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Zehn Jahre Hartz IV: Linke kritisiert "Armut per Gesetz"
DPA

Zehn Jahre nach dem Start verurteilt die Linkspartei die Hartz-IV-Reform und fordert einen "grundlegenden Neustart" in der Sozialpolitik.

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krise0815 03.01.2015, 10:38
40. Die Globalisierung

hat dazu geführt, das Arbeitsplätze ins Ausland abgewandert sind. Dafür die Hartzler nun zu sanktionieren finde ich ungerecht. Sollen die doch ihre 60 % bekommen, die sind schließlich nicht schuld an schwarzen Nullen und weltweites Ausspielen von einem Billigarbeiter gegen den anderen. Und wenn die nicht mehr in Billiglohnjobs gedrückt werden, steigen die Löhne für die, die hierzulande noch mehr wie 60% haben wollen. Die Hartzler sind die Quittung für die Politik, und die versucht seit Jahren das zu verschleiern. Unter anderem mit Stimmungsmache, und die kommt ja auch an, wie ich hier lesen kann.
Und wer arbeitet, bekommt auch Druck. Hartz 4 eignet sich gut als Damoklesschwert.

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vielflieger_1970 03.01.2015, 11:12
41.

Zitat von zalog70
Die Linke will wieder unter dem Deckmantel der sog. sozialen Gerechtigkeit Geld ausgeben, ohne uns zu verraten, woher dieses Geld kommen soll. Und die Argumente veraten auch wer die wählt: Menschen, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen und anderen die Schuld für ihr Versagen geben. Und daher ist Hartz 4 auch genau richtig. Solche Leute brauchen Druck.
Aha, Sie kennen sich also bestens aus. Ich wähle ( mittlerweile) die Linke, war lange Zeit Mitglied der CSU. Mein Jahreseinkommen ist sechsstellig, also an Armut werde ich nicht sterben.

Es ist jedoch sehr eindeutig, wer damals unsere Rente kaputt gemacht hat, unter welchem Gesichtspunkt die Lohnsklaverei in Deutschland eingeführt wurde und regelmäßig durch bewusste Manipulation der Zahlen eine geschönte Arbeitslosenstatistik das Volk für dumm verkauft wird.

Dann kam die Krise und jetzt wird diese Politik als Erfolg verkauft, widerlich. Es ist mit Ursache der Krise unserer Nachbarn, dass deutsches Lohndumping diese in die Knie zwingt. Es wird, wenn wir nicht schnell dagegensteuern, eine Abwärtsspirale geben, die am Ende auch jeder deutsche AN und (künftige) Rentner deutlicher spüren wird, als Sie annehmen wollen.

Die Politiker brauchen endlich den Druck, diese Zustände zu ändern, allerdings werden noch zu viele Wähler von Mutti eingemümmelt und in den Schlaf gesungen. Sie scheinen ein gutes Beispiel dafür zu sein;-)

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botellus_maximus 03.01.2015, 11:16
42. ALG 2 ist keine Sanktionierung

Eine deutliche Steigerung der ALG 2-Sätze oder gar eine bedingungslose Sozialhilfe von 1000 EUR im Monat wäre eine schreiend ungerechte Sanktionierung der arbeitenden Bürger, denn die müssten das mit ihren Steuern und Abgaben bezahlen. Und sie müssten nicht nur bezahlen, sondern auch durch ihre Arbeit die Werte schaffen. Denn das Geld wächst nicht auf Bäumen und muss erst durch echte Arbeit erwirtschaftet werden.

Wieso sollte jeder, der keine Lust auf Arbeit hat, einfach so 60 % des mittleren Einkommens in Deutschland bekommen, in dessen Berechnung auch alle hoch ausgebildeten Gutverdiener eingehen? Diese Ungerechtigkeit wäre nicht zu ertragen!

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krise0815 03.01.2015, 11:29
43. zu 43

Ansichtssache, ob das ungerecht ist. Wer in einer kleinen Wohnung in einer Gegend wohnen möchte, in der man abends besser nicht mehr vor die Tür geht, dazu sich nur Aldikost leisten kann und weder Auto noch Urlaub, i.d.R. auch keine Monatskarte für die Öffentlichen, und wer sich seine unverzollten Zigaretten vom Vietnamesen des Vertrauens dadurch erwirtschaftet, das er bei Witwe Bolte den Vorgarten schwarz harkt, der soll das meinetwegen tun. Auch für meine Steuern (bezw.momentan denen von meiner Frau).

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vielflieger_1970 03.01.2015, 11:33
44.

Zitat von botellus_maximus
Eine deutliche Steigerung der ALG 2-Sätze oder gar eine bedingungslose Sozialhilfe von 1000 EUR im Monat wäre eine schreiend ungerechte Sanktionierung der arbeitenden Bürger, denn die müssten das mit ihren Steuern und Abgaben bezahlen. Und sie müssten nicht nur bezahlen, sondern auch durch ihre Arbeit die Werte schaffen. Denn das Geld wächst nicht auf Bäumen und muss erst durch echte Arbeit erwirtschaftet werden. Wieso sollte jeder, der keine Lust auf Arbeit hat, einfach so 60 % des mittleren Einkommens in Deutschland bekommen, in dessen Berechnung auch alle hoch ausgebildeten Gutverdiener eingehen? Diese Ungerechtigkeit wäre nicht zu ertragen!
Sie unterstellen ja jedem, der H4 bezieht, das er nicht arbeiten will und lieber auf der faulen Haut liegt. Kennen Sie persönlich H4-Empfänger und wissen Sie, wie diese leben? Ich schon, und da ist niemand faul oder träge. Nur sind die Ämter völlig unterbesetzt und strukturell fehlt es ebenso hinten wie vorne.

Das Geld nicht auf Bäumen wächst, sondern durch echte Arbeit geschaffen werden muss, erzählen Sie am besten mal dem Vorstand zB der Deutschen Bank. Die werden sich kaputt lachen über soviel Naivität;-)

Im Ernst, natürlich kann man nur verteilen, was auch da ist. Es geht aber nicht um eine wundersame Geldvermehrung, sondern um eine gerechtere Umverteilung dessen, was ja eh da ist. Volkswirtschaftlich ist jeder, der Stütze in irgendeiner Form benötigt, ein Schaden. Warum also weiter diese Lohnsklaverei fördern, Kapitalerträge steuerlich begünstigen und die Armutsschere weiter aufgehen lassen?

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botellus_maximus 03.01.2015, 11:51
45.

Zitat von krise0815
Ansichtssache, ob das ungerecht ist. Wer in einer kleinen Wohnung in einer Gegend wohnen möchte, in der man abends besser nicht mehr vor die Tür geht, dazu sich nur Aldikost leisten kann und weder Auto noch Urlaub, i.d.R. auch keine Monatskarte für die Öffentlichen, und wer sich seine unverzollten Zigaretten vom Vietnamesen des Vertrauens dadurch erwirtschaftet, das er bei Witwe Bolte den Vorgarten schwarz harkt, der soll das meinetwegen tun. Auch für meine Steuern (bezw.momentan denen von meiner Frau).
Aber ungerecht wäre, wenn er mit 60 % des mittleren Einkommens, also mit dem gleichen Geld wie ein normal arbeitender einfacher Angestellter, mit seinem eigenen Auto 2x im Jahr in Urlaub fährt und ansonsten seine Zeit in seiner properen Wohnung vor dem neuen HD-TV und mit der neuesten PlayStation verbringt, während er auf den Pizzaboten wartet, und während der doofe Arbeiter, der ihm das alles finanziert, gerade seinem Job nachgeht.

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sylkeheimlich 03.01.2015, 12:04
46.

Arbeit muss sich lohnen! Oft würde man für seine Arbeit nicht mehr bekommen (oder aufstocken müssen), als was mit H IV auf dem Konto landen würde. Warum bitteschön sollte der H IV-Empfänger denn dann früh aufstehen und für das gleiche bzw. nur unwesentlich höhere Geld arbeiten gehen? Ich würde das auch nicht machen. Ergo: Löhne rauf, Zeitarbeit und solche Ausbeutereien verbieten.

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Marschewski 03.01.2015, 12:10
47. Was will die Linke wirklich?

Sozialismus in Deutschland einführen und Arbeit unaatraktiv machen? Die von BU Schröder eimgeführte Agenda 2010 und die damit einhergehenden Hartz 4 Leistungen haben nachweislich viele Menschen wieder zu Arbeit verholfen. Wenn es nach den Linken geht, werden Vermögende in Zukunft enteignet. Das Parteiprogramm der Linken ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

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krise0815 03.01.2015, 12:17
48. zu 46

Wir reden hier von 1000 Euro. Und wehe, die Wohnung ist 10 qm zu groß, dann ist Umzug angesagt, und die Zuschüsse für Heizung und Strom sind nicht üppig. Meine Frau verdient mit ca.2.200 Euro brutto auch weniger als z.B. ein Mann (auch ungerecht) und wir kommen gerade so hin.
Meine Rente von 241 Euro gebe ich dem Staat in Form von Tabaksteuer zurück. Ansonsten halte ich es wie 47: Löhne rauf und Zeitarbeit abschaffen. Praktika: Mindestlohn, dann hat sich das mit den Praktikantenschleifen auch erledigt.

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hotgorn 03.01.2015, 12:23
49.

Zitat von Marschewski
Sozialismus in Deutschland einführen und Arbeit unaatraktiv machen? Die von BU Schröder eimgeführte Agenda 2010 und die damit einhergehenden Hartz 4 Leistungen haben nachweislich viele Menschen wieder zu Arbeit verholfen. Wenn es nach den Linken geht, werden Vermögende in Zukunft enteignet. Das Parteiprogramm der Linken ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.
Schröder Reformen sind für die Arbeitsmoral so schädlich und zynisch wie das Arbeit macht frei/jedem das seine Schildchen vor den Konzentrationslagern. Renten, Löhne, Geburtenrate alles ist gesunken seit dieser überaus weitsichtigen Reform.

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