Forum: Politik
War die Tötung Bin Ladens moralisch gerechtfertigt?

Nach dem Einsatz der US-Einheit gegen Osama Bin Laden mehren sich kritische Stimmen zur Vorgehensweise, aber auch zu der Art der Zustimmung, die diese Handlungsweise erfahren hat. War diese Form der Tötung moralisch gerechtfertigt?

Seite 2 von 172
K-Mann 04.05.2011, 09:29
10. So nicht!

Zitat von sysop
Nach dem Einsatz der US-Einheit gegen Osama Bin Laden mehren sich kritische Stimmen zur Vorgehensweise, aber auch zu der Art der Zustimmung, die diese Handlungsweise erfahren hat. War diese Form der Tötung moralisch gerechtfertigt?
Auge um Auge, Zahn um Zahn - das war das alte Testament.
Wer sich aber Christ nennen möchte, sollte das neue Testament nicht ganz verschlafen haben. War da nicht mal was mit der Bergpredigt?
In den US of A sind allerdings viele alttestamentarisch angehauchte - soll ich Sekten sagen? - unterwegs, die die Botschaft Christi offenbar nicht begriffen haben. Schade. Aber für mich und für den Rest der Welt kann das kein Vorbild sein. Leider scheinen unsere Zeiten immer mehr zu verrohen, und ich möchte mir nicht ausmalen, wohin das führen wird.

Beitrag melden
KaraMer 04.05.2011, 09:49
11.

Ja, aber ohne Prozess bringt sie nicht viel. Ein Prozess hätte gezeigt, dass USA ein demokratischer Rechtsstaat sind. So sind im Zusammenhang mit Guantanamo, Irak, Afghanistan, Wikileaks in den letzten 10 Jahren sehr viele Zweifel daran aufgekommen. Die USA haben Testosteron gezeigt und das Fehlen von sozialer nachhaltiger Intelligenz.

Beitrag melden
ewspapst 04.05.2011, 09:51
12. Änderung der Geschichtsbücher

Zitat von ray4901
über die "Art" einer Tötung kann man immer streiten. Dass der selbsternannte Chief aller Terroristen weg ist, ist aber jedenfalls ein Segen.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind Sie nicht gegen die "Tötung" sondern würden nur über die "Art" der Tötung streiten.
Nach diesen Ansichten hat jeder, der die Macht hat, auch das Recht, oder nimmt es sich, unter dem Beifall der Willigen Menschen ohne Gerichtsverfahren zu töten, oder darf man auch zu morden sagen, denn es sind ja immerhin Mächtige, die das machen.

Wenn das so ist, solten wir uns doch noch einmal die Bewertung unserer früheren Herrscher zu Gemüte führen.

Beitrag melden
thepunisher75 04.05.2011, 09:55
13. "Eve for an eye !"

Zitat von sysop
Nach dem Einsatz der US-Einheit gegen Osama Bin Laden mehren sich kritische Stimmen zur Vorgehensweise, aber auch zu der Art der Zustimmung, die diese Handlungsweise erfahren hat. War diese Form der Tötung moralisch gerechtfertigt?
Mal anders gefragt: Ist töten moralisch gerechtfertigt ? Für einen Zivilisten und nach unseren Menschenrechten nicht, aber für einen Soldaten ist es gerechtfertigt solange er selbst in Gefahr schwebt. Ich denke auch was die Menschen eher empört ist, das man es als vorsätzliche Tötung sieht eines Menschen, der eigentlich nach Deutschem Recht erst mal vor Gericht hätte kommen müssen.Was mir gerade auffällt ist das kein Deutscher empört war als Saddam Hussain erhängt wurde, kurz nachdem ihn US Soldaten 2003 aus seinem Loch geholt hatten. Und zwar von seinen eigenen Leuten.

Sind wir jetzt empört weil es diesmal Westliche Soldaten sind, die den Schuß abgegeben haben ?

Beitrag melden
bullermann 04.05.2011, 09:58
14. Ein Blick über den Teich

Ein Blick in die Komentare USamerikanischer Blätter zeigt es doch ganz deutlich. Recht und Moral werden nur bei nakich im Garten spielenden Kindern ausgegraben, dann aber Gnade Dir Gott. Die "Ami´s" sind hier eben pretty basic unterwegs, was uns mehr Angst machen sollte als ein alter bärtiger Mann in der pakistanischen Provinz, der sich verdammt lange nicht mehr zu Wort gemeldet hatte.

Saudi-Arabien wird recht schnell einen neuen "Führer" ins Rennen schicken, um die USA auf Trab zu halten und deren Ansehen in der arabischen Welt weiter zu schädigen. Und ganz leise steigen die Beteiligungen der Saudis in den USA in einen kritischen Bereich. Kritisch für die USA, die, wenn das so weitergeht, irgendwann ihre Souveränität verlieren werden. Da kommt so ein Killing Act, ähm sorry Patriot Act natürlich doch ganz recht um mal wieder ein wenig Stars & Stripes unters Volk zu mengen. Public Relations auf höchstem Niveau? Da darf doch die Frage nach Moral und Rechtstaatlichkeit nicht gestellt werden. Oder sprechen wir hier alle von Rechtsstaatlichkeit? Spannend finde ich wieder, was die Medien so verbreiten. Es gab in 2 Tagen ja bereits die abenteuerlichsten Geschichten die von zweifelhaften, nicht zu nennenden Informanten zugepielt wurden. Die saugen sich das doch aus den Fiingern! Was soll diese dumme, schlechte und verwirrende "journalistische" Arbeit denn bewirken? Genau das Gegenteil was gute journalistische Arbeit eben liefert - Information! Und so wird im Gemenge aus "hat sich gewehrt", "hat geschossen", "war unbewaffnet" die Frage nach Moral der Tat, ad absurdum geführt.

Beitrag melden
diwoccs 04.05.2011, 10:03
15. Friedensbringer

Zitat von dachristoph
...einen unbewaffneten in den Kopf zu schiessen, mit Waffen die seinen halben Kopf wegsprengen, von Elitesoldaten, die so hart trainiert werden, daß sie nur wenige Jahre in so einem Eliteteam verbleiben können..... mir vollkommen egal, inwiefern sich ein unbewaffneter Mann gegen seine Gefangennahme wehrt. Die Tötung war ein Racheakt und Selbstjustiz hat immer einen bitteren Beigeschmack. Für mich steht völlig ausser Frage, daß es zum Tod von Osama bin Laden nur kam, weil die Soldaten angewiesen wurden, ihn bei dem geringsten Widerstand zu töten. Die Verantwortung trägt der amerikanische Präsident, der sich seine Wiederwahl damit gesichert hat. "Justice has been done"? Eine Gefangennahme und ein Prozeß hätten den Angehörigen von 9/11-Opfern besser getan. Die Schwierigkeiten dabei sind natürlich so einen Prozeß erstmal zu führen und die Reaktionen, die so ein Prozeß vermutlich ausgelöst hätte, zu ertragen. Die USA wählte den leichten Weg. Hat das irgendwas mit Moral zu tun? Eher mit Bequemlichkeit.....
Obama hat sich verkalkuliert: er hat Bin Laden zu früh umbringen lassen. Bis zu Wahl haben die Amerikaner das wieder vergessen .Aber dann kommt es noch schlimmer:Sarah Palin . Dagegen ist Obama ja nun wirklich ein Friedensbringer.
Recht ? Seit wann kümmert sich die USA um internationales Recht ? Noch nie. Aber der US Bevölkerung ist die Show entgangen: die Hinrichtung Bin Ladens mit einer Giftspritze vor den Kameras aller US Sender - getreu US REchtsempfinden als Reality Show.

Was ist das für ein Land und wie krank müssen diese Menschen sein ?

Beitrag melden
skruffi 04.05.2011, 11:16
16. Friedensfürst Obama

Zitat von diwoccs
Obama hat sich verkalkuliert: er hat Bin Laden zu früh umbringen lassen. Bis zu Wahl haben die Amerikaner das wieder vergessen .Aber dann kommt es noch schlimmer:Sarah Palin . Dagegen ist Obama ja nun wirklich ein Friedensbringer. Recht ? Seit wann kümmert sich die USA um internationales Recht ? Noch nie. Aber der US Bevölkerung ist die Show entgangen: die Hinrichtung Bin Ladens mit einer Giftspritze vor den Kameras aller US Sender - getreu US REchtsempfinden als Reality Show. Was ist das für ein Land und wie krank müssen diese Menschen sein ?
Obama hat den Friedensnobelpreis erhalten. Ich weis bis
heute nicht wofür. Jedenfalls seine VErsprechungen
hat er nicht eingehalten. So wollte er den Bush-Status
der Terroristen, die weder Kombatanten noch Kriminelle
sind und damit außerhalb jeglichen Rechts stehen, wieder
auf rechtsstaatliche Füße stellen ebenso wie die Schließung
von Guantanamo und anderes. Nichts passiert.
Amerika hat schon längst sein moralischen Ansprüche in der
Welt verloren:
Beispiele gefällig?
Etwa:

1953 Operation "Ajax" Sturz Mossadeghs im Iran

1954 "PCSuccess" Sturz Arbenz in Guatemala

1961 Invasion in der Schweinebucht, Kuba

1983 Operation "Urgent Fury" Invasion auf Grenada
Verurtl. durch UN scheitert am Veto USA

1982 - 1986 Nicaragua (Iran-Contra-Affäre, Verurt. der
USA durch den IGH u. UN-Res. zum Schadens-
ersatz von 2,4 Mrd Dollar, USA lehnt bis
heute ab
1989 Operation "Just Cause" Invasion Panama

2003 Krieg gegen Irak ohne UN-Mandat und auf Lügen gebaut

Bestimmt habe ich noch einige vergessen.
Daneben wurden aus geostrategischen Gründen viele Despoten wie Mubarak und Saudi-Arabien (WTC-Attentäter, Unterstützer Taliban, des Terrors), Pakistan, Usbekistan u.v.m.) von den USA massiv unterstützt. Wie soll da Vertrauen bei den Menschen entstehen?

Beitrag melden
mrempf 04.05.2011, 11:54
17. Nein

Hinrichtung ohne Gerichtsurteil sind die Maßnahmen von Diktatoren, the Land of the free, welches sich als Vorreiter von Freiheit und Demokratie versteht hätte dies weit besser handhaben können.

Milosevich, Eichmann und andere wurden lebendig gefasst und verurteilt. Das Land der Freiheit jedoch bringt das nicht fertig.

Hatte er, BL, den Tod verdient, wahrscheinlich schon, ohne Urteil und unter fragwürdigen Umständen hinterlät die Sache jedoch einen sehr schalen Beigeschmack.
Amerika verliert seine Glaubwürdigkeit als "Verteidiger" der Freiheit endgültig.
Rechtfertigt der Zweck die Mittel sind Recht und Gesetz unnötig.

Beitrag melden
mundi 04.05.2011, 11:57
18. Sind wir wirklich besser?

Zitat von KaraMer
Ja, aber ohne Prozess bringt sie nicht viel. Ein Prozess hätte gezeigt, dass USA ein demokratischer Rechtsstaat sind. So sind im Zusammenhang mit Guantanamo, Irak, Afghanistan, Wikileaks in den letzten 10 Jahren sehr viele Zweifel daran aufgekommen. Die USA haben Testosteron gezeigt und das Fehlen von sozialer nachhaltiger Intelligenz.
Wir geben ja bei jeder Gelegenheit, besonders bei einer Diskussion über dem Islam zu Besten, dass wir die Besseren sind. Wir haben einen Rechtsstaat, eine unabhängige Justiz und gewähren auch einem Verbrecher Gerechtigkeit und die Achtung seiner Menschenwürde.
Daher die Trauer über diesen Vorfall, der die Frage aufwirft: Sind wir wirklich besser?

Beitrag melden
Chrischan74 04.05.2011, 12:40
19. Geil

Echt schön, wie hier mit Begriffen wie "Moral", "firedliches Zusammenleben" usw. "argumentiert" wird.

Ob Osama sich ähnliche Fragen gestellt hat, als er seinen Glaubenbrüdern den Befehl gegeben hat, ca. 3.000 Menschen zu pulverisieren? Ich glaube nicht.

Traurig, daß die Vergrünung der Republik schon so weit voran geschritten ist, daß Diejenigen, die sich anmaßen über Moral zu reden, ihre vorgeschobenen Motive nicht moralisch hinterfragen.

Beitrag melden
Seite 2 von 172
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!