Forum: Politik
Was tun gegen Rechtsradikale?

In Dresdens Innenstadt kommt es wegen eines Neonazi-Aufmarsches zu ersten Ausschreitungen. Tausende Rechtsextreme werden erwartet - sie wollen den Jahrestag der Bombardierung für Propaganda nutzen. Was kann dagegen getan werden? Diskutieren Sie mit!

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locate 14.02.2010, 03:18
360. Die ewig Zensierenden.

Zitat von meiner_meinung_nach
Da die rechte Brut sich auf die Meinungsfreiheit beruft, obwohl sie die erste wäre, die sie nach einer Machtergreifung wieder abschaffen würde, ist ihre Ansicht einigermaßen naiv.
Ihre Ansicht dagegen widerspricht sich selbst - sie wollen die Unfreiheit die Freiheit verteidigen. Mit totalitären Verboten fördert man aber den Totalitarismus.
Zitat von meiner_meinung_nach
Das Grundgesetz hat das Recht und die Pflicht, sich vor den Nachfolger der Nationalsozialisten zu schützen. Sie berufen sich auf Meinungsfreiheit und lachen sich dabei ins Fäustchen.
Es gibt Unterschiede zwischen (gewalt)Taten und Meinungsäusserungen. Der Informationsgehalt ist unterschiedlich. Die Gewalttäter sind in diesem Fall die, die sich dadurch aufmerksam machen daß sie anderen den Mund verbieten wollen. Es ist gut daß die, die anderen den Mund verbieten wollen kaum das Recht haben dies zu tun. Wer das bestreitet, hat aus der Geschichte nichts gelernt.
Zitat von meiner_meinung_nach
Über die Menschenverachtung des Nationalsozialismus lässt sich nicht streiten - sie ist eine tötliche Tatsache, keine Meinung wie "Pizza schmeckt besser als Grünkohl" oder "die Musik von Michael Jackson ist öde".
Es ist dennoch eine Meinung die man sich anhören kann ohne gleich mordend loszuziehen. Wenn Sie diese Meinungen vertragen können, können das andere auch. Meinungsfreiheit zu behindern heisst Bevormunder zu spielen. Dazu hat Sie aber niemand nominiert. Die Menschenverachtung einer Meinung ist keine Metrik dafür, ob sie geäussert werden darf oder nicht. Eine Meinung lieber zu verbieten als sie zu kennen ist intellektueller Inszest.

Zitat von meiner_meinung_nach
Die USA hat übrigens eine völlig andere Geschichte als Deutschland. Insoweit ist dieser Vergleich hinfällig.
Dadurch machen Sie Menschen zu den Sklaven ihrer Geschichte. Teilweise ist das vielleicht sogar richtig - letztlich ist es in Ihrer Version aber herablassend, da sie dem Menschen nicht die Souveränität zugesteht wie dem Volk der Vereinigsten Staaten von Amerika. Selbst in den USA musste die ACLU die Rechte von Neonazis erst erkämpfen. Glücklicherweise ist sie damit erfolgreich. Es wertet genau die Rechte des Individiums auf, die eine Gesellschaft erst gegen das Totalitäre stärken.

Wenn Sie nach jemand suchen, der ihnen die Welt zurechtzensiert, werden sich sicherlich bei den ewig Gestrigen fündig.

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unterländer 14.02.2010, 03:56
361.

Zitat von rockhudson
Nach Ausruf des "TOTALEN KRIEGS" ist der Begriff 'Zivilbevoelkerung' weitestgehend verschwunden. Die millionenfache Einbindung der Bevoelkerung in die Kriegsmaschinerie, die Ruestungsproduktion, machte die Zerstoerung dieser Kriegsproduktion zu einem ganz normalen Kriegsziel. Die Zerstoerung der Wohnungen der Leute die in der Ruestungsproduktion taetig waren ist ein klares Kriegsziel und war geeignet den Krieg frueher zu Ende zu bringen als ohne die Bombardierung moeglich gewesen waere. Und wie ich schon vorher schrieb: Die Kriegshetzer und Kriegstreiber, sie wurden aus ihren Bierkellern hinausgeknallt. Das gabs vorher nicht. Eine historische Zäsur mit erheblichen Auswirkungen auf die nachfolgende deutsche Politik.
Sicher haben Sie Beifall geklatscht, als bekannt wurde, dass durch den von deutscher Seite angeforderten Luftangriff in AFG Zivilisten ums Leben kamen. Sind ja eh alles Propagandisten und Talibanunterstützer gewesen. Oder irre ich mich?

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Marie Laveau 14.02.2010, 03:57
362. Vorher

Zitat von rockhudson
Und wie ich schon vorher schrieb: Die Kriegshetzer und Kriegstreiber, sie wurden aus ihren Bierkellern hinausgeknallt. Das gabs vorher nicht. Eine historische Zäsur mit erheblichen Auswirkungen auf die nachfolgende deutsche Politik.

Und wie ich schon vorher schrieb, das ist ziemlicher Unsinn., Krieg gegen die Zivilbevölkerung war immer gang und gebe, vom Römischen Imperium über den 30-jährige Krieg bis zu den Ausrottungskriegen gegen die Indianer.

Auch heute im Kongo ist vor allem die Zivilbevölkerung betroffen.

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Marie Laveau 14.02.2010, 03:59
363. Coventry

Zitat von garfield
Wenn's danach geht, muss auch ich "zugeben", dass die damalige Befürwortung der "Maßnahme" aus englischer Sicht verständlich war. Engländer bringen das sofort mit Coventry in Verbindung (von London und anderen Zerstörungen gar nicht zu reden). Da hat sich ein großer Wunsch nach Rache aufgebaut.

England hat Deutschland 1939 den Krieg erklärt, nicht umgekehrt, und die Angriffe der Luftwaffe, auch gegen Coverntry waren damals Racheangriffe gegen England. Es gab eine Woche vorher einen Angriff der Engländer auf München.

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Marie Laveau 14.02.2010, 04:04
364. Vorher

Zitat von rockhudson
Und wie ich schon vorher schrieb: Die Kriegshetzer und Kriegstreiber, sie wurden aus ihren Bierkellern hinausgeknallt. Das gabs vorher nicht. Eine historische Zäsur mit erheblichen Auswirkungen auf die nachfolgende deutsche Politik.

Und wie ich schon vorher schrieb, das ist ziemlicher Unsinn. Krieg durch Vernichtung der Zivilbevölkerung war immer gang und gebe, vom Römischen Imperium über den 30-jährige Krieg bis zu den Ausrottungskriegen gegen die Indianer.

Auch heute im Kongo ist vor allem die Zivilbevölkerung betroffen.

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duderich 14.02.2010, 05:09
365.

Danke an Jede/n der heute in Dreseden den Nazi-Aufmarsch verhindert hat.

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Marie Laveau 14.02.2010, 05:26
366. Vorhin

Zitat von rockhudson
Und wie ich schon vorher schrieb: Die Kriegshetzer und Kriegstreiber, sie wurden aus ihren Bierkellern hinausgeknallt. Das gabs vorher nicht. Eine historische Zäsur mit erheblichen Auswirkungen auf die nachfolgende deutsche Politik.

Und wie ich schon vorher schrieb, das ist ziemlicher Unsinn. Krieg durch Vernichtung der Zivilbevölkerung war immer gang und gebe, von den Hunnen über den 30-jährigen Krieg bis zu den Ausrottungskriegen gegen die Indianer. Auch heute etwa im Kongo ist vor allem die Zivilbevölkerung betroffen.

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Auswahlaxiom 14.02.2010, 06:02
367.

Zitat von nocheinbuerger
Es ist ein beliebter rhetorischer Trick von "linker" Seite, den Diskussionpartner mit der moralischen oder "Nazikeule" zu disqualifizieren und ihm und dessen Argumenten das Recht auf Legitimität abzusprechen. Besonders dann, wenn dieser Gesprächspartner nicht bereit ist, die eigenen Prämissen und die eigene Sprachregelung bedingungslos zu teilen.
Es ist ein beliebter Trick der rechten Seite, überall die Nazikeule zu sehen, selbst da, wo keine ist. Das nennt man Verfolgungswahn und dieser ist Teil der beleidigten Erkenntnis, dass einen sowieso keiner ernst nimmt. Und dann wird eben so lange herumgequengelt und genörgelt, bis man sich in das adäquate Opferlicht gerückt haben.

Lasst Euch mal etwas Neues einfallen.

Zitat von
Dieser Trick zieht nur eben nicht mehr.
Das inszenierte Selbstmitleid der Rechten hat noch nie jemanden beeindruckt, da haben Sie recht.

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Auswahlaxiom 14.02.2010, 06:22
368.

Zitat von alexander10
Die Bombadierungen von Dresden, Würzburg, Mainz, Swinemünde etc. waren vorsätzliche, militärisch sinnlose Vernichtung von deutscher Kultur und deutschem Selbstbewußtsein.
Na sicher waren die vorsätzlich, Sie Oberschlaumeier. Nicht weniger übrigens als der vorangegangene Vernichtungskrieg, dessen Folge sie waren. Und da reden Sie von Kultur.

"Militärisch sinnlos" war die Tötung der Zivilisten, aber bestimmt nicht die "Vernichtung deutschen Selbstbewußtseins" (ich korrigiere Ihre Worte mit dem sachgerechten Gebrauch des Genitivs). Dafür war sie sogar äußerst sinnvoll.

Zitat von
Solange unsere Intellektuellen und Medien stolz darauf sind links zu denken, links zu urteilen, das fremde zu bevorzugen ...
Vergessen Sie mal das Wort "stolz". In Ihren Kreisen benutzt man das gerne, ich weiss, aber hier passt es allein schon vom Zusammenhang her nicht.

Zitat von
und das alles eigene nationale zu verleugnen, wird es ein Gegengewicht auf dem rechten Ende der Skala geben.
Wie gewichtig dieses Ende ist, haben wir ja heute gesehen, gähn. 5000 Volltrottel fahren nach Dresden, um dort zu frieren - und dann will nicht mal jemand zuhören.

Mein Mitleid mit den "ewigen Opfern" hält sich in Grenzen.

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Jamesteakirk 14.02.2010, 06:24
369. Rechtsdrehende Joghurte verbieten - Demokratie stärken

Wie wär's, wenn man das Problem an der Wurzel anpackt?

Warum begeistert sich ein Mensch für eine faschistoide Ideologie?

Für Unmenschlichkeiten, welcher Art auch immer?

Wegen HartzIV? Wegen der Gene?

Wieso wird jemand rechtsradikal?

Weil er arm ist? Zu wenig Bildung hat?

Weil Raumschiff Enterprise nur ca. 70 Folgen hatte?

Ein Mensch, der sich für eine faschistoide Ideologie begeistert, wurde als Kind geschlagen und bekam von seinen Eltern ausschließlich Verachtung zu spüren.

Dies muß ein Kind vollständig verdrängen, um solch ein Grauen zu überleben.

Als Erwachsener findet er es dann normal, daß andere Menschen weniger wert sind und genauso verachtet werden können usw.

Wir lieben alle dümmliche Pseudoerklärungen, nur um diese einfache Wahrheit nicht sehen zu müssen.

Näheres zum Problem der Kindesmißhandlung auf http://www.alice-miller.com

Und noch was zum Aktuellen.
Es ist doch scheißegal, wenn irgendwelche Rechte durch Dresden latschen. Wir sind doch ein RECHTS-Staat. Also müssen die Rechte doch irgendwo rumlaufen.

Oder anders ausgedrückt: Es wäre viel wirkungsvoller, wenn einfach niemand Notiz davon nehmen würde. Am besten noch bewußt die Innenstadt meiden.

Dann merken die Leute viel eher, wie lächerlich sie sind.

Unser neurotischer Umgang mit der NPD und den Rechten im allgemeinen IST DEREN EXISTENZGRUNDLAGE.

Wenn die nicht ständig so dämonisiert würden und teilweise undemokratisch und mit totalitärem Gestus behandelt würden, wäre der NPD die Grundlage für ihre Inszenierungen und dergleichen entzogen.

Darin besteht doch gerade ihre Anziehungskraft. Daß sie von allen "demokratischen" Kräften geschmäht werden.

Wir, also die Guten, sind also auch ziemlich kindisch und unsouverän. Nur auf die gute, demokratische Weise.

Ich denke nur an den Auftritt nach einer Landtagswahl in Sachsen, wo erst die normalen Parteien zu Wort kamen. Alle Spitzenkandidaten standen an einem Tresen. Als die Normalos fertig waren und der Moderator den NPD-Mann (vielleicht auch DVU) ansprach, verschwanden die anderen Vertreter demonstrativ. Der NPD-Mann war nun alleine.

Der Moderator stellte keine neutralen Fragen, sondern polemisierte in einem tendenziösen Stil. Soviel zum Zustand unserer Demokratie.

Die ganze Sache war an Peinlichkeit nicht zu überbieten.

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