Forum: Politik
Wie geht es weiter in Tunesien?

Plötzlich ging es ganz schnell: Die Protestbewegung in Tunesien hat den umstrittenen Langzeit-Präsidenten Ben Ali aus dem Amt gejagt. Im Land herrscht nun Chaos, es gibt weitere Ausschreitungen - und noch mehr Tote. Wie geht es nun weiter?

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ewspapst 14.01.2011, 15:52
1.

Zitat von sysop
Die Tunesier lehnen sich gegen den autoritären Staatschef Ben Ali auf. Tausende fordern auf den Straßen seinen Rücktritt. Wie lange kann sich der Präsident noch halten? Werden die angekündigten Reformen das Volk beruhigen?
Wozu braucht Tunesien denn Reformen, es ist doch ein durch und durch kapitalistisches Land und dementsprechend muss es doch allen gut gehen. Ich verstehe diese ganzen Unruhen der " Strasse" nicht, man darf sich doch vom Pöbel nicht beeinflussen lassen. So viele Deutsche haben sich dort im Urlaub immer wohlgefühlt und auch den dortigen Wohlstand bewundert.
So, oder so ähnlich würden wir in der nächsten Zeit über die Lebenslage der tunesischen Bevölkerung "informiert".
Ich hoffe aber, diesmal klappt es nicht.

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Tunesier 14.01.2011, 15:54
2. Kein Zurück mehr!

Ich glaube, es gibt kein Zurück mehr für Ben Ali. Sein Regime zerfällt gerade. Immer mehr Menschen, Prominente und Angestellte (wie beim Staatsfernsehen) outen sich. Der Moderator der letzten "mutigen" TV-Sendung von gestern Abend sagt: Es war alles nur reine Inszenierung! Was gibt es noch mehr zu sagen?
Zu den Plünderungen: Schon seit Tagen gibt es zahlreiche Gerüchte. Nicht die Demonstranten brennen die Geschäfte, sondern regierungstreue Banditen. Sie setzen Gebäude in Brand und plündern Geschäfte oder lassen die Menschen von denen plündern, nachdem sie die Türen kaputt machen. Es ist noch ein Versuch Ben Ali's das Land ins Chaos zu stürzen und die Demonstranten als Terroristen und Banditen darzustellen. Danach will er der Retter sein. Das wird ihm inscha Allah nie gelingen. Wir wissen wer er ist und was er getan hat und wozu er fähig ist. Morgen früh auch viele Demos in Deutschen Städten.
Wie lange wird der Westen weiter zuschauen? Es findet seit Wochen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

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ratxi 14.01.2011, 16:00
3. Durch diese Unruhen...

Zitat von sysop
Die Tunesier lehnen sich gegen den autoritären Staatschef Ben Ali auf. Tausende fordern auf den Straßen seinen Rücktritt. Wie lange kann sich der Präsident noch halten? Werden die angekündigten Reformen das Volk beruhigen?
...kommt die ganze Unzufriedenheit der Menschen an die Oberfläche und das Ganze scheint nun eine Eigendynamik zu bekommen.
Ich denke nicht, dass Ali Die Leute noch beruhigen kann. Warum sollten sie ihm glauben? Warum sollten sie ihn an der Macht lassen, wo sie doch jetzt schon so weit sind? Jeder tut ja nur ein bisschen, dann ein bisschen mehr und der Mob macht den Rest.

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zackzodiac 14.01.2011, 16:13
4.

Die Demonstranten in Tunesien zeigen uns, wie man eine ungewollte Regierug los werden kann. Bravo!

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Tunesier 14.01.2011, 16:33
5. Position von Frankreich

Ein französischer Oppositioneller (Olivier Besancenot) fordert die französische Außenministerin (Alliot-Marie) sich entweder zu entschuldigen oder zurückzutreten. Noch vor zwei Tagen sagte sie, wir wollen unser Savoir-Faire der Polizei, wie sie Demos zurückhält, an Ben Ali weitergeben!
Wow! Könnte die Lage in Tunesien sogar Auswirkungen auf europäische Staaten haben? Dass sie arabische Staaten und Diktaturen verändern wird, steht außer Frage. Heute ist ein neuer (und hoffentlich ein schöner) Tag in der Welt-Geschichte.

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Magentasalex 14.01.2011, 16:47
6. Möge es der gesamten Menschheit eines nicht allzufernen Tages gelingen

Zitat von Tunesier
Wow! Könnte die Lage in Tunesien sogar Auswirkungen auf europäische Staaten haben? Dass sie arabische Staaten und Diktaturen verändern wird, steht außer Frage. Heute ist ein neuer (und hoffentlich ein schöner) Tag in der Welt-Geschichte.
Möge es der gesamten Menschheit eines nicht allzufernen Tages gelingen, ihre herrschenden Machthaber zum Teufel zu jagen, um den Grundstein zu einer wahrhaften aufrichtigen Demokratie zu legen. Einer Welt, in der jeder ein festes Dach über dem Kopf, eine Schulbildung bis zum 18.Lebensjahr, genügend Nahrung und Beschäftigungen hat.

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Abraksara 14.01.2011, 17:26
7. Ab in die Wueste

Zitat von zackzodiac
Die Demonstranten in Tunesien zeigen uns, wie man eine ungewollte Regierung los werden kann. Bravo!
Ungewollte Regime mit korrupten Despoten gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft Tunesien's.
Deren Völker sollten dem tunesischen Beispiel folgen und alle nordafrikanischen Diktatoren vom Atlantik bis zum Nil ohne Brot, Wasser und Schatten zum Steine klopfen in die nahe Wüste jagen.

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Ernst August 14.01.2011, 17:49
8.

Zitat von Abraksara
Ungewollte Regime mit korrupten Despoten gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft Tunesien's. Deren Völker sollten dem tunesischen Beispiel folgen und alle nordafrikanischen Diktatoren vom Atlantik bis zum Nil ohne Brot, Wasser und Schatten zum Steine klopfen in die nahe Wüste jagen.
Aber die sind doch alle mit 90% und mehr gewählt worden.
Andere sind Königreiche und halten sich ein Parlament.
Alle genügen daher demokratischen Ansprüchen und werden zurecht von uns gehätschelt (und auch mal böse getadelt) - jedenfalls solange sie nichts falsch machen.

Im aktuellen Fall hat Ben Ali nach seinem Versprechen 2014 nicht mehr anzutreten (darf er eh nicht da das Gesetz bisher eine Grenze von 75 vorsieht) und "Reue" zeigte und versprach nicht mehr schießen zu lassen den Neuwahltrick aus der Kiste geholt da der erste Trick nicht geklappt hat und zugleich sein erstes Versprechen gebrochen indem er den Ausnahmezustand erklärt und Waffengewalt androht.
Es besteht also Hoffung auf eine neue Wahl mit satt demokratischen Ergebnissen - falls die Tunesier auf diesen cleveren Importtrick hereinfallen.

Falls sie es nicht tun besteht die Gefahr eines Dominoeffekts und die ganze Küstenline bricht uns weg - das aber darf nicht passieren.

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Ernst August 14.01.2011, 18:01
9.

Zitat von Abraksara
Ungewollte Regime mit korrupten Despoten gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft Tunesien's. Deren Völker sollten dem tunesischen Beispiel folgen und alle nordafrikanischen Diktatoren vom Atlantik bis zum Nil ohne Brot, Wasser und Schatten zum Steine klopfen in die nahe Wüste jagen.
Wo sind eigentlich unsere ganzen Menschenrechtler und Demokraten die gern für andere Länder die Fahne ihrer Freiheit hochhalten und die schon über Monate ganze Ordner in ihrem Mitleid ertränkt haben?


Wissen sie denn nicht das dieser Mann, wie alle Demokraten der Gegend, mit ca. 90% gewählt wurde was auf eine entwickelte Dremokratie hinweist?
Sind ihnen an die 70 Tote Demonstranten (ohne tote Polizisten bisher) in diversen Städten und der Einsatz der Armee gegen Demonstranten nicht genug (von den Toten in Algerien, wo auch ein 90% Präsident unser Wohlwollen hat gar nicht geredet)?

Was hält sie davon ab überhaupt in den aktuellen Ordnern zu erscheinen?

Bedenken sie denn nicht das ihre Abwesenheit Bände über sie spricht und das sie spätestens seit diesen Tagen disqualifiziert sind und nie wieder durchschaubare Tränen vergießen können?

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