Forum: Politik
Wulffs Rücktritt - ein überfälliger Schritt?

Der Druck war zu groß: Nach der Ankündigung staatsanwaltlicher Ermittlungen in Hannover trat Bundespäsident Christian Wulff zurück. Wochenlang klammerte er sich zuvor trotz ständig neuer Vorwürfe an sein Amt. Ein Rücktritt zum gerade noch akzeptablem Zeitpunkt? Oder hat Wullf das Amt nachhaltig beschädigt?

Seite 11 von 164
levitian 18.02.2012, 14:31
100. Das Amt wäre für Gauck 3 Nummern zu groß.

Zitat von sysop
Der Druck war zu groß: Nach der Ankündigung staatsanwaltlicher Ermittlungen in Hannover trat Bundespäsident Christian Wulff zurück. Wochenlang klammerte er sich zuvor trotz ständig neuer Vorwürfe an sein Amt. Ein Rücktritt zum gerade noch akzeptablem Zeitpunkt? Oder hat Wullf das Amt nachhaltig beschädigt?
Möchte wissen, wer Gauck in Verdrehung der Tatsachen das Etikett "Bürgerrechtler" angehängt hat. Er ist bestenfalls ein farbloser Wendehals, der zumindest mir mit seinem moralinsäuerlichen Predigerduktus gewaltig auf den Sack geht.

Lammert oder Töpfer dagegen könnte ich mir in dem Amt, über dessen Berechtigung es sich trefflich streiten ließe, durchaus vorstellen.

Beitrag melden
bammy 18.02.2012, 14:32
101.

Zitat von Brand-Redner
Dieser Einschätzung kann man nur zustimmen! Wulffs "Vegehen" sind im Schnitt 5 Jahre alt und stammen fast ausnahmslos aus seiner Regierungszeit in Hannover. Unsere hochinvestigative Reporterschar kann mir nicht einreden, dass ihr jene Geschichten nicht längst bekannt waren! Nein, sie blieben zunächst in der Schublade, solange Wulf "brav" genug war, bei führenden konservativen Meinungsmachern nicht anzuecken. Doch dann äußerte er sich erst gegen Sarrazin, kurz darauf den Islam und die multikulturelle Gesellschaft, gegen europäische Schuldenpolitik und gegen den rechten Rand: Da war das Maß voll und es mussten Gründe "gefunden" werden, ihn zu demontieren: Das Tragischste an der Geschichte: Ein Großteil der Deutschen merkt nicht, dass hier eine Sau durchs Dorf gehetzt wurde, denn Verbandelungen / Verfilzungen zwischen Politikern und Kapital gibt es, seit es letzteres gibt, und sie waren gerade für die Boulevardpresse noch nie ein Grund, jemanden zu kritisieren, geschweige denn, seinen Rücktritt zu fordern!
Genau das war mein Ansatz in dieser Diskussion. Und nicht nur in dieser Diskussion. Wir haben in den letzten 2,5 Jahren weitere solcher medialen Treibjagden erlebt. Die nun mal immer in dieselbe Richtung gingen. Ich bin mit Sicherheit kein Verschwörungstheoretiker, aber mich beschleicht dabei immer mehr ein bestimmtes Gefühl. Viele werden das so nicht feststellen (wollen), das es ja gegen politische Feindbilder ging. Aber wenn man die Themen mal genau beleuchtet, dann fällt immer wieder die selber Machart auf.

Beitrag melden
kospi 18.02.2012, 14:37
102. ....

Zitat von rufus008
Die SPD biedert sich an, indem sie einen Kandidaten ins Spiel bringt, der schwarz-gelb kaum zu vermitteln ist? Das verstehe wer will...
Die SPD muss man nicht verstehen und Nahles schon gar nicht.
Der Leitspruch von Nahles:"Wenn ihr Probleme braucht, ruft mich an!

Beitrag melden
Luscinia007 18.02.2012, 14:38
103.

Zitat von gerda 2
Das Königtum ist kein Amt und schon gar kein Institut. Falls Sie Institution meinten, muß ich widersprechen. Königshäuser erfreuen sich wachsender Beliebtheit, nicht nur in England und Spanien, nein auch in Schweden, Holland und Monaco, um nur einige wenige zu nennen. Auch die Saudis sind mit ihren Königen (die man dort Ölscheichs nennt) sehr zufrieden. Die Franzosen wären heute froh, wenn sie einen richtigen König hätten und nicht diesen Westentaschennapoleon, der übrigens kein Stück sicherer im Sattel sitzt als Louis XVI.
Die Tatsache, dass man Westentaschennapoleons abwählen kann, und sie nicht bei Unfähigkeit unter die Guillotine legen muss, halte ich für einen zivilisatorischen Fortschritt.

Beitrag melden
gerda 2 18.02.2012, 14:40
104.

Zitat von supernovaiswatching
Ehre, wem Ehre gebührt. Wulff gebührt sie sicher nicht. Er hat in meinen - und in den Augen der Mehrheit der Bevölkerung - das Amt des Bundespräsidenten dermassen diskreditiert und in den Dreck gezogen, wie keiner vor ihm. Er allein hat es mit seiner Person und seiner Korruption geschafft, das Amt als solches in Frage zu stellen - was ebenfalls keiner vor ihm geschafft hat! Wenn der noch die Dreistigkeit besitzen sollte, Ehrensold zu fordern, kann man sicher sein, dass ganze Heerscharen von Bürgern auf die Straße gehen werden, um dagegen lautstark zu protestieren! Ich mache mir nicht tagtäglich den Rücken krumm, damit dieser gierige Korruptling Wulff bis zum Ableben auf meiner Tasche liegt! Der hat NIX geleistet, sondern nur für einen politischen, ja geschichtsträchtigen Skandal gesorgt! SEIN RÜCKTRITT LIEGT IN SEINER PERSON BEGRÜNDET - ganz gleich, wie er es in seiner frechen Rede formuliert hat! Es ist AN DREISTHEIT UND UNVERSCHÄMTHEIT NICHT ZU ÜBERBIETEN, dem noch Ehrenold zahlen zu wollen!!!!!!!!!!!!! KEIN Ehrensold für Wulff - da könnte ja jeder kommen, einfach mal eine Woche das Amt bekleiden und sofort aus 'politischen Gründen' abtreten und sofort anfangen, FÜR LAU EHRENSOLD ZU BEKOMMEN!!! Ich sehe da einen eindeutigen MISSBRAUCH, wenn Wulff Ehrensold bekommen sollte! Merkel und die Regierung sollten sich hüten, Wulff Ehrensold zuzusprechen! Dann werden die radikal abgewählt und die Leute werden anfangen, bei den Befürwortern von Wulffs Ehrensold nachzugraben, nachzuforschen, was die alles auf dem Kerbholz haben! Wer diesen korrupten ex-BP wie auch immer noch deckt, unterstützt oder ihm ein Ehrensold verschafft, kann sich persönlich darauf gefasst machen, selber in die Schusslinie zu geraten. Wer korrupte Politiker stützt, ist keinen Deut besser und gehört durchleuchtet! Rechtlich ist es eindeutig - er ist aus persönlichen Gründen (strafrechtliche Ermittlungen wegen Korruption!!! HALLOOOOOO!?!?!?) zurück getreten. Dass der noch so dreist ist, allen anderen die Schuld für seine Verbrechen in die Schuhe zu schieben und seinen Rücktrittsgrund zu verklären, ist unentschuldbar! Der Typ gehört hinter Gitter!
Der Präsident ist aus einer politischen Überlegung heraus zurückgetreten. Infolgedessen hat er auch Anspruch auf Ehrensold. Das ist in unserer Rechtsordnung so verankert. Und solange es in Deutschland noch unabhängige Gerichte gibt, die sich an Recht und Gesetz gebunden fühlen, werden Christian & Bettina nicht im Regen stehen gelassen.

Beitrag melden
tusseline 18.02.2012, 14:41
105. Kein Beweis

Zitat von bammy
Genau das ist mein Ansatz in dieser Diskussion. Wobei ganz klar ist, das unser Staatsoberhaupt niemals gegenstand strafrechtlichen Ermittlung. Wenn es dazu kommt, sollte es zurücktreten. AUch wenn im Nachhinein eine Unschuld ermittelt wurde. Aber es muß schon was vorliegen, wenn ein Staatsanwalt ermittelt und erst recht, wenn er den Bundestag wegen der Aufhebung der Immunität anrufen muß.
Das Vorgerhen der Justiz ist für mich kein Beweis. Im Fall Kachelmann wurde hier im Forum mal ausdiskutiert, wie irrational der Staatsanwalt vorgegangen ist. Und das ist offenbar leider kein Einzelfall gewesen.

Deswegen kann für mich die Staatsanwaltschaft von der öffentlichen Stimmungsmache genauso beeinflusst sein wie viele andere Leute auch.

Beitrag melden
edv3000 18.02.2012, 14:42
106.

Zitat von sysop
Der Druck war zu groß: Nach der Ankündigung staatsanwaltlicher Ermittlungen in Hannover trat Bundespäsident Christian Wulff zurück. Wochenlang klammerte er sich zuvor trotz ständig neuer Vorwürfe an sein Amt. Ein Rücktritt zum gerade noch akzeptablem Zeitpunkt? Oder hat Wullf das Amt nachhaltig beschädigt?
Es wirft auf jeden Fall eine interessante Frage auf:

braucht Deutschland noch einen B-Präsidenten?
Kritikdesign: AUSGEWULFFT- ein Amt kann eingespart werden....

Zu dem bereits gefertigten beitrag von SAT 1 kann man sich ja noch nicht äussern. Kommt vielleicht aber noch.

Beitrag melden
bammy 18.02.2012, 14:43
107.

Zitat von lmfao123
aber eine frage wozu brauchen wir heutzutage noch einen bundespräsidenten ?
Das liegt in unserer Geschichte, das Regierungschef und Staatsoberhaupt zwei verschiedene Personen sind. Und ich finde das auch gut so.

Beitrag melden
Luscinia007 18.02.2012, 14:43
108.

Zitat von rufus008
Die SPD biedert sich an, indem sie einen Kandidaten ins Spiel bringt, der schwarz-gelb kaum zu vermitteln ist? Das verstehe wer will...
Das nennt sich schachern, handeln wie im orientalischen Basar, Lockvogelangebote, künstliche Marktverknappung.
Wenn du mir Käsmann abietest, drohe ich mit Stoiber, wir könnten uns ja auf Steinmeier einigen, aber da will die FDP ja nicht, 3 Töpfer gegen einen joschka Fischer ...
Da muss man nicht BWL oder VWL studiert haben, um das Geschachere zu verstehen.

Beitrag melden
fullspeed 18.02.2012, 14:46
109. Bravo...

...Maiziere lehnt ab, Voßkuhle lehnt ab. Die beiden haben Charakter.
Es kann nur auf Gauck hinauslaufen, Lammert wäre ein weiterer GAU.

Beitrag melden
Seite 11 von 164
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!