Forum: Politik
Whistleblowerin Chelsea Manning: "In hohem Maße ungerecht"
AP Photo/U.S. Army

35 Jahre Haft lautete das Urteil der USA gegen WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning. Jetzt hat sie dagegen Berufung eingelegt.

Seite 1 von 6
Sprühregen 20.05.2016, 08:34
1. Verknastet gehören G.W. Bush, Rumsfeld, Condi, Cheney, Perle usw.

nicht die Überbringer der schlechten Nachricht... alles andere erinnert an Rechtssysteme wie im Altertum.

Beitrag melden
dreamrohr2 20.05.2016, 08:37
2. Free manning !

die Akte Manning zeigen, wie die anderen, z.B. Assange oder Snowden, dass Gerechtigkeit welche dem Menschen dient, aber gegen die USA ist, für die USA keine Gerechtigkeit ist. Und da frage ich mich, wie kann eine so gestrickte Nation von sich behaupten, die größte Demokratie zu sein???
Dass eine Nation seine Interessen schützt, darüber will ich ja nicht meckern, aber Recht muss Recht bleiben und dürfte nicht je nach Interesse ausgelegt werden. Vielleicht verstehe ich auch zu wenig über Spionage und sonstigem Zeug und sicher müssen auch hier, Werte und Knowledge geschützt bleiben. Aber betrachtet man die Akte Manning, können wir nur dankbar sein für ihren Mut, uns zu zeigen welches Gesicht die USA im Umgang mit Zivilisten und Kinder in ihren Kriegen, hat.

Beitrag melden
murksdoc 20.05.2016, 09:00
3. Leider

hat die amerikanische Miltitärgerichtsbarkeit im Falle amerikanischer Psychiater, die nicht an Folterungen irakischer Kriegsgefangener teilnehmen wollten, bereits festgestellt, dass die sogenannte "Nuremberg Defense", das heisst, dass Befehle, die gegen Kriegs- oder Menschenrecht verstossen, nicht befolgt zu werden brauchen, beziehungsweise nicht befolgt werden dürfen, nicht für amerikanische Militärangehörige gilt. Wenigstens weiss man seitdem, was unter amerikanischem "Exceptionalism" zu verstehen ist: dass ethisch und rechtlich mit zweierlei Mass gemessen wird. Wenn diese Entscheidung aber nach Mannings "Taten" kam, kann er/sie sich vielleicht noch darauf berufen.

Beitrag melden
kloppskalli 20.05.2016, 09:04
4. 35 Jahre fuer das

35 Jahre fuer "Verrat" von Kriegsverbrechen (!) weil das angeblich Kameraden gefaehrdet hat.. erinnert micht irgendwie an die am Laternenmast Aufgehengten "Verraeter", die sich 1945 nicht weiter verteidigen wollten...

Beitrag melden
Luna-lucia 20.05.2016, 09:06
5. wir würden

das "Ganze" 180 Grad anders sehen! Diejenigen, aus der Regierung, die sich nicht an Recht und Gesetz halten, würden wir vor Gericht stellen! - Und das sind nach allem was so veröffentlicht wird, nicht grade wenige! Oder warum regt man sich so derart über diese Veröffentlichungen auf? Egal, ob Ziviel, oder Militär - Gesetz bleibt Gesetz!

Beitrag melden
Max Super-Powers 20.05.2016, 09:08
6.

Ich sehe das etwas anders als meine Vorschreiber. Auch wenn er/sie hehre Absichten hatte, so bleibt es doch unstrittig, dass es sich bei der Weitergabe der Informationen um Verrat handelt - begangen von einem Soldaten in einem Kriegsgebiet. Und der muss nun einmal durch besonders abschreckende Urteile bekämpft werden

Beitrag melden
managerbraut 20.05.2016, 09:13
7. Tatsache ist und bleibt, das als Geheim

deklariertes Wissen - Kenntnisse - Informationen - Dokumente - Fotos - Filmmaterial zwecks Weitergabe zu kopieren als Geheimnisverrat - Landesverrat - Hochverrat seit jeher strafbar ist und früher in jedem Fall die Todestrafe in den meisten Staaten rund um den Globus dafür zu erwarten war und verhängt wurde.
Dazu hatten im Krieg Militärgerichte - Standgerichte Todeurteile verhängt und binnen kurzer Frist umgehend vollstreckt.
Mit 35 Jahren Militärhaft für Geheimnisverrat geheimer Armeeakten kann man in Friedenszeiten noch froh sein nicht zum Tod am Galgen oder erschießen verurteilt worden zu sein.
In Staaten, wie den USA und vielen weiteren müssen Whistleblower bei Geheimnisverrat - Hochverrat nun einmal mit hohen Strafen oder gar der Todestrafe rechnen.

Beitrag melden
Beat Adler 20.05.2016, 09:23
8. Gerechtigkeit und Demokratie

Zitat von dreamrohr2
die Akte Manning zeigen, wie die anderen, z.B. Assange oder Snowden, dass Gerechtigkeit welche dem Menschen dient, aber gegen die USA ist, für die USA keine Gerechtigkeit ist. Und da frage ich mich, wie kann eine so gestrickte Nation von sich .....
Gerechtigkeit und Demokratie, zwei grosse Worte.
Soll in einer freiheitlich, rechtsstaatlichen Demokratie das Recht, das geschriebene Recht, gebeugt werden? Antwort: Nein.

Wenn also geschrieben steht, das ist auch in Deutschland so, dass der Verrat militaerischer Geheimnisse durch einen Soldaten sanktioniert wird, dann ist es so. Alles Andere ist ungerecht oder noch schlimmer: Willkuer, Rechtsbeugung.
Trotzdem war es gut, dass Ed Snowden die USA darauf aufmerksam gemacht hat, dass die NSA die USA Verfassung bricht. In diesem Fall hat der Whistleblower Recht. Bei Bradley-Chelsea Manning war dies nicht der Fall.

Beitrag melden
view3000 20.05.2016, 09:28
9.

Snowden und Manning treten in einem weiten Kontext für weltweite Menschenrechte und die Freiheit ein. Bei diesem Urteil fehlt mir dieser Aspekt sowie die Selbstkritik einer Weltmacht an ihren hinterfragbaren Handlungen.

Beitrag melden
Seite 1 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!