Forum: Politik
Widerstand gegen Handelsabkommen mit den USA: Macron allein gegen Trump
Jacquelyn Martin / AP

Frankreich wehrt sich gegen neue Handelsgespräche mit den USA - als einziges EU-Land. Was wie eine Posse vor den Europawahlen aussieht, verrät viel über die tiefen Gräben zwischen Paris und Berlin.

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juba39 15.04.2019, 21:57
1. Das kann nicht alles sein

Ich denke, Frankreich spielt hier mit einem viel größerem Einsatz. Das Klimaabkommen ist doch nur ein Vorwand. Hier geht es eindeutig um die Vorherrschaft in der EU. Wer einmal den Mut hat, die EU in 10 Jahren zu sehen, wird mindestens 2, wenn nicht sogar 3 Machtblöcke sehen. Es wird eine Kern-EU geben, die sich im wahrsten Sinne von den USA emanzipiert hat, diese EU wird unter Führung Frankreichs stehen. Der US-hörige Teil wird von Deutschland angeführt. Und dann, das wird ja aus unerfindlichen Gründen in unseren Medien total ausgeblendet, höchstens noch (die Grube kommt noch) am Rande erwähnt. Die 3. Gruppe existiert nämlich schon, als 16+1! Das sind 16 Mittel-und Osteuropäische Staaten + China, die sich jetzt schon unter dem Schirm der Neuen Seidenstraße versammeln. Gerade Letzteres , der arrogante Umgang damit wird sich noch bitter rächen. Dagegen werden mögliche Zölle gegen Deutschland Peanuts sein. Einfach mal durchrechnen. Wenn Genua, Triest, Piräus u.a. von China voll ausgebaut sind, versinken Rotterdam und Hamburg in der Bedeutungslosigkeit. Und denke niemand, Italien und Griechenland werden dann, nach den Flüchtlingserfahrungen mit den Nordeuropäern, irgendwelches Mitleid fühlen.
Und auch schon einmal recherchiert, wer in unserer Politik und den Medien, die Leute sind, die uns in diese Vasallentreue treiben? Die "Anstalt" macht ab und an da schon Andeutungen.

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loddarcontinua 15.04.2019, 22:04
2. Macron ist außenpolitisch isoliert und innenpolitisch verachtet!

Man kann nicht auf Polen, Ungarn, Italien Österreich verbal einschlagen, wenn man in seinem eigenen Land keine Ergebnisse vorweisen kann. Nur noch 20-30% der Franzosen haben eine positive Meinung von ihm. Jupiter ist nackt. Obwohl er die US bei all seinen militärischen "Expeditionen" (Syrien, Mali, Niger...) benötigt, meint er die US-EU Handelsgespräche torpedieren zu können. Seine europäischen "Visionen" wurden v.a. von den "Nordeuropäern" schon abgeblockt... Wie kann er eine tiefere Integration=Föderalismus fordern, wenn er dazu in seinem eigenen Land nicht in der Lage bzw. Willens ist. Macron gehört in die Besenkammer der Geschichte.

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herrschläfer 15.04.2019, 22:18
3. Ein Präsident

der zu westlichen Werten steht, auch in schlechten Zeiten. Dass ich das noch erleben darf. Danke Herr Macron

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Kreklova 15.04.2019, 23:27
4. Befehlsempfänger

Während sich unsere GroKo in der Rolle als Lakai der USA wohlzufühlen scheint und deren dominante Rolle auch in Europa bereitwillig hinnimmt, siehe auch Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten, bewahrt sich wenigstens Frankreich einen kleinen Rest von Stolz. Chapeau Monsieur Macron!

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Watschn 16.04.2019, 01:07
5. Eine Rettung der EU wäre tats. eine Sortierung in 3 Geschwindigkeiten

1. Vollintegrierter Avantgardstatus. Mit Totalintegration (Zwingende Übernahme des Euro, dauerhafte Eurohaftungsunion, dauerhafte Eurotransferunion, Gemeinsame Schuldenunion, Nivellierung der Sozialsysteme, Gemeinsame Armee, Gemeinsamer Staat, Gemeinsamer EU-Superstaats-Pass, Gemeinsames Finanzministerium, Gemeinsame Spareinlagenhaftung, völlige Freizügigkeit, Steuerharmonisierung, Gemeinsame Asylharmonisierung, Gleiches Rechtssystem uam.) Interessierte Kandidaten: Deutschland, Belgien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Kosovo, Mazedonien, Bosnien-H, Albanien, Serbien, Moldavien, Ukraine, Türkei.

2. Angelehnter Partnerstatus. Nur lockeres Andocken an den zollfreihandelnden europ. Binnenmarkt mit ihren rechtl. Regeln, ohne zwingenden Euro aber mit einem EWS-System, ansonst ein Europa der Vaterländer gem. De Gaulle, ohne Personenfreizügigkeit, mit kulturellem Austausch, Studienaustausch, mit Kohäsionsobulus, blosses gegenseitig passives u. freiwilliges Verteidigungsbündnis, evtl. Renterniederlassung und evtl. ein Schengen mit streng u. wirksam kontrollierten Aussengrenzen. Interessierte Kandidaten: Skandinavien, GB, Irland, Mittelosteuropa, Baltikum, Österreich, Ungarn, Italien, Spanien, Andorra, Portugal, Luxemburg, Niederlande, Zypern, Kroatien, Vatikanstadt, Slowenien, Montenegro.

3. Nur Assoziierungsstatus. Mit Teilhabe am zollfreihandelnden europ. Binnenmarkt, ansonst...autonomer Einzelstaatenstatus mit autonomer Verteidigung, ohne Personenfreizügigkeit, mit Kohäsionsobulus, autonome Finanz- u. Währungspolitik mit eig. Währung, ohne Euro/EWS-System, nur Studenten u. Kulturaustausch, freiwilliges Schengen u. somit nur zwingend strenge allf. Schengen-Aussengrenzkontrollen. Interessierte Kandidaten: Frankreich, Monaco, Island, Norwegen, Schweiz, Liechtenstein, Malta.

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ulrich-lr. 16.04.2019, 01:30
6. Klimaheuchler

Zitat von herrschläfer
der zu westlichen Werten steht, auch in schlechten Zeiten. Dass ich das noch erleben darf. Danke Herr Macron
Ich glaube nicht, dass man Heuchelei als Wert bezeichnen kann. Macron will sich angeblich als Vorkämpfer fürs Klima profilieren, als der einzig wahre! Andererseits war seine Regierung die treibende Kraft gegen Nordstream 2, mit der die Russen - dank kürzerer Route und besserer Technologie - den CO2-Ausstoß beim Gastransport ungefähr halbieren - im Vergleich zur Gastransport-Route durch die Ukraine.

Und der Typ fordert tatsächlich, dass die CO2-Schleudervariante über die Ukraine gefahren wird. Das entspricht von der unnützen Zusatzleistung und dem zusätzlichen CO2-Ausstoß her dem anderthalbfachen Karftwerk Schwarze Pumpe. Teurer ist das Gas für uns dann auch noch. Danke, Macron! Der ist bei mir unten durch.

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carlwilde 16.04.2019, 02:31
7. Danke...

... Herr Schläpfer! Dieses eklige Primat der Wirtschaft überall... Is doch schlimm, dass wir alle über Jahrhunderte schwer erkämpften Prinzipien opfern auf dem Alter von Angst und Handelsbeziehungen, für nichts als dass wir einen Lebensstandard halten, den niemand braucht und der alle nur unglücklich macht und verfetten lässt - und nebenbei noch die Ressourcen aufraucht, die künftige Generationen zum überleben brauchen... Macron erscheint mir als einziger Politiker mit Haltung und Würde und einem Horizont jenseits des eigenen Geschichtsbildes. Er wagt es, sich gegen Pragmatismus und Mainstream zu stellen, eben weil er manches besser weiß als der Durchschnittswähler - den er immerhin noch nach seiner Meinung fragt. Trump hingegen ist jede Wahrheit offensichtlich so egal, wie ihm ideelle Ziele unbekannt erscheinen. Von unseren heimischen Politikern ertönt kein klares Wort.
Es kommt auch eine Zeit nach Trump.- Statt euch dann zu schämen, könntet ihr auch jetzt schon das Richtige sagen und tun. Lasst doch Macron nicht im Regen stehen!

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frenchie3 16.04.2019, 05:31
8. Bravo

Macron hat Erfahrung mit französischen Gewerkschaften, deren "Verhandlungstaktiken" entsprechen denen von Donnie 1:1. Somit ist er der einzige Staatsführer der Donnie quaqualifiziert einschätzen kann. Zumindest unter dem aktuellen Vorturner der USA halte ich solche Verhandlungen für ein falsches Zeichen und Zeitverschwendung. Mag sein daß auf den unteren Ebenen noch verhandelt wird aber spätestens bei der Unterschrift ist alles für die orange Katz. Denn wer weiß was nachkommt wenn "der Deal gemaket" wurde, meine Prognose läuft auf keinem Fall auf Vernunft raus.

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juergenhesse 16.04.2019, 05:54
9. Armes Europa.

Da bricht der Michel unter den Druck der Deutschen Gross Inustrie, sprich Mercedes, BASF ein. Jetzt koennen sich, nach Fluechtlings Segen, "das schaffen wir schon" und Einbruch gegen den Einfluss der Grossindustrie, die Deutschen bei Merkelchen bedanken, wenn die EU osthoerig wird und Brussels bedeutungslos, wie die Weimaer Republik, in eigensuechtigen Querelein versinkt.
Als WWII geborener, und jetzt in Kanada lebender, mit Zeitheimat in Frankreich, kann ich, mit schwerem Herzen, fast froh sein, meine deutsche Staatsangehoerigkeit verloren zu haben. Ihr habt ja Tuerken mit zwei paessen als Ersatz.

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