Forum: Politik
Weibliche Rebellen im Kongo: Kalaschnikow und Nagellack
Francesca Tosarelli

Sie morden, entführen, rauben - wie ihre männlichen Kollegen: Im Kongo kämpfen auch Frauen für die berüchtigten Rebellen. Getrieben von Verzweiflung, Zwang oder Idealismus führen sie ein Schattenleben im Busch. Die Fotografin Francesca Tosarelli hat sie in beeindruckenden Aufnahmen porträtiert.

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KV491 30.09.2013, 14:34
10.

Zitat von MDen
Der Kongo wird seit Jahrzehnten durch Kriegshandlungen in Unruhe gehalten. Dass dort auch gebildete Menschen irgendwann keine andere Möglichkeit mehr sehen, als durch den Kampf den Gang der Geschichte zu beeinflussen, lässt sich aus den Artikel herauslesen. Wenn man in Deutschland zu den Gewinnern der derzeitigen Weltordnung gehört, also zu den Nutznießern, Kriegsgewinnlern und Schmarotzern - denn das sind wir hier alle -, dann ist es arrogant und realitätsblind, den Ausgebeuteten, Vergewaltigten und Kriegsopfern Frieden und Zivilisation zu predigen.
Eine beliebte Sichtweise. Jahrzehnte nach dem Kolonialismus gibt es also Länder, die in "Kriegshandlungen gehalten" werden, andere sind merkwürdigerweise etwas weiter gekommen. Sie scheinen den Menschen im Kongo im Guten wie im Schlechten nicht viel eigene Verantwortung zuzugestehen.

Nichts auf der Welt ist einfach zu erklären, natürlich spielen externe Interessen auch im Kongo eine Rolle. Aber angesichts der Gewalt dort und anderswo in Afrika - insbesondere gegen Frauen und Kinder - ist es vielleicht auch mal angebracht, nach der Veantwortung der Menschen - der Männer - dort zu fragen. Wie lange soll noch der Kolonialismus für Alles herhalten?
Die Naziverbrechen haben die Deutschen zu verantworten, der Friedensvertrag von Versailles war trotzdem ungerecht. Fangen wir doch mal im Verhältnis zu Kriegen wie im Kongo mit der selben Differenziertheit an, wie wir sie in unseren Verhältnissen selbstverständlich finden. Oder kann man dem Afrikaner irgendwie weniger zumuten? Die glühendsten Kritiker des Kolonialismus kommen mir manchmal merkwürdig herablassend vor...

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ikarus7 30.09.2013, 14:37
11. Applaus - weg von der Opferrolle, liebe Frauen!

Hin zur Täterrolle.
Hin zu einem Kontinent, der sich noch im 22. Jahrhundert kaum von der Steinzeit unterscheiden wird, weil auf Rache immer wieder Rache folgen wird.
Und den tollen Journalistinnen fällt nichts besseres ein, den Elendstourismus zu befeuern, in dem eigentlich doch nur die Opfer portraitiert werden. Sie finden das vielleicht faszinierend. Ich finde es nur noch ekelhaft, weil es wie der moderne Zoo ist. Oh wow, selbst Frauen morden, nachdem ihre Welt nur noch aus Dreck besteht. Was für eine bahnbrechende Erkenntnis.
Berichtet doch mal über die Warlords, die Kriegsgewinner, die Lobbyisten, die Konzerne, die deutschen Politiker die Waffen an diesen Kontinent liefern.
Nein, das wäre wohl zu wenig Nagellack.

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lafrench 30.09.2013, 14:43
12. @Heugabel

Vielleicht versuchen Sie einfach, das, was Sie zum Ausdruck bringen möchten, noch einmal anders zu schreiben?
Ist nicht Wahlfreiheit der eigenen, berufichen Tätigkeit schon die beste Verntwortung, die ein Mensch auf sich nehmen kann? Haben Sie sich überlegt, dass dieses von den Menschen als "Engagement" betrachtete Griff zur Waffe eine hoffnungslose Geste ist, die den Greifenden auf kurz oder lang sowieso zum Tod verurteilt? Es ist doch logischerweise nur eine Frage der Zeit, bis genau diese lila Fingernägel nichts mehr greifen können.

Klischees gehören zur Identität eines jeden Menschen dazu. Nagellack, Schuhe, Pink & von mir aus auch andere Facetten: gelebte Rache, Waffen & die Art, wie hier körperliche starke Posen auf den Bildern eingenommen werden. Überraschend ist, wie dumm der Artikel und die Bilder versuchen, diese doch immer nur menschlichen Gegensätze aufzuzeigen. Ja, wir wissen längst, dass Menschen eben immer voll von Widersprüchen sind - in allen Kulturen. Das reicht dem interessierten Leser und Betrachter der Bilder aber nicht.

Das einzig Interessante für mich sind die Beweggründe der Frauen, tatsächlich freiwillig mitzumachen. Doch genau hier versagt der Artikel, wenn die Frau keine Auskunft geben wollte.

Und vielleicht wäre eine journalistische Zusammenfassung in Kurzform des Konfliktes sinnvollgewesen für jüngere Leser.

Aber liebe Heugabel, was wollen Sie uns darüber hinaus noch mitteilent? Ein Urteil? Das Schöne an Photos ist doch gerade die deskriptive Beschreibung - ohne Urteil...

Schon wieder so ein Klischee... Merken Sie etwas? Genau, wir argumentieren hier im Forum auf ähnliche Weise in Klischees, wie sie auch auf den Bildern reproduziert werden.

Warum?

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jayram 30.09.2013, 14:51
13. Im KZ

haben deutsche Frauen sich auch nicht anders verhalten, traurig aber wahr. Gewalt und Brutalität gehen wohl mehr von Männern aus, aber nicht ausschließlich. Vielleicht ist es nicht einfach sich aus so einer Situation sofort zu befreien, aber man kann wenn man will.

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Heugabel 30.09.2013, 14:54
14. Endlich

Zitat von lafrench
Vielleicht versuchen Sie einfach, das, was Sie zum Ausdruck bringen möchten, noch einmal anders zu schreiben? Ist nicht Wahlfreiheit der eigenen, berufichen Tätigkeit schon die beste Verntwortung, die ein Mensch auf sich nehmen kann? Haben Sie sich überlegt, dass dieses von den Menschen als "Engagement" betrachtete Griff zur Waffe eine hoffnungslose Geste ist, die den Greifenden auf kurz oder lang sowieso zum Tod verurteilt? Es ist doch logischerweise nur eine Frage der Zeit, bis genau diese lila Fingernägel nichts mehr greifen können. Klischees gehören zur Identität eines jeden Menschen dazu. Nagellack, Schuhe, Pink & von mir aus auch andere Facetten: gelebte Rache, Waffen & die Art, wie hier körperliche starke Posen auf den Bildern eingenommen werden. Überraschend ist, wie dumm der Artikel und die Bilder versuchen, diese doch immer nur menschlichen Gegensätze aufzuzeigen. Ja, wir wissen längst, dass Menschen eben immer voll von Widersprüchen sind - in allen Kulturen. Das reicht dem interessierten Leser und Betrachter der Bilder aber nicht. Das einzig Interessante für mich sind die Beweggründe der Frauen, tatsächlich freiwillig mitzumachen. Doch genau hier versagt der Artikel, wenn die Frau keine Auskunft geben wollte. Und vielleicht wäre eine journalistische Zusammenfassung in Kurzform des Konfliktes sinnvollgewesen für jüngere Leser. Aber liebe Heugabel, was wollen Sie uns darüber hinaus noch mitteilent? Ein Urteil? Das Schöne an Photos ist doch gerade die deskriptive Beschreibung - ohne Urteil... Schon wieder so ein Klischee... Merken Sie etwas? Genau, wir argumentieren hier im Forum auf ähnliche Weise in Klischees, wie sie auch auf den Bildern reproduziert werden. Warum?
eine Predigt? An mich (@ Heugabel)? Und das, wo ich gerade us der Kirche ausgetreten bin. Ich finde übrigens, dass Sie ihre Beiträge weder anlehnen noch anschmiegen müssen. Ein Forum ist ja weder eine Kirchenbank noch ein Schlachtfeld - und eben auch kein Haltepunkt für Frotteure.

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AxelSchudak 30.09.2013, 14:56
15. Waffen?

Zitat von kaitou1412
Würde die Waffenproduktion eingestellt werden, würden die bald keine mehr zum sich bekriegen haben. Nur wegen den Waffen herrscht dort so eine Gewalt.
Gewalt herrscht dort wegen der menschlichen Natur, nicht wegen der Waffen - die bestimmen nur die Qualität der Gewalt.
Der Völkermord in Ruanda wurde im wesentlichen ohne Schusswaffen durchgeführt.

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Steuerzahler0815 30.09.2013, 15:21
16.

Gleichberechtigung bedeutet auch da wo es unangenehm ist
Nicht nur Führungspositionen rauspicken

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Steuerzahler0815 30.09.2013, 15:25
17.

Zitat von kaitou1412
Würde die Waffenproduktion eingestellt werden, würden die bald keine mehr zum sich bekriegen haben. Nur wegen den Waffen herrscht dort so eine Gewalt.
So eine Kalaschnikow hält mindestens 60 Jahre, vermutlich über 100.
Das ist die bittere Ironie.

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immernachdenklicher 30.09.2013, 15:28
18. Ein bischen Weiterdenken

Zitat von kaitou1412
Würde die Waffenproduktion eingestellt werden, würden die bald keine mehr zum sich bekriegen haben. Nur wegen den Waffen herrscht dort so eine Gewalt.
Nicht das ich den Krieg befürworte oder den Waffenhandel. Aber
Waffen sind auch Macheten oder sogar angespitzte Stöcke. Glauben Sie das Abschlachten mit Macheten wäre menschlischer? Es dauert eher länger, ist blutiger und auch grausamer.
Seien Sie gewiss, getötet und gemordet, wird auf jeden Fall.

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immernachdenklicher 30.09.2013, 15:35
19. Wie wahr

Zitat von AxelSchudak
Gewalt herrscht dort wegen der menschlichen Natur, nicht wegen der Waffen - die bestimmen nur die Qualität der Gewalt. Der Völkermord in Ruanda wurde im wesentlichen ohne Schusswaffen durchgeführt.
Falls mein Beitrag der Redaktion nicht gefällt.
Früher hat man sich mit Macheten und Beilen (Keulen) die Schädel eingeschlagen. Allerdings waren damals weniger Frauen involviert.

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