Forum: Politik
Wie sinnvoll ist das Betreuungsgeld?

Bildungsgutscheine statt Bargeld für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern: eine gute Idee oder eine Diskriminierung einkommenschwacher Eltern?

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pssst... 25.11.2009, 01:53
450.

Zitat von barack abamo
Betreungsgeld ist meiner Meinung nach hier für denkbar ungeeignet!!
Das Betreuungsgeld ist nicht das Problem, sondern das Gutscheinmodell der FPD.

- ginge es um Kita's , brauchte es dafür kein Betreuungsgeld
und Gutscheine gleich gar nicht,
- diese brauchte der Staat nur einrichten und fertig.

Genau deshalb, weil es der Staat (Bund,Länder,Gemeinden) nicht
tut, kommt dieses Betreuungsgeld als Thema auf.

- stellt der Staat je Kind 150 € , für die 1-6 jährigen
gleich wie zur Verfügung, rund 700.000 Kinder pro
Jahrgang , knapp 4 Milliarden €, wird es :
a) billiger, je geringer die Geburtenrate tatsächlich wird,
b) würde eine Angebotsfestlegung auf Kita's , den Staat in
Personalpflicht nehmen, nebst Räumlichkeiten und deren
Kosten, ohne auf die Geburtenrate Einfluß nehmen zu
können.

Im Gutscheinmodell der FDP steht im Ergebnis,daß nicht
eingelöste Gutscheine gespartes Geld sind.
Weil der Staat immer billigst rechnet, keinesfalls würdig.
Ein an Schlitzohrigkeit kaum zu überbiete Variante.

Das Betreuungsgeld der CSU, gibt jenen Entlastung, die rein
gar nicht auf staatliche Kita's frenquentieren, sondern
individuelle,wie private Lösungen setzen.

Das Gutscheinmodell ist schlichtweg abzulehnen.

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janka 25.11.2009, 02:09
451.

Zitat von key_art
Dass es auch zum Klischee passende Menschen gibt und immer schon gab, aber eine kleine Minderheit darstellen - darunter soll jetzt die Mehrheit der arbeitslosen Eltern leiden? Wie weit wird diese Art Diskriminierung wohl noch als Ausrede dienen, um sozial schwache Menschen pauschal zu diffamieren und auszugrenzen?
Womöglich wird das solange so weitergehen und schlimmer noch werden, bis die Widersprüche in der Gesellschaft so gross werden, dass es ernsthaft "unruhig" wird.

Da werden immer größere Schichten der Bevölkerung ausgegrenzt, nahezu in Sippenhaft genommen, entmündigt und entwürdigt, schmeisst man zur Beruhigung ein paar Brotkrumpen (Almosen) dem mittellosen Teil des Volkes zu, die Medien tun ihr Übriges.

Was machen die Menschen? Gehen immer mehr aufeinander los, suchen die Schuld beim anderen neben sich, fühlen sich durch diesen ausgenutzt oder übervorteilt, Mütter gegen Kinderlose, Menschen, die "noch" Arbeit haben gegen Menschen mit Hartz4 Schicksal, Junge gegen Alte.

Die Gesellschaft spaltet sich immer weiter auf.
"Unten" und in der "Mitte" beäugt man sich misstrauisch, da wird gerangelt und gestritten; die ganz oben haben derweil ihre Ruhe.

Vielleicht ist das so gewollt...

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pssst... 25.11.2009, 02:23
452.

Zitat von Wallenstein
Das ist doch mal ein Ansatz! Bisher werden ja Männer behandelt, als ob sie Frauen mit einer lebenslänglichen Krankheit angesteckt hätten. Wofür es Schadensersatz zu zahlen gilt, während Frau die Wahl zwischen Arbeit und freiwilliger Arbeitslosigkeit hat. Mit ein Grund, weshalb immer mehr Männer lieber schwul werden, als sich von Frauen in den sozialen Ruin und Zwangsarbeit treiben zu lassen. Gutscheine müssen her, auf keinen Fall Geld auszahlen. Das spornt nur die falschen Leute an, Kinder in die Welt zu setzen.
Wüßte nicht was Gutscheine lösen sollten ?
Ist ein Kind in der Kita, ist die Mutter vorher wie nachher
arbeitslos, denn nach wie vor fehlen Arbeitsplätze.

Wenn aber Mütter arbeitslos sind, vor wie nachher, können diese mit 150 € Betreeungsgeld, die Betreuung der Kinder
eher besser organsieren, der eigenen Situation angemessener.

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pssst... 25.11.2009, 02:45
453.

Zitat von kritischerLeser
Seltsame Sichtweise der Dinge unsere Regierung hat. Ich denke, das ein Betreuungsgeld gerade für Menschen ohne Job, damit sie ihre Kinder zu Hause behalten, komplett in die falsche Richtung geht. Zum einen könnten sie die "Kinderfrei Zeit" nutzen sich um Arbeit zu kümmern und hätten eine Ausrede weniger. Zum anderen lernen die Kinder in dieser Zeit Struktur, die sie zu Hause so nicht kennen. Zum dritten verleitet dies schon, das Geld anderweitig zu verwenden, zumal Kinderbetreuung in der Familie wohl eine freiwillige Angelegenheit ist und vorallem man/frau sie sich von vornherein leisten können muß!!
Nö, Erziehungsrecht und Pflicht liegen grundgesetzlich allein
bei den Eltern.

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pssst... 25.11.2009, 02:59
454.

Zitat von gkweisswas
Das Kindergeld stellt das Existenzminimum des Kindes von der Einkommensteuer frei, sichert aber keineswegs das Existenzminimum. Soweit Eltern keine Einkommensteuer zahlen ist das Kindergeld Sozialleistung und wird gegen andere Sozialleistungen als Einkommen gegengerechnet. Daher wird Harz IV regelmäßig um das Kindergeld gekürzt.
Auch deshalb steht HartzIV vor dem BverfG
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...656402,00.html

Da der Staat sich weigert seine Pflichten zu erfüllen.

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ronghua 25.11.2009, 03:39
455. Betreuungsgeld/Kindergeld

Wir waeren schon mal gluecklich, wenn unser im August 2009 beantragtes Kindergeld von der Familienkasse Wuerzburg gezahlt wuerde.......aber von diesen Behoerdenstellen ist Schweigen angesagt. Wahrscheinlich sieht man in Bayern meinen norddeutschen Familiennamen als Auslaender an!
Frau von der Leyen laesst gruessen.

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janka 25.11.2009, 04:21
456.

Zitat von Hardliner 1
...Was die kollektive Fremderziehung bringt, kann man am Beispiel DDR in vielen Fällen sehen.
Was kann "man" denn da sehen?
Können Sie das bitte mal konkretisieren, würde mich als Kind der DDR sehr interessieren.

Ich selbst war als Kind in der Kinderkrippe, im Kindergarten, später dann in der Polytechnischen Oberschule mit Hortmöglichkeit.
Es gab warmes Mittagessen, Ferienbetreuung (nannte sich Ferienspiele, sehr viel Programm jeden Tag, Sport, Kultur, Spiele), in den großen Sommerferien bin ich regelmäßig ins Ferienlager gefahren, das hat meine Mutter 10 Mark oder so gekostet. Ich fand das jedes Mal super toll, hab beste Erinnerungen daran und meine Mutter konnte mal bissl abschalten und mal für sich sein kurz.
Dann habe ich noch über viele Jahre Sport gemacht, kostenlos, es gab sehr viele Angebote.

Meine Tochter, geboren 2 Wochen nach der deutschen Einheit, habe ich in den Kindergarten gegeben mit einem Jahr, weil ich arbeiten musste. Ich wäre gern mit ihr noch ein wenig länger zu Hause geblieben, 3 Jahre fände ich aber viel zu lang. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist das Beste zwischen 1 und 2 Jahren, abhängig vom Kind auch.
Eine gestaffelte langsame Eingewöhnung in die neue Umgebung und die Kindergruppe ist ideal, ich hatte die Möglichkeit.

Ich war sehr froh, dass 1990 das Betreuungssystem weitestgehend noch so da war im Osten und auch alles günstig und bezahlbar.
Aus der ersten Kita habe ich mein Kind allerdings nach wenigen Wochen wieder herausgenommen, ich war mit vielem nicht einverstanden, habe mein Kind immer mit ungutem Gefühl dort abgegeben. Das war Zeichen genug. Habe dann eine erstklassige Kita gefunden und gewechselt. Meine Tochter, heute 19, fährt heute noch sehr gerne dort mal vorbei.

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janka 25.11.2009, 04:22
457.

Zitat von Falkenhorst
Wer keine Leistungen gegenüber der Allgemeinheit (Staat) erbringt kann auch nicht auf endlose Unterstützung hoffen. Es ist keine Diskriminierung sondern gegenüber denen die schaffen und Leistung erbringen gerecht. Nicht ständig jammern sondern bewegen...und eventuell auch Leistungen an die Allgemeinheit zurückgeben.
Was genau definieren Sie als Leistung?

Und was genau, ausser "bewegen" raten Sie denen, die gerne ihren Beitrag in die Gesellschaft einbringen wollen, die aber weder über Kapital noch über Land, dass sie beackern könnten, verfügen, denen, wenn überhaupt, nur der Weg in entwürdigende Lohnsklaverei bliebe?

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bine_38 25.11.2009, 06:35
458.

Zitat von kerstin andrea
Das stimmt ja alles ! Aber ich denke das gilt nur für Freiberufler,Lehrer,Selbstständige u.Ä. Andere Leute haben starr vorgeschriebene Arbeitszeiten,manche Firmen verlangen ständige Bereitschaft,selbst bei 400 € Minijobs.
Glauben Sie mir, dass geht auch, wenn man ein normaler Angestellter ist.

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bine_38 25.11.2009, 06:45
459.

Zitat von Tarja13
...Ich sehe ein, dass einige Eltern keine andere Wahl haben, und für die ist eine staatliche Betreuung immer noch besser als gar keine, aber ich finde es ehrlich zum Kotzen, dass immer mehr Druck auf diejenigen Eltern ausgeübt wird, die ihre Kinder lieber selbst erziehen möchten - und das ist genau das, was momentan passiert.
Wer übt denn bitte Druck auf wen aus?
Zitat von
Die von der FDP propagierte Supermami legt eine steile Karriere hin, wirft ganz nebenbei noch ein paar Nachwuchsrentenzahler, die sie dann unmittelbar nach dem Mutterschutz in der Kita ablegt, und erledigt die in der Kita leider aufgrund des allgegenwärtigen Personalmangels zu kurz gekommene Erziehung abends - natürlich nur, wenn es dem Arbeitgeber recht ist. Erziehung ist denn auch zuviel gesagt, es geht eigentlich nur darum, die Kinder auf bestimmte wirtschaftskonforme Normen zu trimmen und ansonsten dafür zu sorgen, dass diese zu unkritischen Konsumenten bar jedes eigenen Denkvermögens deformiert werden, denn etwas anders braucht das Deutschland der FDP nicht. Sorry, das ist nicht meine Welt.
Das muss ja auch nicht Ihre Welt sein. Keiner zwingt Sie dazu, arbeiten zu gehen.
Zitat von
Erziehung heißt für mich, dass Eltern primär für ihre Kinder da sind und insbesondere darauf achten, den Kindern nicht nur Verhaltensmuster, sondern auch die dahinterstehenden Werte vermitteln.
Nein, Eltern müssen nicht dauernd für ihre Kinder da sein. Kinder sind nicht der Nabel der Welt, auch wenn das einige glauben.
Zitat von
Ich finde es traurig, dass wir es zugelassen haben, dass unsere Gesellschaft so deformiert wurde, dass eine Erziehung überwiegend durch die Eltern schon fast die Ausnahme ist, weil viel zu oft beide Elternteile zum Vollzeitjob gezwungen sind.
Ihnen ist schon klar, dass diese in Ihren Augen paradiesischen Zustände nur von sehr beschränkter Dauer bzw. für einen sehr kleinen Personenkreis waren?
Zitat von
Um diesem Missstand zu begegnen wäre es nur sinnvoll gewesen, wenn man mehr Eltern finanziell in die Lage versetzt hätte, wenigstens ihre Arbeitszeit zugunsten der Erziehung der Kinder zu reduzieren.
Das machen doch die meisten. Die wenigsten fangen direkt nach dem Mutterschutz wieder in ihrer Vollzeitstelle an, die meisten bleiben mindestens ein Jahr zuhause, um danach mit Teilzeit wieder einzusteigen.

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