Forum: Politik
Wiedervereinigung: Platzeck kritisiert westdeutsche "Anschlusshaltung"

Die Einheit hält er zwar für eine "große Leistung", doch mit ihrem Ablauf ist Matthias Platzeck nicht einverstanden. Im SPIEGEL übt der SPD-Politiker Kritik an der westdeutschen "Anschlusshaltung" - und fordert einen Komplettumzug der Bundesregierung nach Berlin.

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schensu 03.09.2010, 14:12
120. Aha

Zitat von Nior aon Duine
... Nein, wir wollten helfen. Aber irgendwie hatten wir ein Minimum an Selbsthilfe und ein Minimum an Einsicht erwartet.
Sie schrieben, 70% der Westdeutschen seien gegen die Wiedervereinigung, den Anschluss oder was auch immer gewesen. Aber sie wollten helfen... Klar.
Na, dann hätten die mal damals dem Lafo geholfen;o)
Und zu Ihren Behauptungen:
1. Selbsthilfe
Nachdem nahzu 100% der industriellen Arbeitsplätze "geopfert" wurden, blieb ewas Handwerk und ein büschen Dienstleistung. Ersteres hatte anfangs durchaus einen rechten Boom bis ca. Mitte der 90er. Was dann passierte kriegen sie bitte selbst raus.
Von DL alleine wiederum kann keine Gesellschaft existieren. Die müssten sich dann alle die Haare gegenseitig schneiden, um jeweils Steuern und Abgaben zu generieren. Schwachfug, genau.
2. Einsicht
Einsicht worein?
Dass die vollmundigen Versprechen der politischen und wirtschaftlichen Gierköppe sich nicht erfüllten, dass "blühende Landschaften" so aussahen:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-1996-25.html
Dass gesunde Unternehmen platt gemacht wurden?
Dass der westdeutsche Geldadel steuerbegünstigt ganze Wohnviertel grapschte? (Woran sich so mancher gehörig verschluckte...)
Klar, die wollten alle nur das Beste. Wie die Versicherungen, die reihenweise arglose Naivlinge des Ostens über den Tisch zogen, um ihre Provisionstaschen zu füllen.

Thierse meinte bei den Beitrittsverhandlungen 1990, die Abgeordneten der Volkskammer mögen doch nicht befürchten, man falle mit dem Beitritt "unter die Räuber".
Er hat sich gehörig getäuscht.

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Nior aon Duine 05.09.2010, 08:04
121. Titel

Zitat von schensu
Sie schrieben, 70% der Westdeutschen seien gegen ... den Anschluss ... gewesen. Aber sie wollten helfen... Klar.
Auch wenn das Ihre intellektuelle Kapazität überfordert: Es ist und war kein Widerspruch einerseits gegen die Vereinigung zu sein und andererseits helfen zu wollen. Kohl konnte seinen Anschluß nur deswegen gegen die bundesdeutsche Bevölkerung durchsetzen, weil auch die 70%, die gegen die Vereinigung waren, helfen wollten.

Zitat von schensu
Nachdem nahzu 100% der industriellen Arbeitsplätze "geopfert" wurden
Das Märchen von der auf Weltniveau blühenden Industrie der DDR ist widerlegt. Und die Arbeitsplätze waren längst geopfert. Durch 40 Jahre Mangelwirtschaft. 1990 konnte man selbst in der Hauptstadt der DDR noch reichlich bewohnte Häuser mit Einschußlöchern aus der Schlacht um Berlin besichtigen. Die Wohnungen waren überwiegend in desolatem Zustand, Sanitär- und Elektroinstallation bestenfalls auf Vorkriegsniveau (das berühmte Klo auf halber Treppe oder "über'n Hof"). Über die Zustände, die ich im April/Mai 1990 in Quedlinburg gesehen habe, sage ich mal lieber gar nichts.

Zitat von schensu
Einsicht worein?
Ensicht darin, dass die vollmundigen Versprechen der politischen und wirtschaftlichen Gierköppe absurde Lügen waren. Lächerlichster Dummenfang.
1990 konnten nämlich nicht nur Wessis nach Ost-Berlin und Quedlinburg, sondern auch Ossis nach München und Marburg fahren. Wer ernsthaft glaubte, das diese Unterschiede binnen 4 Jahren (Kohl) aus den Sozialkassen ausgeglichen werden könnten, der glaubte wohl auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Zitat von schensu
Dass gesunde Unternehmen platt gemacht wurden?
Welche gesunden Unternehmen denn bitte? Die DDR hatte ein einziges finanziell gesundes Unternehmen und das war Schalcks Koko. Alles andere waren bestenfalls Ruinen denn was überhaupt funktionierte, war eine Dreckschleuder ersten Grades (Braunkohle Tagebau und -verstromung, Kalibergbau, etc pp). Selbst Betriebe, die Anfang der 1980er noch Gewinn erwirschaften konnte, weil sie Produkte für den Export zum Klassenfeind herstellten, waren pleite weil z.B. 1988 Schreibmaschinen einfach keinen Markt mehr hatten.

Zitat von schensu
Dass der westdeutsche Geldadel steuerbegünstigt ganze Wohnviertel grapschte?
... und mit aberwitzigem Aufwand in bewohnbaren Zustand brachte.

Zitat von schensu
(Woran sich so mancher gehörig verschluckte...)
Eben. Wie konnte das denn nur passieren, wenn den Leuten doch Top-Wohnungen in Top-Zustand und Top-Lage steuerbegünstigt geschenkt wurden?

Zitat von schensu
Wie die Versicherungen, die reihenweise arglose Naivlinge des Ostens über den Tisch zogen, um ihre Provisionstaschen zu füllen.
Oh, du armes Opferchen. Außer Raum Dresden konnten die Ossis doch Westfernsehen empfangen und taten es auch. Sie hätten eben nicht nur "Traumschiff" ansehen sollen sondern auch "Monitor" (bzw. die jeweiligen Vorläufer). Dass man besser nicht alles unterschreibt, hätten auch Ossis wissen können.

Zitat von schensu
Thierse ... nicht befürchten, man falle mit dem Beitritt "unter die Räuber". Er hat sich gehörig getäuscht.
Jammerossi! Oder auf Ihren "Niveau": Sei mal lieber dankbar, das du die letzten 20 Jahre durchgefüttert wurdest.

MfG
Einer der "Räuber" (Was beweißt: Verbrechen zahlen sich eben nicht aus)

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Brand-Redner 05.09.2010, 10:27
122. Treffer

Zitat von Nior aon Duine
Oh, du armes Opferchen. ußer aum resden konnten die Ossis doch Westfernsehen empfangen und taten es auch. Sie hätten eben nicht nur "Traumschiff" ansehen sollen sondern auch "Monitor" (bzw. die jeweiligen Vorläufer). Dass man besser nicht alles unterschreibt, hätten auch Ossis wissen können.
Da muss ja der Platzeck treffsicher in ein regelrechtes Wespennest gestochen haben - so, wie Sie sich hier aufregen.
Doch zur Sache: Die von Ihnen dargebotene Methode kennen wir inzwischen: Erst wird - unter Aufbietung aller erlaubten und unerlaubten Mittel - der "Verbraucher" umgarnt, bekniet oder genötigt zum Abschluss, und wenn dann der Betrug gelungen ist, dann erklärt man zynisch den Betrogenen zum Schuldigen.

Im Zusammenhang mit der Finanzkrise entfuhr Merkel ein selten kluges Wort, das hier zitiert sei:
"Wenn wir so weiter machen, fliegt uns eines Tages der ganze Laden um die Ohren!"
Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Nior aon Duine 05.09.2010, 14:30
123. Titel

Zitat von Brand-Redner
Da muss ja der Platzeck treffsicher in ein regelrechtes Wespennest gestochen haben - so, wie Sie sich hier aufregen.
Ja, das hat der Ober-Jammerossi. Welche sehr symbolische Geste mir sehr spontan einfiel bekomme ich im Leben nicht durch die Zensur. "Westdeutsche Anschlusshaltung" - was für eine ungeheuerliche Kombination von Lamoryanz und Arroganz!

Zitat von Brand-Redner
Erst wird - unter Aufbietung aller erlaubten und unerlaubten Mittel - der "Verbraucher" umgarnt, bekniet oder genötigt zum Abschluss, und wenn dann der Betrug gelungen ist, dann erklärt man zynisch den Betrogenen zum Schuldigen.
Noch so'n Jammerossi. Wollen Sie erzählen, dass auch nur ein einziger Versicherungsvertreter einen einzigen Neukunden mit vorgehaltener Waffe zur Unterschrift gezwungen hat?
Wenn nicht, dann waren es nicht alle unerlaubten Mittel und mein Mitleid hält sich in engen Grenzen.

Zitat von Brand-Redner
Im Zusammenhang mit der Finanzkrise entfuhr Merkel ein selten kluges Wort, das hier zitiert sei:
Na und? Je eher diese marode Gesellschaft implodiert, desto besser. Jedenfalls für mich.
Ich bin nämlich einer von den 20% die diesen Sch...önen Laden überhaupt noch am Laufen halten, einer von denen, die die ganze Kohle erarbeiten, die Birne und Co so freizügig verteilt haben und verteilen. Ich wurde mein ganzes Leben lang alle Nas'lang freiwillig gemeldet, wenn es darum ging, mit irgendwem zwangssolidarisiert zu werden.
So weit, so gut - Aber wenn ich sterbe, dann möchte ich sagen können, dass ich alles gesehen habe. Es fehlen noch:
3. Geht 'ne Kunsthysterikerin arbeiten.
2. Sagt der eine Banker zum Anderen: "Lass' mal gut sein mit dem Extra-Bonus. Genug ist genug".
1. Sagt der eine Ossi zum Anderen: "Wenn ich mir überlege wie es hier vor 20 Jahren aussah, dann können wir uns gar nicht beschweren. Den Polen, Ungarn und Tschechen ist es viel schlechter ergangen, von den Russen mal ganz zu schweigen.".

Ein Schweizer Landwirtschaftsminister hat mal gesagt, dass er in seinem Ministerium einen Automat aufstellen lässt. Den kann man anjammern und je mehr man oben 'rein jammert, desto mehr Geld kommt unten raus.

Ich habe eine sehr präzise Vorstellung davon, warum in Deutschland keiner auf die Idee kommt, diesen Scherz zu machen. Es gibt hierzulande nämlich viel zu viele, die den Scherz nicht verstehen würden.

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Holledauer 05.09.2010, 14:57
124. Ach ja, der liebe Herr Platzeck!

Dieser ach so verantwortungsbewusste und fürsorgliche Politiker hat aber auch nicht verhindert, dass Abermilliarden DM und später Euro im Osten einfach zum Fenster hinausgeworfen wurden. Besonders dreist finde ich die Bemerkung Platzecks, die Ostdeutschen würden ja auch den Soli bezahlen. Da erhebt sich die Frage: Wer bringt den auf den Einzelnen Steuerzahler bezogen, mehr auf?
Ich war ab 1993 beruflich sehr häufig in den Neuen Bundesländern und musste immer wieder feststellen, welche Idiotien die ostdeutschen Politiker verfolgten. Das war insbesondere unter dem Eindruck bedauerlich, dass ich sehr viele Menschen getroffen hatte, welche diese ihre Politiker auch nicht verstanden haben.
Platzeck sollte sich übrigens fragen, warum ausgerechnet Sachsen zum führenden ostdeutschen Bundeland wurde: Da wurde nämlich gezielt das gefördert, was förderungswürdig war. Schrott wurde, so schmerzhaft dies auch für die Betroffenen war, wirklich weitgehend verschrottet.
Und wenn Platzeck den Umzug der gesamten Regierung fordert: Haben jetzt nur noch die „Ossis“ eine Geschichte?

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Brand-Redner 05.09.2010, 16:56
125. Treffer zwo!

Zitat von Nior aon Duine
Ja, das hat der Ober-Jammerossi. Welche sehr symbolische Geste mir sehr spontan einfiel bekomme ich im Leben nicht durch die Zensur. "Westdeutsche Anschlusshaltung" - was für eine ungeheuerliche Kombination von und Arroganz!
Vorschlag zur Güte: Wischen Sie sich den Schaum vom Mund, nehmen Sie Ihr Doppelherz und atmen Sie dreimal tief durch! Sie ändern's nicht - Platzeck bleibt nicht nur MP in Brandenburg, er wird sich auch künftig in öffentliche Debatten einmischen - ob es nun jedem wildgewordenen Spießer passt oder nicht.

PS: Manchmal paart sich Arroganz auch mit Ignoranz! Soll heißen: Wer anderen schon Vorwürfe machen will, sollte sie wenigstens richtig schreiben können.

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Nior aon Duine 05.09.2010, 17:34
126. Titel

Zitat von Brand-Redner
Vorschlag zur Güte: Wischen Sie sich den Schaum vom Mund, nehmen Sie Ihr und atmen Sie dreimal tief durch!
Herrje. Unser Jammerossi hat wohl eine Überdosis Renter-Bravo (Apotheken-Umschau) abbekommen?

Zitat von Brand-Redner
Sie ändern's nicht - Platzeck bleibt nicht nur MP in Brandenburg
Das ist mir schon klar. Ich halte Platzeck auch nicht für grenzdebil genug, um selbst den Sch... zu glauben, den er verzapft. Das ist das Opium für sein Stimmvieh, damit er OSZE (oberster Solidaritätszuschlag-Empfänger) von Brandenburg bleibt.

Zitat von Brand-Redner
er wird sich auch künftig in öffentliche Debatten einmischen - ob es nun jedem wildgewordenen Spießer passt oder nicht.
Zu Ihrer Information: Platzeck mag oberster Solidaritätszuschlag-Empfänger von Brandenburg (oder meinetwegen auch dem ganzen Fass-Ohne-Boden) sein. Deswegen habe ich nicht weniger Recht mich öffentliche Debatten einmischen als er.
Und Platzeck stimmen max. 16 Millionen Solidaritätszuschlag-Empfänger zu. Das sind gerade mal 25% der Solidaritätszuschlag-Nettozahler. Immer vorsichtig mit der Demokratie, die geht auch mal nach hinten los.

Bin mal gespannt, wie lange die westlichen Landesverbände der CDU sich noch gefallen lassen von Angie, de Misere und der restlichen Kapertruppe an die Wand gefahren zu werden.

Zitat von Brand-Redner
Manchmal paart sich auch mit ! Soll heißen: Wer anderen schon Vorwürfe machen will, sollte sie wenigstens richtig schreiben können.
Mal sehen was euer Geheimrat dazu gesagt hat:
"Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte,
und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte,
war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig.
Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an;
sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte!"

(J.W. von Goethe)

Da ich Sie nach Ihren Worten ganz unbedingt als humanistischen gebildeten Schöngeist einstufen muss, der dieses Zitat des verehrten Geheimrates natürlich kennt, bleibt mir also nur anzunehmen, dass mein Tippfehler es Ihnen unmöglich gemacht hat, die Bedeutung des Wortes zu erkennen. Ich werde darauf selbstverständlich Rücksicht nehmen und inskünftig "Wehleidigkeit" schreiben. Reichen Ihre Fähigkeiten in Mustererkennung aus, diese Schreibweise erkennen zu können?

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rabenkrähe 05.09.2010, 19:34
127. Verwunderung

Zitat von Brand-Redner
Da muss ja der Platzeck treffsicher in ein regelrechtes Wespennest gestochen haben - so, wie Sie sich hier aufregen. Doch zur Sache: Die von Ihnen dargebotene Methode kennen wir inzwischen: Erst wird - unter Aufbietung aller erlaubten und unerlaubten Mittel - der "Verbraucher" umgarnt, bekniet oder genötigt zum Abschluss, und wenn dann der Betrug gelungen ist, dann erklärt man zynisch den Betrogenen zum Schuldigen. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise entfuhr Merkel ein selten kluges Wort, das hier zitiert sei: Dem ist nichts hinzuzufügen.
.....

Die Okkupation der DDR durch die BRD hat für mich zwei überaus erstaunliche Elemente: Einmal, daß das ganze ohne Blutvergießen möglich war und sich selbst die Altkader zurückhielten sowie die Tatsache, daß die Soldateska, die in einem Moment noch geschlossen gegen die kapitalistischen Gegner standen im nächsten Moment ihren Schwur auf dessen Fahnen ablegen konnten. Womit ich auch andere Ordnungsträger, etwa die Polizei und die Grenztruppen meine.
Dieser Vorgang alleine hat mir Mut gemacht, daß es mit dem Zusammenwachsen schon irgendwie klappen wird, zum anderen aber auch ein Kopfschütteln abgerungen, wie leicht augenscheinlich die meisten Menschen ihr Wort verpfänden.
rabenkrähe

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Nior aon Duine 06.09.2010, 06:05
128. "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!"*

* Erich Honecker, am 14.08.1989, 87 Tage vor dem Fall der Mauer.

Zitat von rabenkrähe
Die Okkupation der DDR durch die BRD
Nur mal so interessehalber: In welcher Parallelrealität wurde denn die DDR durch die Bundesrepublik auf Initiative der Bundesrepublik besetzt?

Falls Sie kein Privat-Wurmloch zu Erichs Scheibenwelt haben, lautet die Alternativ-Frage: Welches Umweltgift verursacht sowohl bei Einnahme wie auch nach 20 Jahren kaltem Entzug derartig gravierenden Realitätsverlust?

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Brand-Redner 06.09.2010, 11:20
129. Gute Frage

Zitat von rabenkrähe
..... Die Okkupation der DDR durch die BRD hat für mich zwei überaus erstaunliche Elemente: Einmal, daß das ganze ohne Blutvergießen möglich war und sich selbst die Altkader zurückhielten sowie die Tatsache, daß die Soldateska, die in einem Moment noch geschlossen gegen die kapitalistischen Gegner standen im nächsten Moment ihren Schwur auf dessen Fahnen ablegen konnten. Womit ich auch andere Ordnungsträger, etwa die Polizei und die Grenztruppen meine. Dieser Vorgang alleine hat mir Mut gemacht, daß es mit dem Zusammenwachsen schon irgendwie klappen wird, zum anderen aber auch ein Kopfschütteln abgerungen, wie leicht augenscheinlich die meisten Menschen ihr Wort verpfänden. rabenkrähe
Es war um 1922, da fragte Thomas Mann seinen Bruder Heinrich, warum dessen Roman "Der Untertan" sich nach wie vor so prächtig verkaufe, obwohl doch das Kaiserreich schon längst der Geschichte angehörte. Er erhielt zur Antwort: "Der Typ des deutschen Untertanen hat sich nicht verbraucht."

Diese Antwort hätte Heinrich Mann auch nach 1989 noch gegeben.

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