Forum: Politik
Wirre Logik des Minarettverbots: Wie du mir, so ich dir

Wir gegen die: So versteht Europas Rechte das Schweizer Minarettverbot - schließlich ergehe es den Christen in der islamischen Welt nicht besser. Doch in diesem Argument offenbart sich die geballte Macht der Denkfaulheit. Die beiden Gruppen lassen sich keineswegs gleichsetzen.

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maradeur 03.12.2009, 11:32
200. vorbildfunktion?

Achso, so wollen wir also eine Religion aka ein politisches Wertesystem, dass in seinen traditionellen Ländern im Namen des Koran foltert, tötet, unterdrückt, diskriminiert sprich faschistoid ist, auf Grund unserer Vorbildfunktion tolerieren? Gut, dann aber bitte auch sämtliche links- und rechtsradikalen Verbindungen, sämtliche Sekten oder sonstige menschenrechtsverletzende Gruppierungen. Hier auf Grund von falsch verstandener Multikultioffenheit jegliches Gedankengut zuzulassen ist wider jeglicher eigenen Logik.

Allerdings wird die Debatte am falschen Ende geführt. Der Turmbau zu Babel in der Schweiz ist Nebensache. Das ganze Kontrukt des falsch ausgelegten Koran und dem meist bildungsfernen Volk dieser Länder ist das Problem...

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sinibald 03.12.2009, 11:33
201. Und die Folgen?

Meine Gedanken dazu:
Was passiert jetzt an der "Kulturgrenze" in Länder wo diese Religionen tatsächlich aufeinander treffen?

Sollte Europa/Schweitz nicht eine Vorbildrolle in Schachen Toleranz und Demokratie haben?

Ein Beispiel dafür:
In Balkankriegen wo Katholiken,Orthodoxe und Muslime aufeinander geraten waren, wurden in Kriegeswut auch viele Gotteshäuser von "Anderen" zerstört. Primitiv,ja Europa und USA haben nach Jahren geschafft ein Frieden zwischen Parteien durchzusetzen. Alte Religionshäuser sollen wieder aufgebaut werden...toleranz geschaffen, und man sollte anderen vergeben... Natürlich gibt es dort noch viele Nationalisten denen dieses gegen den Strich geht. Schlißlich ist Hass für die mehr profitable. Also wird dieses Prozess verzögert so gut es geht. Jetzt können sie den Prozess auch stopen denn wozu sollten die 500 Jahre alte Mosche wieder aufbauen wenn sogar in Schweitz sowas verboten ist.

In diesen globalisierten Welt ist dieses Entscheidung in Schweitz zimlich kurzsichtig. Im Mittelalter hätte es keinen gejuckt aber jetzt werden dadurch (wenn auch indirekt) neue Konflikte produziert wo man wieder "Feuerwehr Soldaten" schicken muss (mit Steuergelder bezahlt) um diese zu löschen. Nur wenn dieses Vorbild Funktion des Toleranz wegfällt werden die "Feuerwehr Jungs" nicht mehr als solche verstanden. Und dann...

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pallanza 03.12.2009, 11:34
202. Kommentar übersieht wesentliches Merkmal des Islam

Ich habe bei Reisen in islamische Länder den Islam als tolerante und soziale Religion kennengelernt, ganz im Gegenteil zu dem hier häufig diskutierten Fundamentalismus.
Ich habe aber auch Leute (u.a. von der Uni Kairo) kennengelernt, die ganz andere Aspekte des Islam betont haben.
Zum einen seinen Anspruch auf die alleinige Wahrheit (den hat das Christentum als Religion aber auch), zum anderen seinen Anspruch auf Absolutheit und volle Durchdringung des Alltags - und hier unterscheiden sich die beiden Religionen.

Insoweit ist der Islam, so er einigermaßen ernsthaft praktiziert wird, sehr schnell gesellschaftlich und damit politisch relevant, was man an Diskussionen über die Einführung der Scharia hier oder dort erkennen kann.
Daher ist es eben nicht das Gleiche, ob man Kirchen oder Moscheen baut - egal, wer zuerst da war.
Das deutsche Grundgesetz schützt die Freiheit der Religionsausübung. Dahinter steht der Gedanke, dass das Individuum seinen persönlichen Glauben (auch mit Gleichgesinnten) leben darf, denn dies ist seine private Sache und nicht Sache des Staates ("gebt des Kaisers ...").
Aber es fordert auch - zumindest!! - die Respektierung der hiesigen Rechts- und Gesellschaftsordnung. Und da bin ich mir nicht so sicher, wie gut ein "harter" Islam und das Grundgesetz sich vertragen.

Daher greift eine rein religiöse Diskussion hier zu kurz. Es geht darum, wie ein moderner Islam - z.B. der aus Bosnien, nicht der aus Saudi-Arabien - sich in ein laizistische Gesellschaft mit christlichem Wertegefüge einfügt. Und da ist sehr wohl auch das Selbstverständnis der Muslime gefragt.

Das die Schweizer Volksabstimmung vor diesem Hintergrund daneben liegt, ist eindeutig. Wer nichts weiß, hat Angst.
Aber: Was tun die Muslime, um derartige Ängste aufzulösen? Was wir erleben, ist anteilig ein provozierendes Betonen der Andersartigkeit.

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poitiers732 03.12.2009, 11:34
203. Am Thema vorbei

Die Diskussion über und mit dem Islam wird stets so geführt, als ob es sich um eine Debatte handelt, wie und in welchem Umfang Muslime ihre religiösen Riten abhalten können. Da machte die gestrige Diskussion bei Plasberg keine Ausnahme. Auch dort wurde das eigentliche Tabuthema nicht angesprochen: fernab jeglicher durchgeknallter islamischer Terroristen ist der Islam eine Ideologie, die ihren Gläubigen zugleich mit der Ausübung ihrer Religion den Auftrag erteilt, überall dort, wo sie sich befinden und ihre Religion ausüben, sich um die Einführung der politischen islamischen Macht und der islamischen Justiz zu bemühen (Djihad). Kein islamischer Rechtsgelehrter hat diesen Auftrag jemals in Frage gestellt. Deshalb ist es m.E. auch sehr fraglich, ob der Islam unter dem Schutz des Artikels 4 GG steht. Islam ist demnach eine untrennbares Geflecht von religiöser Überzeugung und politischem Auftrag. Hiervon die Religion abtrennen zu wollen, wie uns das die offiziellen Vertreter der türkischen Community in Deutschaland weismachen möchten, ist barer Unsinn, weil das dann kein Islam mehr wäre. Und weil der Islam nun einmal so dreifaltig ist, ist die bauliche Präsenz des Islam eben nicht (nur) ein religiöses Symbol, sondern auch ein Symbol des politischen Auftrages, den die Muslime haben, die in diesen Ländern leben. Und genau das ist der Grund, warum die Schweizer keine weiteren Minarette mehr haben wollen und die Deutschen, so sie denn dürften, gleichermaßen abstimmen würden.

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iRusse 03.12.2009, 11:34
204. Äpfel mit Birnen vergleichen? Wirre Logik?

Also ich frage mich wessen Logik hier wirr ist! Äpfel mit Birnen vergleichen? - Ich glaube eher, dass der Apfelbaum der vor 2000 Jahren im nahen Osten geblüht hat, jetzt in Euroapa wiedera aufblüht. Der Verfasser sagt, dass die Situationen nicht zu vergleichen wären, allerdings sind sie fast identisch, denn das Prozedure, dass damals in Ägypten stattfand, findet in genau der selben Form in Europa wieder statt. Damals war, wie der Verfasser selber schreibt, das Christentum die "dominierende" Religion im Osten und in Ägypten, bis die Muslime kamen, denen man auch herzlich Einlass gewährte und Toleranz entgegnete. Die Folgen dieser "Gastfreundschaft" sind uns allen bekannt, die systematische Islamisierung dieser Länder. Eine faschistisch-ethnische Säuberung, die bis heute immernoch stattfindet. Und da fragt sich die "Welt" warum man diesen Fehler nicht nochmal begehen möchte, und alles daran setzt die Zügel in der Hand zu halten?!
Die Religionsausübung an sich wurde ja nicht verboten, aber es wurde ein politisches Zeichen gesetzt, dass man sich nicht nochnmal so linken lässt.

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Koda 03.12.2009, 11:35
205. Merkwürdiges Demokratieverständnis

Denn wenn ein Volksentscheid durchgeführt wird, ist das Ergebnis Volkes Willes und nichts anderes.
Und was macht der Autor daraus? Das Ergebnis nicht passt mir nicht, ergo sind die Schweizer denkfaul.
Liegt da nicht auch eine sehr große Arroganz in den Worten des Autoren, ein ganzes Volk als denkfaul zu bezeichnen?

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gercro 03.12.2009, 11:36
206. Schwenky zustimmung

Schwenky = Absolute Zustimmung meinerseits!
Was für ein Zusammenhang, wehn interessiert (in Minarettverbot zusammenhang) ob irgendwelche Christen früher existiert haben als irgendwelche muslime hier in Deutschland oder der Schweiz.... NIEMANDEN!
Es geht einfach darum das man OHNE RECHTSRADIKAL zu denken oder ANTISEMITISCH zu sein trotzdem gegen ein Minarettverbot zu sein.
Es ist keine selbstverständlichkeit und kein recht von einem Einwanderer etc. einen "Palast" (=Große Kirche / Mosche) aufzubauen in dem Land für das man siche entschieden hat und darin lebt!

Wie gesagt, wenn ich als Christ in die Türkei auswandere habe ich nicht automatisch das Recht eine Kirche mit allem drum und drann auf die Beine zu stellen. Ich habe dann das recht zwar meinem glauben nach zu gehen ohne verfolgt oder diskriminiert zu werden jedoch nicht das recht auf eine Kathedrale oder Kirche im großen Stil.

Das selbe gilt auch andersherum, punktum.

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microsoftie 03.12.2009, 11:38
207. Hoch lebe die Schweiz

Hoch lebe die Schweiz, uns wurden die Augen geoffnet.

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Schnappoid 03.12.2009, 11:41
208. Denkfaulheit

Zitat von sysop
Wir gegen die: So versteht Europas Rechte das Schweizer Minarettverbot - schließlich ergehe es den Christen in der islamischen Welt nicht besser. Doch in diesem Argument offenbart sich die geballte Macht der Denkfaulheit. Die beiden Gruppen lassen sich keineswegs gleichsetzen.
Die wirklich gravierende Denkfaulheit des Ansatzes „Wie du mir, so ich dir“ liegt doch nicht in diesem zugegebenermaßen unzulässigen Vergleich. Sie liegt vielmehr darin, dass man sich mit einer solchen Argumentation auf das undemokratische, intolerante und angstbesetzte Niveau in anderen Weltgegenden herablassen würde.
Ich persönlich finde Minarette ja einfach nur schön, und mir tun all die friedlichen gläubigen Moslems leid, die von ihren Mitmenschen zum Verzicht auf dieses althergebrachte Element gezwungen wurden. Ich empfehle eine ausgedehnte Reise in den Nahen Osten, da verliert man die Scheu vor fremden Religionen.

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445 03.12.2009, 11:42
209. Falsch!

Zitat von schafzuchtbulle
Irgendwie versteh ich den Kommentar nicht so recht. Es wird die blödsinnige Logik des Verbots kommentiert, aber als Beweis werden Fakten für ein Minaretverbot gegeben....
Da hat der Artikel was anderes gesagt. Also bitte nochmal lesen, nachdenken und dann nicht absichtlich falsch zitieren.

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