Forum: Politik
Zehnter Jahrestag der Invasion: Sterbender Irak-Veteran klagt Bush an
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"Benutzt, verraten, geopfert": Der Irak-Veteran Tomas Young hat zum zehnten Jahrestag der Invasion einen wütenden Brief an Ex-Präsident George W. Bush und dessen Vize Dick Cheney geschrieben. Es soll sein letzter sein - der schwer verletzte Young will bald sterben.

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dikon 22.03.2013, 12:51
160. Nachdenkliches Grübeln

Zitat von salty68
Wie es mit der Empathie einiger Mitbürger bestellt ist erkennt man hier an den Beiträgen vom Tenor "selbst schuld" bis "kein Mitleid" Da hoffe ich nur dass ihr nicht irgendwann unser Land verteidigen müsst.
Ihre Aussage lässt mich nachdenklich werden.
Mitleid für den versehrten Veteranen hab ich.
Soweit kann ich Ihnen folgen.
ABER, das mit der Landesverteidigung ist so eine Sache.
Ich kann seit der Wende keinen Feind entdecken der die westliche Freiheit bedroht, zumindest keinen äußeren Feind. Ich sehe aber zig Kriegseinsätze gegen fremde Nationen, die in meinen Augen nichts weiter sind, als propagandistisch vernebelte Hegemonial Kriege.
Jeder der sich dazu freiwillig meldet ist in meinen Augen naiv und bewusst uninformiert.
Das schmälert nicht unbedingt mein Mitleid, gibt dem ganzen aber trotzdem einen sehr bitteren Beigeschmack.

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grafkoks2002 22.03.2013, 12:56
161. Durchatmen

Zitat von GyrosPita
Tut mir leid, der Typ ist mindestens genauso ein Knallkopf wie Bush und Cheney. Wer sich aus einer Laune heraus zum Kriegsdienst meldet darf sich halt nicht wundern wenn er in eine ihm nicht genehme Situation geschickt wird. Oder hat der geglaubt die Armee wäre eine Art Reisebüro wo man den Einsatzort frei wählen darf? Im übrigen, wie schon ein Vorposter anmerkte, über das irakische Volk verliert er keine Silbe...
Der Jung war Anfang 20. In einem Land, in dem Patritismus kein Schimpfwort darstellt. Der glaubte, das Richtige zu tun, als er den Feinden seines Landes den Krieg erklärte. Der bitter für diese Weltsicht bezahlt hat. Der seinen Patriotismus nicht verloren hat, sehr wohl aber seinen Glauben. Der auf schmerzliche Weise einsehen musste, dass die Guten von den Bösen ausgenutzt wurden - und dass die Bösen nicht zwangsweise einen Turban tragen.

Und er schreibt über die Iraker. Er schreibt, dass sie nichts mit dem 9.11 zu tun hatten. Mehr muss er nicht schreiben, denn das ist nicht sein Job. Er hat ihnen nicht den Krieg erklärt. Er ist ein Opfer - wie sie.

Natürlich können wir Spon-Foristen mit unserer Weltsicht, dass alle Menschen verkommene Dreckschweine sind, von unserer 78jährigen Nachbarin, die mit ihrer neuen künstlichen Hüfte das Sozialsystem ausbeutet und sich dem sozialverträglichen Frühableben verweigert, bis hin zum dreckigen Journalisten, der einfach nicht meine Meinung teilen will, nicht verstehen, wie ein Mensch aus einem anderen Kulturkreis tickt (und ich sehe die USA sehr wohl als einen anderen Kulturkreis, das zu erklären, würde aber dieses Forum sprengen). Dafür fehlt uns hier Empathie. Manchmal jedoch sollte man erst denken - und sich dann eine vielleicht einmal etwas differenzierte Meinung leisten.
Hat der Mann Fehler gemacht?
Oh ja.
Hat er für sie bezahlt?
Aber Hallo.
Würde er heute noch einmal so handeln, wie er gehandelt hat?
Nein.
Hat er persönlich Verbrechen begangen?
Das wissen wir nicht.
Was hinterlässt er der Nachwelt?
Eine Mahnung, die andere Menschen vielleicht nachdenken lässt.

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nichzufassen 22.03.2013, 12:59
162. Marginal im Vergleich

Zitat von tylerdurdenvolland
Wer als braver Amerikaner sein Leben lang einfach nachplappert was ihm vorgekaut wird, und dann Pech hat, dem kann es schon mal so gehen. In Vietnam starben 50.000 !
...Amerikaner. Auch von Ihnen werden wieder die angegriffenen Opfer unterschlagen: Die Zahl wird auf 2 Mio geschätzt

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storystory 22.03.2013, 13:02
163. Was will er denn ? Er zog doch selbst los um andere zu töten !

Da meckert er nun rum, weil er eine Kugel ins Kreuz bekommen hat, ja soll er doch zu Hause bleiben !!! Und wenn er seine "Ich ziehe in den Krieg" - Entscheidung von heroischen Präsidentenposen abhängig macht, ja dann, dann tut er mir als Mensch einfach nur Leid... Ein Krieg ist eben nicht TOM und JERRY, einmal tot, immer tot. Er hätte ja mal ein Buch lesen können über den WW2 oder so...

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sitting-bull 22.03.2013, 13:05
164.

Zitat von GyrosPita
Aufhören, aufhören, ich kann es nicht mehr ertragen. Das einzige was hier wissenschaftlich bewiesen ist ist Ihr Wahn und der Ihrer Mitstreiter...
Das Problem ist, dass emotional Traumatisierte von Anfang an den Gedanken nicht ertragen konnten sich dabei selbst immunisierten und die Fakten schlicht leugneten. Und die Medien spielten das Spiel mit, auch, in dem man sich auf Straw Mens konzentrierte, bis hin zu offenen Lügen, um die eigene Reputation nicht zu gefährden. Zwar gab es Anfangs gleichberechtigt mehr als genügend Sprengungshinweise, aber die sind durch administrative Äußerungen zum Einsturz ziemlich schnell unter den Tisch gefallen. Die Beweisführung dazu steht etwa im "Toronto-Report".

Fakt ist: Ohne 9/11, als Legitimierungsvorwand für den permanenten Ausnahmezustand Schmitt'scher Prägung hätte es keinen Irak-Krieg gegeben. Die Lügen waren nur deshalb erfolgreich, weil alle demokratischen Kontrollinstanzen versagten. Weil sie der erst Lüge auf den Leim gegangen waren. Wie der arme verkrüppelte Soldat, der sich wegen 9/11 zum Militärdienst meldete.

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horstmoik 22.03.2013, 13:05
165. Etwas seltsam

ist das schon. Ist enttäuscht, dass er in den Irak geschickt wurde und nicht nach Afghanistan, seit wann darf sich das ein Soldat heraus suchen? Wäre es im Ergebnis anders gewesen, wenn er in Afghanisten statt im Irak verletzt worden wäre? Wie wir wissen, ist der Afghanistan-Einsatz in letzter Konsequenz auch nicht nach Kriegslehrbuch verlaufen; viele deutsche Soldaten haben diese Erfahrung bedauerlicherweise auch machen müssen!

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kuac 22.03.2013, 13:10
166. Ein Engel

Zitat von storystory
Da meckert er nun rum, weil er eine Kugel ins Kreuz bekommen hat, ja soll er doch zu Hause bleiben !!! Und wenn er seine "Ich ziehe in den Krieg" - Entscheidung von heroischen Präsidentenposen abhängig macht, ja dann, dann tut er mir als Mensch einfach nur Leid... Ein Krieg ist eben nicht TOM und JERRY, einmal tot, immer tot. Er hätte ja mal ein Buch lesen können über den WW2 oder so...
Haben Sie denn in Ihrem Leben nie etwas getan und hinterher bereut? Nein, dann sind Sie ein Engel.

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seneca55 22.03.2013, 13:14
167. SgJagenauundso

Zitat von jagenauundso
Es ist unter anderem dieses Helden-Geschwätz, in God we trust und Gott schütze Amerika-Geschwalle, das junge Menschen blind den Herrschern folgen lässt. Nicht nur in den USA, sondern überall dort, wo "Patriotismus" oder auch religiöser Wahn indoktriniert wird. Wer sein Land wirklich liebt, denkt selbstständig, glaubt dem Politikergesockse nichts unbesehen und vor allem macht er sich klar, dass Kriege eigentlich nie der Verteidigung irgendwelcher demokratischen Werte oder Ähnlichem dienen, sondern immer die Ausgeburt fianzieller und Machtinteressen sind. Und mit vielen Soldaten habe ich kein Mitleid, auch mit diesem im Artikel nicht, denn er zog in den Krieg, um Rache zu nehmen. Rache ist ein niederer Beweggrund und somit ein Mordmerkmal. Er hat nun dafür quasi die Todesstrafe bekommen. Es gibt keine Helden, aber hin und wieder Menschen, die Grosses leisten und Vorbilder sind. Vielleicht erreicht er mit diesem Brief tatsächlichein paar Menschen, die dann das Denken anfangen. Das wäscht ihn nicht von der Schuld der Rache sauber, aber er hätte dann doch etwas Gutes getan.
"Wer sein Land liebt, denkt selbstständig..." Grundsätzlich kann man dem zustimmen.
Aber wir sind auch alle Produkte unserer Geschichte und Sozialisiation, oder? Die USA sind seit ihrem Bürgerkrieg 1861-65 sehr rechthaberisch und besonders nach dem WK1 und WK2 voll mit Propaganda, Werbung und Marketing zum Patirotismus: "What is goog for GM, is good for the US!"-, was den Konsumenten und US-Bürger über diverse Medienarten manipuliert, dass selbstständiges Denken am Ende doch nur zum Marionettendasein bringt, wenn man ehrlich ist, oder?

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gandhiforever 22.03.2013, 13:18
168. Er hat freiwillig gedient

Zitat von sysop
"Benutzt, verraten, geopfert": Der Irak-Veteran Tomas Young hat zum zehnten Jahrestag der Invasion einen wütenden Brief an Ex-Präsident George W. Bush und dessen Vize Dick Cheney geschrieben. Es soll sein letzter sein - der schwer verletzte Young will bald sterben.
Sicher ist er benutzt, verraten, geopfert worden, man koennte aber auch sagen, dass er sich hat benutzen, verraten, opfern lassen.

Warum hat er sich nicht geweigert? Ich bezweifle, dass seine Erkenntnisse ihm erst nach seiner Verletzung gekommen sind.

Konsequent waere es , wenn er die Soldaten ermahnen wuerde, nicht einfach blindlings dem "patriotischen" Geschwaetz von Kriegstreibern zu erliegen, sondern zu hinterfragen, was deren Intentionen sind.

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Greyjoy 22.03.2013, 13:18
169.

Zitat von utfcmac
Sich freiwillig zum Kriegsdienst melden und dann rumheulen?!
Ein Mensch kann zum Soldaten werden weil er wie in diesem Fall aus einem ganz bestimmten Grund sein Land verteitigen will.
Allerdings heißt dies nicht, dass er Verständnis für Vorgänge bzw. Verbrechen wie den Angriffskrieg auf den Irak aufbringen muss.
Tomas Young wollte nach Afghanistan und da wohl die Är**he treten die aus seiner Sicht für den Tod von 3000 seiner Landleute verantwortlich waren. Das ist auch schon nicht unfragwürdig aber ich kann verstehen warum er sich dann nicht von Verbrechern wie Bush und Cheney in den am 11. September eher unbeteiligten Irak schicken lassen will.
Leider kann man es sich als Soldat aber nicht aussuchen wie man eingesetzt wird. Ich muss sagen, dass das einem bei der BW schon sehr deutlich mitgeteilt wird. Selbst bei Anwerbungsgesprächen wird das thematisiert. In den USA wurde aber auch von der Bevölkerung selbst ein Zerrbild über den Kriegsdienst gemalt und viele der jungen Männer und Frauen wurden mit Halbwahrheiten verblendet und ausgenutzt.

Ich will das Verhalten von Tomas Young nicht komplett gutheißen aber ich kann seine Verärgerung schon irgendwie nachvollziehen. Man kann nur hoffen, dass auf Basis seiner Arbeit mehr junge Amerikaner eine Laufbahn als Soldat ablehnen und es den Politikern selbst überlassen sich in den Dreck zu schmeißen. Sein Beispiel zeigt, dass man als Soldat für die Mächtigen einfach nur ein Werkzeug ist. Es kann kaum genug Menschen geben die das erkennen. Ich habe mich selbst dafür entschieden meine Gesundheit für andere Menschen zu riskieren aber das Töten sollen die blut-und geldgierigen Entscheider selbst übernehmen!

Unabhängig von seinem eigenen Verhalten und seinem Schicksal zu dem er selbst mit beigetragen hat, liegt er mit seiner Meinung über Bush und Cheney doch richtig. Diese beiden Menschen sind keine verdienten Staatsmänner sondern schlicht und ergreifend Kriegsverbrecher an deren Händen das Blut von Tausenden klebt. Es ist nur unserer medialen Propaganda zu verdanken, dass sie nicht so wahrgenommen und für ihre offensichtlichen Lügen zur Rechenschaft gezogen werden.

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