016, 14:41
1. korrekt

Alles richtig, aber auch wirklich sehr einfach zu sehen, wenn man nicht gerade Parteifunktionär ist.

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comeback0815 21.11.2016, 14:42
2.

Schade, dass Fleischhauer in seinem durchaus guten Beitrag unterschlägt, dass natürlich auch deshalb nicht nur die "Abgehängten" Trump gewählt haben, sondern auch Menschen aus der Mittelschicht, weil Trump eben nicht für Veränderung, sondern für Kontinuität steht.

Der Mitt-40iger möchte sich deshalb um die Zukunft noch keine Sorgen machen, weil die Zukunft gern auch in 25 Jahren erst anfangen kann. Dann ist er durch mit dem bewussten Leben, geniest den Ruhestand (über oder auch schon unter der Erde) und muss nur noch ein paar Jährchen durchhalten.

Da stören so Dinge wie Energiewende, Digitalisierung oder Einwanderung natürlich ganz gewaltig. Also lieber noch damit warten.
Und gerade in Deutschland spielen diese Themen eine weitaus größere Rolle, als die sogenannte soziale Gerechtigkeit.

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Ultras 21.11.2016, 14:44
3. Toll!

Ein echter Fleischhauer. Prägnant, bissig und so viel näher an der Erkenntnis als die Kollegen, die von Dienstag bis Sonntag alles, was nicht ihrem idealisierten Weltbild entspricht, mit Häme überziehen und als dumm und gefährlich brandmarken. Fleischhauer ist die letzte Bastion der Vernunft beim Spiegel und bleibt uns auch hoffentlich noch lange erhalten. Übrigens: Die Idee mit dem Redeverbot für Frau Schwesig könnte verhindern, dass die SPD nächsten Herbst von der AfD überholt wird.

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jjcamera 21.11.2016, 14:45
4. Pharisäer

Das Gerede von der "Ungleichheit" und von "Umverteilung" kam in Deutschland erst nach der Wende auf. Es gab plötzlich in Gesamtdeutschland ca. 16 Millionen Menschen, die eine gründlich antikapitalistische und antiimperialistische Erziehung genossen hatten. Da waren die obigen Begriffe Teil des Lehrprogramms. Einige von den damaligen Strebern sitzen jetzt im Bundestag.

Ich denke ebenso wie Sie, Herr Fleischhauer, dass Politiker nicht dazu da sind, der Bevölkerung Anstand und Moral beizubringen und entsetzt den Kopf zu schütteln, wenn jemand scherzhaft Chinesen als Schlitzaugen bezeichnet, anstatt zu lachen. Das ist Pharisäertum in Reinkultur.

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bstendig 21.11.2016, 14:49
5. Tja Herr Fleischhauer,

Sie schreiben und fragen: Alles, was die Umverteilungstheoretiker empfehlen, haben sie bei SPD, Grünen und Linkspartei längst im Programm: Mehr Hartz IV, mehr Arbeitslosengeld, mehr Rente, und kostenlose Kinderbetreuung obendrein. Dennoch laufen die Leute zu den Rechten über.

Die Gründe dafür?
Eigentlich müsste Ihr Satz so lauten: Alles, was die Umverteilungstheoretiker empfehlen, haben sie bei del Sozial, Öko-und Linkspopulisten längst im Programm.

Da diese aber seit gefühlt 3 Jahrzehnten nur Populismus betreiben, probieren es die Menschen eben mal mit den Rechtspopulisten.

Ob das Sinn macht? Das interessie4rt leider momentan nicht. Hauptsache mal ausprobiert.

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phrasensport 21.11.2016, 14:49
6. Viel zu weit gedacht!

Wenn du nichts von Politik verstehst, aber gut reden kannst, musst du den Menschen nur klar machen, dass es ihnen noch nie so schlecht geht. Du musst aus den kleinen Alltagsproblemen riesige Krisen machen und erklären, dass die Politik die Menschen damit im Stich lässt - aber du das ändern wirst. Zack - schon hast du alle Deppen auf deiner Seite! In unserem Fall eben die AfDeppen. Es klingt so erschreckend einfach, aber das ist es leider auch. Wenn wir die AfD vernichten wollen, müssen wir aufhören über Flüchtlinge zu reden und anfangen über Politik zu reden - dann können wir uns alle zurücklehnen und dabei zusegen, wie sie sich selbst zerlegen. Die AfD hat Deutschland nichts zu bieten!

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u.b.leser 21.11.2016, 14:49
7. Schön formuliert!

„im indignierten Ton der Internatsleiterin, die vor jeder Mahlzeit kontrolliert, ob auch alle saubere Fingernägel haben.“ Ja, das bringt es herrlich auf den Punkt, diese ganze miesepetrige, übellaunige Rumerzieherei am „dummen Volk“.

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syracusa 21.11.2016, 14:49
8. Ungleichheit führt zu Revolten

Zitat Fleischhauer: "Mit der Ungleichheit ist es wie mit den Ausländern. Niemand weiß, wo die Grenze der Belastbarkeit liegt".

Doch, Herr Fleischhauer, das weiß man recht gut. Der Gini-Koeffizient misst die Ungleichheit. Bei einem Wert von 0 haben alle exakt gleich viel, bei einem Wert von 1 besitzt einer alles und alle anderen nichts. Staaten mit hochentwickelten Sozialsystemen wie z.B. Dänemark haben einen Wert zwischen 0,2 und 0,25. Deutschland liegt aktuell bei ca 0,3 (hat sich aber in den letzten 15 Jahren rasant von 0,25 verschlechtert), Frankreich bei 0,32, Großbritannien bei 0,36, die USA bei 0,4. Entwicklungsländer haben oft Werte von deutlich über 0,5.

Ab einem Wert von 0,4 soll laut Soziologen die Gefahr sozialer Unruhen und Aufstände sprunghaft ansteigen. Das ist auch empirisch beobachtbar. Aufstände gibt es mit um so höherer Wahrscheinlichkeit, je höher der Gini-Koeffizient ist. In den USA reicht ja schon ein Stromausfall in einer großen Stadt, um dort Chaos und Plünderungen auszulösen.

Man weiß also recht gut, wo die Grenze der Belastbarkeit bzgl sozialer Ungleichheit liegt.

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sven2016 21.11.2016, 14:49
9.

Wow, was für ein kruder und oberflächlicher Parcours über ein fiktives Gelände von simplem Sozialstaat, billigen Linken und wohlüberlegter Rechtslastigkeit von Populisten.

Das lässt sich mangels Masse kaum kommentieren.

P.S. Wie liest man in der US-Presse: Alte weiße Männer sind die Basis von Trump.

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