Forum: Politik
Was muss Europa aus der Euro-Krise lernen?

Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?

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Fritz Katzfuß 15.05.2010, 17:07
1. Das wichtigste scheint mir,

eine eigene staatlich kontrollierte Ratingagentur aufzubauen. Die würde den privaten an Glaubwürdigkeit vermutlich bald das Wasser abgraben, wenn sagen wir, die Schweizer oder die Schweden sie leiten. Berlusconi dürfte da nix zu sagen haben, das ist kalr.

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-Philipp- 15.05.2010, 17:14
2. (kern)kompetenzen

Zitat von sysop
Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?

nein. das gegenteil ist der fall. die eu muß sich wieder auf ihre kernkompetenzen besinnen. und nicht zu einem
undekmokratischen monstrum werden.

die konsequenzen einer solchen katastrophalen entwicklung werden sichtbar. Der Euro wird zur europäischen Weichwährung. Es genügte nicht, Griechenland mit einem 110-Milliarden-Euro-Paket unter die Arme zu greifen. Die EU-Regierungschefs legten die skurril anmutende Summe von 750 Milliarden Euro nach, um einen «Rettungsschirm» über den wankenden Euro-Ländern aufzuspannen. Die Grösse des Betrags macht das Ausmass der Verzweiflung deutlich. Wer so viel Geld in die Hand nimmt, um eine Währung zu stützen, zWeder noch. Der Euro war von Anfang an eine ökonomische Fehlleistung.
Die Finanzmärkte legen jetzt nur etwas unsentimental offen, was an diesem Konstrukt schon im Kern falsch angelegt war: Es kann keine vernünftige gemeinsame Währungspolitik für so unterschiedliche Volkswirtschaften geben wie das Kleinstfürstentum Luxemburg, den Industriegiganten Deutschland und Larifari-Staaten wie Portugal oder Griechenland. Der Euro ist ein politisches Projekt – und dieses Projekt ist gescheitert. Was jetzt abläuft, sind lebenserhaltende Massnahmen für eine klinisch tote Währung.

Gut möglich, dass sich diese Rettungsübungen gegen jene richten werden, die nun als barmherzige Samariter auftreten: Deutschland stemmt mit 22,4 Milliarden Euro den Löwenanteil der Kredite für Griechenland. Dabei ist der Staat selber mit über 1,7 Billionen Euro verschuldet.

Gleichzeitig füttert Berlin die EU jährlich mit immensen Nettozahlungen: 2008 waren es 8,8 Milliarden Euro. Davon flossen, Ironie der Mutwilligkeit, 6,3 Milliarden nach Athen. Ein schöner Zustupf: Auf einen griechischen Vier-Personen-Haushalt gerechnet, sind das rund 2200 Euro Subventionen.
es ist ja nur unser geld .. ;-).

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marant 15.05.2010, 17:18
3.

Zitat von sysop
Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?
Das was seit Jahren gefordert wird !!! endlich mal die Finanzmärkte an die Leine zu nehmen ! denn die Finanzjongleure haben schon längst die Oberhand gewonnen - mit freundlicher Unterstützung der Politik.

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harrold 15.05.2010, 17:31
4. Passt

Zitat von sysop
Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?
Gern. Und genau das wäre die Rolle Deutschlands, so wie es die Rolle Frankreichs war, hauptsächlich zu dem 750-Mrd-Paket beizutragen (95% der Vorschläge kamen aus Frankreich).
Wirtschaft ist im deutsch-französischem Tandem traditionell die Domäne der Deutschen, hier würden also die Deutschen zu 95 % (hoffentlich keine Arbeitgeberlobbyfaschisten) beitragen.

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marvinw 15.05.2010, 17:33
5. Ja

Zitat von sysop
Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?
Die Einigung ja, aber in der Richtung der Enteignung der Banken, Regulierung der Finanzmärkte und Bekämpfung der Spekulanten.

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Volker Gretz 15.05.2010, 17:33
6.

Zitat von sysop
Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?
So weit der Plan.
Stufe 1. Wirtschaft greift Deutschland an - Deutschland senkt Löhne, baut Sozialsysteme ab, schleift Kommunen, Infrastruktur und Bildung , verkauft Eigentum,

Stufe 2 Gemeinschaftswährung, die zu sicheren Verteilungskonflikten wird durch Wirtschaft eingeführt

Stufe 3. Resteuropa wird nach Ausbruch des Konflikts gezwungen, beim deutschen Rattenrennen mitzumachen, und Löhne und Sozialsysteme zu kürzen.

Stufe 4. Betriebswirtschftlicher Gewinn lässt sich nicht weiter maximieren

Stfuf 5. ?

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danduin 15.05.2010, 17:39
7. Ja und Nein

Ja und Nein. Die Staaten müssen schon eine gewisse Unabhängigkeit behalten, genau dass macht Europa aus. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad, vorallem wenn die Staatsschulden überhand nehmen. Es kann nicht sein, dass Deutschland jetzt für andere Länder sparen muß.
Wenn die Staatsschulden eine gewisse Höhe annehmen, dann muß Souveränität abgegeben werden, da dass Land von sich aus die Probleme nicht mehr in den Begriff bekommt.

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Rainer Helmbrecht 15.05.2010, 17:41
8.

Zitat von sysop
Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?
Nicht Europa muss etwas lernen, sondern der/die Wähler. Sie müssen lernen, dass die zur Wahl stehen Abgeordneten und Regierungen unfähig sind zu einer Lösung bei zu tragen.

Sie sind deshalb unfähig, weil ALLE Parteien durch chronischen Geldmangel auf Einflüsterungen der Banker hören. Bis heute gibt es keine Gesetze, die diese Spekulationen behindern würden.

Diese Verhalten der Staatsgewalt kann man als Selbstkastration betrachten. Von allen Verantwortlichen der Bankenpleiten wurde bisher noch niemand verurteilt. Wenn überhaupt, wurden lächerliche Bewährungsstrafen ausgesprochen.

Mutti hat uns ja schon auf Einschnitte in unserem Lebensstil eingeschworen, wobei mich persönlich beruhigt, dass wenigstens die Diäten erhöht werden. Gefühl und Verantwortungslos, weiter nichts. Hohle Reden sind das Einzige, was uns Mutti auf den Weg geben kann, ach ja, der Koch greift noch in die Kasse von Bildung und Hartz 4ern. Wir sind gerettet, na ja, vielleicht muss man noch das Kindergeld streichen.

Das ist aber nicht so schlimm, weil der Wähler sich sowieso nichts merken kann.

MfG. Rainer

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Hightower_2002 15.05.2010, 17:42
9. War doch abzusehen...

Zitat von sysop
Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?
Die Schuldenkrise Griechenlands war doch schon bereits bei der Aufnahme in die Euro-Zone abzusehen. Wie bei Griechenland hat man auch bei der Aufnahme von Ländern wie beispielsweise Zypern, Malta und Montenegro in die Eurozone den politischen Aspekten des Beitritts den Vorzug gegeben und die Stabilitätskriterien von Maastricht außer Acht gelassen.

Eine Einigung Europas bringt hier gar nichts, solange man die Finanzdaten der Krisenländer außer Acht läßt. Der Maastrichtvertrag ist mittlerweile so aufgeweicht, dass mittlerweile jede Bananenrepublik Mitglied der Eurozone werden könnte. Mein Rat wäre, die politische von der wirtschaftlichen Union Europas strikt zu trennen und nur die Länder in der Eurozone zu belassen, die den Kriterien entsprechen. Es glaubt doch wohl keiner, dass Griechenland mit der schwachen Wirtschaft jemals in der Lage sein wird, die Schulden zurückzuzahlen. Es werden weitere finanzschwache Länder folgen und auch denen werden wir helfen, obwohl es vertraglich seinerzeit bewußt ausgeschlossen wurde.

Kurzfristig ist so ein Ausschluss nicht durchführbar, das würde das reine Chaos an den Finanzmärken verursachen. Hier sollten die Regierungen mal Initiative zeigen und die Profiteure der Krise, die Finanzjongleure, an den Kosten Kräftig beteiligen.

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