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Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche: Paragraf 219a - der Streit und der Kompromi
DPA

Die Regierung hat den Weg für einen Kompromiss zum Werbeverbot für Abtreibungen geebnet. Beigelegt ist der Streit um den Paragrafen 219a damit noch nicht. Was sieht die geplante Reform vor - und wie geht es weiter?

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anboes 13.12.2018, 14:22
1. So geht politisch u. juristisch Demagogie!

Aus einem Hilfeangebot einer Ärztin vor dem Hintergrund des Frauenelends so vieler Frauen, wird eine Verdrehung zu
einer "Werbung für Schwangerschaftsabbrüche"!

Mir ist keine Persönlichkeit bekannt, die freudig und leichtfertig oder profitabel einen Schwangerschaftsabbruch geplant, angeboten oder unterstützt hätte. Oder leichtfertig eine Schwangerschaft wollte!

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zeussweinstein 13.12.2018, 14:54
2. SPD: Ein weiterer Schritt in den Abgrund...

... mit diesem faulen Kompromiss. Die SPD hatte im Frühjahr richtigerweise die Aufhebung des § 219a gefordert. Nahles, Angst um ihre Pfründe, hat den Antrag zurückgezogen, aus Rücksicht auf die CDU und um die Koalition nicht zu gefährden. Wieviel Rücksicht nimmt denn die CDU auf die SPD? Und wie weit will sich die SPD denn noch prostituieren? Es bleibt ein unsägliches Trauerspiel. Und nebenbei: Die Eliminierung dieses § ist längst überfällig. Eine Frau entscheidet, ob sie abtreibt oder nicht. Und ein Arzt muss !! in der Lage sein dürfen, darüber umfassend aufzuklären und diesem Wunsch zu entsprechen. Alles andere ist Steinzeit. Aber dahinter steckt wieder einmal die Bigotterie der alten weißen Männer der CDU/CSU. Sie haben noch immer nicht begriffen, dass ihre Zeit abgelaufen ist.

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touri 13.12.2018, 14:56
3.

"Die SPD hat ihren Antrag im März allerdings aus Rücksicht auf die Union zurückgezogen."

"Nahles wiederum will verhindern, dass die Sozialdemokraten nicht zusammen mit der CDU/CSU abstimmen - denn das könnte den Fortbestand der Großen Koalition erneut gefährden."

Diese zwei Sätze sind ein schönes Beispiel dafür, warum es mit der SPD seit Jahren bergab geht und warum der erneute Eintritt in eine Koalition mit der CDU ein großer Fehler war. Genau bei solchen prestigeträchtigen Themen hätte die SPD Punkte bei den Wählern sammeln, aber man entschied sich dafür lieber seine Pöstchen für noch eine Legislaturperiode zu verteidigen, getreu nach dem Motto, nach mir die Sintflut.

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Knuffelbeest 13.12.2018, 14:59
4. Kompromiss =

der kleinste gemeinsame Nenner oder in anderen Worten die absolut unbefriedigenste Lösung. Schafft den Schwachsinnsparagraphen ab, es ist ja nicht so, dass ein Schwangerschaftsabbruch der "easy way out" ist ...

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vantast64 13.12.2018, 15:00
5. Frei nach Tucholskys "Einführung der Prügelstrafe":

Zentrum (CDU) dafür, SPD dagegen.
Kompromiß durch SPD: "Ja, aber nicht zu feste!"

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BettyB. 13.12.2018, 15:04
6. Toll

Wieder eine Bestätigung die SPD nicht zu wählen, obwohl Nahles ja eigentlich schon reichte.

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jo125 13.12.2018, 15:08
7. Peinlich

Dass die CDU als erzkonservative Partei und katholisch geprägt dagegen ist, war klar. Dass die SPD aus reinem Machterhalt und gegen die eigene Überzeugung hier "zu Kreuze kriecht", ist mir als SPD-Mitglied peinlich und lässt mich meine 30jährige Mitgliedschaft überdenken. Ich bin nicht Mitglied, um irgendwelchen Pfeifen das Ministeramt zu sichern. Aber zumindest: Der nächste Wahlkampf läuft ohne mich.

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madameping 13.12.2018, 15:09
8. Brav bürgerliches Frauenbild

Eigentlich leben wir immer noch in der Adenauer-Ära, besonders, wenn es um Kinder geht. Während früher die Qualität einer Frau nach der Anzahl ihrer Kinder bemessen wurde und ihrer mütterlichen Ausstrahlung an sich, so steht heute eher eine Art der Verbrüderung mit Kindern Pate für eine Gebärfreudigkeit, die inzwischen auch irgendwie unsere Männer ergriffen hat.
Wir vergessen dabei völlig, dass diese Denkweise genau so in Gut und Böse einteilt wie einst.
Frauen, die keine Kinder haben und damit leben können, gelten schnell als egoistisch. Besonders schlimm trifft es die, die keine Kinder wollen. Da versteht der Deutsche keinen Spaß und vergisst seinen ständigen Ruf zur Toleranz.
Das Gezerre um den § 219a StGB macht einmal mehr deutlich, in welchen Gut- und Böse-Bahnen wir eigentlich immer noch denken. Als würde es Frauen leicht fallen, Leben in sich zu töten, wird hier ein Paragraf verteidigt, der weniger den Schutz des ungeborenen Lebens hervorhebt, als vielmehr die Sorge, Ärzte könnten sich daran bereichern.
Doch geht es wirklich darum? Geht es nicht vielmehr um den bornierten Schutz der eigenen erzkonservativen Werte - der soweit geht, dass sich die Union einfach nicht von der Vorstellung der bösen und guten Frau lösen kann...

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poetnix 13.12.2018, 15:13
9.

Diese Lösung ist wischi-waschi vom feinsten !
Schon die Verkündung des "NIchts" war eine Offenbarung.
Mehrere Männer und zwei Frauen, stellvertretend für Frauen allg.
Wer verkündete in voller Machtstellung ?
Der Mann als Kanzleramtsminister und nicht die Frauen, die es anginge.
Eine lächerliche Veranstaltung der Macht- und Versagensdemonstration.

Hallo, es geht um die Rechte der Frauen in Situationen, die nicht schwieriger sein könnten und schon rein biologisch von Männern nicht nachvollzogen werden können !

Hier sollten sich insbesondere die in die jahre gekommenen und schon angegrauten Herren raushalten.

Das Problem spielt zumeist in einer anderen Altersliga einer noch nicht voll durchorganisierten Lebens- und Sozialsituation.

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