Forum: Politik
Was sich 2018 ändern muss: Die Deutschen sind zu anspruchslos
DPA

Gute Vorsätze fürs neue Jahr - die sollte vor allem der Staat fassen. Hier sind fünf Dinge, die wir uns 2018 nicht mehr gefallen lassen sollten.

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andneu 01.01.2018, 13:44
1. Das schlimmste Staatsversagen betrifft die Ungerechtigkeit?

Das ist kein Versagen(!), das ist politisch so gewollt. Da kann man jetzt zweierlei tun, um das zu kaschieren: Man kann leugnen, dass es überhaupt ein Ungerechtigkeitsproblem gibt (siehe Merkel) oder man kann so tun, als ob es so etwas wie unverrückbare Sachgründe gibt, warum es diese krasse Ungerechtigkeit geben muss. Das ist dann Aufgabe der - meisten - Ökonomen.

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telarien 01.01.2018, 13:48
2. Bin dabei

Ich wünsch mir noch einen Staat, der für seine Bürger da ist, nicht für seine Konzerne. Beispiel Dieselgate, die Automobilindustrie darf dem Bürger fehlerhafte Fahrzeuge verkaufen, der Staat hilft dann beim unter die Decke kehren.
Und an immer ältere Menschen in von jungen BWLern geführten Heimen fehlt auch.

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kritikderreinenvernunft 01.01.2018, 13:52
3. Gut gebrüllt, aber leider nicht vollständig

Der sehr richtigen Analyse sei zur Vollständigkeit noch hinzugefügt, dass eben die Digitalisierung nicht nur der Glasfaserausbau ist, sondern endlkich eine konsequente Einführung von intelligenten IT Systemen in den Behörden, eine derartige Vernetzung, dass Leistungen nicht beantragt werden müssen, sondern eben nach einer Geburt automatisch bereit gestellt werden, ebenso wie es ein schierer Wahnsinn ist, was an Behördenwirrwarr für welche Leistung zuständig ist.
Wie kann es sein, dass ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter kündigt und ihn im Sozialversicherungssystem abmeldet, daraus aber - sofern keine Neumeldung geschieht - keine Arbeitslosenmeldung mit dementsprechenden Leistungen in einem IT System automatisch generiert wird?
Wie dumm kann eine Gesellschaft organisiert sein, die trotz Steuererklärung Anträge für irgendwelche Leistungen benötigt?
Weiß denn niemand bei einer Behörde das Ablaufdatum eines Ausweises, so dass automatisch ein Passbild angefordert wird und dem Bürger der Abholtermin genannt wird?
Eigentlich doch absolute Trivialitäten - und wenn man es konsequent umsetzt, dann braucht man nicht mal mehr ein Drittel des Personals.....
Die Welt könnte so schön sein.

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Nordstadtbewohner 01.01.2018, 13:57
4. Das ist keine Ungerechtigkeit. Das ist das Leistungsprinzip

"Der Staat duldet die krasse Ungerechtigkeit im Land. (...) Wenn es um den Abstand zwischen Gutverdienern und Einkommensschwachen geht (...)"

Herr Augstein, ich kann Ihre Behauptung nicht nachvollziehen. Was Sie erwähnen, ist keine "krasse" Ungerechtigkeit, sondern das Prinzip des Leistungsprinzip in einer Leistungsgesellschaft. Wer viel schafft und sich beruflich stark engagiert, der hat nun mal ein höheres Einkommen als jemand, der es nur zu einer Anlerntätigkeit gebracht hat. Das ist nichts Schlimmes.

Sie fordern indirekt die Abschaffung des Leistungsprinzips, wenn Sie fordern, dass man den finanziellen Abstand zwischen Leistungsträgern und Minderleistern verringern solle. Das gab es mal in der ehemaligen DDR. Dort verdienten Industriemanager soviel wie ein einfacher Arbeiter. Das führte in der Konsequenz zum wirtschaftlichen Niedergang der ehemaligen DDR.

Sie negieren in Ihren Kolumnen regelmäßig das Leistungsprinzip, welches es in Deutschland und anderen westlichen Staaten möglich macht, in Wohlstand und Frieden zu leben. Zum Glück zeigen die aktuellen Wahlen, dass die von Ihnen und anderen Sozialisten angezettelte Neidkampagne nicht mehrheitsfähig ist, wie der Wahlkampf von Martin Schulz gezeigt hat.

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sven19692017 01.01.2018, 14:05
5. Ein klassischer Augstein

Erst in den Punkten 1-4 richtig Staatsversagen feststellen, dann Ideologiekette den unrichtigen Punkt 5 zur deutschen "Ungerechtigkeit" einbringen. Und am Ende auch noch "mehr Staat" fordern. Inkonsequent und am eigentlichen Problem vorbei.
Im internationalen Vergleich ist die Spreizung zwischen Arm und Reich ausgesprochen gering in Deutschland. Und das arme Ende sind wesentlich Migranten, die in der Statistik natürlich voll mitzaehlen - aber politisch eine andere Schlussfolgerung erfordern.
Erst denken, dann schreiben.

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Sensør 01.01.2018, 14:06
6. ... und alles bleibt beim Alten

Die Reichen bringen sich in Sicherheit, die Armen werden ärmer und alle zusammen lassen sich weiterhin gern von Merkel verhöhnen. So funktioniert die Deutsche Demokratie.

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andneu 01.01.2018, 14:08
7. @Nordstadtbewohner

Zitat von Nordstadtbewohner
Das ist keine Ungerechtigkeit. Das ist das Leistungsprinzip
Das will ja auch niemand abschaffen. Ungleichheit kritisiert auch niemand sondern den Grad(!) der Ungleichheit.

Zudem ist in einer Gesellschaft, in dem sich immer mehr Vermögen durch Kapital(!)einkommen - also nicht durch eigener Hände Arbeit - in immer weniger Händen sammelt, das Leistungsprinzip zusehends außer Kraft gesetzt.

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haresu 01.01.2018, 14:09
8. Die Namen der Misere sind Feigheit und Opportunismus

Und ganz vorneweg die völlige Verweigerung selbstständigen Denkens. Merkels neoliberale "Alternativlosigkeit" führt zu sozialen Verwerfungen, politischer Apathie oder Wut und einer fatalen Einebnung von Problemstellungen, unabhängig davon, ob diese Mut, Innovation, eine ruhige Hand oder radikale Reformen erfordern würden.

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aprilapril 01.01.2018, 14:14
9. Ich kenne einen Vogel,

der heißt Strauß. Den Kopf in den Sand zu stecken und so zu tun, als sei alles in bester Ordnung, fördert den Absturz in die Bedeutungslosigkeit.
Natürlich schafft man sich keine Freunde, wenn jemand wie Augstein den Finger in offene Wunden legt. Alles was er anprangert, ist bittere Realität. Ich kann mich dem nur vorbehaltlos anschließen. Danke und Bravo!

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