Forum: Politik
Wie geht es weiter in Tunesien?

Plötzlich ging es ganz schnell: Die Protestbewegung in Tunesien hat den umstrittenen Langzeit-Präsidenten Ben Ali aus dem Amt gejagt. Im Land herrscht nun Chaos, es gibt weitere Ausschreitungen - und noch mehr Tote. Wie geht es nun weiter?

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mbockstette 14.01.2011, 19:37
20.

Zitat von Tunesier
Ich glaube, es gibt kein Zurück mehr für Ben Ali. Sein Regime zerfällt gerade. Immer mehr Menschen, Prominente und Angestellte (wie beim Staatsfernsehen) outen sich. Der Moderator der letzten "mutigen" TV-Sendung von gestern Abend sagt: Es war alles nur reine Inszenierung! Was gibt es noch mehr zu sagen? Zu den Plünderungen: Schon seit Tagen gibt es zahlreiche Gerüchte. Nicht die Demonstranten brennen die Geschäfte, sondern regierungstreue Banditen. Sie setzen Gebäude in Brand und plündern Geschäfte oder lassen die Menschen von denen plündern, nachdem sie die Türen kaputt machen. Es ist noch ein Versuch Ben Ali's das Land ins Chaos zu stürzen und die Demonstranten als Terroristen und Banditen darzustellen. Danach will er der Retter sein. Das wird ihm inscha Allah nie gelingen. Wir wissen wer er ist und was er getan hat und wozu er fähig ist. Morgen früh auch viele Demos in Deutschen Städten. Wie lange wird der Westen weiter zuschauen? Es findet seit Wochen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
Der Diktaor ist geflohen, jetzt muss "nur" noch die Diktatur verbannt werden und dann könnte sich die tunesische Revolution als ein historischer Meilenstein für die arabische Welt herausstellen. Es wäre dann der erste Staat innerhalb der Arabischen Liga dessen frustrierte Bevölkerung sich nicht mehrheitlich auf den Islam beruft sondern auf die Demokratie.

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Ernst August 14.01.2011, 19:39
21.

Zitat von Palmstroem
Hoffen wir, daß der Aufstand der Jugend in Tunis und in Teheran der ganzen arabischen Welt das Zeichen gibt, ihre Despoten in die Wüste zu jagen. Die Idee von G.W.Bush, Demokratie in der arabischen Welt zu verwirklichen ist unverändert richtig. Nur eine demokratische, säkulare, arabische Welt hat Zukunft. Die Staaten sind nicht arm, sie werden nur von einer korrupten Oberschicht ausgebeutet. Es wird Zeit, daß auch Europa seine schützende Hand wegzieht und die Freiheit unterstützt.
Das sind alles von uns seit 30 Jahren anerkannte Demokratien.
Was jetzt der Oberdemokrat Bush (in Forida hatte er einen Bruder) damit zu tun hat und warum sie ihn bringen ist mir klar.

Schwerer Tag für die Abwesenden (ich sprach darüber) und die Zögernden.

Ich verstehe doch.

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recardo 14.01.2011, 19:42
22. .

Zitat von Tunesier
Ich glaube, es gibt kein Zurück mehr für Ben Ali. Sein Regime zerfällt gerade. Immer mehr Menschen, Prominente und Angestellte (wie beim Staatsfernsehen) outen sich. Der Moderator der letzten "mutigen" TV-Sendung von gestern Abend sagt: Es war alles nur reine Inszenierung! Was gibt es noch mehr zu sagen? Zu den Plünderungen: Schon seit Tagen gibt es zahlreiche Gerüchte. Nicht die Demonstranten brennen die Geschäfte, sondern regierungstreue Banditen. Sie setzen Gebäude in Brand und plündern Geschäfte oder lassen die Menschen von denen plündern, nachdem sie die Türen kaputt machen. Es ist noch ein Versuch Ben Ali's das Land ins Chaos zu stürzen und die Demonstranten als Terroristen und Banditen darzustellen. Danach will er der Retter sein. Das wird ihm inscha Allah nie gelingen. Wir wissen wer er ist und was er getan hat und wozu er fähig ist. Morgen früh auch viele Demos in Deutschen Städten. Wie lange wird der Westen weiter zuschauen? Es findet seit Wochen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
Ich kann nur hoffen die Tunesier jagen ihre Diktatoren sonstwo hin, bleibe aber skeptisch, die Polizei prügelt anscheinend(laut Medienberichten) immer noch auf Demonstranten ein.

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Müssen 14.01.2011, 19:46
23. Ihr Ausgang wurde für heute stattgegeben

Zitat von ewspapst
Wozu braucht Tunesien denn Reformen, es ist doch ein durch und durch kapitalistisches Land und dementsprechend muss es doch allen gut gehen. Ich verstehe diese ganzen Unruhen der " Strasse" nicht, man darf sich doch vom Pöbel nicht beeinflussen lassen. So viele Deutsche haben sich dort im Urlaub immer wohlgefühlt und auch den dortigen Wohlstand bewundert. So, oder so ähnlich würden wir in der nächsten Zeit über die Lebenslage der tunesischen Bevölkerung "informiert". Ich hoffe aber, diesmal klappt es nicht.


Wissen sie, was eine despotische Regierung ist?Wahrscheinlich, weil die Deutschen ihr Urlaubsland zu wenig im Detail kennen?Nur der Strand wichtig ist?Keine Ahnung.
Die jungen Tunesier vor allem die männlichen wurden am Studieren, Lehreabschluss gehindert.Von der Regierung angeordnet, auf dem Weg ins Landesinnere selbstverständlich in Begleitung mit Aufsichtsperson.Auch wenn sie nicht merken sollten,sie waren immer da.
Was spielt es für eine Rolle welch wirtschaftliche Ideologie verfolgt wird in einem,der Staat ist als Oberstes übergeordnetes mit seinen ausführenden, gesetzschreibenden, verabschiedenden, für das Gemeinwohl der Bevölkerung verantwortlich.Schlechte Gesetze, Einengung der persönlichen Rechte usw., verschlechtert das persönliche Wohlergehen in der Bevölkerung, demzufolge werden sie auf die Straße gehen und protestieren.Immer ein gutes Beispiel für andere Länder
in weit schlechte Gesetze und Führung des Staates immer wieder zwingenderweise es zu politischen Veränderungen führt.
Nennen sie mich nicht Pöpel.

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SaT 14.01.2011, 19:49
24.

kaum zu glauben wie einfach es war einen arabischen Diktator zu verjagen. Östlich und westlich von Tunesien gibt es noch viel zu tun. Das könnte sich als Flächenbrand durch die arabische Welt ausbreiten. Eine neue Dominotheorie - so hat sich das der Westen aber nicht vorgestellt.

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recardo 14.01.2011, 19:53
25. .

Zitat von Rainer Unsinn
Offensichtlich nicht sehr lange. Kann es vielleicht sein das die sogenannte "bolivarische" Revolution Südamerikas, freilich nicht unter diesem Namen beginnt sich in Nord-Afrika fortzusetzen? Haben die Menschen auch dort endlich erkannt das Neo-Liberalismus und die sogenannte Schaffung von Powerkonsumenten, die überteuerte westliche Produkte kaufen können, die Völker insgesammt einfach nur verarmt und keinen Mehrwert hat? Neulich hat es geheißen in vielen der arabischen Mittelmeerstaaten gibt es eine starke soziale Unzufriedenheit und Unruhe. Ich bin mal gespannt wie lange es dauert bist unsere marode, überteuerte Wirtschaft die letzten Absatzmärkte verliert.
Nein, darum geht es nicht. Die Kleptokraten haben ihr Volk beraubt und nicht dafür gesorgt, dass die Bevölkerung Arbeit hat. Sie haben ihr Volk belogen durch von ihnen kontrollierte Medien - und ich weiss, dies behaupten Einige auch von D., ist nur so nicht, z.B. Internet, auch darf man hier in D. noch alles sagen(nur für die Spinner) - Tunesien ist eine rücktsichtslose arabische Diktatur, von denen es noch einige gibt.

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recardo 14.01.2011, 19:58
26. .

Zitat von Ernst August
Das sind alles von uns seit 30 Jahren anerkannte Demokratien. Was jetzt der Oberdemokrat Bush (in Forida hatte er einen Bruder) damit zu tun hat und warum sie ihn bringen ist mir klar. Schwerer Tag für die Abwesenden (ich sprach darüber) und die Zögernden. Ich verstehe doch.
Europa und Amerika spielen in Arabien mit Sicherheit ein falsches Spiel, da hat unsere Politik völlig versagt. Frau Clinton kann man da nur loben, die dieses Spiel im Moment nicht mitspielt und wohl auch Obama, so scheint es.

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Palmstroem 14.01.2011, 19:59
27. Europas liebe Nachbarn

Zitat von Ernst August
Das sind alles von uns seit 30 Jahren anerkannte Demokratien.
Es waren vor allem die Franzosen, die ihre schützende Hand über Nordafrikas Despoten ausgebreitet hielten. Hier eine Einschätzung des französischen diplomatischen Dienstes:

Unsere Beziehungen sind durch die traditionellen historischen Verbindungen, eine aktive Zusammenarbeit in allen Bereichen, ein bedeutendes Handelsaustauschvolumen und einen breiten Konsens in Bezug auf die internationalen und regionalen Themen gemeinsamen Interesses geprägt. Die wirtschaftlichen und politischen Vorteile, über die Tunesien verfügt, weisen dem Land in den Augen Frankreichs weiterhin eine bedeutende Rolle für die Stabilität im Maghreb sowie für die Fortsetzung des Aufbaus der euro-mediterranen Partnerschaft zu.

PS: Es geht auch ohne WikiLeaks

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ElTico 14.01.2011, 20:00
28.

Zitat von mbockstette
Der Diktaor ist geflohen, jetzt muss "nur" noch die Diktatur verbannt werden und dann könnte sich die tunesische Revolution als ein historischer Meilenstein für die arabische Welt herausstellen. Es wäre dann der erste Staat innerhalb der Arabischen Liga dessen frustrierte Bevölkerung sich nicht mehrheitlich auf den Islam beruft sondern auf die Demokratie.
Es mag für sie bzw. für viele Europäer unvorstellbar sein aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass die arabischen Staaten gerade in einem demokratischen System sehr viel islamischer werden.

Wieso werden diese "Demokratien" vom Westen unterstützt. Weil solche stabile Verhältnisse für sie sehr viel angenehmer sind.. in mehrfacher Hinsicht... einerseits wirtschaftlich und auch politisch. ein islamischer Staat kann da viel ärgerlicher sein.

Man siehe auch die Türkei... die Armee verstand sich jahrelang als Hüter des Laizismus und hat wenn sie das Gefühl hatte der Staat werde zu islamistisch in die Demokratie eingegriffen.. in letzter Zeit verliert sie jedoch an macht und die Islamisten sind auf dem Vormarsch.

Fazit also, wundern sie sich bitte nicht, wenn nach doversen Revolutionen in Nordafrika, diese Länder deutlich islamistischer geprägt werden als sie bisher waren und wundern sie sich auch nicht, wenn Urlaub nicht mehr so möglich wird, wie heutzutage.

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mbockstette 14.01.2011, 20:04
29.

Zitat von Ernst August
Das sind alles von uns seit 30 Jahren anerkannte Demokratien.
Für Sie mögen das alles anerkannte Demokratien sein, tatsächlich handelt es sich aber um Schein- und Pseudo-Demokratien. Von "uns" anerkannt? Da sprechen Sie bestenfalls für eine multiple Persönlichkeit, aber nicht für andere Personen bzw. Persönlichkeiten.

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