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WikiLeaks - darf der Staat Geheimnisse haben und darf man sie verraten?

Die Enthüllungen von WikiLeaks zeigen wie z.T. unzureichend die Öffentlichkeit von den Regierungen informiert wird. Wieviel Geheimnisse darf der Staat haben und fällt es noch unter Meinungsfreiheit, wenn diese veröffentlicht werden?

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ray4901 16.12.2010, 09:06
1400. auch die kleinen Spatzen finden Körner

Zitat von Pilchard
Bei der Konkurrenz ist man einen Schritt weiter
müssen die eifersüchtig sein, angesichts der bevorzugten Behandlung von Spiegel durch WikiLeaks und anschliessend auch durch den dumben Air Force Chef.

Es gibt halt Medien mit internationalem Ansehen und Provinzblätter - und Websites ;-)

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Glossolalia 16.12.2010, 09:07
1401.

Zitat von Knippi2006
Was öffentliche Institutionen, Behörden, Regierungen und ebenfalls große Unternehmen tun, bedarf weitestgehender Transparenz. Je mächtiger eine Institution ist, je mehr sie auf das Leben der Bürger Einfluß nehmen kann, umso transparenter muss ihr Handeln sein. Berechtigte Geheimhaltungsinteressen im Bereich der öffentlichen Sicherheit, interne Firmengeheimnisse müssen natürlich gewahrt bleiben, allerdings nicht für ewig.
Wie sollte das denn ausshen? Wer legt denn fest, was "Berechtigte Geheimhaltungsinteressen" sind?

Zitat von Knippi2006
Was der einzelne Bürger hingegen macht, ist Privatsache, so lange er keine Straftaten begeht oder sonst im Blickpunkt öffentlichen Interesses steht (Promi).
Auch hier wieder die Frage wer denn da wohl festlegt was "im Blickpunkt berechtigten öffentlichen Interesses" heißt...

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ray4901 16.12.2010, 09:11
1402. Sie meinen

Zitat von ReinerG
Ich hätte nichts gegen all diese Geheimhaltungen, wenn mir der Staat ein Geheimnis für jedes seiner 100,000 zugesteht.
..ein ganz privates Geheimnis? ;-)

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schroeders_erben 16.12.2010, 09:14
1403. man kann darüber nachdenken

Zitat von Heks
... Die USA ist meiner Ansicht nach dabei in seiner Paranoia die Einschränkungen der Meinungs- und Informationsfreiheit aller diktaturen der Welt zu legitimieren.
Nun, die Vereinigten Staaten waren quasi schon mal an diesem Punkt, wenn auch nicht direkt mit heute vergleichbar.

http://de.wikipedia.org/wiki/McCarthy-%C3%84ra
bei einem Regierungswechsel zu Gunsten der Republikaner (ich sage nur Tea Party, Palin) könnte sich die Sache durchaus noch verschärfen. Assange müsste dann vielleicht sogar mit einer (verzweifelt herbeikonstruierten) Anklage wegen Terrorismus rechnen und niemand könnte garantieren, dass Sie bei der Einreise in die USA nicht festgenommen und unter Anklage wegen Beihilfe gestellt werden, nur weil Sie die Website von Wikileaks besucht haben um dort Dokumente herunterzuladen. Das mag jetzt übertrieben erscheinen, ist für mich aber ein durchaus vorstellbares Szenario.

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Originalaufnahme 16.12.2010, 09:21
1404.

Zitat von Glossolalia
Ja natürlich, allerdings ist meines erachtens nur die Vorzensur Zensur im klassischen Sinne. Was wie gesagt nicht heißt, daß Nachzensur nicht auch verwerflich wäre und ist. Wir werden uns in der Debatte um Informationsfreiheit und Rechte in einer freien Gesellschaft allerdings wie ich sagte mit der grundsätzlichen Frage auseinandersetzen müssen, was zensiert werden darf und kann. In einer Gesellschaft in der alle alles jederzeit veröffentlichen dürfen hat niemand eine Privatsphäre, gibt es keinen Datenschutz und diese Gesellschaft ist auch nicht mehr frei: es ist die totale Kontrolle aller in jeder Lebenslage.
Was fuer ein uebertriebener Unsinn. Wer zwingt Sie oder den Staat, alle Geheimnisse digital zu speichern? Sie koennen auch Computer ohne Internetanschluss fuer solche Zwecke nutzen. Wenn der Staat oder Sie Geheimnisse haben, ist nicht die Presse oder eine andere Privatperson fuer die Huetung dieser verantwortlich.

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random42 16.12.2010, 09:21
1405. peinlich

Für so eine Staatsanwaltschaft würde ich mich als amerikanischer Bürger nur noch schämen.

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Robert Rostock 16.12.2010, 09:21
1406.

Zitat von Pilchard
Bei der Konkurrenz ist man einen Schritt weiter
Soviel zu den angeblich "gleichgeschalteten Medien".
Übrigens ein gemeinsamer Apell von Taz, Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau und Freitag.

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Robert Rostock 16.12.2010, 09:24
1407.

Zitat von Knippi2006
... Was der einzelne Bürger hingegen macht, ist Privatsache, so lange er keine Straftaten begeht oder sonst im Blickpunkt öffentlichen Interesses steht (Promi).
Klar. Alle Menschen sind gleich, manche sind weniger gleich.

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Originalaufnahme 16.12.2010, 09:25
1408.

Zitat von Pilchard
Bei der Konkurrenz ist man einen Schritt weiter
Einen Schritt weiter? Der Spiegel sollte sich schaemen, das gleiche nicht schon vor mindestens einer Woche getan zu haben.

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Knippi2006 16.12.2010, 09:40
1409.

Zitat von Glossolalia
Wie sollte das denn ausshen? Wer legt denn fest, was "Berechtigte Geheimhaltungsinteressen" sind?
Es ist, wie immer, eine Abwägung zwischen Informationspflicht und Geheimhaltung.
Derzeit liegt das Gewicht zu sehr auf der Geheimhaltung, was oftmals daran liegt, dass Sachbearbeiter in Behörden sich wichtig fühlen, wenn Sie ihre Dokumente mit VS/NfD stempeln können. Auch geht man mit dieser Vorgehensweise sehr oft lästigen Fragen von Bürgern aus dem Weg. Es ist eben einfacher, einen Bürger, selbst bei berechtigtem Interesse mit dem Hinweis abzubügeln, es handele sich um eine Verschlusssache.

Zitat von Glossolalia
Auch hier wieder die Frage wer denn da wohl festlegt was "im Blickpunkt öffentlichen Interesses" heißt...
Sehen sie, ich empfinde das, was Klatsch- und Tratsch-Journalisten teilweise über das Privatleben von Promis ausgraben, und was bestimmte Zeitungen dann auch veröffentlichen, zur Zeit schon als übertriebene Schnüffelei im Privatleben. Hier würde nur eine Anhebung des Ethikstandards der gesamten Branche etwas helfen.

Auch hier ist es eine Abwägung, welche von Fall zu Fall getroffen werden muss. Der Fall Kachelmann ist ein wunderbares Beispiel dafür. An vielen Stellen hat ein Teil der Presse die Schnüffelei übertrieben.

Es gibt hierfür keine einfache Lösung. Es hat etwas mit dem Bewußtsein, den ethischen und moralischen Standards nicht nur auf Seiten der Journaille zu tun, sondern auch bei den Konsumenten.

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