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Wie säkular ist Deutschland?: Trennung von Staat und Kirche - wer's glaubt
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In Deutschland gibt es zwar keine Staatskirche - die Bundesrepublik und die christlichen Kirchen sind dennoch eng miteinander verknüpft. Schwieriger wird es, wenn es um die islamische Religion geht.

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brille000 23.04.2019, 09:39
160. Macht endlich Schluss

Trennung von Kirche und Staat? Müsste eigentlich so sein, ist es aber nicht und mir scheint, diese Verquickung nimmt eher zu. Mit dem Eintreiben der Kirchensteuer geht es los bis hin zu den Kruzifixen in Bayerns Klassenzimmern. Wie kann man Tanzveranstaltungen verbieten? In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Dürfen wir bald auch nichts mehr tagsüber am Ramadan essen? Wäre ja die logische Konsequenz, so wie "der Islam zu Deutschland gehört" (Kanzlerin Merkel).

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hrboedefeld 23.04.2019, 09:49
161. Haarsträubend!

vor 2000 Jahren war das Wetter tatsächlich anders. Nämlich noch kälter. Schnee war auch in Jerusalem nichts ungewöhnliches. Niemals fand zu dieser Zeit eine Volkszählung statt! Des weiteren wurde Vieh von Oktober bis April im Stall gehalten, da aber "die Hirten von den umliegenden Feldern, welche ihr Vieh bewachten" die ersten waren bei Jesus Geburt, ist dies ein weiterer Punkt.
Und zu guter Letzt: Jesus wurde sechs Monate nach seinem Cousin Johannes dem Täufer geboren. Dieser kam nachweislich im Frühjahr zur Welt.
Glauben Sie bitte nicht alles was sie sehen oder lesen, sondern recherchieren Sie lieber selber. Nichts zu hinterfragen und Dokus im Fernsehen zu vertrauen hat schon gesamte Bevölkerungen verblendet...

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mantrid 23.04.2019, 09:50
162. Halbwahrheiten

Nicht in der Kirche, bedeutet nicht gleich ungläubig bzw. Agnostiker oder Atheist. Persönlich würde ich mich daher einfach als Christ bezeichnen, wobei ich mir allerdings herausnehme, mir von niemanden Vorschreiben zu lassen, wie traditionell oder modern ich die Bibel auszulegen habe. Ich bin des Lesens mächtig und kann mit meinem Hirn selber denken! In diversen Gremien (z.B. öR) sitzen Kichenvertreter als "gesellschaftlich relevante Gruppe". Einen Sonderstatus gibt es wegen der Säkularisierung. Da sollte man mal über einmalige Abfindungszahlungen nachdenken, was wahrscheinlich deutlich billiger kommt. Die steuerlichen Vorteile können auch andere Institutionen wie Vereine, Verbände, Parteien usw. geltend machen. Ohne jeden Zweifel basiert unsere Gesellschaft auf christlichen Werten. (Bitte nicht verwechseln mit dem, was in der Geschichte unter dem Leben "christlich" als Untaten begangen wurde.) Um das deutlich zu machen, halte ich die christlichen Feiertage für erforderlich. Ich möchte nicht nach der Scharia leben müssen.

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gibmichdiekirsche 23.04.2019, 09:53
163.

Zitat von Paddel2
Endlich wird das Thema diskutiert. Warum müssen alle Menschen mit ihren Steuergeldern die Finanzierung von Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft sicherstellen, wenn diese im Widerspruch zu unserem Rechtsverständnis handeln dürfen? ...
Nicht nur angesichts Ihres Beitrags habe ich den Eindruck:
Sehr viele Bundesbürger*innen, speziell solche, die in den letzten knapp 30 Jahren dazu gekommen sind, haben keinerlei Empfinden, vielleicht auch keinerlei Gespür dafür, dass und warum in unserer Bundesrepublik Deutschland das Subsidiaritätskonzept gilt und in der Verfassung verankert ist:
Sprich: Angesichts der Erfahrungen der Nazi-Zeit (und auch denen in der totalitären DDR) WILL unser freiheitlich demokratischer Rechtsstaat kein TOTALER Staat sein, der alles und jedes bestimmt.
Darum unterstützt der Staat nichtstaatliche Organisationen (und wahrhaftig nicht nur religiöse) u.a. dabei, z.B. soziale Einrichtungen in eigener Regie zu betreiben. Das gehört zum demokratischen Grundkonsens dieser Republik.

Und um es klipp und klar zu sagen: Auch allen "Atheisten und Humanisten" usw. steht es doch völlig frei, z.B. Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Altenheime usw. zu betreiben und dabei ebenso staatlich subventioniert zu werden wie religiöse Träger - man müsste es halt nur wollen und tun. Bekanntlich gibt es nix Gutes, außer man tut es, aber manche nehmen den Mund arg voll, um auf religiöse Träger wohlfeil zu schimpfen, ohne selber auch nur einen einzigen Finger zu krümmen und selber etwas auf die Beine zu stellen.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Man frage z.B. mal bei der AWO nach, deren soziale Einrichtungen sogar teilweise zu 100% staatlich refinanziert werden, während z.B. die Kirchen immer noch einen gewissen Anteil aus eigenen Mitteln finanzieren.

Die SPON-traditionellen "Diskussionen" zu hohen christlichen Feiertagen sind in den Leserreaktionen so was von vorhersehbar, dass einem die Lust vergeht, sich damit überhaupt noch zu beschäftigen.
Dass sich dabei überwiegend alte DDR-Genoss*innen zu Wort melden, die auch wenig bis nix gegen eine "Unterdrückung" religiöser Menschen und Vereinigungen einzuwenden haben, setzt dem Ganzen dann noch ein besonderes Sahnehäubchen auf.

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Pickle__Rick 23.04.2019, 09:53
164.

"28 Prozent der Deutschen sind Katholiken, 26 Prozent sind Protestanten. Das sind fast 45 Millionen Menschen."

Interessant wäre noch wer davon seinen Glauben aktiv praktiziert. Ich wette, es ist nicht mal mehr die Hälfte. Da wird wie schon erwähnt, bestenfalls zu Ostern und Weihnachten in die Kirche gegangen. Der Glaube schwirrt dann eben doch noch im Hinterkopf herum und irgendwie macht man das doch auch einfach so.
Aktive Auseinandersetzung findet wohl eher nicht statt. Vermutlich ist das auch das Problem für die noch immer merkliche Verknüpfung von Kirche und Staat. Die Religion hat auch in den Köpfen der Volksvertreter kaum noch Platz aber so richtig will man sich dann auch nicht lösen. Immerhin wurde einem als Kind ja oft genug damit gedroht was einen erwartet wenn man den lieben Gott erzürnt. Das wirkt nach. Nein nein, lieber nix riskieren.

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wasistlosnix 23.04.2019, 09:53
165. Gleiche Rechte

Man darf die gut 30% Atheisten in dieser Diskussion nicht vergessen! Nur weil diese nicht organisiert sind und keine Symbole haben werden sie zu Oft in solchen Diskussionen einfach unterschlagen oder der Wille anderer auf doktriiert.

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nic 23.04.2019, 09:55
166.

Wenn da von Politikern jetzt verlangt wird, eine allgemeine Kirchensteuer einzuführen, dann sieht man wo der Weg hingeht und zwar zu einer Zwangskirche. Also weder Säkulär und schon gar nicht Laizistisch.

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wiseguyno1 23.04.2019, 09:57
167. Es sprach: Der 'heilige Zorn' ...

Zitat von martin.heilmann.75
... die Religionshasser aller Couleur. Da wird geschimpft bis der Geifer aus dem Hals hängt. Und mal wieder ist man darauf erpicht, bitte die Rechte, die einem die Religion ermöglicht (Feiertage etc.) zu erhalten, aber die Pflichten (Respekt etc.) möchte man doch bitte abgeben. [...]
"Warum siehst du den Splitter im Augedeines Bruders, aber denBalkenin deinemAuge bemerkst du nicht?“ (Matthäus 7,3)

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chiefseattle 23.04.2019, 09:59
168. Warum

... sollte der Mensch vernünftig werden? Religionen sorgen für Regeln, Vorurteile, Verurteilungen und Kriege - der Mensch braucht das.

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kajoter 23.04.2019, 09:59
169. Pro und Contra

Ja, die Verquickung von Staat und Kirche ist zu stark. Das führt in der Kirche dazu, dass sich viele Pastoren eher als Manager und Büroleiter verstehen denn als Seelsorger. Dass die Kirche generell seit Ewigkeiten durchaus auf Einfluss auf Politik und Gesellschaft bedacht war und dass dementsprechend Pastoren und Bischöfe allzu häufig sehr machtbewusste Menschen sind - was eine Zusammenarbeit manchmal recht schwierig gestaltet. Geradezu skandalös ist das kirchliche Arbeitsrecht, das den Mitarbeitern eine Gewerkschaftvertretung verwehrt. Bei einem Unternehmen, das einen derartig hohen Anteil an Pflege- und Betreuungseinrichtungen besitzt, ist dieses untragbar.
Aber: Wenn man heute von europäischen Werten spricht, sollte man erkennen, dass ein Großteil davon aus dem Christentum abgeleitet ist. Und bei den "weltlichen" Unternehmungen der Kirche sollte man sich fragen, wer es denn sonst machen sollte. Falls der Staat, sprich die Kommunen all das komplett übernehmen sollten, können wir uns auf einen gigantischen, bürokratischen Wasserkopf gefasst machen. Dass es diesen in den Kirchen nicht gibt, liegt an deren Wesenszug, generell so geizig wie nur möglich zu sein - incl. der Gehälter.
Falls man die Unternehmungen dagegen privatisieren würde, gelangten Pflege und Betreuung komplett in gewinnorientierte Unternehmerhände. Das kann niemand gutheißen.
Welcher Träger sollte also diese Bereiche abdecken?
@ Sonn- und Feiertage:
Die Basis der Kirchen ist die Bibel und diese war zugleich ein Handbuch zur Koordination des menschlichen Lebens mit der Natur und ein ethischer und pragmatischer Ratgeber in puncto Zusammenleben der Menschen. Dementsprechend sind auch die Fasten-, Ruhe- und Feiertage so gesetzt, dass sie den Menschen notwendige Ruhetage verschaffen, dass sie Reaktionen auf jahreszeitliche Wechsel bieten und dass sie den Nahrungswechsel von den alten Wintervorräten zu den frischen Nahrungsmitteln befördern. Das meiste besitzt einen direkten Bezug zum Leben und Lebenskreislauf und es hat sich bewährt. Warum sollte man es abschaffen?
Trotzdem ist eine tiefere Trennung von Staat und Kirche überfällig. Nur noch 57% aller Deutschen sind Kirchenmitglieder. 1951 waren es noch 96%, was den Kirchen eine deutlich größere Legitimation verschaffte. Aber bald wird der Anteil derartig geschrumpft sein, dass der Staat notwendige Schritte einleiten muss. Vorbereitende Maßnahmen oder zumindest grundsätzliche Überlegungen haben bislang natürlich nicht stattgefunden und sind ein erneutes Zeichen dafür, dass unsere Regierungen in der Regel "auf Sicht fahren".

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