Forum: Politik
Wie geht es weiter in Tunesien?

Plötzlich ging es ganz schnell: Die Protestbewegung in Tunesien hat den umstrittenen Langzeit-Präsidenten Ben Ali aus dem Amt gejagt. Im Land herrscht nun Chaos, es gibt weitere Ausschreitungen - und noch mehr Tote. Wie geht es nun weiter?

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malbec freund 16.02.2011, 12:24
1320.

Zitat von SaT
Das der auf Europa lastende Migrationsdruck gerne als Druckmittel zum Flüssigmachen von Hilfsgelder eingesetzt wird hat kürzlich noch mal der neue Freund des Westens Gaddafi verdeutlicht, als er drohte Europa würde schwarz.
Deshalb muss Europa eine klare Schiene fahren.
Die "Flüchtlinge" aus Tunesien sollten doch wieder nach Tunesien zurückgebracht werden. Es liegt ja gar kein Grund eines Asylantrags vor. Nur weil der letzte Regierungschef weg ist? Nur weil sie arbeitslos sind? Es herrscht Frieden dort, an Hunger stirbt dort auch niemand.

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SaT 16.02.2011, 12:51
1321.

Zitat von Daddeldu
…… Trotzdem bleibt die generelle Frage, man eigentlich helfen sollte und könnte, ohne dass es sogleich Vorwürfe der Beeinflussung oder gar des Neokolonialismus hagelt. ….
Das zeigt ja schon das Dilemma. Wie wir es auch machen, machen wir es falsch. Trotzdem plädiere ich nach wie vor für größtmögliche Nichteinmischung. Das wird uns zwar den Vorwurf der gestern im ZDF von einem ehemaligen israelischen Botschafters geäußert wurde, Europa sei schuld, weil es nicht rechtzeitig die nordafrikanischen Staaten entwickelt hat, einhandeln. Dieser Vorwurf von dieser Seite klingt auch deshalb so zynisch, weil nicht ein einziger Ägypter auf die Idee kam ins wirtschaftlich ebenfalls prosperierende Israel zu fliehen, obwohl dort anders als im Falle Tunesien/Italien lediglich eine Landgrenze zu überwinden wäre. Dies zeigt: abschotten ist möglich. Ich fürchte wir werden Europa erstmal stärker abschotten und illegale Migranten rückführen müssen. Das wird zu einigen unschönen Bildern führen. Die legale Migration könnte im Gegenzug ausgeweitet werden. Dabei sollte man mehr auf weibliche gebildete Migranten setzten. Diese können sich hier besser integrieren als jene Männer welche augenblicklich auf Lampedusa landen und durch das Fernsehen in deutschen Wohnzimmern mehr den Eindruck einer Invasion als einer friedlichen Migration erwecken.

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doctorwho 16.02.2011, 13:25
1322.

Zitat von SaT
Das zeigt ja schon das Dilemma. Wie wir es auch machen, machen wir es falsch. Trotzdem plädiere ich nach wie vor für größtmögliche Nichteinmischung. Das wird uns zwar den Vorwurf der gestern im ZDF von einem ehemaligen israelischen Botschafters geäußert wurde, Europa sei schuld, weil es nicht rechtzeitig die nordafrikanischen Staaten entwickelt hat, einhandeln.
hmmm . europa ist insofern mit in der pflicht , weil es ganz offensichtlich die dortigen systeme unterstützt hat , ohne seine zusammenarbeit mit dem drängen auf eine demokratischere entwicklung zu verknüpfen .

Zitat von SaT
Dieser Vorwurf von dieser Seite klingt auch deshalb so zynisch, weil nicht ein einziger Ägypter auf die Idee kam ins wirtschaftlich ebenfalls prosperierende Israel zu fliehen, obwohl dort anders als im Falle Tunesien/Italien lediglich eine Landgrenze zu überwinden wäre. Dies zeigt: abschotten ist möglich.
schily hatte da ja so seine ideen dazu : lager in nordafrika statt ursachenbekämpfung und beseitigung der misstände , die zu den flüchtlingsbewegungen führen . nicht so unähnlich zur israelischen politik .

Zitat von SaT
Ich fürchte wir werden Europa erstmal stärker abschotten und illegale Migranten rückführen müssen. Das wird zu einigen unschönen Bildern führen. Die legale Migration könnte im Gegenzug ausgeweitet werden.
das wäre zu begrüssen , aber eben nur dann wenn die migranten ihrem ursprungsland nach einem aufenthalt hier aus der misere helfen können , die zur migration geführt hat . sonst haben diese länder nur einen brain-drain , der die zustände dort noch weiter verschlechtert .

Zitat von SaT
Dabei sollte man mehr auf weibliche gebildete Migranten setzten. Diese können sich hier besser integrieren als jene Männer welche augenblicklich auf Lampedusa landen und durch das Fernsehen in deutschen Wohnzimmern mehr den Eindruck einer Invasion als einer friedlichen Migration erwecken.
da sollte das fernsehen mal etwas nacharbeiten , wenn es diesen eindruck beim zuschauer hinterlässt . diese leute sind bestimmt keine invasoren , im gegenteil , sie riskieren meist ihr nacktes leben ......

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SaT 16.02.2011, 14:09
1323.

Zitat von doctorwho
da sollte das fernsehen mal etwas nacharbeiten , wenn es diesen eindruck beim zuschauer hinterlässt . diese leute sind bestimmt keine invasoren , im gegenteil , sie riskieren meist ihr nacktes leben ......
Invasoren riskieren oft ihr Leben. Und wenn auf dem Boot auch mal eine Frau wäre, dann hätte dies unser Fernsehen sich gebracht. Das sind alles nur Männer. Es ist zwar einsehbar, dass Frauen die gefährliche Überfahrt nicht riskieren wollen - was aber wollen wir hier mit tausenden Männern?

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mot2 16.02.2011, 21:29
1324. Wie üblich,

Zitat von SaT
Das zeigt ja schon das Dilemma. Wie wir es auch machen, machen wir es falsch. Trotzdem plädiere ich nach wie vor für größtmögliche Nichteinmischung. Das wird uns zwar den Vorwurf der gestern im ZDF von einem ehemaligen israelischen Botschafters geäußert wurde, Europa sei schuld, weil es nicht rechtzeitig die nordafrikanischen Staaten entwickelt hat, einhandeln. Dieser Vorwurf von dieser Seite klingt auch deshalb so zynisch, weil nicht ein einziger Ägypter auf die Idee kam ins wirtschaftlich ebenfalls prosperierende Israel zu fliehen, obwohl dort anders als im Falle Tunesien/Italien lediglich eine Landgrenze zu überwinden wäre. Dies zeigt: abschotten ist möglich. Ich fürchte wir werden Europa erstmal stärker abschotten und illegale Migranten rückführen müssen. Das wird zu einigen unschönen Bildern führen. Die legale Migration könnte im Gegenzug ausgeweitet werden. Dabei sollte man mehr auf weibliche gebildete Migranten setzten. Diese können sich hier besser integrieren als jene Männer welche augenblicklich auf Lampedusa landen und durch das Fernsehen in deutschen Wohnzimmern mehr den Eindruck einer Invasion als einer friedlichen Migration erwecken.
wird Politik ersteinmal verstanden, den richtigen Schuldigen zur Übernahme der historischen Rechnung zu finden. Das Europa in Nordafrika einen Spion unter jeder Bettdecke installiert, der rechtzeitig einschreitet, verbietet sich von selber. Wir hatten und haben keinen Einfluss auf den dortigen Bevölkerungszuwachs, dies war die Politik der dortigen "Befreiungsregierungen", die sich in ihren eigenen politischen Vorstellungen ergingen.

Jetzt davon auszugehen, dass Europa "verantwortlich" für die gegenwärtige Situation sei und wir zur umfassenden Hilfe, "im eigenen Interesse", verpflichtet wären, basiert auf einem fundamentalem Irrtum, dem demographischen Faktor und dem angeblich damit verbundenen Wohlstandsverlust. Es wird sich so entwickeln, dass wir den zu erwartenden Produktivitätsfortschritt nur mit einer geringeren Anzahl der Beschäftigten abwettern werden können. Dies aus dringend notwendigen Nachhaltigkeitsgründen und absehbar mangelnden Ressourcen.
Kein Politiker oder Vertreter einer NGO, der heute einer Zuwanderung das Wort redet, ist in der Lage eine verantwortungsvolle Existenzgarantie für die Migranten zu geben, bestenfalls für 5-10 Jahre.
Das vollmundige Versagen bezüglich des "nation building" in Afghanistan, Somalia, etc und last not least die wirklichen Ursachen der Finanzkrise sollte jedem zur Einsicht verhelfen, wir sind nicht allmächtig.
Die Zeiten werden eng und der Firnis der Zivilisation ist bekanntlich dünn, sehr dünn.
zum Grusse

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