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Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche: Paragraf 219a - der Streit und der Kompromi
DPA

Die Regierung hat den Weg für einen Kompromiss zum Werbeverbot für Abtreibungen geebnet. Beigelegt ist der Streit um den Paragrafen 219a damit noch nicht. Was sieht die geplante Reform vor - und wie geht es weiter?

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johannes48 13.12.2018, 16:02
20. Erschreckende Diskusion,

hier wird ein ungeborenes Kind als „Zellhaufen“ bezeichnet. Dieser „Zellhaufen“ wird daher zum „lebensunwerten Leben“ und darf daher abgesaugt und auf dem Müll entsorgt werden!
Für diese Barbarei soll jetzt auch noch öffentlich geworben werden!
Abtreibung ist in Wirklichkeit Euthanasie! Die Abtreibung in Deutschland, hat wohl um die 8.000.000 ungeborener Kinder umgebracht! Diese werden jetzt, durch illegale Masseneinwanderung ersetzt! Ich nenne das einen Genozid am Deutschen Volke!
Alles dies wurde und ist möglich durch die nach dem II. Weltkrieg eingesetzte „Umerziehung“ des Deutschen Volkes!

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Celegorm 13.12.2018, 16:06
21.

Zitat von practicus
genügt doch das immer noch bestehende Werbeverbot für Ärzte, das lediglich eine allgemeine Information, nicht aber "anpreisende, vergleichende und marktschreierische" Werbung erlaubt.
Ganz genau: Werbung (im eigentlichen Sinne des Wortes) für medizinische Dienstleistung ist generell nicht erlaubt. Der Zweck des jetzigen Paragraphen bzgl. Abtreibungen liegt also nur darin, "Werbung" dahin gehen umzuinterpretieren, dass alleine schon der nüchterne Verweis auf vorgenommene Dienstleistungen strafbar wird. Also als würde man anderen Ärzten verbieten, darauf zu verweisen, dass sie ein Röntgengerät haben, in Sortmedizin spezialisieren oder homöopathische Zusatzleistungen anbieten (was wenn schon eher zu verbieten wäre..).

Sofern der bestehende Paragraph so überarbeitet werden soll, dass solche Informationen nicht mehr darunter fallen, dann ist dieser insgesamt hinfällig, weil eben Werbung an sich so oder so nicht erlaubt ist. Weshalb dieser gleich abschafft werden könnte, ausser die "Reform" ist als Mogelpackung angedacht, die letztlich keine Veränderung bewirkt.

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China 13.12.2018, 16:15
22. Falsche Herangehensweise

Im Jahr 2017 gab es rund 101.200 Schwangerschaftsabbrüche, monatlich ca 8.430.
Ca 3 % der betroffenen Frauen waren unter 18 Jahren.
In ca 4 % der Fälle waren medizinische und kriminologische Indikationen die Begründung für den Abbruch.

Die richtige Herangehensweise wäre meiner Meinung nach:
- Herausfinden, wieso so viele erwachsene Frauen ungewollt Schwanger werden.
- Auf die Antwort dieser Frage reagieren.

Käme zum Beispiel heraus, dass sich viele Frauen keine Verhütungsmittel leisten können, dann könnte die kostenlosen Abgabe von Verhütungsmitteln eine Maßnahme sein.

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Cpt. Miller 13.12.2018, 16:15
23.

Ich finde durchaus, dass mit dem Thema leichtfertig umgegangen wird. Was kaum beachtet wird ist, dass Abtreibung alle Tatbestandsmerkmale (mindestens) eines Totschlags erfüllt. Wenn Egoismus der Grund ist sogar glatter Mord.

Das wird umgangen, indem man den begriff "Mensch" einfach so definiert wie es einem passt.

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madameping 13.12.2018, 16:20
24.

Zitat von Mikle
Das Thema ist mal wieder beste Gelegenheit unsachlich und mit bösartigen Unterstellungen zu reagieren. Sachlichkeit ist out, linke Polemik in.Kann mir irgendjemand erklären, warum sachliche, freundliche, offene Information als erzkonservative, reaktionäre, katholische Unterdrückung zu gelten hat? Werbung für Abtreibungspraxen in freundlichem Ambiente, mit leiser Musik (wie in der Zahnarztwerbung), Hinweise für Sonderangebote usw., eben werbetypisch, sollen objektiver, aufklärender sein, als Nüchternheit im Gespräch? Und wenn jemand meint nun nach 30 wegen des Themas die SPD verlassen zu müssen, ok, wunderbar dann tun sie es bitte. Das Thema Abtreibung ist für die Betroffenen, und nicht nur für Frauen, von seelischer, körperlicher existenzieller Bedeutung. Es ist nicht geeignet für linkspropagandistisches Parteitagsgebrüll.
Also, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann gehen Sie allen Ernstes davon aus, dass in den entsprechenden Arztpraxen "Hinweise für Sonderangebote" gemacht werden? Und dass es offensichtlich nur zwei Kräfte bei Ihnen gibt: einerseits die linke Polemik (die offensichtlich aus Ihren Augen für Abtreibung wirbt (!)) und andererseits die erzkonservative, katholische Seite, (die sachlich und freundlich bleibt) - während Sie gleichzeitig das freundliche Ambiente und die leise Musik in sogenannten Abtreibungspraxen monieren.
Was schwebt Ihnen denn vor? Ein kalter verschmierter Küchentisch mit einem Kurpfuscher, damit den Frauen die unkatholische "Lust" aufs "abtreiben" vergeht?
Nennen Sie das sachlich? Nennen Sie das freundlich??? Glauben Sie, eine Frau vor sich selbst schützen zu müssen? Glauben Sie, eine Frau mit derartigen Methoden vor sich selbst schützen zu können? Halten Sie Frauen für so unmündig, dass man ihnen den Eingriff erklären muss? Und halten Sie schlussendlich die Frauen nicht für letztlich so böse, dass es ihnen, wenn nicht schon für das ungeborene Leben, doch wenigstens um den seelischen Schutz des/der bedauernswerte/n Arzt/Ärztin gehen sollte??? Ist das wirklich Ihr Ernst?
Sie dürfen mich jetzt gerne für zynisch halten, tatsächlich konfrontiere ich Sie nur mit Ihren eigenen Worten - die keineswegs freundlich sind. Im Gegenteil.

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skeptikerin007 13.12.2018, 16:27
25. Manche wollen staatlich sanktionierte Tötung

Zitat von jan07
Auch Sie werden das Dilemma nicht lösen können, dass in dem Bauch, der zweifelsfrei der Frau gehört, gerade ein neues menschliches Leben entsteht, das eben nicht mehr nur allein der Frau gehört, sondern ein eigenes Recht auf Schutz hat. Mit Religion hat das nichts zu tun, sondern schlicht und einfach mit Biologie. Der Schutz von Kindern ist völlig zu Recht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, vor und nach der Geburt. Hier gibt es noch einiges zu verbessern. Die Abschaffung des Paragraphen 218 löst aber keines dieser Probleme.
Statt Kindstötung müsste Frau vermeiden, dass sie in diese Lage kommt. Die immer aufgeführten Schwangerschaften nach einer Vergewaltigung sind minimal und in der Lage muss jede Frau selber und allein entscheiden, ob sie ein Kind austrägt. Aber warum kämpfen nicht die Abtreibungsbefürworter für die kostenfreie Verschreibung der schützenden Pillen?
Ich bin auch der Meinung, die Ärztin hat aus kommerziellen Gründen annonciert. Die Liste der Ärzte und Ärztinnen, die gerne Abtreibungen vornehmen, soll bei der Anbieter zu Verfügung sein, die sowieso die Frauen beraten. Z.b. Pro Familia

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karlsiegfried 13.12.2018, 16:41
26. Wo gibt es denn Sonderangebote für Abtreibungen ....

... welche massiv beworben werden? Was gibt es denn da zu verbieten? Das ist doch ein Witz. Glauben denn diese Weicheier der SPD und CDU/CSU denn wirklich, dass eine Frau Spass und Freude an einer Abtreibung hat und nun den billigsten Anbieter sucht, wie bei den Zahn- oder den Augenärzten? Das ist doch die reinste Diskriminierung von Frauen und Ärzten. Frauen die in Gelddschwimmen suchen sich irgendwo eine 1.Klasse-Klinik, davon gibt es auch genug. Und die Putzfrau, die sich mit einem Kind das Leben versaut, weil sie es nicht mit Hartz IV ernähren und erziehen will oder kann muss sich mühsam eine Ärztin suchen, weil diese nicht schreiben oder 'werben' dürfen 'ich treibe ab'. Das Mittelalter lässt grüssen.

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viceman 13.12.2018, 16:45
27. genau wegen solcher

"kompromisse" steht die spd am abgrund. es braucht nicht einmal jemanden , um sie da runterzustürzen, das machen die sozen schon selbst. die sind so nutzlos, wie ein kropf und es wird immer schlimmer mit denen...

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madameping 13.12.2018, 16:54
28.

Zitat von jan07
(...) Der Schutz von Kindern ist völlig zu Recht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, vor und nach der Geburt. Hier gibt es noch einiges zu verbessern. Die Abschaffung des Paragraphen 218 löst aber keines dieser Probleme.
Es geht nicht um die Abschaffung des § 218 StGB, sondern es geht um den Kompromiss um den § 219a StGB - und die Beurteilung der Haltung der SPD - die bisher für die Abschaffung des § 219a StGB plädiert hatte und nun einknickt.

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haarer.15 13.12.2018, 16:54
29.

Zitat von Olaf Köhler
Wenn eine Ärztin informiert, ist das doch keine Werbung! Es sei denn, sie würde "Werbespots" im TV schalten - zu den besten Sendezeiten. Werbung und Information gleichzusetzen ist schon mehr als dämlich. Dieser wieder mal sehr faule Kompromiss zeigt das ganze Dilemma der Koalition: Immer muss es eine "Nichtentscheidung" sein, die keinem weh tut. Auf der Strecke bleiben wieder mal die Betroffenen selbst - die Frauen, die sich zu der schwierigen Entscheidung durchgerungen haben und die Ärzteschaft, die sachlich informieren möchte.
Völlig richtig. Mir scheint, dass die CDU nicht wirklich weiß oder bewusst ausblendet, was Werbung ist und was sachliche Information. Für mich reitet diese Rückwärts-Partei mit dem Paragraphen 219 a ein totes Pferd.

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