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Weltkriegsgedenken mit Merkel, Trump und der Queen: Blick zurück in die Hölle
Guillaume Souvant/ AFP

Sogar Donald Trump hielt sich zurück. Bei den D-Day-Feierlichkeiten in Portsmouth demonstrieren Staats- und Regierungschefs Einigkeit wie schon lange nicht mehr. Den rührendsten Moment lieferte ein 99-Jähriger.

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volker1840 05.06.2019, 18:51
1. Warum eingeladen?

Dass man als deutscher Staatschef/Kanzlerin bei den Feierlichkeiten die Befreiung Europas vom Joch des Faschismus betreffend überhaupt eingeladen wird ist schon ein starkes Symbol. Allerdings weiss ich nicht inwiefern dies einen Sinn macht als einziger Bösewicht unter all den Guten. Jedenfalls ist die deutsche Fahne nicht an dem dekorativen Flaggenbogen zu sichten der den Festpavillon einrahmt und das ist rechteigentlich auch ganz so.

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Newspeak 05.06.2019, 18:52
2. ...

"Das britische Verteidigungsministerium hatte die D-Day-Feierlichkeiten, die in Portsmouth noch mehrere Tage fortgesetzt werden, als "größtes britisches Militärspektakel der jüngeren Geschichte" angekündigt."

Wenn man wirklich aus der Geschichte gelernt haette, wuerde man jede Form des Militaers ablehnen. Denn selbst eine Armee, die ein anderes Land von der Tyrannei befreit, befreit sich selbst nicht von ihrer eigenen Definition, das Toeten von Menschen als Ziel zu haben. Das ist immer menschenverachtend.

Mir waere ein Veteran lieber, der das erkennt, und seine Orden wegschmeisst.

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huckfin 05.06.2019, 19:22
3. Bitte nicht relativieren!!

Zitat von Galluss
6.000 Tote, die meisten in dem militärischen Führungsdesaster der Amerikaner an Ohama-Beach, deuten nicht gerade auf eine grosse Schlacht. In der Schacht am Kursker Bogen verlor ein Jahr früher die Rote Armee offiziell 863.303 Mann, davon 254.470 Tote und Vermisste, doch könnten es auch nahezu doppelt so viele gewesen sein. Die deutschen Verluste betrugen in dieser Zeit etwa 170.000 Mann, davon 46.500 Tote und Vermisste (https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article179720658/Kampf-um-Kursk-1943-War-die-groesste-Schlacht-wirklich-die-Wende-des-Krieges.html). Es war auch die Hölle für die deutschen Soldaten (meist Wehrpflichtige), von denen 200.000 gefallen sind und ebenso für die französischen Zivilisten, die von den Alliierten erbarmungslos bombardiert wurden. Auch so eine verschwiegene Brutalität von Seiten der Alliierten. Wie deren Befehl, keine Gefangenen zu machen. Einen solchen Befehl (Kommissar-Befehl) kreidete man in den Nürnberger Prozessen nur der deutschen Führung an, nicht Eisenhower, nicht Montgomery.
Bitte seien Sie still und lassen Sie das Relativieren. Das war alles schlimm genug.

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Bernd.Brincken 05.06.2019, 19:24
4. Gedenken

Die Operation Overlord war zweifellos ein besonders dramatischer und verlustreicher Meilenstein im Krieg gegen Hitlerdeutschland.
Bei Formeln wie "Blick in die Hölle" sollte man aber die Ostfront im Hinterkopf haben, wo die Verluste der roten Armee weit weit über jenen der Alliierten an der Westfront lagen.
Das deutsche Weltkriegsgedenken legt, auch seitens der Politik, einseitig das Gewicht nach Westen. Putin ist vor fünf Jahren in die Normandie gekommen, Gegenbesuche am 9. Mai in Moskau blieben aus.

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vulcan 05.06.2019, 19:28
5.

Zitat von Galluss
6.000 Tote, die meisten in dem militärischen Führungsdesaster der Amerikaner an Ohama-Beach, deuten nicht gerade auf eine grosse Schlacht. In der Schacht am Kursker Bogen verlor ein Jahr früher die Rote Armee offiziell 863.303 Mann, davon 254.470 Tote und Vermisste, doch könnten es auch nahezu doppelt so viele gewesen sein. Die deutschen Verluste betrugen in dieser Zeit etwa 170.000 Mann, davon 46.500 Tote und Vermisste (https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article179720658/Kampf-um-Kursk-1943-War-die-groesste-Schlacht-wirklich-die-Wende-des-Krieges.html). Es war auch die Hölle für die deutschen Soldaten (meist Wehrpflichtige), von denen 200.000 gefallen sind und ebenso für die französischen Zivilisten, die von den Alliierten erbarmungslos bombardiert wurden. Auch so eine verschwiegene Brutalität von Seiten der Alliierten. Wie deren Befehl, keine Gefangenen zu machen. Einen solchen Befehl (Kommissar-Befehl) kreidete man in den Nürnberger Prozessen nur der deutschen Führung an, nicht Eisenhower, nicht Montgomery.
Es gab nie einen Befehl von Eisenhower, Montgomery oder sonstwem auf allierter Seite "keine Gefangen zu machen". Das ist eine glatte Lüge.
Es ist auch zumindest irreführend, zu behaupten, die Allierten hätten 'erbarmungslos franz. Zivilisten bombardiert'. Im Falle von Caen handelte es sich um die fehlgegangene Bombardierung deutscher Stellungen rund um Caen. Dass Verluste unter der franz. Zivilbevölkerung einkalkuliert waren, ist etwas ganz anderes (weil unvermeidlich) als 'erbarmungslos'.

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MisterD 05.06.2019, 19:29
6. Man kann diesen Leuten nicht genug danken...

dass sie all diese Qualen auf sich genommen haben, um Europa zu befreien. Und vor allem auch dafür, dass sie mit dem deutschen Volk nicht das gemacht haben, was die Wehrmacht vorher jahrelang mit anderen Völkern angestellt hatte...

Es war klar, dass hier wieder irgendwelche Hanseln kommen, die alles mögliche gegeneinander aufrechnen.
Denen sei gesagt:

Wer mit dem Krieg anfängt und in den ersten Kriegsjahren jubelnd und singend halb Europa überrennt, der darf sich am Ende nicht wundern, wenn er dafür die Quittung bekommt.
Ich gehe davon aus, dass bis Mitte 1942 der größte Teil der Wehrmachtssoldaten nicht davon überzeugt waren, dass sie etwas Falsches oder Unrechtes tun.
Natürlich soll man auch den deutschen Soldaten gedenken, keine Frage. Aber Vorwürfe gegen die Alliierten sind fehl am Platz...

Schlacht im Kursker Bogen mag ja sein.
Aber ohne die Front im Westen wäre es der Wehrmacht vermutlich möglich gewesen, die Front im Osten zu halten. In jedem Fall wären dort noch viel mehr russischen Soldaten gefallen, hätte es die Landung in der Normandie (und auf Sizilien) nicht gegeben...

Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie der Kriegsverlauf ausgesehen hätte, wenn ohne Landung in der Normandie der Krieg im Mai 1945 nicht zu Ende gewesen wäre und die neuen Waffen wie Strahlflugzeug oder moderne U-Boote noch in größeren Zahl in den Kampf hätten eingreifen können.
Vielleicht würde die Hakenkreuzfahne dann heute noch am Reichstag hängen... eine schaurige Vorstellung...

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vulcan 05.06.2019, 19:31
7.

Zitat von Newspeak
"Das britische Verteidigungsministerium hatte die D-Day-Feierlichkeiten, die in Portsmouth noch mehrere Tage fortgesetzt werden, als "größtes britisches Militärspektakel der jüngeren Geschichte" angekündigt." Wenn man wirklich aus der Geschichte gelernt haette, wuerde man jede Form des Militaers ablehnen. Denn selbst eine Armee, die ein anderes Land von der Tyrannei befreit, befreit sich selbst nicht von ihrer eigenen Definition, das Toeten von Menschen als Ziel zu haben. Das ist immer menschenverachtend. Mir waere ein Veteran lieber, der das erkennt, und seine Orden wegschmeisst.
Dazu müsste aber die gesamte Menschheit aus der Geschichte gelernt haben; und zwar zu 100%. Ansonsten ist Verteidigungsbereitschaft nach wie vor ein wichtiger Eckpfeiler jeglicher Freiheit.

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WolfThieme 05.06.2019, 19:34
8. Sabbelpötte

Ich bin auf den riesigen Soldatenfriedhöfen in der Normandie gewesen und meine, wir Deutschen sollten an diesem Gedenktag einfach mal die Klappe halten. Danke.

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pulverkurt 05.06.2019, 19:35
9. Re: Bitte nicht relativieren!

Zitat von huckfin
Bitte seien Sie still und lassen Sie das Relativieren. Das war alles schlimm genug.
Danke, das wollte ich auch gerade schreiben. Diese ewiggestrigen Relativierer, die hier Lügen und Halbwahrheiten verbreiten, braucht hier kein vernünftiger Mensch. Niemand bestreitet, dass die Invasion für alle Beteiligten furchtbar war.

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