Forum: Politik
Weißrussischer Diktator Lukaschenko: Er ist wieder wer
AP

Weißrussland geht demonstrativ auf Distanz zu Moskau. Nun kann Machthaber Lukaschenko auf eine Lockerung der EU-Sanktionen hoffen. Bei der Wahl an diesem Sonntag erwartet der Despot 80 Prozent der Stimmen.

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lutzhunger 11.10.2015, 11:25
20. Das übliche

In der Überschrift Er geht auf Distanz zu Russland. Am Ende: Wird wohl wie bei den letzten Wahlen werden, vorher Richtung Westen nach den Wahlen Richtung Russland... Nun ja, Kommentar überflüssig.
Warum sollte der Diktatur von Minsk auf Distanz zu Putin gehen. Er weiß, Putin braucht ein stabiles Land im Osten, noch ein Problem ala Ukraine würde die Möglichkeiten überfordern, deshalb dürfte Putin den Diktatur halten wollen. Eine Annäherung an die EU würde wohl auf Forderung nach mehr Demokratie und damit auf das Ende des Diktaturs hinaus laufen. In Minsk spielt man mit beiden Seiten, um so an der Macht zu bleiben. Aber das ist ja alles unwichtig zu erwähnen, ein Politiker hat auf einer Wahlveranstaltung etwas gesagt, was uns dazu führt, das es Realität ist, das Minsk auf Distanz zu Putin geht.

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iridium 11.10.2015, 11:27
21. Verglichen mit...

Zitat von niklot1147
geht es den Menschen in Weißrussland sehr gut, sie haben alles,was sie brauchen und müssen nicht um ihr Leben fürchten. Der voraussehbare Wahlsieg Lukaschenkos ist vor allem auf die Angst der Weißrussen vor einem westlich organisierten Maidanputsch zurück zu führen. Nach Herrn Bidder werden die westlichen Sanktionen also gelockert, wenn Weißrussland auf Distanz zu Russland geht? Noch deutlicher kann man die Funktion der Sanktionen nicht beschreiben. Die Einmischung in die inneren Angelegenheiten ist westliche Normalpolitik. Was dazu wohl die Mehrheit der in den Vereinten Nationen organisierten Staaten sagt? Das alte Denken wird immer weniger hingenommen.
Klar. Verglichen mit über hundert Ländern, geht es den Weißrussen sehr gut. Nur verglichen mit der Masse der Europäer, geht es den Weißrussen eben sehr bescheiden und das ist der entscheidende Punkt.

P.S. Übrigens habe ich das Wort "Maidanputsch" in weißrussischen Medien noch nie gelesen oder gehört. Also werden die Weißrussen nur durch russische Medien verängstigt? Wird ja immer schöner...

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winki 11.10.2015, 11:29
22. Assad ist direkt für 85% der zivilen Opfer in Syrien verantwortlich.

Waren Sie dort, haben Sie das mit eigenen Augen gesehen? Genau so wie die Massenvernichtungswaffen im Irak. Oder genau so wie damals der Angriff eines vietnamesischen Schnellbootes auf ein Kriegsschiff der Navy als Grund zum Vietnamkrieg. Ich jedenfalls glaube den Medien und den Politikern kein Wort mehr. Besonders nicht der "heute" Sendung im ZDF.

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sunnebo 11.10.2015, 11:35
23.

Zitat von SachDebattierer
... Und dass Russland ein Rechtsstaat ist, können Sie schon daraus ableiten, dass sie von dort aus, im Stundentakt ungestört ihre Hasstiraden gegen ihre Gastgeber loslassen dürfen.
Da haben Sie aber eine sehr überschaubare Idee dessen, was einen Rechtsstaat ausmacht...

Zu Lukaschenko: ihm steht, wirtschaftlich gesehen, das Wasser bis zum Hals und er braucht Alternativen zur Abhängigkeit von Russland. Und da der Ölpreis mittelfristig eher niedrig bleiben wird, trifft er da die richtige Entscheidung. Russland wird ihn und sein Land nicht mehr derart alimentieren können.

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SachDebattierer 11.10.2015, 11:38
24. Bullshit-Index

Zitat von MehrheitsBürger
... Siehe "Reporter ohne Grenzen": Pressefreiheits-Index von Russland unter dem gegenwärtigen Regime liegt bei -152...
Dieser Pressefreiheits-Index ist ein unsinniger "perception index", und daher per Definition nicht objektiv. Subjektive Wahrnehmungen sind aber nicht absolut messbar, nicht reproduzierbar und man kann keine Rankings damit erstellen.

Nach diesem Index soll also um die Pressefreiheit in Italien oder Großbritannien schlechter bestellt sein, als in Ghana oder Namibia. Das kann nur jemand behaupten, der beide Systeme sehr, sehr gut kennt.

Und dass z.B. nach diesem Index in Sierra Leone, Liberia, Kuwait, ... mehr Pressefreiheit herrschen sollen, als in Russland - da lachen nicht nur die Hühner.

Dieser Index repräsentiert daher keine objektive Messung, sondern ist eher ein außenpolitisches Instrument, welches immer von transatlantischen Falken hervorgekramt wird, wenn einem die Argumente ausgehen.

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fleischwurstfachvorleger 11.10.2015, 12:02
25. Ich

Zitat von iridium
Ich bin mir sehr sicher: Hätte der Westen bereits vor 20 Jahren härter durchgegriffen, als sich das Entstehen einer neuen Diktatur mitten in Europa unter Lukaschenko abzeichnete, hätte er heute auch keine Probleme mit Russland, der Ukraine, ja vielleicht noch nicht einmal mit Syrien.
bin mir sicher, wäre die Welt entschlossen gegen George W. Bush sen. und jun. entschlossen aufgetreten, wäre die Welt heute friedlicher.

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Hermes75 11.10.2015, 12:02
26.

Zitat von niklot1147
geht es den Menschen in Weißrussland sehr gut, sie haben alles,was sie brauchen und müssen nicht um ihr Leben fürchten. Der voraussehbare Wahlsieg Lukaschenkos ist vor allem auf die Angst der Weißrussen vor einem westlich organisierten Maidanputsch zurück zu führen. Nach Herrn Bidder werden die westlichen Sanktionen also gelockert, wenn Weißrussland auf Distanz zu Russland geht? Noch deutlicher kann man die Funktion der Sanktionen nicht beschreiben. Die Einmischung in die inneren Angelegenheiten ist westliche Normalpolitik. Was dazu wohl die Mehrheit der in den Vereinten Nationen organisierten Staaten sagt? Das alte Denken wird immer weniger hingenommen.
Wissen Sie was die Länder Moldawien, Georgien, Ukraine und Syrien gemein haben? In allen diesen Ländern stehen russische Soldaten und mischen sich aktiv in deren "innere Angelegenheiten" ein. Das scheint also nicht nur "westliche" Normalpolitik zu sein.

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rhodos3000 11.10.2015, 12:04
27. Lukashenko hat zwar

die Machterfahrung von über 20 Jahren, aber sein Horizont ist nichtsdestoweniger beschränkt. Sonst würde er nicht die Mehr-Vektor-Politik fahren, mit der auch schon der Nachbar Ukraine in der Katastrophe gelandet ist: mal mit dem Westen anbandeln, dann sich wieder hinter Russland verstecken, Nationalismus schüren, sich von westlichen Firmen als Embargobrecher gegen Russland instrumentalisieren lassen etc.etc. Wohl kaum wird Russland das Treiben dort noch länger ungerührt beobachten, wie es in der Ukraine geschah, bis es zu spät war, um einen Staatsstreich und Blutvergießen zu verhindern, denn damit enden solche Prozesse für gewöhnlich. Die Machtdemonstration in Syrien - so sie erfolgreich bleibt - wird zu einem durchgreifenden Konsolidierungsprozess entlang der historischen Grenzen Rußlands führen. Probleme mit dem Namen Lukaschenko lösen sich dann von selbst - für Russland wie auch für den Westen.

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jayram 11.10.2015, 12:07
28. Die Leichtgläubigen

der EU fallen wiedermal auf einen Wolf der Kreide gefressen hat herein. Die Verhältnisse in Weissrusssland sind immer noch nicht besser, das ist nur Anschein. Man geht nicht mehr mit brachialer Gewalt gegen Menschen mit anderer Meinung vor, sondern macht das subtiler, in dem man Vorschriften und Gesetze erläßt, mit den man versucht Oppositionelle zu zermürben. Es gibt genug Beispiele dafür, aber die EU erhofft sich wie in der Ukraine einen weiteren Markt zu erschliessen ohne Rücksicht auf die Befindlichkeit der wenigen Aufrechten in beiden Ländern. Da stellt sich mir als Mensch der die Idee eines geeinten Europas immer gut fand, die Frage, für wen ist die EU? Für die Bürger oder für die Großkonzerne? Es scheint so als wenn es immer mehr für Zweite ist.

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drhone 11.10.2015, 12:13
29. Hoffnung keimt auf!

Die "wundersame Wandlung" des weißruss. Präsidenten ist schon merkwürdig, einerseits auch sehr mutig, denn er muß mit "Allem" aus Richtung Moskaus rechnen! Vielleicht haben hier andererseits aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Situation "hilfreiche" Zugeständnisse aus Amerika und die Gespräche mit der EU, diese Wandlung bewirkt, zumal er überraschenderweise vor dem UNO-Parlament gesprochen hat. Das war ein kluger Schachzug der USA, denn der russ. Präsident "durfte" ja auch vor der UNO eine Rede halten.

Nicht nur Weißrußland LEIDET unter dem Diktat der "Eurasischen Wirtschaftsunion", die Lebenshaltungskosten u.a. sind im Vergleich zu den Löhnen seit dem Beitritt gewaltig gestiegen, die übrigen Mitglieder Kasachstan, Armenien, Kirgisistan haben ebenfalls "zu kämpfen" und sind praktisch die Versorgerländer Rußlands! Allerdings sollte man Weißrußland NICHT ALS PUFFERLAND zu Rußland, sondern einfach als eigenständig frei handelndes Land mit einem FREIEN VOLK!

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