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Wie bewerten Sie Landtagswahlen im Hinblick auf die Bundestagswahl?

In Thüringen, Sachsen und im Saarland wurde der Landtag gewählt. Wie bewerten Sie die Ergebnisse im Hinblick auf die Bundestagswahl im September? Diskutieren Sie mit!

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Palmstroem 06.09.2009, 10:02
3340. Lebensmittelrecht muß eingehalten werden

Zitat von spitzbube
Vielleicht sollten Sie auch mal da vorbeischauen. Leider beziehen einige Bekannte von mir Hartz IV und haben mir von den leckeren Lebensmitteln von da berichtet: Obst und Gemüse zu 80 % angegammelt und ungenießbar, Haltbarkeitsdaten oft abgelaufen - im Rekordfall bei einer Dose Würstchen seit 12 Jahren!!! Mahlzeit!
Tut mir leid zu widersprechen, aber da ich eine Zeitlang für die Tafel gearbeitet habe, weiß ich genau, daß bei den verteilten Waren alle lebensrechtlichen Vorschriften einzuhalten sind. Und wenn Sie es nicht glauben wollen, lassen Sie sich die Anweisungen zur Abgabe von Waren an die Tafeln in ihrem Lebensmittelmarkt mal zeigen!

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spitzbube 06.09.2009, 10:27
3341.

Zitat von Palmstroem
Tut mir leid zu widersprechen, aber da ich eine Zeitlang für die Tafel gearbeitet habe, weiß ich genau, daß bei den verteilten Waren alle lebensrechtlichen Vorschriften einzuhalten sind. Und wenn Sie es nicht glauben wollen, lassen Sie sich die Anweisungen zur Abgabe von Waren an die Tafeln in ihrem Lebensmittelmarkt mal zeigen!
Tut mir leid nur das wiedergeben zu können, was mir direkt Betroffene sagten... schauen sie doch mal bei der Tafel in Osterode/Harz vorbei, wenn Sie es nicht glauben.

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Klapperschlange 06.09.2009, 11:12
3342.

Zitat von JensSchmidt
Ein Fehler ist mir als Schwarzmaler natürlich unterlaufen. Wo ich schrieb "die Großen" muss es richtig heißen "ewiggestrige Kleingeister". Aber das wichtigste ist ja, dass uns Angela Merkel auch nach der Wahl, wenn die Kurzarbeit ausläuft und die Arbeitgeber die Katze ausm Sack lassen müssen, noch mindestens vier Jahre als Kanzlerin erhalten bleibt, was zumindest durch gepflegtes Aussitzen Aktionismus seitens der "S"PD verhindern dürfte, die sonst in bewährter Manier durch "Liberalisierung" (sprich Lohn- und Sozialabbau) der Absatzkrise trotzen würde. So werden wir nur wieder ne bewährte Mehrwertsteuererhöhung bekommen, so dass sich alle mehr kaufen und die Wirtschaft wieder brummt.
Die Mehrwertsteuererhöhung kommt! Was ist daran denn so schlimm? Die Waren werden etwas teurer und das war´s. Die Meisten merken es doch nicht mal und der kleine Rest, muss sich halt etwas einschränken. Ich rechne mit 25% für 4 Jahre, anschließend 28%!

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Klapperschlange 06.09.2009, 11:14
3343.

Zitat von Hoppeditz
Vielleicht sollten Sie Ihr sauberes und durch Sicherheitsdienste geschütztes Bankenviertel mal verlassen und unter normale Leute gehen. In nahezu jeder mittelgroßen Stadt dieses reichen Industrielandes werden Sie bei Ihrem Spaziergang auf Tafeln stoßen, wo die Leute stundenlang anstehen für ein Brot und für Obst von letzter Woche. Sie werden auf Kleiderkammern stoßen und auf Läden, wo Schulbedarf abgegeben wird, weil in vielen Familien trotz zwei Jobs das Geld vorn und hinten nicht mehr reicht. Sie können die Zahlen schwarz auf weiß in den erschreckenden Armutsberichten der Sozialverbände lesen, zum Beispiel in dem der Caritas. Ach ja, ich vergaß - das sind für Sie ja alles linke Spinner. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...
Es wird schon überlegt, diese Tafeln abzuschaffen. Das durch die Tafeln gesparte Geld wird meist für Alkohol ausgegeben!

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Klapperschlange 06.09.2009, 11:30
3344.

Zitat von Oskar ist der Beste
Warum eigentlich bleiben Sie nicht bei den Einzeilern. Sie haben doch den Genius, den ganzen Unsinn, den Sie unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit hier veroeffentlichen duerfen, in einem Satz zu formulieren. Ausserdem wuerde ich gern wissen, wie man in Zukunft das Rentensystem finanzieren will ohne den Zuzug von mindestens 1 Mio Menschen aus aller Welt pro Jahr, sollte sich die Alterspyramide immer weiter zuspitzen. Die Frage ist dabei nicht, ob es zu diesem Zuzug kommt, sondern nur noch, wie man ihn organisiert. Aber zu einer konzeptionell redlichen Antwort sind unsere neoliberalen Plagegeister natuerlich nicht in der Lage. Ehe man Zuwanderung organisiert, laess man lieber die sozialen Sicherungssysteme absaufen. Und mit "deutschen" Loesungen wie Leyens Bums und Gebaehrpraemie fuer Besserverdienende wird das Problem wohl kaum geloest werden.
Ich übergehe mal Ihre Polemik und gebe zu bedenken, dass es eine Reihe Länder gibt, auch in Europa, die wesentlich weniger als 80 Mio. Einwohner haben und excelente Altersversorgungssysteme haben. Wollen Sie mir hier erzählen, dass meine Altersversorgung von noch einzuwanderten anatolischen Bauern abhängt?
Lächerlich!

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sichersurfen 06.09.2009, 11:49
3345.

Zitat von Oskar ist der Beste
Selbst unterstellt, dass die unteren Schichten hoehere Sozialtransfers erhalten (seit der Agenda 2010 viel zu wenig) als die Oberen, so mutet es schon absurd an, dass das obere Drittel uberhaupt von staatlichen Tranfers profititiert. Dies widerspricht eklatant dem Grundsatz der Subsidiaritaet des Sozialstaates. Im ubrigen ist die Einkommenssteuer schon jetzt bei der Finanzierung staatlicher Ausgaben ein relativ geringer Teil, weit hinter den Verbrauchssteuern liegend. Steuern sind im Gesatz zu Gebuehren fuer den Staat ausserdem in jeder beliebigen Weise verwendbar. Da gibt es keinen Deal nach dem Motto, zahle ich viele Steuern, dann erhalte ich auch viele staatliche Leistungen. Und die Reichen sollten dem Staat danken, wenn der gerade einmal die Kosten fuer die Polizei uebernimmt, um diese oberen Zehntausend im Zweifel vor dem "Volkszorn" zu schuetzen, der moeglicherweise einmal ausbricht.
Von manchen staatlichen Transfers können die reichen Schichten aus rechtlichen Gründen nicht ausgeschlossen werden (z.B. Kindergeld).

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Jupp Koschkoweit 06.09.2009, 12:16
3346. Danke für die Vorlage.

Zitat von sprechweise
kennen Sie keine Familie wo, bei klassischer Aufgabenteilung, die Frau lieber zu hause bleibt, weil ihr Nettolohn wegen der Steuer und der Abgaben, eher ein Drittel als die Hälfte des Bruttolohnes beträgt.Und dann kämen noch Kosten für die Betreuung der Kinder hinzu. Attraktiv ist das nicht
Sie bemängeln in diesem Beispiel, dass diese Ehefrau aufgrund der Steuer- und Abgabenlast keine Motivation dazu hat, durch einen Zusatzverdienst das Familieneinkommen aufzuwerten, das hauptsächlich durch das Einkommen des Mannes getragen wird. In dem von Ihnen geschilderten Fall, würde ich sagen, reicht das Einkommen des Mannes zumindest dazu aus, sich alle notwendigen Bedürfnisse erfüllen zu können und gut über die Runden zu kommen. Wäre das Einkommen des Mannes dagegen zu gering, oder hätte das betreffende Ehepaar über dem Einkommen liegende Bedürfnisse (z.B. Wagen, Urlaub, Kleidung etc. betreffend), würde sich die Ehefrau dann wohl doch zu dem Zusatzverdienst entscheiden, auch wenn ihr ein guter Teil abgezogen würde.

Wie kann man aber einerseits einen Motivationsmangel für Doppelverdiener aufgrund zuwenig Netto beklagen, wenn andererseits dieser Gedanken bei HartzIV-Empfänger und Niedriglohnjobber ad absurdum geführt wird. Denn Arbeitslosen wird angemaßt, dass sie jeden Job, egal wie gering bezahlt, zum Leben hinten und vorne nicht reichend, anzunehmen haben. Ihnen wird abverlangt, dass sie für ein paar Euro 8 Stunden lang einen Job erledigen sollen, genauso gut wie der Kollege, der für das Gleiche das Doppelte erhält, und dass sie anschließend bei der Arge-Behörde um das staatliche Almosen zu betteln haben. Falls sie durch den ganzen Aufwand dann ein paar Euros mehr in der Tasche haben, wird dies durch die nun anfallenden Fahrtkosten, KFZ-Aufwendungen (wenn sie sich überhaupt eine Karre leisten können, mit der sie zur Arbeit kommen)und sonstigen Mehrausgaben eh wieder aufgefressen. Das Ganze könnte man auf einen Nenner bringen: Schaffen für nix und wieder nix. Wo hier für einen HartIV-Empfänger die Motivation zur Arbeitsaufnahme liegen soll, ist mir schleierhaft. Es sei denn er hat einen sehr großen sozialen Gedanken und möchte der Allgemeinheit nicht auf der Tasche liegen, die eh alle Arbeitslose und HartIV-Bezieher für faul, selber schuld, kurz gesagt für „Schmarotzer“ hält.

Wie man sieht gibt es in Deutschland verschiedene Formen von Motivationsmangel. Zum Beispiel derjenige, bei dem man auf den Doppelverdienst und den Zweitwagen oder den zweiten Urlaub im Jahr verzichtet, - oder jenen Motivationsmangel, bei dem man dann vollständig auf den Niedriglohnjob verzichtet, weil er finanziell nichts bringt. Allerdings nicht weil HartIV zu hoch wäre, sondern weil die Einkommen zu gering sind.

Eine Partei, wie die CDU und die FDP, mögen mit ihren „mehr Netto für Brutto“-Parolen vielleicht den Doppelverdienerhaushalten was bringen, den Einkommensschwachen bringen sie aber überhaupt nichts. Nicht so lange diese Parteien Mindestlöhne, von denen man leben kann, ablehnen. Und so lange dies nicht der Fall ist, sind Parolen wie „Arbeit muss sich wieder lohnen“ für jeden Geringverdiener der blanke Hohn.

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UweZ 06.09.2009, 13:20
3347.

Zitat von Jawo Kanndattan
Aber diese Tafeln existieren, weil auf der einen Seite Geld gespart werden kann, um die Staats-Kröten für anderes zu nutzen...Also eine win-win Situation für alle Beteiligten
Win-win...???
Deswegen sind der Begriff "Tafel" und deren Logo wohl auch eine geschützte MARKE, die auf dem Rechtsweg kostenintensiv verteidigt zu werden pflegt.

Protagonisten der "Tafeln" waren praktischerweise sowohl bei der Bedarfserzeugung (Hartz4, inflationäres Abschmelzen des Existenzminimums) als auch bei der resultierenden Bedarfsdeckung (Entsorgungskosten minimierende Abfallverfütterung) involviert.
Zitat von
Das nenn ich doch mal ein langfristig durchdachtes Konzept für einen (perfiden!) gesellschaftlichen Umbau!

Die "Tafel" in meiner Heimatstadt befindet sich bei mir um die Ecke. Ich kann es bis heute rational nicht nachvollziehen, dass sich dort eine seltsam geduldige Unmenge von Menschen Stunden lang für einen abgelaufenen Jogurt die Beine in den Bauch steht, damit mir zeitnah zur Hartz4-Einführung der Spitzensteuersatz verringert werden konnte.
Was ist da passiert...??? Stände ICH mit meinem gesunden Selbstwertgefühl und -bewusstsein dort auf dem Präsentierteller in der Schlange, käme so ein Profiteur wie ich nicht dauerhaft so unbehelligt an mir vorbei!

McKinsey weiss genau welchen tiefenpsychologischen Zweck die "Tafeln" zu erfüllen haben! In diesen überlassen die alpha- und beta-Tiere den Rangniederen die Reste der zerfledderten Beute. Das wohldurchdachte Konzept der "Tafel" bricht den freien Willen der ökonomisch Schwächsten, indem es bei letzteren unterschwellig den evolutionären Ur-Instinkt aktiviert, besser zu Kuschen, um nicht totgebissen zu werden.

Diesbezüglich ist das nachbarschaftlich Mckinseysche Psycho-Konzept ganz praktisch für so nen Kopfmenschen wie mich. Denn so ein verharzter Bauarbeiter würde mich, wäre er mir gegenüber mental nicht künstlich in die Unterwürfigkeitsrolle gezwungen, doch locker aus den Schuhen hauen. Wo doch das Geld, das ihm fehlt, weshalb er nun nur noch Reste abbekommt, seltsamer Weise bei mir in der Geldbörse auftaucht...

Die "frohe" Botschaft hat Thomas Assheuers in seinem Essay "Wer erlöst uns vom Kapital" in der ZEIT vom 18.01.2007 treffend formuliert:
"Globalisierte Reiche leben mit lokalisierten Armen Tür an Tür, in direkter Nachbarschaft, nur durch Selbstschussanlagen getrennt."
Bin mal gespannt, wann das "Tafelkonzept" waffenscheinpflichtig wird. Nicht auszudenken, wenn die damit erzeugten Rangniederen ureigen über diese gesellschaftliche Waffe verfügen könnten!

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Ra_in_man 06.09.2009, 13:21
3348.

Zitat von Klapperschlange
Es wird schon überlegt, diese Tafeln abzuschaffen. Das durch die Tafeln gesparte Geld wird meist für Alkohol ausgegeben!
1. Wer überlegt?
2. meist bedeutet >50%

*seufz*

Bitte belegen sie es durch eine Quellenangabe.

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UweZ 06.09.2009, 13:32
3349.

Zitat von Klapperschlange
...Wollen Sie mir hier erzählen, dass meine Altersversorgung von noch einzuwanderten anatolischen Bauern abhängt? Lächerlich!
Angesichts Ihrer konstant provozierenden, aggressiven Rhetorik tendiere ich zu der Auffassung, dass Sie, herzallerliebste(r) Klapperschlange, mit hinreichender Wahrscheinlichkeit keine "Altersversorgung" benötigen werden...

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