Forum: Politik
Wirtschaftsweiser über Kevin Kühnert: "Steile, unfundierte Thesen"
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Der Chef der Wirtschaftsweisen kritisiert die Ideen von Juso-Chef Kühnert, der unter anderem Immobilienbesitz einschränken will. Wichtiger sei eine Debatte über das volkswirtschaftliche Gelingen der Energiewende.

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rucke 05.05.2019, 12:36
40. Diskussionsabbruch

An der Diskussion merkt man sehr schön wie weit unsere Politiker sich von ihren Wählern entfernt haben. Es wird wenig über Kühnerts Vorschläge diskutiert , es kommt nur ein kollektives "Wie kann man nur ?"
Firmenenteignungen halte ich auch für schwierig , da die Gefahr wohl zu gross ist , dass die Firmen dann komplett auswandern. Dafür zu sorgen , dass die Gewinne von unternehmen , auch allen zu gute kommt ist ein gutes Ziel. Enteignung als Mittel dazu ist nun ein Vorschlag der im Raum steht. Welche Vorschläge wurden von den kritisierenden Experten gemacht ?

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gesichter 05.05.2019, 12:37
41. Wirtschaftsweise?

Ich weiß nicht, wer den Begriff "Wirtschaftsweise" geprägt hat. Realität ist jedenfalls, das ist sich bei deren Veröffentlichungen regelmäßig und teuer bezahlte Kaffeesatzleserei handelt. Seit längerem gibt es ohnehin die Diskussion, sie abzuschaffen. Man sollte deren Meinung einfach nicht mehr ernst nehmen. Viele bezeichnen sie zudem als "Mietmäuler" des Kapitals, was wohl nicht völlig daneben liegt.

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astat 05.05.2019, 12:38
42. Gewinne gerecht verteilen

Scheinbar sind die Begriffe Enteignung oder "Kollektivierung" mit einer unheimlichen Faszination für viele Menschen verbunden. Als würden dadurch alle Probleme gelöst. Nehmen wir mal an, BMW würde "kollektiviert" werden. Und dann? Was passiert dann? Irgendjemand muss das Unternehmen leiten. Machen das dann Politiker oder Wähler (Mitarbeiter) per Volksunternehmensabstimmung? So was hat doch noch nie geklappt. Was passiert mit den Gewinnen - wenn es denn welche gibt. Werden die an alle ausgeschüttet oder an die Mitarbeiter? Und wenn Kapital gebraucht wird für eine Investition - wo kommt das dann her? Der Kapitalmarkt ist ja nicht mehr involviert. Warum so umständlich und riskant? Besser, einfacher und sicherer wäre es doch, endlich Unternehms- und Kapitalgewinne effektiver umzuverteilen. Ein Teil der Unternehmensgewinne muss an die Mitarbeiter weitergegeben werden. Und noch wichtiger: Aktiengewinne (Dividende und Kurs) müssen adäquat zu anderen Einnahmen versteuert werden. Dann ist das Problem doch auch gelöst. Es geht doch im Grunde nur darum, dass die erzielten Gewinne nur wenigen Personen zufließen. Ansonsten funktionieren Unternehmen wie BMW volkswirtschaftlich.

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53er 05.05.2019, 12:38
43. Die SPD in Angststarre,

es könnte Wählerstimmen kosten. Genau das Gegenteil ist der Fall, steile Thesen trennen die Spreu vom Weizen. Jeder weiß, dass das was Kühnert ausspricht nie so umgesetzt werden wird, für wie blöd hält die SPD den Wähler? Dennoch ist es wichtig, eine Diskussion über den Zustand unserer Gesellschaft anzustoßen und wie die Zukunft aussehen soll. Dass man Extrema bemühen muss um die Wölfe aus ihren Verstecken zu locken zeigt, dass die gegrabenen Gräben schon ziemlich tief sein müssen. Es muss nicht gleich um Enteignungen gehen, aber um eine Vermögenssteuer schon. Zumindest dann, wenn endlich Scholz Reformvorschlag zur Grundsteuer durch ist. Dann nämlich sind auch alle Grundstücke real zu bewerten und es besteht kein Unterschied mehr, ob ein Vermögender sein Geld in Aktien oder Immobilien anlegt. Genau dann kann auch das Bundesverfassungsgericht nichts mehr gegen eine Vermögenssteuer einwenden. Und das allein ist auch der Grund, warum die CDU/CSU sich mit allen Mitteln gegen diesen Vorschlag stemmt, er ermöglicht eine erfolgreiche Klage auf Wiedereinführung einer Vermögenssteuer die übrigens unser Grundgesetz vorsieht.

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AttaTroll 05.05.2019, 12:40
44.

Ach Gottchen, als ob wir die Energiewende überhaupt hinbekommen werden. Auf keinen Fall mit dem aktuellen Personal. Und Maßnahmen gegen den Klimawandel haben Merkel und Konsorten ebenso längst abgeschrieben. Zumal der Eine oder die Andere ja gar nicht auf wissenschaftliche Berater hören, gell, Frau Klöckner?

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ddcoe 05.05.2019, 12:41
45. Beides ist wichtig

Das Elend der Energiewende sieht jeder Haushalt an seiner Stromrechnung. Realistisch gesehen ist die Energiewende krachend gescheitert und es ist kaum anzunehmen, dass sie noch gelingt. Aber viele Haushalte - ob Rentner, oder Mindestlöhner - sehen die Folgen des ungebremsten Kapitalismus eben auch jeden Monat und nach allen Prognosen werden es ständig mehr Haushalte. Das Merkel Versagen der letzten Jahre darf jetzt nicht dazu führen, die Armut weiter zu akzeptieren.

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reilo 05.05.2019, 12:41
46. Kevin Kühnert hat völlig recht ...

das System der sogenannten "Sozialen Marktwirtschaft" ist in den Teilen zu korrigieren, wo Raubtierkapitalismus entsteht. Siehe Verstaatlichung der Dieselkrise, siehe fehlende Bankenkontrolle aus der Finanzkrise, siehe Wohnungsmarkt, entsprungen aus dem Leitbild der FDP und CDU "Privat vor Staat".
Lieber Kevin Kühnert, lass Dir nicht Deine kritische Meinung verbieten. Wenn soviel Getöse entsteht, muss an Deinen Thesen was dran sein !!! So ist die SPD für mich mehr als wählbar !!!

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aemrich 05.05.2019, 12:42
47. Danke an Kevin Kühnert

Der demokratische Sozialismus als wichtiges Gegenmodell zu den Auswüchsen des aktuellen Kapitalismus öffnet den Weg zu Korrekturen.
Ausbeutung im Niedriglohnbereich, Altersarmut und Mietwucher in den Ballungszentren sind nur 3 Beispiele, die zeigen, dass unser Wirtschaftssystem stärker reguliert werden muss. Alle, die jetzt auf Kevin Kühnerts Denkanstoß empört reagieren, zeigen eigentlich nur, wie wenig sie sich um die gesellschaftlichen Probleme gekümmert haben.
Damit sich etwas tut, muss es mehr solche Beiträge geben.
Danke an Kevin Kühnert.

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browserhead 05.05.2019, 12:43
48. Staatsenteignung

Die Herren Wirtschaftsweisen waren gar nicht so empfindlich als der Neoliberalismus sich ungeniert daran gemacht hat, profitable Staatsunternehmen und öffentliche Arbeitgeber zu privatisieren und die Kosten dann großzügig kommunalisiert hat. Davon haben sich Post, Bahn und Telekom immer noch nicht erholt: Service mies, Infrastruktur miserabel, Aktienkurs??? Zunehmend gehen Kommunen wieder dazu über z.B. die Gebäudereinigung in die eigene Hand zu nehmen. Bei ganz smarten Leasingmodellen von Kanalisation oder Sporthallen zahlen die Kommunen doppelt drauf, verscherbelte kommunale Wohnungen bringen woanders Gewinne (und abgezockte Mieter und Frustwähler). War das, liebe Wirtschaftsweise, nicht auch eine Enteignung?
KK Thesen sind steil, aber nicht steiler als Herr Lindner mit seinem Retro-Neo-Liberalismus, der die Energiewende den Profis überlassen möchte. Danke KK, der der unerträglich umprofessionellen "Widdewiddewit"-Nahles und den Genossen der Bosse mal ein bisschen linkes Feuer unterm ...... macht

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heinzerichii 05.05.2019, 12:46
49. Wichtig..

..ist auf jeden Fall die Debatte, die mit den Thesen angestoßen wird. Da beim Thema "Soziale Gerechtigkeit" und gesunder Umverteilung doch ein bisschen was im Argen liegt. Niemand sollte wohnungslos sein oder anderweitig elendig leben müssen, während andere Individuen eventuell nicht wissen, was sie mit ihrem ganzen gesellschaftlich erarbeitetem Riesenvermögen Sinnvolles anfangen sollen. Einen besseren Ausgleich von Reich zu Arm mit gesundem Verstand sollte es daher schon geben, ohne dass gleich plump von "Sozialismus" die Rede ist. Deshalb will ja keiner den Wettbewerb abschaffen, er soll nur sozialer und somit besser für die gesamte Gesellschaft werden.

Vielleicht kann man für gerechteren "sozialen Ausgleich/Umverteilung" auch die derzeit überall besprochene CO2-Abgabe geschickt mit nutzen. Auch wenn diese Abgabe vorranging durch Investitionen in "saubere Energien und Verkehr" und besseren Naturschutz zurückfließen sollte.

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