Forum: Politik
Welche Zukunft hat die Bundeswehr in Afghanistan?

Verteidigungsminister Jung bleibt dabei: Die Entscheidung, zwei gekidnappte Tanklaster in Afghanistan zu bombardieren, sei richtig gewesen. Inzwischen werden immer mehr Details zu dem Luftschlag bekannt. Welche Zukunft hat die Bundeswehr am Hindukusch?

Seite 22 von 262
Ernst August 08.09.2009, 13:26
210.

Zitat von Fischkopp-Cop
So ist es. Wer solche "Freunde" hat, benötigt dann auch keine Feinde mehr. Genau deshalb empfinde ich die Kritik aus Militärkreisen eben genau dieser Länder als so perfide und heuchlerisch. Auch hier gilt der alte Spruch, dass man bei solchen Freunden keine Feinde mehr braucht.
Die Freunde der Nato bestätigen das es auch zivile Opfer gab.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur...1.3518183.html
Herr Jung hätte das beim Studium der Bilder auch selbst herausfinden können.
Es gibt nämlich Bilder auf denen viele Benzinkanister herumliegen und es gibt die Bilder eines zerstörten Treckers der offensichtlich einen der Tanklastwagen zog.

Daraus hätte man zumindest folgern können das der Trecker aus einem umliegenden Dorf stammt und das Treckerlärm mitten in der Nacht die Bewohner aufgeweckt und neugierig gemacht hat und sie dem Trecker fökgten und, wie die Kanister zeigen, offensichtlich wussten dass es Benzin abzustauben gab und das zumindeste einige Zivilisten vor Ort waren.

Zu diesen Schlußfolgerungen hätte er ganz ohne die Truppe in Afganistan kommen können und daher nicht tagelang bei seinen haltlosen Behauptungen nur Aufständische erwischt zu haben bleiben dürfen.

Zudem könnte er nach all den Jahren dort wissen dass Aufständische sich nicht in solchen Massen um ein solch gefährlichen Ort versammeln um vom Gegner besser erwischt werden zu können.

Auch ist es vollkommen unrealistisch anzunehmen dass die Aufständischen mit den Tankern in das deutsche Lager fahren wollten.

Denn erstens wusste man ja dass die dort im festgefahren waren und dass sie zweitens mit den unübersehbaren Fahrzeugen nicht weit gekommen wären.

Ansonsten gilt dass die Amerikaner die Bomben abgeschmissen haben und das die Piloten auch bei Nacht, dank ihrer Technik, den Menschenauflauf und z.b. den Trecker gesehen haben müssen und trotzdem voll drazfgehalten haben.
Daher ist es schon eine Frechheit das Geschehen nur bei der BW abzuladen.

Die Beweggründe dazu sind ganz offensichtlich politischer Natur und sollen uns im Endeffekt dazu bringen noch mehr Truppen und Material nach Afghanistan zu verlegen damit uns solch ein Fehler nicht wieder passiert (so die zynische Überlegung dabei).

Wir haben also echte Freunde die es nur gut mit uns meinen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur...1.3518183.html

Ansonsten stellt sich immer dringender die Frage was wir dort eigentlich wollen.

Demokratie bringen?

Nach neuesten Untersuchungen gab es zur "Wahl" 800 Wahllokale zu schützen die es nur auf dem Papieer gab und deren Stimmen trotzdem ausgezählt wurden.
Ein weiterer Fall von freien und fairen Wahlen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/intern...1.3517021.html

Dazu reden die dortigen Behörden inzwischen von 135 Toten - darunter viele Kinder.

Auch sorgt der Überfall von US Truppem auf ein schwedisches Krankenhaus nicht nur bei den Schweden für Unmut (Kranke wurden aus ihren Zimmern gezerrtt und sämtliche Zimmer wurden durchsucht.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2...rsai-opferzahl

http://derstandard.at/fs/12520367242...en-Krankenhaus

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nils1966 08.09.2009, 13:26
211.

Zitat von gkweisswas
Dazu drei Gedanken: 1. Das Gelabere der Politiker von der bewaffneten Aufbaumission in Afghanistan hat jetzt hoffentlich ein Ende. In Afghanistan herrscht Krieg. 2. Es ist nicht unser Krieg. 3. Wir wurden von unseren Volksverdrehern ohne Not und auf der verzweifelten Suche nach einer Daseinsberechtigung der überflüssig gewordenen .....
Da haben Sie recht. Bei der Wiedervereinigung 1990 haben alle Siegermächte des 2. WK ein möglichst militärisch unbedeutendes Land haben wollen, weswegen die vereingite Armee möglichst rasch reduziert werden mußte.

Jetzt wundern diesselben Staaten sich über ein Deutschland, das nicht wie früher mal deftig und nachhaltig reinschlagen kann, aber von eben diesen Staaten ins Ausland gewünscht wurde.

Man hätte schon 1991 nach "Desert-Storm", wo sich Deutschland gerade noch so herauslavieren konnte, sich in der Hinsicht länger darauf vorbereiten können und müssen. Eindeutig ein Fehler der politischen Entscheidungsträger.

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dementi 08.09.2009, 13:29
212. Aha ...

Zitat von GeorgeF
Ich darf Sie daran erinnern, dass ein gewisser Timothy McVeil in Oklahome mit einem Pick-up und ca, 1,5 cbm Diesel plus Agrar-Dünger 162 Menschen ins Jenseits befördert und eine ganze Gebäudefront weggesprengt hat.
... deswegen der umweg auf die sandbank, weil die Taliban an den säumenden felswänden des Kunduz Rivers sprengkraft erzeugenden guano schaben mussten. Nun sogar zu erklären warum soviele schwerstbewaffnete dort kreuchten und fleuchten. Fässer und traktor bereitstehend, hätte jede verzögerung die dimension des anschlages vervielfacht.
Bomben auf die kräuterhexen,
Inchallah, die welt entgeht dem untergang ...

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smerfs 08.09.2009, 13:30
213.

Zitat von Rainer Daeschler
Militärisch war das ein legitimes Ziel, allerdings unter der Voraussetzung, dass sich bei den dort Anwesenden definitiv um feindliche Kombattanten handelt. Eine Menschenansammlung von 50 - 130 Leuten hätte die Kommandozentrale stutzig machen müssen. Das ist nicht gerade die ideale Zusammenstellung für ein Kommandounternehmen, das Tanklaster kidnappt und unauffällig über die Provinzgrenze bringt.
richtig, man hätte vorher eine ausweiskontrolle dürchführen müssen!

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astrid1814 08.09.2009, 13:33
214.

Zitat von Hermes8
Sicher die beste Lösung: Schnell zurück nach Deutschland, Bundeswehr abschaffen, bedingungsloses Grundeinkommen für alle, Tür abschließen und Decke über den Kopf ziehen. Wenn das Geld alle ist, drucken wir neues, und wenn der Taliban klingelt, machen wir nicht auf.
Vielen Dank für Ihren informativen,argumentativ hochklassigen und von überragendem Allgemeinwissen zeugenden Beitrag.Sie hätten noch die Lebensunfähigkeit der Gutmenschen erwähnen sollen.

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spieglfechter 08.09.2009, 13:33
215.

Zitat von Crysis
"Im Visier von Terroristen" ... wenn ich sowas schon höre ... den größten Terror der Welt verbreiten doch mittlerweile die westlichen Staaten!!!
Was genau meinen Sie in diesem Zusammenhang mit „mittlerweile“ ?

„the greatest purveyor of violence in the world today - my own government“

Rev. Martin Luther King, 
4 April 1967

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Fliegendes Nashorn 08.09.2009, 13:33
216. Ein hervorragender Beitrag!

Zitat von gkweisswas
Dazu drei Gedanken: 1. Das Gelabere der Politiker von der bewaffneten Aufbaumission in Afghanistan hat jetzt hoffentlich ein Ende. In Afghanistan herrscht Krieg. 2. Es ist nicht unser Krieg. 3. Wir wurden von unseren Volksverdrehern ohne Not und auf der verzweifelten Suche nach einer Daseinsberechtigung der überflüssig gewordenen ....
Genau das denke ich auch. Sie haben völlig recht.

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postbote101 08.09.2009, 13:34
217. aha...

Zitat von Ohli
Von deutschen Krankenhausbediensteten sicherlich nicht. Die mussten im letzten Jahr über 300 Soldaten mit PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) behandeln. Und das waren nur jenige, welche sich gemeldet haben. Es laufen bestimmt einige Menschen da draussen herum, die nicht wissen, wie sie einzelne Bilder, mit blut durchtränkten Körperteilen, die sie gesehen haben, wieder aus ihrem Kopf herausbekommen sollen.
Es laufen auch einige da draussen herum, die tagtäglich von irgendwelchen Dampfplauderern und möchtegern Pazifisten gesagt bekommen, daß Sie schlechte Menschen und Mörder sind. Andere vergleichen unsere Jungs sogar als Terroristen. Das man da als Heimkehrer auch sehr drunter leidet wundert mich nicht.

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Dnole 08.09.2009, 13:35
218.

Zitat von Coolie
Heuchelei: Als deutsche Regierungschefin bedauere sie zivile Opfer bei dem Kampfeinsatz in Afghanistan. "Jeder in Afghanistan unschuldig zu Tode gekommene Mensch ist einer zu viel. Wir trauern um jeden Einzelnen", sagte Merkel. Dies sage sie als deutsche Bundeskanzlerin ausdrücklich an die Adresse der Menschen und politisch ....
Welch widerliche Kriegspropaganda..

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mr_supersonic 08.09.2009, 13:35
219.

Ich finde diesen Bericht recht interessant:

http://www.spiegel.de/politik/auslan...647593,00.html

Ich verfolge die Diskussion um den Angriff auf gekaperte Lastzüge schon länger mit dem Versuch, mir eine eigene Meinung davon zu machen. Dieser Artikel kommt mir am authentischsten vor, denn sämtliche anderen Äusserungen seitens der US-Streitkräfte oder welcher Politiker auch immer, wirken auf mich rein taktisch und gleichmacherig.

Mich würde echt mal interessieren, was passiert, wenn Osama-Bin-Laden doch noch gefangen wird, sind dann die Probleme gelöst für die Amerikaner? Sind dann plötzlich alle Menschen "lieb"?

;o)

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