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Wie geht es weiter mit SPD?

In Berlin und Baden-Württemberg liegen die Sozialdemokraten in Umfragen sogar hinter den Grünen - sind sie noch eine Volkspartei? Wie geht es weiter mit SPD?

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rstevens 15.12.2010, 08:26
1220.

Zitat von chevy57
Es ist ja nicht allein der Arbeitsmarkt, Hyäne. Im Gesundheitswesen hat Ulla Schmidt in all ihrer laangen Zeit als Ministerin nicht wirklich auch nur irgendetwas Positives bewirkt. All ihre mit viel Getöse angekündigten "Jahrhundertreformen" waren letztlich das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben wurden.
Eine echte Reform des Gesundheitswesens ist aber auch eine wirkliche Herausforderung. Es kommt nicht von Ungefähr, dass in diesem Bereich jegliche Minister aller Couleur, die ins BMG eingezogen sind, nicht wirklich etwas reißen konnten/können. Nicht nur müsste man die Pfründe des großen Business (Pharma/Versicherungen) schröpfen, auch kämpft die verkorkste Struktur der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens mit all ihren Organisationen, Verbänden und Gewerkschaften (KVen, Ärztekammern, DKG, ...) mit allen Mitteln gegen jegliche Veränderung, die auch nur entfernt so aussehen könnte, als gäbe es am Ende weniger Geld. Dazu kommt dann noch der Wähler, der bei jeder Reform gleich Sorge hat, die in erster Linie schlechtgeredete aber im Grunde sehr gute medizinische Versorgung könnte sich verschlechtern. Bei den Wählern ist das Thema auch hoch emotional. Man könnte signifikant Geld einsparen, wenn überflüssige Leistungen nicht mehr erbracht würden. Derartige Ansätze gibt es z.B. in den skandinavischen Ländern oder den Niederlanden. Aber machen Sie den Leuten mal klar, dass die Bypass Operation bei einem 85 jährigen multimorbiden Patienten vielleicht nichts mehr bringt, weil sie maximal wenige Monate das Leben unter Leiden verlängert. In solchen Situationen fordern die Menschen, dass alles nur erdenkliche gemacht wird, koste es was es wolle. Und dann werden halt regelmäßig Dinge gemacht, die eigentlich nicht sinnvoll sind, von überflüssigen OPs, langen Zeiten auf der Intensivstation bis zur Gabe einiger Hunderttausend Euro moderner Medikamente ohne nennenswerten Effekt.

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wolfgangivviii 15.12.2010, 09:55
1221. auf die finger schauen - nicht auf´s maul

es gibt mehr arbeiter und angestellte in deutschland als unternehmer.
es gibt eine mehrheit für mitte/links.
warum regiert rechts?

warum brechen der spd wesentliche teile der partei nach links weg (güne/dielinke) ?
warum sind die derzeitigen spd-bonzen rechts angehaucht?

das sind die fragen, die sich jeder stellen sollte.
viele warme worte nützen nicht, wenn man links sagt und rechts handelt.
es gibt nichts gutes - außer man tut es.

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pssst... 15.12.2010, 10:05
1222.

Zitat von rstevens
Eine echte Reform des Gesundheitswesens ist aber auch eine wirkliche Herausforderung. Es kommt nicht von Ungefähr, dass in diesem Bereich jegliche Minister aller Couleur, die ins BMG eingezogen sind, nicht ....
Könnten Sie jetzt noch beantworten "wann Leben beginnt..."
und bitte nicht vergessen, "wann Leben endet..." ?
Falls Sie das können, können wir die Diskussion begrenzen
auf das Existenzminimum das steht zwischen Beginn
und Ende des Lebens.
Zu sichern durch den Staat, jederzeit, so sagt das BverfG !
1.Versuch die SPD, mit HartzIV das Grundgesetz
zu umgehen,
2. Versuch erleben wir gerade durch die Regierung.

Was genau haben Sie eigentlich gegen das Grundgesetz ?

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chevy57 15.12.2010, 10:23
1223.

Zitat von rstevens
Eine echte Reform des Gesundheitswesens ist aber auch eine wirkliche Herausforderung. Es kommt nicht von Ungefähr, dass in diesem Bereich jegliche Minister aller Couleur, die ins .....
Da bin ich ja ganz bei Ihnen. Es ist aber auch allseits anerkanntes Faktum, dass uns das derzeitige System mittelfristig nirgendwo hinführt. Da muss man auch mal alte Denkverbote überwinden und bereit sein, neue, der Vernunft geschuldete Wege zu gehen. Auch wenn's schwierig wird und die Gegener gut aufgestellt erscheinen.

Von CDU/FDP und ihrer reinen Klientelpolitik ist das nicht zu erwarten. Aber das auch von der SPD keinerlei Anstrengungen gemacht werden, diese Blockaden zu überwinden und wirklich mal neu und anders zu denken, das enttäuscht. Ich habe das Beispiel Gesundheitswesen auch nur deshalb genannt, weil es uns alle (früher oder später) betrifft. Deutschland steckt insgesamt und auf ganz vielen Gebieten in einem Reformstau sondersgleichen fest. Dass die SPD das jetzt nicht nutzt und wirklich neue Konzepte auf den Markt wirft, kann ich nicht nachvollziehen. Der Wähler würde es honorieren, da bin ich sicher...

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Sapientia 15.12.2010, 10:25
1224. Die Frage ist falsch gestellt.

Zitat von sysop
In Berlin und Baden-Württemberg liegen die Sozialdemokraten in Umfragen sogar hinter den Grünen - sind sie noch eine Volkspartei? Wie geht es weiter mit SPD?
Die richtige Frage müsste lauten: Wie lange lassen sich die Menschen in Deutschland noch die gleichartig schlechte Qualität aller politischen Parteien bieten und welche demokratischen Möglichkeiten hat der düpierte Bürger rechtlich - als höchster Souverän des Staates -, hiergegen etwas zu unternehmen?

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h.brentano 15.12.2010, 10:25
1225.

Zitat von wolfgangivviii
es gibt mehr arbeiter und angestellte in deutschland als unternehmer. es gibt eine mehrheit für mitte/links. warum regiert rechts?
Der rechte Weg ist nun mal der Richtige. In der SPD wird man das nie kapieren und darum dürfen sie auch nie mehr an die Regierung kommen.
Sozialbedürfnisse werden auch von der CDU abgedeckt, da brauchen wir nichts anderes. Glaubt doch keiner, dass wir nochmal den Zahnersatz als KV - Leistung bekommen, wie in den 1970ern.

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Hyäne 15.12.2010, 10:31
1226.

Zitat von chevy57
Dass die SPD das jetzt nicht nutzt und wirklich neue Konzepte auf den Markt wirft, kann ich nicht nachvollziehen. Der Wähler würde es honorieren, da bin ich sicher...
http://www.spd.de/aktuelles/News/684...pauschale.html

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Brand-Redner 15.12.2010, 10:33
1227. Metaphorisches

Zitat von h.brentano
Glaubt doch keiner, dass wir nochmal den Zahnersatz als KV - Leistung bekommen, wie in den 1970ern.
Und was nützt uns diese Drohung? - Na, ich weiß schon: Sie hoffen, dass dadurch die Wölfe in dieser Gesellschaft noch bissiger und gefräßiger, die vielen Schafe hingegen noch wehrloser werden, stimmt's? - Geben Sie Acht, Ihre Erwartungen könnten plötzlich und unerwartet enttäuscht werden...

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chevy57 15.12.2010, 10:33
1228.

Zitat von rstevens
Gegen ein derartiges Weltbild lässt sich kaum rational argumentieren.
Stimmt. Weil es die Realität ist. Dagegen argumentiert es sich immer schwer...

Zitat von rstevens
Wer sind denn bitte "die Bosse"? Die von Ihnen dargestellte Situation mag es in Ausnahmefällen geben. Im Regelfall schauen Unternehmer oder Mitarbeiter mit Leitungsfunktion jedoch nicht ausschließlich auf's Geld. Engagierte Mitarbeiter zeigen mehr Einsatz, sind seltener Krank etc., Engagement oder eine Identifikation mit dem Arbeitsplatz ist wohl in dem von Ihnen dargestellten Szenario nicht zu erwarten. Zudem erzeugen häufige Personalwechsel immer Aufwand durch Verwaltungsakte und Einarbeitung. Ich habe bisher noch keinen Arbeitgeber erlebt, der kein Interesse an Kontinuität hätte....
Jau. So wird es auf Managment-Seminaren und Personaler-Ausbildungen landauf, landab seit minimum dreißig Jahren gebetsmühlenartig gepredigt. Allein, die Fakten sehen anders aus. Und zwar so: Die meisten Deutschen sind vom Job genervt. Seltsam, oder? Wo doch nach Ihren Einlassungen alles so blendend läuft und die Chefs sich kümmern...

Um wieder auf die SPD zu kommen:
Natürlich war es ein grober Fehler, während der eigenen Regierungszeit keinen flächendeckenden Mindestlohn (wie mittlerweile in den meisten unserer europäischen Nachbarländern vorhanden) einzuführen. Jetzt, in der Opposition, danach zu jammern macht hochgradig unglaubwürdig. Extrem peinlich, sowas.

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Hyäne 15.12.2010, 10:34
1229.

Zitat von chevy57
Vom Bereich Schule/Bildung wollen wir mal lieber gar nicht erst reden, wobei sich da natürlich auch der elende Föderalismus in all seiner Hässlichkeit nahezu tödlich auswirkt.
auch hier würde ich ganz persönlich mal leise widersprechen. Die Schulen sind für die Kinder da und nicht für PISA Studien die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit überprüfen. Gäbe es ein Bewusstsein, dass nicht Eltern Schule bestimmen, sondern die Schüler, hätten wir längst auch ohne mehr Geld effizientere Schulen. Je mehr Freiheit die haben, desto besser. Eine Zentralisierung ist aus meiner Sicht Gift. Wenn auch noch der Bund da mitregiert dann Gnade uns Gott.

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