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ZDF-Umfrage: SPD verliert leicht an Zustimmung
REUTERS

Kurz vor der Bundestagswahl fällt die SPD laut einer Umfrage weiter zurück. Die Werte der Union bleiben hingegen stabil, die AfD kann zulegen. Aber: Jeder dritte Wähler ist noch unentschlossen.

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luny 22.09.2017, 17:12
170. Kleinster gemeinsamer Nenner?

Zitat von KaraBenFasel
Einverstanden, aber schon gar kein Spieler. Eher der Fußballverband. Aber auch der sollte mit seinen Regelvorgaben eher konsensfördernd wirken.
Hallo KaraBenFasel,

meinen Sie mit Konsens den kleinsten gemeinsamen Nenner?

Mehr kommt bei einer großen Koalition auch nicht heraus, oder?

LUNY

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Boris Arnheim 22.09.2017, 17:12
171.

Zitat von fördeanwohner
? Bei Ihnen geht aber Einiges durcheinander. Einerseits wollen Sie, dass die SPD sich wieder am kleinen Mann orientiert, andererseits nennen Sie die Politik Gerhard Schröders erfolgreich, während doch gerade die sog. kleinen Leute eben diese Politik verdammen. Die Agenda 2010 wird von vielen eingeschnappten Ex-SPD-Wählern als das Ende der Partei betrachtet, da damit sozialdemokratische Werte verraten wurden. Es besteht also ein großer Widerspruch zwischen Ihrer Wahrnehmung und der besagter Menschen. Wo waren Sie, dass Sie denken, die SPD wolle nichts mehr davon wissen? Die von mir genannten ehemaligen SPDler werfen der Partei immer wieder vor, dass sie NICHT davon abrücken will. Und was z.B. Griechenland angeht, muss man sagen, dass Deutschland doch soagr an dessen Misere verdient. Deutschland hat immer höhere Steuereinnahmen (nicht weniger!), von denen man einen Teil nutzen könnte, um den kleinen Mann zu entlasten. Dagegen stehen aber die C-Parteien und viele Menschen in unserem Land, über die ich in anderen Beiträgen bereits geschrieben habe.
Ja, Schröders Politik war erfolgreich. Zu seiner Zeit hatten wir 5-6 Mio Arbeitslose, heute die Häfte - wenn überhaupt. Das spült massiv Geld in die Steuer- und Sozialkassen und dann stellt sich eben die Frage wofür man es ausgibt, für die Leute die es erwirtschaftet und eingezahlt haben oder für die, die herkommen, nie einen Cent eingezahlt haben und es nach aller Wahrscheinlichkeit auch nie tun werden.
Sie haben sicherlich Recht, viele SPD Mitglieder, gerade in der Funktionärskaste, verdammen Schröders Politik heute. Und da liegt eben der Fehler, statt selbstbewusst den Erfolg des Absinkens der Arbeitslosigkeit und der Stabilisierung der Sozialkassen für sich zu reklamieren, druckst man herum und dreht die Reform Stück für Stück zurück in der Hoffnung sich dadurch Wähler kaufen zu können. Stichwort: Rente mit 63. Wie man sieht, funktioniert das nicht besonders.
Statt zu sagen: Ja, Schröders Politik war unpopulär aber notwendig und wir stehen dazu, beschäftigt man sich lieber mit Gendertoiletten und Frauenquote in Aufsichtsräten. Wie viele Frauen mögen davon wohl betroffen sein?
Und zu Gr. D verdient daran nicht, die mikrigen Zinszahlungen die D einnimmt, werden werden durch die zahrzehntelange Laufzeit der Kredite mehr als aufgefressen, da kommen kaufkraftbereinigt vielleicht noch 25 oder 30% zurück, wenn überhaupt. Es ist eine lupenreine Transferleistung und man hat nicht den Mut das den Menschen auch so zu sagen. Diesmal auch sehr zu Recht.

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KaraBenFasel 22.09.2017, 17:20
172.

Zitat von friedrich_eckard
... oder sie wählen womöglich noch die Krrräfte derrr nationalen Errrneurrung, die mindestens so sozialreaktionär sind wie die Partei der Steuervermeider... Ihre Frage ist ja vollkommen berechtigt. Warum der Personenkreis, um den es hier geht, nicht viel stärker der LINKE wählt, als er das offenbar tut, ist mir auch ein unlösbares Rätsel,
Wer alt genug ist, die DDR erlebt zu haben (aktiv oder passiv), kennt des Rätsels Lösung. Sicher nicht alle und schon gar nicht die Profiteure dieses Systems, aber viele.
Trotzdem habe ich deutlich mehr Sympathie für die (heutige) Linke als für diese heuchlerische SPD-Riege um Schröder, Steinmeier, Gabriel, Nahles, Maas, Schulz. Man muss den Argumenten der Linken nicht folgen können, aber immerhin erscheinen sie glaubwürdig.

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KaraBenFasel 22.09.2017, 18:02
173. Merkel und die SPD

Zitat von luny
meinen Sie mit Konsens den kleinsten gemeinsamen Nenner? Mehr kommt bei einer großen Koalition auch nicht heraus, oder?
So meinte ich das zwar nicht, aber vielleicht stimmt das sogar. Sie sprachen in einem anderen Beitrag von "Moderatorin". Das trifft es (wohl eher ungewollt) sehr gut. Schauen Sie sich an, welche Zustände die CDU 2005 mit den Hartz-IV-Reformen geerbt hat. Sozialer Unfriede war vorprogrammiert und die Lage hätte eskalieren können. Außenpolitisch häuften sich die Baustellen: Bankenkrise, Griechenland, Islamismus, EU, ... Natürlich hatten alle deutlichen Einfluss auf die Innenpolitik.

Da gab es schon einiges zu managen. Wenn hier einige von Aussitzen reden, kann ich dem nicht zustimmen. Frau Merkel hat sich zwar selten in die Öffentlichkeit gedrängt, aber ich glaube kaum, dass sie bei all den Brandherden untätig war. Persönliche Befindlichkeiten, obwohl nachvollziehbar (Seehofer), hat sie nie thematisiert. Dabei will ich die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht einmal werten (und ihr meine Stimme geben). Da hat sicher jeder ein anderes Empfinden.

Nebenbei ist sie natürlich noch Parteipolitikerin. Es ist schon interessant, wie sie z.B. dem "Koalitionspartner" eine absolut unsinnige und wirkungslose Placebo-"Mietpreisbremse" zugestanden hat. Da der Wähler die entsprechend zuordnet, wird sie wahrscheinlich auch einen kleinen Beitrag am "Wahlerfolg" der SPD haben.

Man kann von ihr halten was man will. Sie zündelt jedoch nicht mit Brandreden. Vom politischen Gegner (intern und extern) wird sie unterschätzt. Eigentlich hatte sie nie eine Chance (schon gar nicht als "Ossi"), aber diese hat sie genial genutzt. Meine Hochachtung hat sie dafür. Im Gegensatz zu den vielen Schwätzern im politischen Geschäft, die Wasser predigen und Wein saufen.

Eine starke Opposition ist notwendig. Aber ob die SPD mit ihrem jetzigen Personal das sein kann? Sehr unwahrscheinlich in meinen Augen.

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luny 22.09.2017, 18:11
174. Keine Ahnung

Zitat von friedrich_eckard
Warum der Personenkreis, um den es hier geht, nicht viel stärker der LINKE wählt, als er das offenbar tut, ist mir auch ein unlösbares Rätsel, während es immerhin nachvollziehbare und hier mehrfach dargelegte Gründe gibt, die SPD nicht zu wählen. Irgenndwann müsste doch der Rotkoller, mit dem weiteste Kreise der Bevölkerung zu Zeiten des Kalten Krieges und auch schon davor infiziert worden sind, einmal aussterben!
Hallo Friedrich_eckard,

es soll diejenigen geben, die schon IMMER XYZ gewählt haben und
dabei bleiben, auch wenn die Politik von XYZ für sie persönlich
durchaus als negativ zu bezeichnen ist.

"Der Adenauer war ein super Bundeskanzler" -> CDU forever.

Oder: "Willy Brandt war toll" -> SPD forever.

Es ist eben müßig, sich mit der aktuellen Politik auseinanderzu-
setzen. Die agierenden Protagonisten scheinen beliebig austauschbar
zu sein.

Da bleibt man doch beim "Altbewährten".

Aber auch diese Fraktion bröckelt, denn die CDU und die SPD
werden wohl Verluste einfahren, wenn man den Umfragen Glauben
schenken mag.

Die Wahlbeteiligung und die unberechenbaren Wechselwähler
werden nach meiner Auffassung eine große Rolle spielen.

LUNY

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luny 22.09.2017, 18:24
175. Fehler

Zitat von Boris Arnheim
Sie haben sicherlich Recht, viele SPD Mitglieder, gerade in der Funktionärskaste, verdammen Schröders Politik heute. Und da liegt eben der Fehler, statt selbstbewusst den Erfolg des Absinkens der Arbeitslosigkeit und der Stabilisierung der Sozialkassen für sich zu reklamieren, druckst man herum und dreht die Reform Stück für Stück zurück in der Hoffnung sich dadurch Wähler kaufen zu können. Stichwort: Rente mit 63. Wie man sieht, funktioniert das nicht besonders.
Hallo Boris Arnheim,

die Rente mit 63 gibt es nur für Arbeitnehmer, die 45 Jahre gearbeitet
haben.

Die Agenda 2010 hatte mehrere gravierende Fehler:

Es wurde versäumt, einen Mindestlohn einzuführen.

Wer arbeitslos wurde, mußte erst einmal alles aufbrauchen, was er
sich erarbeitet hatte, bevor er Anspruch auf Hartz IV hat. Lebens-
versicherung, private Altersvorsorge, Immobilie ... alles WEG.

Am Ende stand er dann genauso da, wie der, der sich dem Arbeits-
leben grundsätzlich verweigerte.

Einen Mindestlohn gibt es jetzt. Aber der führt auch direkt in die
Grundsicherung im Alter.

Wer mit 50+ aus was für Gründen auch immer, seinen Arbeitsplatz
verliert, hat kaum Chancen, einen neuen zu finden.

Außerdem muß er immer noch alles verbrauchen, was er sich
erarbeitet hat, bevor Hartz IV greift.

Und nun kommt der SPD-Kanzlerkandidat mit "sozialer Gerechtigkeit"
um die Ecke.

Wie glaubwürdig soll das denn sein???

LUNY

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fördeanwohner 22.09.2017, 20:11
176.

Zitat von luny
Hallo Boris Arnheim, die Rente mit 63 gibt es nur für Arbeitnehmer, die 45 Jahre gearbeitet haben. Die Agenda 2010 hatte mehrere gravierende Fehler: Es wurde versäumt, einen Mindestlohn einzuführen. Wer arbeitslos wurde, mußte erst einmal alles aufbrauchen, was er sich erarbeitet hatte, bevor er Anspruch auf Hartz IV hat. Lebens- versicherung, private Altersvorsorge, Immobilie ... alles WEG. Am Ende stand er dann genauso da, wie der, der sich dem Arbeits- leben grundsätzlich verweigerte. Einen Mindestlohn gibt es jetzt. Aber der führt auch direkt in die Grundsicherung im Alter. Wer mit 50+ aus was für Gründen auch immer, seinen Arbeitsplatz verliert, hat kaum Chancen, einen neuen zu finden. Außerdem muß er immer noch alles verbrauchen, was er sich erarbeitet hat, bevor Hartz IV greift. Und nun kommt der SPD-Kanzlerkandidat mit "sozialer Gerechtigkeit" um die Ecke. Wie glaubwürdig soll das denn sein??? LUNY
Es sind die C-Parteien, die dagegen stehen, mehr Korrekturen an der Agenda 2010 zuzulassen.
Ihrer Argumentation folgend wird es keine Veränderungen geben. Wenn man als Ex-SPD-Wähler nämlich so denkt und die SPD bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag nicht mehr wählt, wird die SPD doch auch niemals irgendetwas ausbessern können.
Überhaupt, natürlich muss die SPD mit dem Thema der sozialen Gerechtigkeit Wahlkampf machen, womit denn auch sonst?
Und gäbe es mehr Menschen, denen soziale Gerechtigkeit nicht am Allerwertesten vorbeiginge, ... Ach, es ist sowieso vergebene Liebesmüh.

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