Forum: Politik
Was muss Europa aus der Euro-Krise lernen?

Die Schulden-Krise Griechenlands hat deutliche strukturelle Defizite der Europäischen Union aufgezeigt. Was denken Sie - muss die Einigung Europas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik intensiviert werden?

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Andreas Heil 19.05.2010, 10:29
660.

Zitat von mundi
Der Nobelpreisträger und Wirtschaftsprofessor James Tobin wollte nur die verschiedener Währungszonen minimal versteuern. Also reine Geldbewegungen durch verschiedene Währungszonen. Steuern auf Transaktion von Aktien-, Anleihegeschäften,usw., sind per Definition Tobin-Steuern. Tobin selbst hat sich von Projekten verschiedener Politiker distanziert, die seine Idee auf weitere Transaktionen ausweiten wollten.
Klar.

Zu Tobins aktiven Zeiten war die Destabilisierung der Volkswirtschaften durch den Devisenhandel ja auch das wesentliche Problem (Das System von Bretton Woods war gerade zerfallen). Dass mal Derivate und Terminhandel noch größere Dimensionen erreichen könnten, hätte er sich niemals angenommen.

:)

Man kann den Handel damit natürlich genausogut verbieten, aber auf diese Art und Weise ist es auch m.M.n. "eleganter".

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Andreas Heil 19.05.2010, 10:31
661.

Zitat von Betonia
Upps. Glauben Sie tatsächlich, dass eine Frau Wagenknecht die Lösung für die Probleme der Finanzwirtschaft hat?
Sie gehört zumindest zu den Buchautoren, die den klarsten analytischen Blick auf die Krise gelegt haben. Wer ihr Wirken länger verfolgt, dürfte auch von der Substanz hinter ihren Erwägungen überzeugt sein. Und wenn das angesprochene Buch sogar schon Lob von der FAZ bekommt ...

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Hardliner 1 19.05.2010, 10:31
662.

Zitat von Andreas Heil
Umso besser. Dann fällt es Ihnen leichter zu erkennen, für was für windige Versprechen sie ihr gutes Geld aus der Hand geben. So windig, dass nicht mal die Versprechen ohne massive Subventionen haltbar sind. Auf Vorsorge- und andere "Produkte" sollte man eigentlich sogar volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent aufschlagen.
Heute morgen sagte Merkel sinngemäß: Der 750-Milliarden-Rettungsschirm habe auch deshalb aufgespannt werden müssen, weil sonst die europäische Idee gefährdet gewesen wäre.
Ich frage mich, wieviel darf eine Idee kosten. Deutschland wäre ohne Probleme in der Lage, weltwirtschaftlich mit einer D-Mark 2 über die Runden zu kommen. Andere täten sich schwer mit ihrer ehemaligen Währung. Allerdings verweise ich drauf, dass es den vergleichsweise kleine Ländern Schweiz und Norwegen ohne Euro nicht schlechter geht als Frankreich, Spanien, Italien oder Deutschland mit dem Euro.
Wnn die europäische Idee nur von einer gemeinsamen Währung abhängt, dann taugt die EU nichts.

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Andreas Heil 19.05.2010, 10:33
663.

Zitat von Palmstroem
Was hier viele nicht begreifen wollen - der Schwanz wedelt nicht mit dem Hund. Die größten Banken der Welt sind in Asien und den USA - die werden sich von drittklassigen Finanzplätzen nichts vorschreiben lassen. Ob etwa der IWF weiter Europas Staatsanleihen stützt ist mehr als fraglich, weil der US-Senat nicht einsieht, daß amerikanische Steuergelder für Europas Defizite ausgegeben werden. Schließlich ist das US-Defizit schon allein schrecklich genung.
Palmström, "die größten Banken zu haben", ist kein Standortvorteil, sondern ähnlich zu beurteilen wie ein Köter mit Zecken oder eine Leber mit Krebs.

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jinky 19.05.2010, 10:38
664.

Zitat von Andreas Heil
Umso besser. Dann fällt es Ihnen leichter zu erkennen, für was für windige Versprechen sie ihr gutes Geld aus der Hand geben. So windig, dass nicht mal die Versprechen ohne massive Subventionen haltbar sind. Auf Vorsorge- und andere "Produkte" sollte man eigentlich sogar volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent aufschlagen.
Wuieso nicht gleich Nägel mit Köpfen machen und die Riesterförderung streichen? Da spart der Staat ordentlich Geld und kann zugleich hundertprozentig sicher sein, dass das die Inlandsnachfrage UM KEINEN EINZIGEN CENT schmälert - ihr vielleicht sogar aufhilft, weil sich manch einer dazu entschließen mag, angesichts der Verunsicherung im Allgemeinen und der mickrigen Renditen unsubventionierter Riesterverträge im Besonderen seine Verträge einfach nicht weiter zu bedienen und die Kohle lieber für etwas nach eigenem Gusto auszugeben.

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_monalisa_ 19.05.2010, 10:42
665. euro-krise?

euro-krise? ...ich sehe keine euro-krise.
Der euro ist gegenüber dem $ von 0,80 auf 1,60 gestiegen.
Aktuell haben wir eine gesunde konsolidierung. Im bereich 1,20 gibt es sehr gute charttechnische supports, ebenfalls 50% RT. Wo ist das problem?

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lalito 19.05.2010, 10:45
666. jep

Zitat von Andreas Heil
. . . Der einzige Grund, warum die Finanzbranche überhaupt immer wieder ihre Kundschaft leimen kann ist, dass zwischen Kosten und (versprochenem) Nutzen sehr lange Zeiträume liegen.
Der ist schön!

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nahal 19.05.2010, 10:54
667.

Zitat von Betonia
Das könnte allerdings auch etwas ganz Einfaches bewirken, nämlich dass Portugal (und natürlich alle anderen Volkswirtschaften) sich "vernünftig" verhalten müsste.
Völlig richtig.
Das "kleine Problem" ist, dass das Kind schon im Brunnen ist.
Das ist, was ich vorher beschrieben habe:
Die Krisen (sowohl die €-Krise als auch die Immobilien-Krise) sind durch politsch bedingten, nicht marktgerechten Entscheidungen verursacht.
Die "Garantien" der €-Staaten für die Portugal und Co.-Anleihen las auch die Garantien für die "stated income loans" haben eine falsche Preisung des Risikos bewirkt (Zinsen und die Kreditgewährungsvolumen).

Die Verhinderung einer zukünftigen Krise wird somit nicht durch Regulierung und Einschränkungen der Finanzmärkten (diese werden umgangen) sondern nur durch die Abstellung der Ursachen bewerkstelligt (dh, die Abstellung der politischen Einmischung in die richtige Markteinpreisung von Risiken).

Das wird aber nie geschehen;
siehe wie die, "in Granit eingemeiselten Maastricht-Regeln", die jetzt, innerhalb von 10 Tagen, sich als makulatur erwiesen haben.

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Silverhair 19.05.2010, 11:06
668.

Zitat von Betonia
Wir bereits getan. Menschen können tatsächlich ihre langjährige Lebensversicherung an einen Investor verkaufen. Die Beitragszahlungen laufen aber natürlich weiter, die bezahlt der Investor. Die Versicherungssumme wird im Todesfall des Versicherten fällig. Jeder kann sich jetzt ausrechnen, was für den Investor lohnend ist. Und was nicht.
http://www.ftd.de/unternehmen/versic.../50040023.html
Tja, ob die "Investoren" da so glücklich mit diesen Zockerprodukten sind?
Wer "Geschäfte" zum Nachteil Dritter macht, der sollte sich nicht wundern wenn er selber beschissen wird - immerhin erwartet er ja diesen "Betrug" als Normales Geschäft!

Was praktisch allen Investoren fehlt ist schlicht Menschenkennntnis! Wer als "Handelspartner" verspricht das ein "dritter" ja schon irgendwie für die Rendite dieser Geschäfte aufkommen wird, der sollte sich klarmachen das er hier schlicht und einfach über den Tisch gezogen wird, wie bei jedem Beliebigen Türdrücker Geschäft!

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Tall Sucker 19.05.2010, 11:10
669.

Zitat von Nicisling
Übrigens ist die Justiz in D der Weisung durch das Justizministerium unterworfen. Gewusst? Das zu Ihrer "Unabhängigkeit"
Das ist nicht richtig: Richter sind tatsächlich unabhängig (und nutzen das auch).

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