Forum: Politik
Weltkriegsgedenken von Macron und Merkel: Die unvollendete Versöhnung
ETIENNE LAURENT/EPA-EFE/REX

Angela Merkel und Emmanuel Macron wollen Europa mit ihrem gemeinsamen Weltkriegsgedenken im besten Licht zeigen. Aber die Versöhnung der Völker ist noch lange nicht vollendet.

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kratzdistel 11.11.2018, 12:05
120. eliten waren das nicht

Zitat von RaKader
Der Autor irrt – die deutsch-französische Freundschaft ist als Elitenprojekt gestartet und die meisten Initiativen sind von Eliten ins Leben gerufen worden. Sie begann mit dem Besuch Konrad Adenauers im Privathaus von Charles deGaulle und reichte später bis in die Schüleraustausche hinein – allerdings nur in Baden-Württemberg und dem Saarland, vielleicht von Rheinland-Pfalz. Seien wir ehrlich, die anderen Bundesländer wussten diese Freundschaft nie mit Leben zu füllen. Die Freunschaft war außer dem Südwesten Sonntagsreden vorbehalten. Weil es keine gemeinsame Grenze gibt und damit keine direkte, unmittelbare Geschichte, die sich durch die Familienstammbäume zieht?
Adenauer hatte als gewählter Bundeskanzler dazu die politische Legitimation und Charles de Gaulle auch.
wir hessen sind kein Grenzland zu Frankreich, aber bei uns werden Freundschaften seit Jahrzehnten entgegen ihrer auffassung zu gemeinden Frankreichs gepflegt. es gibt auch regelmäßigen Schüleraustausch, und es gab auch austausch von polizisten . mein bruder war anfang 60 nach seiner bundeswehrzeit ein halbes jahr in metz an einer schule tätig. also nicht nur die Grenzländer sind aktiv. zur freundschaft gehören immer zwei und wenn manche einschläft liegt es meist am organisationsaufwand wie das in vielen vereinen hier auch ist. reisen in die dordogne sind ja sehr weit. es sind oft die kleineren dingen, die menschenverbinden und nicht nur das aushändigen von Urkunden etc. wie nach der grenzöffnung zur DDR, hat die Jugend das böse meist verdrängt und sind nicht schuldig, für das was war. deshalb ist der blick nach vorne wichtiger. wir sollten heute glücklich sein, dass wir freizügigkeit in Europa haben. diese müssen wir gegen nationalistische bestrebungen auch bewahren.z. B. die höhlenrettung in Bayern war eine teamleistung von rettern aus vielen unionsstaaten. früher wurden rettungsflüge in ein fremdes land oft nicht erlaubt und heute ist das kein Problem. wir haben durch das schengenabkommen heute weniger straftaten in deutschland. alles andere ist eine mär ! und statistisch widerlegt. warum wohl: durch Schengen arbeitet die polizei der unionsstaaten
viel enger zusammen. nacheile der Polizei ins fremde Unionsland nach flüchtenden Straftätern endet nicht mehr am grenzzaun wie einst. ein Tourist aus den heutigen unionsstaaten durfte früher für drei monate ohne visa einreisen. der ausländische straftäter hatte nach begehung seiner tat hier die heimatgrenze als schutz vor weiterer Verfolgung. natürlich sind im Grenzland die direkten kontakte häufiger und dadurch auch intensiver möglich. Annegret-Kramp-Karrenbauer als Saarländerin wäre die ideale brückenbauerin zu frankreich nach Merkel.

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gunpot 11.11.2018, 12:14
121.

Zitat von pacificwanderer
seit Jahrzehnten (ca den 70ern) werden Deutsche in Frankreich und Franzosen in Deutschland mit Sympathie und Respekt empfangen. Die Jugendbewegung welche Adenauer und de Gaulle traegt mit Schueleraustausch, Auslandsstudium und offenen Grenzen erheblich dazu bei. Natuerlich muessen wir Deutschen uns fuer die Taten unserer Vorfahren schaemen. Vergeben und fuer eine gemeinsame Zukunft arbeiten ist die gegenwaertige Maxime!
Sie sprechen mir aus der Seele. Der Artikel ist purer Quatsch. Der Verfasser scheint Wahrnehmungsschwierigkeiten zu haben. Die deutsch- frz. Freundschaft schwankt nicht auf unsicherem Boden. Im Gegenteil, sie ist schon seit langem unumkehrbar geworden, egal wer Präsident in Paris oder Kanzler in Bonn oder Berlin gewesen ist, Ich selbst bin mit einer Französin verheiratet. Wir beide finden uns sehr gut integriert in dem jeweiligen Mutterland. Merkel und Macron: je vous appelle, bitte alles aussitzen, was diese Unkenrufe hervorgerufen hat. Vive l'amitié franco-allemande. Wir hatten schon immer mehr von dem, was uns einte und wenig, was uns trennte.

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mistersteve 11.11.2018, 12:19
122. Wie andere bereits sagten: zu schwarzmalerisch

Bei diesem Thema oder den ganzen tagespolitischen Problemen fällt mir immer wieder ein, was mir ein Bekannter aus Frankreich (mit dem sich in denn folgenden Jahren eine sehr gute Freundschaft entwickelte) schon 1988 sagte: "Zwischen den Bürgern in Frankreich und Deutschland würde alles völlig problemlos laufen, wenn nur nicht die Politiker dauernd dazwischenfunken und Mist bauen würden!"
Natürlich gibt es Mentalitätsunterschiede zwischen Deutschen und Franzosen, und im Laufe der Jahre und mit fortschreitendem Alter merkt man sie deutlicher bei Aufenthalten in Frankreich und im Umgang mit den Freunden und guten Bekannten in Frankreich. Aber da ist nichts, was sich nicht mit etwas Offenheit und einen Gespür dafür, das gewisse Unterschiede normal sind, ausräumen ließe (auf die Idee, dass alle Völker genau gleich sind und denken, können auch nur unverbesserliche Träumer einer "europäischen Nation" kommen, die den Gedanken des "Europa der Vaterländer" nicht begriffen haben).

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sven2016 11.11.2018, 12:19
123. Die Freundschaft steht.

Die Erfolge der letzten Jahrzehnte haben eine vorurteilsfreie und weitgehend entspannte Beziehung von Deutschen und Franzosen erreicht. Die Europäischen Gemeinschaften und die EU wurden von beiden Ländern vorangebracht.

Man vergleiche die vorherigen Jahrhunderte der „Erzfeindschaft“, in denen z.B. Bayern stets auf der Seite Frankreichs gegen „die Deutschen“ Krieg führte.

Mit Frankreich und Deutschland gibt es keinen Nachholbedarf.

Bei Bayern bin ich mir nicht sicher.

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harald441 11.11.2018, 12:27
124. Es ist schon erstaunlich

wieviele Länder der Erde nach Kriegsbeginn dem Kaiserreich Deutschland den Krieg erklärt hatten, ohne daß wir diesen das geringste getan hätten. Fast ganz Südamerika - die wollten sich am Eigentum der recht erfolgreichen und dorthin ausgewanderten Auslandsdeutschen bereichern - , Japan ebenso, Kanada, die USA, Australien (was hatten die in Europa zu suchen!), nicht zuletzt Großbritannien aus Handelsneid, durch dessen unsinnige Kriegserklärung der lokale europäische Konflikt, der durchaus beherrschbar gewesen wäre, erst zu einem Weltkrieg ausgeweitet wurde.
Aber heutzutage wird ja unseren Kindern in der Schule beigebracht, daß es stets andere Länder waren, die Deutschland "überfallen" hatte....

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poitierstours 11.11.2018, 12:43
125. Shell Shock

Das Requiem of War "Shell Shock", das gestern von ARTE aus der Pariser Philharmonie zeitversetzt übertragen worden ist, zeigt, dass bis in die in die Gesellschaft und Politik hinein, posttraumatische Stoßwellen bis in unsere Zeit immer wieder notwendig sind. Eine beeindruckende Aufführung, die unsere Rezeptoren für Empathie für das unsagbare Elend schmerzhaft penetrierte. Versöhnung kann vielleicht vollendet werden, nicht aber das Vergessen.

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kajoter 11.11.2018, 12:59
126. @ #124

Zitat von harald441
wieviele Länder der Erde nach Kriegsbeginn dem Kaiserreich Deutschland den Krieg erklärt hatten, ohne daß wir diesen das geringste getan hätten. Fast ganz Südamerika - die wollten sich am Eigentum der recht erfolgreichen und dorthin ausgewanderten Auslandsdeutschen bereichern - , Japan ebenso, Kanada, die USA, Australien (was hatten die in Europa zu suchen!), nicht zuletzt Großbritannien aus Handelsneid, durch dessen unsinnige Kriegserklärung der lokale europäische Konflikt, der durchaus beherrschbar gewesen wäre, erst zu einem Weltkrieg ausgeweitet wurde. Aber heutzutage wird ja unseren Kindern in der Schule beigebracht, daß es stets andere Länder waren, die Deutschland "überfallen" hatte....
Ohne zu differenzieren kommt man zu keinem guten Resultat. Das gilt für kriegsauslösende Gründe genauso wie für die Unterrichtsinhalte unserer Kinder.

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tpro 11.11.2018, 13:03
127.

Zitat von spon_5217121
Nach dem II Weltkrieg wäre es ein erforderlicher Akt der Vernunft gewesen auf dem Schlachtfeld der Somme,auf dem über 70 000 ungeborgene(!) gefallene Soldaten im Erdreich ruhen,einen Tempel der Mahnung,ein Kongresszentrum der Internationalen Diplomatie zu errichten,um den Abgesandten-auf den Gebeinen der Kriegstoten tagend- ihre Verantwortung für Frieden ins Gewissen zu hämmern.
Man muß keinen neuen Tempel bauen. Den gibt es schon.

"...Das Beinhaus befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Ortschaft Douaumont. In ihm werden die Gebeine von über 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt...."

https://de.wikipedia.org/wiki/Beinhaus_von_Douaumont

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localpatriot 11.11.2018, 13:07
128. Warum schreiben Spiegel und Le Monde eine gemeinsame Geschichte

Wollte eigentlich nichts weiter zu diesem Thema schreiben.
Habe gerade die Gedenkfeier in Paris angeschaut.
Präsident Macrons Rede war überlegt, gefühlvoll und versöhnlich.
Die Kanzlerin sass neben Presdent Trump und beide zeigen im Profil eine auffallende Familien Ähnlichkeit.

Aber hier mein Beitrag:
Wenn man gewisse geschichtliche Hinweise im Forum liest, dann erkennt man Ansätze, jedoch keine klare Übersicht in den Beiträgen.

Wie wäre es wenn Spiegel eine Ausgabe der deutsch französischen Geschichte herausgäbe , wobei ein französisches Journal dieselben Themen ebenfalls behandelt. Alles im zwei Spalten Format.

Dann könnte man wenigstens vergleichen und sehen wo die Unterschied liegen.

Und die nächste Gedenkfeier wird dannim nächsten Jahr 80 Jahre Kriegsanfang WK2. Und bis dorthin sollte die Auflage vorliegen.

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tpro 11.11.2018, 13:13
129.

Zitat von sven2016
Die Erfolge der letzten Jahrzehnte haben eine vorurteilsfreie und weitgehend entspannte Beziehung von Deutschen und Franzosen erreicht. Die Europäischen Gemeinschaften und die EU wurden von beiden Ländern vorangebracht. Man vergleiche die vorherigen Jahrhunderte der „Erzfeindschaft“, in denen z.B. Bayern stets auf der Seite Frankreichs gegen „die Deutschen“ Krieg führte. Mit Frankreich und Deutschland gibt es keinen Nachholbedarf. Bei Bayern bin ich mir nicht sicher.
"... Bayern stets auf der Seite Frankreichs gegen "die Deutschen" Krieg führte..."

Es waren nicht "die Deutschen", sondern Preussen.

https://www.historicum.net/themen/pompadour-und-ihre-zeit/krieg-und-politik/pompadour-und-bayern/artikel/2-die-politisc/


Bayern hatte es nochmals, auf Seiten der Österreicher, versucht.

https://www.welt.de/geschichte/article166392351/Bayern-verliert-seine-letzte-Schlacht-gegen-Preussen.html

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