Forum: Politik
Wohlstand und Luxus: Volle Taschen, leere Taschen

Nach Weihnachten haben die einen die Taschen voller Geschenke, die anderen nicht. Was aber sagen die Philosophen zum Überfluss? Er sei den Reichen gegönnt, hieß es schon anno 1751, müsse aber auch der Allgemeinheit dienen.

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Celestine 28.12.2015, 15:45
70.

Der Text stammt also aus dem Jahr 1751:
Zitat: Was schwebt also Saint-Lambert vor? Jedenfalls "keine neue Güterverteilung, keine Gewaltmittel". Er setzt auf die Kraft der Reform statt auf die Wucht der Revolution."

Reformen statt Revolution, so so. Tja, in nur 38 Jahren nach dem Verfassen jener Weisheiten brach die Französische Revolution aus...

Sorry, aber mir kommt die Kolumne von Augstein diesmal wie eine Buchrezension vor. Ein Weihnachtsgeschenk? ;-)

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victor_s 28.12.2015, 15:45
71. Luxus

Herr Augstein, das Land Ihrer Träume gibt es schon - Nordkorea. Unsere Gesellschaft ist auf Konsum aufgebaut und Millionen Arbeitnehmer leben davon, dass konsumiert wird. Und gerade bei Luxusartikeln ist die Wertschöpfung besonders hoch, wovon gerade auch die Arbeitnehmer profitieren.

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Dengar 28.12.2015, 15:46
72. Je mehr er hat, je mehr er will

Wir sind leider weiter weg denn je von einer gleichen Verantwortung aller Klassen (ja, wir haben immer noch eine Klassengesellschaft!) gegenüber dem Gemeinwohl, und schuld ist die Politik. Eine leistungslos zu Reichtum gekommene Kaste (hauptsächlich Erben - nein, nicht Sie, Herr Augstein:-)) hat es durch subversive Unterwanderung der Politik und der Medien geschafft, dass sich von Mittelschicht bis ganz unten diese nur gegenseitig bekämpfen, während eben diese vermeintliche Elite in ihrer abgekoppelten Blase ungestört ihren Geschäften nachgehen kann. Es existieren nämlich de fakto zwei Realitäten ohne Schnittmenge, und wie wir seit einem Jahrzehnt beobachten können, haben die unteren Klassen sich sich in der Opazität ihrer Blase eingerichtet, welche die Oberschicht via Medien und Politik aufrechtzuerhalten trachtet. Das funktioniert ganz gut mit dem altbekannten Knüppel "Neid". Jeder, der trotzdem versucht diesen Gap zu überbrücken (allein die Feststellung sozialer Ungerechtigkeit ist dazu ausreichend) wird mit der Neidkeule erschlagen. Ottonormalo ist der Elite am liebsten, wenn er nach oben blind versucht, sich nach unten abzugrenzen. Wir müssen die obere Blase zum Platzen bringen, ob durch Einsicht oder Revolution, dann haben wir auch eine Chance auf eine gerechte, faire Gesellschaft, in der Reichtum nicht mehr die herausragende Rolle spielt. In diesem Sinne, einen guten Rutsch allerseits:-)

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Celestine 28.12.2015, 15:49
73.

Zitat von agua
In den anderen Krisenländern sieht es nicht anders aus,während es in Deutschland zumindest noch eine Sozialpolitik gibt,die verhindert,dass Menschen ausgegrenzt werden.
Gut, die Menschen sind krankenversichert, können am Existenzminimum sicher ganz gut überleben, aber ausgegrenzt werden sie sozial und verbal seit der Hartz-IV Reform bzw. Agenda 2010. Sie sind beschimpft und herabgewürdigt worden, auch von Politikern, sie sind ihrer Würde beraubt und stigmatisiert worden. Inzwischen ist da etwa mehr Ruhe eingekehrt, weil es sich inzwischen, im Laufe der zehn Jahre herumgesprochen hat, dass jeder betroffen sein kann.

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zynik 28.12.2015, 15:55
74.

Zitat von seinedurchlaucht
Wer sich einen Sozialstaat wie wir uns in Deutschland leistet (und dazu noch EU und andere finanzieren müssen), hat nunmal so viele Abgaben, dass es schwer ist, Vermögen zu bilden. Ganz einfach.
Da liest man mal einen fundierten Kommentar mit interessanten historischen Verweisen und blickt dann ins Forum, um dort die gleichen, alten FDP-Parolen von vor 20 Jahren lesen zu müssen. Das tut weh.
Dabei haben uns genau diese Mitläufer und aufrechten Kämpfer gegen den angeblich "üppigen Sozialstaat" die Agenda 2010 beschert: Inklusive Hartz4, der Plünderung der staatlichen Rente und massiver Spaltung der Gesellschaft in arm und reich.

"Üppig" scheint mir hier nur die Ignoranz gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen zu sein. Aber Jean-François de Saint-Lambert wurde bis zur französischen Revolution offenbar auch nicht verstanden.

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93160 28.12.2015, 15:56
75. Mein erster Beitrag wurde zensiert

Zitat von agua
Das Ziel ist ein anderes. Der Gegensatz wird immer grösser. Mehr Armut und auf der anderen Seite ein Anstieg der Millionäre. In Portugal ist jeder 4. von .....
Dieser sicher auch. Denn ich schrieb wer der gierigste in einem Land ist, naemlich die Regierung selbst.
Auch der groesste Reiche wird abgeben muessen wenn das doofe Volk deren Gierigkeit ihre Diaeten nicht mehr zahlen kann.
Jammern hilft da garnichts, die Portugiesen waehlen doch immer so.
Was Deutschland betrifft, ich wuerde eher zu meiner Armut stehen als mich von einer Regierung zum Sklaven machen zu lassen. Dann verhungere ich eben, muessen in Afrika jeden Tag die Menschen.

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dirk1962 28.12.2015, 16:09
76. Es ist doch

...offensichtlich so, dass die Vision von der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland gescheitert ist. Sicher, wir haben eine soziale Absicherung. Aber auch Gerechtigkeit? Hat jemand bei uns ein Vermögen ererbt, kann ihm nichts passieren. Es mehr sich zwangsläufig automatisch. ohne das die Besteuerung das groß bremsen würde. Ist jemand bei uns auf den Lohn seiner Arbeit angewiesen, sieht das schon sehr viel anders aus, zumindest bei Normalvetdienern. Da soll dann neben der normalen Lebensführung auch am Besten schon für die Altersversorgung privat gespart werden. Weitere Kosten, wie explodierende Mit, Strom und Zusatzkosten für die Krankenkasse können nirgendwo kompensiert werden. Also Luxus und Vermögen? Zu allem kommt die Unsicherheit, wie sich auf Grund der Flüchtlinge wohl Renten und sonstige soziale Sicherheit entwickeln werden. Ich kenne die Probleme aus erster Hand von meinen Kindern. Aber wen interessieren in diesem Land schon noch arbeitende Menschen? Im Gegenteil, durch die verfehlte Finanzpolitik wird auch jeder sauer gespsrte Euro gleich noch entwertet.

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93160 28.12.2015, 16:15
77. agua

Zitat von agua
Mir war klar,als ich Herrn Augsteins Kolumne gelesen habe,dass diese Statistik wieder einmal dafür herhalten muss,um zu beweisen wie schlecht es der deutschen Bevölkerung geht. Wie Forist Rio Tokio schon anmerkte,geht es hauptsächlich um den Umstand,dass in Deutschland weniger Menschen im Besitz eines .....
auch da hatte ich in meinem ersten Beitrag geschrieben.
Hausbesitz in Frankreich ist eine lukrative Versicherung fuer Regierungen.Eigenstumsteuern unter 400 Euro gibt es nicht. Ob sie armer Rentner sind ist einer Regierung egal, also eine Miete auf Lebenszeit.
Bezahlt man in Portugal keine Steuern aufs Haeuschen?

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hikage 28.12.2015, 16:19
78.

Zitat von seinedurchlaucht
Wer sich einen Sozialstaat wie wir uns in Deutschland leistet (und dazu noch EU und andere finanzieren müssen), hat nunmal so viele Abgaben, dass es schwer ist, Vermögen zu bilden. Ganz einfach.
Wow. sie habens ja mal überhaupt nicht verstanden, ganz so einfach ist es nämlich doch nicht.

Dass es nicht schwer ist, große Vermögen zu bilden können sie allein daran erkenne, dass "die Deutschen" immer reicher werden. Der Sozialstaat KANN also überhaupt nicht das Problem sein, sonder lediglich die Verteilung der Abgabenlast nach dem Prinzip des geringsten Widerstands.

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vagabondix 28.12.2015, 16:22
79. Der Anteil des Konsums am verfügbaren Einkommen

Zitat von crazy_swayze
Wenn sie meinen dass Konsum und Art 14 GG sich ausschließen, sind sie auf dem Holzweg.
ist höher, je niedriger das verfügbare Einkommen ist. Weil ja eben alles, so wie es reinkommt wieder rausgeht.
Konsumverweigerer sind realistischerweise immer noch diejenigen, die ihre leistungslos erhaltenen, praktisch unversteuerten Erbschaften oder ihre (auf Kosten der gedrückten Löhne anderer) leistungslos erzockten Aktiengewinne/Dividenden in Depots/Schließfächern und möglichst fernab der Steuerämter horten. Anstatt den Geldwert wieder in den Kreislauf einzubringen.

Womit auch eine "Investition", die einem Mitforisten zufolge vornehmlich von den Begüterten geleistet werden kann, letztendlich auch nur eine (später gewinnbringende) Konsumausgabe ist, die eben ihrerseits zu existenzsichernden Arbeitsplätzen führen kann.

Blöd ist für das Gemeinwohl nur, wenn entweder in Gesamtsumme durch künftig lohnkostensenkende Investitionen entweder mehr Arbeitsplätze wegfallen, oder demotivierende Arbeit entsteht, die durch Aufstocker jetzt (oder später als Renter) durch den Steuerzahler subventioniert werden muss.

Für die Nutzniesser diesen Luxus' sehe ich nicht ein, die Steuer auf mein Arbeitseinkommen verschwenden lassen zu müssen.

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