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Wie säkular ist Deutschland?: Trennung von Staat und Kirche - wer's glaubt
DPA

In Deutschland gibt es zwar keine Staatskirche - die Bundesrepublik und die christlichen Kirchen sind dennoch eng miteinander verknüpft. Schwieriger wird es, wenn es um die islamische Religion geht.

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widower+2 22.04.2019, 21:10
1. Es wird Zeit!

Wann endet diese unsägliche Verquickung von Kirche und Staat (oder jeglicher Religion und Staat) endlich? Tanzverbote und Konsorten mögen zwar relativ kleine Eingriffe in die persönliche Freiheit sein, sind aber einfach nicht mehr rational zu rechtfertigen.
Kruzifixe in Schulen und sogar in Gerichtssälen, sind eigentlich ein ungeheuerliches Zeichen angesichts dessen, dass sowohl Gerichte als auch Schulen in Deutschland weltanschaulich neutral zu sein haben. Diese Neutralität ist in beiden Fällen zumindest unnötig unter Verdacht.

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appenzella 22.04.2019, 21:17
2. Ausgleichszahlungen?

Wofür?
Dafür, daß die Kirchen keine Steuern auf ihren Grundbesitz zahlen?
Welcher der größte in der Bumsrebblig Deutschland ist..

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EinerVon80Mio 22.04.2019, 21:24
3. Christliches Abendland. Nicht nur geografisch

So lange sich die Werte unserer Gesellschaft in der letzten Instanz vom BGH, BVG, EuGH und dem leidlichen BFG definieren kann einem die freie Wahl seines Glaubens doch nicht diktiert werden. Der Rest ist meines Erachtens ein Club. Nehmen Sie es als Pragmatismus....

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kommentator24de 22.04.2019, 21:30
4. Progressive Ideen brauchen Zeit

In der Tat: das Konstrukt ist deutlich überholt. Die Nähe von der sogenannten Kirche zum Staat ist nicht mehr zeitgemäß. Diese Konstruktionen sind auch in anderen Ländern (z.B. Türkei, Iran oder Saudi Arabien) eher als problematisch anzusehen. Die Glaubensinstitutionen selbst könnten sich einmal in Demut üben und diesen Anspruch fallen lassen, anstatt in gebetsmühlenartigen Reden auf den Anspruch zu pochen. Es wäre eine quasi letzte Chance für die Mächtigen über die Gläubigen: entweder sie schrumpfen sich auf ein angemessenes Maß gesund oder sie werden irgendwann komplett überflüssig und sterben dann den Dinosauriertod. Der Welt würde nichts fehlen.
Diese Entwicklung wäre in der Tat revolutionär. Wie aber alle progressiven und zukunftsträchtigen Ideen, so wird auch diese vermutlich noch hundert Jahre brauchen bis sie sich tatsächlich durchgesetzt hat. Dann werden die Menschen sagen: "früher ... da waren wir noch rückständig. Da wurden noch Kirchensteuern eingetrieben usw." so wie wir heute sagen "früher ... durften Frauen nicht wählen ... usw." oder "früher ... dachten die Menschen noch, dass die Erde eine Scheibe ist."

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hrboedefeld 22.04.2019, 21:34
5. wird auch Zeit!

die Feiertage können ja gerne bleiben, bevor die Kirche sich diese unter den Nagel gerissen hat gab es diese schließlich auch schon, nur ohne den religiösen Anhang. Weihnachten ist eigentlich Wintersonnenwende, Ostern die Tag/Nacht-Gleiche, etc... Die Kirche hat es nur nicht geschafft die Feste zu verbieten und dann einfach behauptet da wäre irgendwas religiöses passiert. Die blöden Menschen haben das ja auch fein akzeptiert. Gut, Ostern kann man ja noch halbwegs annehmen, aber dass eine Volkszählung mitten im Winter stattgefunden haben soll, in dessen Rahmen dann die Geburt Jesus stattfand, ist ja offensichtlich völliger Quatsch! In der gesamten Geschichte der Menschheit wurden solche Zählungen immer zur Ernte durchgeführt. Wer soll denn mitten im Winter in seine Heimatstadt kommen? Völlig abwegig! Und ein Datum, oder eine genauere Datierung zu den ganzen christlichen Festen gibt es natürlich auch nirgends...
Nebenbei könnte man auch gerne die Feiertage an Ostern (Tag/Nacht-Gleiche) dazu nutzen um die Bürger aufzurufen in der Umwelt Müll einzusammeln! Das wäre mal ein sinnvoller Feiertag!

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urbuerger 22.04.2019, 21:37
6. Die Religionen der Deutschen sind dabei sich zu dezimieren ...

..., wie man an Hand der ständig sinkenden Mitgliederzahlen sehen kann!
Wie viele Menschen nur noch aus Gewohnheit weiterhin ihre Mitgliedschaft erhalten, ist leider nicht erfasst, sonst wären die Zahlen jener, die sich keiner Kirche mehr zugehörig sehen noch um einiges Höher!

In unserer Zeit sind die Kirchen m.E. nicht mehr so sehr von Nöten, weil viele ihrer ehemaligen Kernaufgaben von staatlichen Stellen übernommen wurden!

Ich selbst bin vor einiger Zeit aus der Kirche ausgetreten, weil mir auf den Kopf zugesagt wurde, dass meine Kinder nicht katholisch getauft werden könnten, da ich mit einer Katholikin verheiratet sei, aber eben nur ein evangelisch Lutherischer Kirchenangehöriger bin! In solle die Kirchenzugehörigkeit zu Katholisch wechseln, dann könnte man auch meine Kinder Taufen!
Das ganze geschah zwar in der Schweiz, aber selbst hier in Deutschland wurde unser Anliegen die Kinder katholisch zu Taufen ebenfalls abgelehnt, denn irgendwie bekam die Pfarrei Wind von der Ablehnung in der Schweiz!
Die Reaktion meiner Frau und mir war der sofortige Austritt aus diesen antiquierten Institutionen und unsere Kinder können sich Taufen lassen, wenn sie Erwachsen sind!

Eben solch Rückständige Institutionen auch noch staatlich zu fördern, halte ich nicht mehr für angebracht, da sie ihre Daseinsberechtigung im Laufe der Zeit nicht mehr in dem Maße erfüllen, wie zu den Zeiten vor der Weimarer Republik!

Zur Zeit werden die Kirchen aus reiner Sentimentalität weiter gesponsert, auch weil sich zwei Parteien auf ihr C für Christlich im Namen beziehen, die seit Jahren an der Macht sind!!!

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Wasdazuzusagenwär 22.04.2019, 21:39
7. Noch lange nicht alles!

Wenn die genannten Privilegien bloß die einzigen wären. Aber es geht noch weiter:

- Der Staat finanziert zu 100% christliche Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen aus allgemeinen Steuermitteln, in denen die Kirchen dann ihr eigenes Arbeitsrecht anwenden, welches u.a. schlechter bezahlen, einfacher kündigen und Gewerkschaften verbieten kann.
- Die Gehälter der Kirchenoberhäupter werden aus allgemeinen Steuermitteln bezahlt.
- Nichtmitglieder zahlen auch Kirchensteuer ("erweitertes Kirchgeld"), wenn nur der Partner in der Kirche ist.
- Kirchliche Einrichtungen haben eine Monopolstellung, weil sie als privat gelten, aber staatlich finanziert werden.
- Viele Politiker verdienen Geld als Kirchenfunktionäre.
- Die regierenden Parteien nutzen in ethischen Fragen fast ausschließlich den Rat der Kirchenvertreter, nicht den von Fachleuten. Kirchen können dabei das Lobbyregister umgehen. So entstehen aberwitzige Gesetze zur Sterbehilfe, Beschneidung oder Sonntagsladenöffnung.

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kkschiemert 22.04.2019, 21:41
8. Trennung

Wir können nicht im Ernst erwarten, dass die C-Parteien irgendwann irgendwas für die Trennung von Staat und Kirche tun werden. Die SPD ist auch nicht besser in dieser Hinsicht. Im Grundgesetzt steht seit genau 100 Jahren, dass die Staatsleistungen irgendwie beendet werden müssen, passiert aber nichts. Gar nix.

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Die linke Kobra 22.04.2019, 21:44
9. Unsdere atheistischen Vorzeige-Linken

suchen alle Pöstchen in der Kirchennähe. Katholikentag, evangelischer Kirchentag, da wimmelt es von Grünen und Linken. Es gibt halt Wähler, die bedient werden wollen Auch die Leitungsgremien sind durchseucht. Kretschmann ist auch so ein grüner Vorzeige-Katholik, Göring-Eckardt Vorzeige-Protestantin.

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