Forum: Politik
Wohnungsmarkt: Grüne fordern Obergrenze für Mieten
Robert Michael/DPA

Wer überhöhte Mieten verlangt, soll künftig bis zu 50.000 Euro Strafe zahlen - das fordern die Grünen. Sie wollen eine Mietobergrenze einführen und "unnötige Ausnahmen" bei der Mietpreisbremse abschaffen.

Seite 3 von 25
Proletheus 27.04.2019, 12:05
20. Steigende Mieten lösen Probleme.

Wenn man sich die Bevölkerungsprognosen ansieht, ist eine zunehmende Entvölkerung des Landes zugunsten der Großstädte zu beobachten. Das ist, nur nebenbei, meiner Einschätzung nach auch ein Klimaproblem, denn auf dem Land steht nutzbare Infrastruktur (Gebäude, Straßen etc.) irgendwann ungenutzt herum, während in der Stadt CO2-aufwändig zusätzliche Infrastruktur geschaffen wird.

Die explodierenden Mieten in München und ählichen Orten sind es, die diese Situation wieder in Balance bringen kann. Mieten und Kaufen ist dort auch jetzt schon so teuer, dass man sich ernsthaft darüber Gedanken machen muss, ob das Leben in so einer Gegend noch einen Sinn hat. Ich selbst habe fünf Jahre im teuren Münchner Umland gelebt und bin kürzlich in die Oberpfalz gezogen. Für das, was ich im Münchner Umland für eine nicht gerade gut gelegene 3-Zimmer-Wohnung gezahlt habe, bekomme ich hier eine DHH in guter Lage - das Einkommen ist dank geringerem Arbeitskräfteangebots für hochqualifizierte Jobs sogar höher, als vorher in München.

Infrastruktur aus München vermisse ich nicht - habe ich sowieso seltenst genutzt und um vom Münchner Umland ans Ziel in der Stadt zu kommen brauchte ich mit Öffentlichen (oder dem Auto) auch nicht weniger lang, als jetzt per Auto in die nächste Großstadt.

Die explosiv steigenden Mieten in den Großstädten sind die beste Chance, die wir haben, um dieser wahnwitzigen Urbanisierung entgegenzuwirken. Deshalb bin ich kein Fan von Enteignungen, Mietpreisbremse etc. An dem grundlegendem Problem, dass aktuell mehr Menschen meinen, Sie müssten in die Stadt, als dort Platz ist, ändern solche Vorhaben nämlich nichts. Da bin ich mal ganz FDP und sage: Das reguliert der Markt schon voll selbst, wenn wir ihn nur lassen.

Beitrag melden
der_k 27.04.2019, 12:09
21. Denkt da auch jemand mit???

„Die Miete dürfe in diesen Gebieten höchstens um drei Prozent jährlich steigen, die ortsübliche Miete aber nicht überschreiten. Bei Neuanmietung solle die Mietobergrenze bei fünf Prozent über der ortsüblichen Miete liegen.“ Es wird von Gebieten gesprochen. Bei und auf dem ländlichen steigen die Mieten auch sehr rasch.. Da wird dann wieder nichts geregelt. Zudem: jährlich 3%? Wer verdient den jährlich 3% mehr um das zu kompensieren??? 5% höher bei Neuvermietungen?? Und an sowas werden „ortsübliche“ Preise festgemacht??? Die steigen doch dann genauso wie bisher!! „Möbliertes Wohnen“ mit nem Bett, einem Schrank für Spartaner, 2 Klappstühlen und nem wackligen Tisch in einer max. 50m2-Wohnung soll bei uns etwa 1300€ im Monat kosten... Schlupflöcher wie diese wird es auch weiter geben. Dann wird halt der „Bügelservice“ herhalten... Wenn die Grünen und auch die restlichen Politiker ein wenig nachdenken würden, und nicht nur einseitige Kompromisse, zugunsten von Vermieter-Verbänden, aus der Tasche ziehen könnten, können wir weiterreden...

Beitrag melden
jonath2010 27.04.2019, 12:10
22. Probleme verschlafen

Wohnungsmangel, Mietpreisbremse, eventuell Enteignungen von Bauland – alles Schlagworte dieser Tage. All das hätte man vermeiden können. Die Politik hätte 3 Dinge voraussehen müssen: Deutschland ist das gelobte Land für EU-Bürger insbesondere aus Südosteuropa. Aber auch für Menschen, die vor Krieg und Verfolgung flüchten. Und – drittens – auch für jene aus allen Teilen der Welt, die hier einfach ein besseres Leben suchen. Inzwischen drängeln sich rund 83 Millionen Menschen in einem relativ kleinen Flächenstaat. In den letzten 10 Jahren hat die Bevölkerung um mindestens 2 Millionen zugenommen. Sie alle wollen und brauchen Wohnraum. Die Politik hat die hierfür notwendige Infrastruktur (Wohnungen, Kitas, Schulen) schlicht verschlafen.

Beitrag melden
odonata 27.04.2019, 12:13
23. Bite keine Symbolpolitik mehr-Ursachen bekämpfen

Die Mietpreisbremse ist ein Witz...Zweckentfremdung und Mietendeckel auch. Die wahren Ursachen sind Behörden, die immer noch Discounter mit 3.000 qm Parkplatz im Freien erlauben. Ein Berliner Baunutzungsplan von 1960, der Verdichtung verbietet und an GFZ/GRZ von anno dazumal festhält. Nch der Wende gab es in Berlin kurzzeitig eine Verordnung, die Keller und Dachräume aus der Wohnflächenberechnung herausnahm um die nachträgliche Verdichtung zu erlauben...wie wäre es denn mal mit solchen Instrumenten anstatt über die Mietpreisbremse auch dem letzten Privatvermieter zu vermitteln: " Erhöhe mal rasch denn später darfst Du das nicht mehr!"
Sttehe selber gerade vor der Wahl, 2 kleine Mietwohnungen oder nur wieder EFH zu bauen. rechtlich einfacher wäre ganz klar das EFH aus dem Katalog....aber sinnvoll ist das nicht-weder ökologisch noch gesellschaftlich!

Beitrag melden
glasperlenspieler 27.04.2019, 12:13
24. Deckelung der Diäten und der Steuern

Fangen wir doch mal damit an, die Diäten der Politikerkaste auf 3.000 Euro monatlich zu deckeln. Dann machen wir weiter mit einer Deckelung der Steuerabgaben, die dem Bürger abgeknöpft werden - 25 % auf das Einkommen sind schon mehr als genug, muss der Staat halt den Gürtel an anderer Stelle enger schnallen. Eine Mietendeckelung ist in etwa so sinnvoll wie eine Enteignung der Vermieter: schafft keinen einzigen Quadratmeter Wohnraum und führt zu einer Verwahrlosung der Objekte, weil niemand mehr investieren wird. Anstatt nach immer mehr Massnahmen zu schreien, die den Bürger belasten, sollten die Grünen Ursachenforschung betreiben. Man kann ein derart kleines und in den Grossstädten so dicht besiedeltes Land wie Deutschland nicht jährlich mit immer mehr Zuwanderung belasten, ohne dass der Laden irgendwann auseinanderkracht. Und die Grünenwähler sollten sich vielleicht damit abfinden, dass die Zeiten, in denen man für 800 Euro in einer Grossstadt wie Berlin eine 5-Zimmer-Altbauwohnung bekommen konnte, endgültig vorbei sind.

Beitrag melden
stolle180 27.04.2019, 12:14
25. Hinterfragt, hinterfragt, hinterfragt!

Warum sind denn die Mieten so hoch? Antwort: Weil Wohnen kostet! Sie denken, Sie können sich "einfach" den Vermieter ins Visier nehmen und mit "TammTamm und Gegröhle" "mal sehen, wie weit man kommt...". Wie wäre es denn einmal mit einem Rechnungsstop für den Sanitärbetrieb? Oder Mindestbeträge auf Dachdeckerrechnungen? Slogan: "Stoppt die Handwerkerrechnungen", "Weg mit den Pauschalen für An-/ und Abfahrt". Dann bekommen Sie alles "ganz billig" und wohnen dann auch so!

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht in Aktien von Immobilienunternehmen zu investieren? Da bekommen Sie zwischen 3% und 5% Dividende. Bei einer Investition von 150.000 € sind das etwa 500 € jeden Monat. Davon kann ich meine Miete bezahlen. DAS, so finde ich, ist "Sharing-Comunity". Hunderttausende von Aktionären machen das! Diese Leute haben Ihre (also fremde) Wohnungen bezahlt! Wie Sie zu diesem Geld kommen? Sparplan mit 16 und dann 30 Jahre durchhalten. Oder gleich eine Wohnung kaufen: 20% anSPAREN und dann den Rest FINANZIEREN (Polemik ein: lernt man leider nicht auf Stadtteilschulen oder allgemeinen Gymnasien). Sie wollen das nicht? Das ist Ihre freie Entscheidung. Aber weinen Sie nicht, wenn sich Ihre Träume nach 30 Jahren dann als verklärte Ideologie entpuppen. Sie bekommen nichts geschenkt.
Und noch etwas: Wo gibt es "ein Recht auf Stadt"? "Stadt" das sind doch "Sie" persönlich mit weiteren tausend anderen Individuen, die sich zwecks "Lebensvorteilen" zusammenfinden. Dadurch entsteht doch erst "Stadt". Wenn Sie aber in einer fertigen "Stadt" leben wollen, die Ihren Vorstellungen entspricht, dann müssen Sie doch auch die Rechnung mit den anderen "Stadtbewohnern" machen, die diese "Stadt" erst geschaffen haben. Oder Sie erkennen, dass diese "Stadt" Sie nicht will. Dann suchen Sie sich eben eine andere. Das finden Sie jetzt aber "doof". Wachen Sie auf! Das ist das Leben. Je früher Sie damit anfangen, desto besser für Sie und die Gesellschaft, die Sie "stadttechnisch" so anziehend finden. (Danke Demokratie und Freie Meinungsäußerung/-Bildung. Jetzt geht es mir besser.)

Beitrag melden
mantrid 27.04.2019, 12:15
26. Bitte auch § 14 GG (3) beachten!

Enteignung nur zum Wohle der Allgemeinheit, d.h. nicht nur zum Wohle von Mietern! Auch das Wohl der Kapitalanleger ist zu berücksichtigen. Dazu Entschädigung unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten. Es gibt kein Grundrecht auf preisgünstiges Wohnen oder auf Wohnen an bestimmten Orten. Damit muss ich auch meinen persönlichen Traum auf die exklusive 200m2-Luxus-Wohnung mit Alsterblick oder Berlin Schwansee für 300 € warm wohl begraben.

Beitrag melden
andre_36 27.04.2019, 12:15
27.

Was für eine Überraschung: Die Europawahl steht vor der Tür und Die Grünen entdecken ihr soziales Gewissen. Da bin ich ja gespannt, ob sie eine Mietpreisgrenze auch noch fordern, wenn nach der Bundestagswahl Koalitionsverhandlungen mit den Konservativen anstehen.

Beitrag melden
frenchhorn_69 27.04.2019, 12:15
28. Blödsinn

Ich bin sowohl Mieter, als auch Vermieter.

Ich sage: je strikter das Mietrecht, umso höher die Mieten.

1.) die Möglichkeit einer regulären Kündigung schaffen. Etwa so: 12 Monate Kündigungsfrist plus einen Monat pro Mietjahr. Das wäre für die berühmte Oma, die seit 40 Jahren mietet 52 Monate. Wer als Vermieter einen Mietvertrag unterzeichnet ist quasi ohne Rechte.
2.) schnellere Abschreibungen auf Mietraumherstellung. Z.B. 10 Jahre
3.) Viel mehr öffentlicher Wohnraum

Hier in einer Allgäuer Kleinstadt stehen mitten in der Stadt tausende qm an Wohnungen leer!!! Bei gleichzeitig großer Nachfrage! Weil keiner bock hat zu vermieten. Wegen der strengen Gesetze.

Die Mietlobby erweist sich einen Bärendienst

Beitrag melden
nwz86 27.04.2019, 12:17
29. Grüne sind dagegen

Zitat von Nonvaio01
nennt sich Marktwirtschaft. Keiner haelt den staat davon ab selber zu bauen und billig zu vermieten.
Doch, die Grünen. Wenn auf der Wiese (z.B. Tempelhofer Feld) Wohnungen gebaut werden sollen, stimmen sie dagegen. Die Grünen sind gegen hohe Mieten (angeblich), die Grünen sind gegen Wohnungsbau, die Grünen sind gegen eine Begrenzung der Zuwanderung. Die Grünen sind nichts anderes als heuchlerische Populisten.

Beitrag melden
Seite 3 von 25
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!