Forum: Politik
Wie groß ist die Politikverdrossenheit der Deutschen?

Am 27. September steht die Bundestagswahl an, doch das Interesse bei der Bevölkerung hält sich in Grenzen. Herrscht Wahlmüdigkeit bei den deutschen Wählern?

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Adran 14.08.2009, 19:43
280.

Zitat von Rainer Eichberg
Gar nicht. Ein Staat kann nicht pleite gehen. Und - ein Tipp für Sie - wen man keine Kohle mehr hat, geht man in Privatinsolvenz. Ist ganz einfach. Tausende Menschen wählen täglich diesen Schritt. Und sie leben immer noch. Erst kürzlich sah ich eine flüchtige Bekannte munter in einem Restaurant tafeln. Dabei befindet sie sich in Privatinsolvenz.
Herr Mirow, in Osteuropa herrscht relative Ruhe. Hätte es aber nicht längst einen Staatsbankrott gegeben, wenn Währungsfonds und EU nicht mit milliardenschweren Hilfspaketen eingestiegen wären?

Ich finde es erst einmal bemerkenswert, dass es zu keinem einzigen Staatsbankrott gekommen ist. Das zeigt, dass die internationalen Institutionen funktionieren. Aber der Begriff relative Ruhe ist in der Tat sehr passend. Was aktuell in der Realwirtschaft in Staaten wie Lettland oder der Ukraine passiert, ist wirklich dramatisch. Die ukrainische Volkswirtschaft wird in diesem Jahr um 15 Prozent schrumpfen, eine gewaltige Größe. Von Ruhe kann daher nur in Bezug auf die Banken gesprochen werden - dort ist die Lage in der Tat besser. Wir können jedenfalls nicht so tun, als ob die Krise in Osteuropa schon vorüber wäre.

Dass in Osteuropa kein Land zahlungsunfähig wurde, ist der große Unterschied zu anderen Krisen wie etwa in Lateinamerika?

Genau. Während der vergangenen 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist es gelungen, die osteuropäischen Länder in die globale Wirtschaft zu integrieren. Auch wenn sich internationale Investoren wieder zurückgezogen haben: Es gibt viele andere Banken und Unternehmen, die ein langfristiges Interesse an der Region haben. Diese Firmen haben sich nicht aus Osteuropa verabschiedet und bleiben dort. Dahinter steckt die Erwartung, dass die Krise nicht ewig anhalten kann und dass sich der Aufwärtstrend auf längere Sicht wieder durchsetzen wird. Sicherlich hilft auch, dass die meisten Länder Mitglieder der Europäischen Union geworden sind - das bedeutet vor allem mehr an institutioneller Sicherheit.

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Rainer Eichberg 14.08.2009, 19:53
281.

Zitat von Adran
Ich finde es erst einmal bemerkenswert, dass es zu keinem einzigen Staatsbankrott gekommen ist. Das zeigt, dass die internationalen Institutionen funktionieren.
Da hat der Herr Mirow doch was Wesentliche schon gesagt. Was wollen Sie also? Deutschland geht nicht pleite, und am Ende zahlt halt irgendwer die Schulden. Was denken Sie, was mich oder den Rest der Deutschen das interessiert?

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Adran 14.08.2009, 20:03
282.

Zitat von Rainer Eichberg
Da hat der Herr Mirow doch was Wesentliche schon gesagt. Was wollen Sie also? Deutschland geht nicht pleite, und am Ende zahlt halt irgendwer die Schulden. Was denken Sie, was mich oder den Rest der Deutschen das interessiert?
Na dann fragen sie mal Argentienern, oder auch vielen Asiaten, was sie von den Internationalen Institutionen wie den IWF halten..
in Argentien nach dem Staatsbankrott und IWF intervention war die Mittelschicht zerstört, und es gab nur noch breite Arme Massen und ein paar Superreiche.
In Asien ist man mittlerweile so misstrauisch gegen den IWF, manche sagen sogar gebranntes Kind, dass man da, trotz allem regionalen Misstrauen einen eignen IWF aufbauen will, wo sogar China, Japan, und Südkorea an einem Strang ziehn wollen.


Glauben sie wirklich, dass wenn ein Staat so an den Rand getrieben wird, dass er Hilfe brauch, und der IWF und andere Internatioale Insitutionen eingreifen, sie das nicht tangiert?
Sie sind da echt naiv..

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syramon 14.08.2009, 20:11
283.

Zitat von Rainer Eichberg
Gar nicht. Ein Staat kann nicht pleite gehen.
Leider doch.Vor nicht allzulanger Zeit ist das Argentinien
passiert.Da gabs dann kein Geld mehr auf dem
internationalen Kapitalmarkt mehr.Staatsanleihen
wurden wertlos.Staatliche Infrastruktur ist dann
auf "Eis" gelegt,dann gehts ums nackte Überleben.
Würde Deutschland Pleite gehen,hätte das andere
Konsequenzen als bei Argentinien.

Zitat von Rainer Eichberg
Und - ein Tipp für Sie - wen man keine Kohle mehr hat, geht man in Privatinsolvenz. Ist ganz einfach. Tausende Menschen wählen täglich diesen Schritt.
Ein Tip für sie,den Kopf in den Sand stecken und
darauf hoffen,das Andere einem aus der Patsche
helfen ist kein Lösung,höchstens Entwürdigend.

Zitat von Rainer Eichberg
....Erst kürzlich sah ich eine flüchtige Bekannte munter in einem Restaurant tafeln. Dabei befindet sie sich in Privatinsolvenz.
Wussten sie was diese flüchtige Bekannte als "Gegenleistung"
dafür tuen musste???

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Rainer Eichberg 14.08.2009, 20:14
284.

Zitat von Adran
Na dann fragen sie mal Argentienern, oder auch vielen Asiaten, was sie von den Internationalen Institutionen wie den IWF halten..
Schatz, wir sind hier nicht in Südamerika, wir sind hier in der EU. Und wenn Deutschland nach Äonen des Zahlens auf einmal der Bittsteller ist, tut mir das gar nicht weh.

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Rainer Eichberg 14.08.2009, 20:15
285.

Zitat von syramon
Ein Tip für sie,den Kopf in den Sand stecken und darauf hoffen,das Andere einem aus der Patsche helfen ist kein Lösung,höchstens Entwürdigend.
Es ist aber effektiv. Oder wurde Argentinien kürzlich verkauft?

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seoul 14.08.2009, 20:18
286. Erstens...

Zitat von dickebank
Du kannst nicht "was" wählen. Du kannst nur "wen" wählen. Wenn dein direktkandidat nicht gewählt worden ist, dann der einer anderen Partei. Aber vielleicht war dein Kandidat ja über die Liste abgesichert, dann hast Du doch, was Du wolltest, deinen Kandidaten im Reichstag. Sag bloß Du bist verwundert, dass es kein gebundenes Mandat für deinen Abgeordneten gibt? Also kaum hast Du ihn gewählt, schonmacht er, was er will, bzw. was sein Fraktionschef will, dasss er es macht. sachen gibt es.
sind die BTWahlen 2009 verfassungswidrig, und der BT weiß es. Die Problematik der Überhangmandate sollte bis SPÄTESTENS 2011 gelöst sein. Der BT hat sich einen Dreck darum geschert und bis heute NICHTS gemacht.
Denn die Überhangmandate, die offensichtlich wenig mit unserer Verfassung und normalem Menschenverstand zu tun haben, sind einmal mehr Spekulationsobjekt in diesem Jahr.

Zweitens haben wir keine Wahl, wie sie im GG verankert ist.
Direkte und unmittelbare... Wahl.
Wie denn???
Fast 450 MdBs sind bereits gewählt, ohne das wir Zettel ankreuzen. Sie haben entweder sichere Wahlkreise oder sichere Listenplätze...
Solange das Volk nicht mitentscheidet, wen die Parteien in den Wahlkreisen aufstellen, sondern dies nur wenige DELEGIERTE - also ausgesuchte Parteisoldaten - tun und solange hier keine AUSWAHL vorgenommen werden kann, sind die Grundsätze des GG nicht angewendet.
Solange die Wähler nicht die Listenplätze beeinflussen, d.h. auswählen können, geschieht dies weiter über Kungelrunden in Parteihinterzimmern.

Würden diese Auswahlkriterien auf die Wahlen in unserem Staat angewendet, wäre eine gänzlich andere Zusammensetzung in den Parlamenten. Denn heute können wir praktisch keine MdBs abwählen, solange die Parteien die LIstenplätze auskungeln.....

Beispiek: InMin Svhäuble erhält hier in SPON ein UNGENÜGEND für seine Amtsführung. Wäre doch denkbar, dass die Bevölkerung in BW ihn auf einer Liste auf einen weiter hinten liegenden Platz setzen würde und für seinen Wahlkreis jemanden anders aussuchte. Dann wäre er nach mehr als 30 Jahren eben nicht mehr im BT. Für die Viele der CDU undenkbar, für viele hier im Forum durchaus realistisch.

Der Innenexperte der SPD W., nach dem status quo zu den Wahlen in Abgeordnetenwatch befragt, befand alles ganz normal. Alle würden doch DEMOKRATISCH gewählt und meine Meinung sei DEMOKRATIEFEINDLICH. Kann man nachlesen.

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rhs 14.08.2009, 20:20
287. erste Sahne

Zitat von knut beck
Gilt nicht nur für die Piratenpartei. Auch in der SPD konnte man in den letzten Wochen einen erstaunlichen Zustrom junger Menschen beobachten. Vermutlich aus genau denselben Gründen: Totale Transparenz, Mitmach-Wahlkampf und klare Aussagen.
hahahahaha, hihihihihi *prust* hohohohoho *lufthol* hahahahahahahaha *schlapplach*

Mensch Knut, Ihre satirischen Beiträge sind, wie immer, erste Sahne.

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syramon 14.08.2009, 20:31
288.

Zitat von Rainer Eichberg
Es ist aber effektiv. Oder wurde Argentinien kürzlich verkauft?
Vielleicht wollte es niemand?
Wer steckt schon Geld in ein bankrottes Land ohne
Zukunft.

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viceman 14.08.2009, 20:53
289. alternativ wählen,

Zitat von Michel-D
NEIN eben nicht ! NUR Für ungültige Stimmen gibt es keine Wahlkampfkostenerstattung auch nicht prozentual. Vielleicht "die Piraten" wählen, dann bekommen die ein wenig Geld in die Kasse oder eine ander kleine Partei oder halt ungültig. Gruß der Michel
das macht schon sinn und da sind die piraten am angenehmsten.
allerdings, werden die - wie auch bald die linkspartei , vom system regelrecht augesogen werden.
wenn die ersten gelder und pöstchen locken, werden die auch schwach, wie alle anderen auch...

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