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Wahlverliererin May: Verwählt
REUTERS

Sie ist die große Verliererin und will trotzdem Premierministerin bleiben: Theresa May geht nach der Wahl in Großbritannien extrem geschwächt in die Brexit-Verhandlungen. Was hat sie falsch gemacht?

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rambazamba1968 09.06.2017, 13:47
1. Sicherheit

es ist schon interessant, dass hier im Artikel nicht mit einem Wort das Thema Sicherheit erwähnt wurde. Wenn Sie in einem Punkt grandios schlecht war, dann beim Thema Sicherheit. Den anderen Parteien wird das Thema Sicherheit immer mit Inkompetenz vorgeworfen. Und den Konservativen nicht? Sie hat doch kein langfristiges Konzept gegen Terrorismus im eigenen Land. Menschenrechte einschränken. Die hat wohl nicht mehr alle Latten auf dem Zaun.

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soratenia 09.06.2017, 13:48
2. Das ging aber ratz-fatz,

von "strong and stable" zu "no surrender". Jetzt hat sie hoffentlich bald viel Zeit für Spaziergänge durch Kornfelder, nach eigenen Worten sehr abenteuerlich für sie.

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Cluedo 09.06.2017, 13:54
3. May ist der Prototyp des Wendehalses ....

.... der für nichts wirklich steht und nur Phrasen und Slogans bietet. Wer vor zwei Jahren noch - wenn auch damals schon windelweich - für einen Verbleib von GB in der EU stand und plötzlich die Verkörperung des "harten Brexit" mimt, der kann nicht wirklich glauben, dass die Wähler das nicht durchschauen als das, was es ist - reine Wahltaktik. Eigentlich ging es weder Cameron mit dem vollkommen unnötig angesetzten Referendum noch May mit der unnötig früh angesetzten Neuwahl um das Land und die Menschen, sondern beiden ging es letztlich um Machtpositionen innerhalb der sogenannten "Führung" der Konservativen. Innerhalb dieser elitären Gruppe ist man es gewohnt, Machtpositionen und Posten zu verteilen. May ist bis zu Camerons Selbstdemontage nur ein ziemlich blasses Kabinettsmitglied gewesen, und nach dieser Wahl ist es mit der politischen Gesichtsfarbe sicherlich nicht besser bestellt. Die eigenen "Parteifreunde" werden dafür sorgen, dass sie in der nächsten Zeit wenig bewegen kann. Es zeigt sich immer wieder - die Brexiteers haben für GB nur eines zu bieten - Rückschritt und Schwäche. De "harten" Brexit wird es schon deswegen nicht geben; es wird sich auch 2019 nichts Substantielles ändern.

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kahabe 09.06.2017, 13:56
4. Jetzt heißt es Daumen drücken!

Das es in den nächsten zwei Jahren, wenn die britische Kündigung rechtswirsam wird, zu keinem Ausstiegsvertragsabschluß mit der EU kommt. Wie man sieht, tun die Engländer alles dafür, dass es so kommt. Ich verstehe meinen geborenen politischen Gegner Charles de Gaulle mehr und mehr.!

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der-junge-scharwenka 09.06.2017, 13:58
5. Rückkehr der Vernunft

Die Times kommentierte den Wahlausgang als "Rache der Remainers". Da ist wohl einiges dran. Ja, formal war es eine Parlamentswahl, bei der ein ganzes Bündel an Themen eine Rolle spielten. Das wirklich entscheidende Thema dürfte allerdings der Brexit gewesen sein. Das ist auch verständlich, denn er und seine Modalitäten gestalten die Zukunft der Inseln mehr und nachhaltiger als alle anderen Themen. Hierzu hatte Frau May zwar keine durchdachte, wohl aber eine klare und markig positionierte Haltung. Es sieht so aus, als sei die moderne, offene Jugend Großbritanniens, die sich im letzten Jahr noch von den Alten und von der Landbevölkerung hatte übertölpeln lassen, nun endlich aufgewacht: Theresa Mays harter Brexit schreckte sie ab. Offenbar waren die Remainers nicht gewillt, ihr Land in eine Katastrophe schlittern zu lassen. Letztlich stand auch Donald Trump auf dem Wahlzettel. Ein Großteil der Bevölkerung hat offenbar Angst davor bekommen, dass sich die Insel vollständig Trumps Amerika ausliefern würde (Was bliebe UK im Falle eines harten Brexit auch anderes übrig?) Man kann das, wenn man will, als ein Zeichen für die Rückkehr der Vernunft werten. Und das macht doch Mut.

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5mark 09.06.2017, 13:58
6. Warum hört keiner auf Mark Twain

Ich weiß ich zitiere jetzt einen schlauen Menschen, weil mit zu dem Thema selbst nichts besseres einfällt. Aber an dieser Stelle braucht man das Rad tatsächlich nicht neu zu erfinden.
Mark Twain hat neben unterhaltsamer Literatur auch viele schlaue Sätze gesagt. Einer davon soll dieser hier gewesen sein (ich übersetze mal ein wenig holprig)
"Du kommst nicht in Schwierigkeiten durch das, was du nicht weißt, sondern durch das, von dem du felsenfest überzeugt bist, sich aber als falsch herausstellst."
(It ain't what you know that gets you into trouble. It's what you know for sure that just ain't so.)

Immer wenn man einen großen Verlust riskiert, weil man glaubt nicht verlieren zu können, sollte man die Faktenlage doppelt und dreifach überprüfen. Meine Erfahrung zeigt, dass man in solchen Situationen dazu neigt nur auf die Gewinnmaximierung zu achten und in Erwartung des Triumphs sich die Fakten noch schöner zu reden als man sie ohnehin schon einschätzt.
Das ist dann meist der Moment kurz vorm Aufprall

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oceang 09.06.2017, 14:02
7. Nichts als Nebelkerzen

Die Briten wollten und wollen nicht wirklich den Brexit. Auch und gerade die wirtschaftsnahen Torries nicht. Das Problem ist nur, wie sie aus der Nummer wieder rauskommen, ohne das Gesicht zu verlieren. Bisher sah denn auch alles nach Verschleppung aus. Antrag bei der EU erst nach langer Pause, wenn die Wogen sich geglättet haben. Überzogene Forderungen, um vernüftige Verhandlungen zu verschleppen und die Latte so hoch zu legen, dass man erst recht den Rückhalt der Bevölkerung verliert, das dan kombiniert mit Neuwahlen.. Dahinter steckt nicht Dummheit oder Verspekulieren , sondern Kalkül. Mal sehen , was als nächstes kommt , um den Brexit zu verhindern oder zumindest soweit aufzuweichen, dass er nur formal existiert. Natürlich immer mit dem gegenteiligen Argument innitiert.

Das ist derart durchsichtig, dass es schon weh tut.

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Schlachtkreuzer 09.06.2017, 14:08
8. Leute was wollt ihr uns hier weiß machen?

Wie geschwächt ist eigentlich die CDU, die die Sozis anlog Labour schon lange zum regieren braucht?
Was sind Mehrheiten? Etwa dieser Haufen Kleinpartien zusammen mit Labour, jenseits der Tories? Leute, was wollt ihr uns hier weiß machen?

Die CDU hat schon seit über 10 Jahren keine absolute Mehrheit mehr, hatte sie kaum.
Und überall sonst wo wir koaliert. Na und? Dann wird May das jetzt eben mit den prot. Iren tun.

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w.diverso 09.06.2017, 14:10
9. Auch Großbritannien

hat ein Problem mit Politkern. Ist doch schön, dass die davon nicht ausgenommen sind. Ein Herr Cameron der sich verzockt. Ein Boris Johnson den niemand noch so richtig ernst nimmt, und ein Farage der nur mehr eine Lachnummer ist und im EU-Parlament nur Kosten verursacht. Dann bekommen halt auch Politiker aus der zweiten Reihe wie Frau May eine Chance. Dass die dann nicht besonders viel daraus macht, darf dann nicht wundern. Die starke Haltung gegenüber den Verhandlern in der EU wird sie sich auch abschminken können. Gut für die EU, schlecht für GB. Das wird Großbritannien leider noch ein paar Prozentpunkte beim Wachstum kosten. Aber die Wähler haben es ja so gewollt!

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