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Zukunft der Sozialdemokraten: Steinbrück rät zu Wechsel an SPD-Spitze
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Nun erteilt auch der einstige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seiner Partei öffentlich Ratschläge: An der Parteispitze sei ein Wechsel nötig. Man brauche "eine Person wie Bernie Sanders", nur 30 Jahre jünger.

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whitewisent 31.10.2018, 08:36
20.

Vorsitzende Andrea Nahles - 48 Jahre
Generalsekretär Lars Klingbeil - 40 Jahre
Bundesgeschäftsführer Thorben Albrecht - 48 Jahre
Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel - 49 Jahre
Parteivize Manuela Schwesig - 44 Jahre
Justizministerin Katarina Barley - 49 Jahre
Familienministerin Franziska Giffey - 40 Jahre

Sieben der führenden SPD-Politiker Deutschlands sind unter 50 Jahre alt, also genau in dem Alter, in dem ein solcher Wunschkandidat sein müsste. Warum ist dort kein "Typ Sanders" drunter? Genau, weil in der Kaderpartei SPD die Dauer der Mitgliedschaft, Proporzkultur und Gleichmacherei genauso viel zählen wie die Wagenburgmentalität ala Stegner und Gümbel, selbst nach einem Jahrzehnt politischem Mißerfolg an seinen Posten kleben zu wollen. Was nur durch gewaltsame Umstürze oder Beförderungen behoben wird. Auf Länderebene hat die SPD einige Talente. Nur müsste man denen vieleicht auch mal entsprechende Unterstützung geben. Ein Blick auf die Mitgliederliste des Vorstands wirkt einerseits wie eine Kollektion von Fielmannbrillen, anderseits sind 45 Sitze vieleicht gut für Kungelrunden, damit jeder Bezirk etwas abbekommt, und die Frauenquote erfüllt wird, aber so bekommt man keine Leute mit Emotionen, und die sich auch mal trauen, Klartext zu reden. Diese werden entweder aufs das Durchschnittsniveau gebracht, oder machen keine Karriere.

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stevens-82 31.10.2018, 08:38
21. SPD Problem

Ich denke die SPD hat das Problem, dass sie entweder pragmatische Macher vom Schlage Schröder, Steinbrück und in Teilen auch Gabriel an die Spitze stellt, die durchaus beim Publikum Anklang finden, vom Parteiestablishment aber nur halbherzig oder gar nicht unterstützt werden oder irgendwelche völlig verstrahlten Leute, die zwar im "Eine Welt Laden" in Oberursel, wo es die fair getradeten Manjok Wurzeln gibt, Begeisterung auslösen, ebenso wie bei den Parteifunktionären, beim Rest des Publikums aber nur blankes Grausen. Ein schönes Beispiel für letzteres war die bayrische Spitzenkandidatin Natascha Kohen. Einen perfekten Wahlkampf im Elfenbeinturm geführt mit Positionen, die nicht einmal mehr für 10% der Wähler akzeptabel waren.
Die SPD muss sich endlich entscheiden ob sie wieder eine Partei für die breite Masse sein will, dann ist aber eine gründliche Runderneuerung bis in die letzte Parteigliederung nötig, oder ob sie eine Polit-Sekte sein will und lieber in der Schönheit der reinen Lehre stirbt.

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jh2015 31.10.2018, 08:45
22. Quasselstrippen

Das schlimmste an der SPD ist doch , dass zu viele in ( und außerhalb) der Partei dauernd ihre mehr oder meistens weniger wichtige Meinung zum Besten geben. Wann begreifen diese Leute eigentlich endlich einmal , dass zu einem professionellem Führungsverständnis auch gehört , sich im Rahmen der Organisation auszutauschen , zu der man gehört. "Fensterreden" in diversen Medien dienen lediglich dem eigenen Ego , aber nicht der Sache - selbst wenn man im Kern recht hat. Also - hört endlich auf unständig mit euren individuellen "Meinungen" zu beglücken - setzt euch gefälligst zusammen und zeigt wie es in der Praxis geht!

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hausfeen 31.10.2018, 08:48
23. Da bin ich echt überrascht über Steinbrück.

Gut, er hätte auch Willi Brandt sagen können - oder Kevin Kühnert. Warum wählt er Sanders als Beispiel? Aufgrund seines erfahrenen Alters? WIll er Kühnert damit ausschließen? Und war Steinbrück nicht selbst in die Agenda involviert? Also doch nur unglaubhafte Anpassung an den Zeitgeist? Viele Fragen, die sich da auftun. Aber am Ende auch ein Zeichen, wie es in der SPD aussieht.
Kevin Kühnert ist nicht zu jung, für ihn wäre es aus anderen Gründen ein Fehler, Verantwortung zu übernehmen: Der Oberbau der Partei ist noch durchtränkt von der Agenda. Gegen den käme Kühnert nicht an als Parteivorsitzender.

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kodu 31.10.2018, 08:51
24. Als ehemals langjähriger SPD-Wähler...

... der sich nach dem Agenda-Verrat der Schröder/Müntefering-Clique enttäuscht abgewendet hat, bin ich seitdem ein scharfer Kritiker der SPD, der hinter jeder Verlautbarung ihrer "FirstLiner" weiteren Verrat wittert (Vertrauen ist eben ein hohes Gut, und wenn es einmal verspielt ist, ist es kaum wiederzuerlangen).
Die Auszüge aus dem Steinbrück-Interview lassen mich aber zustimmen:

"riet der SPD-Kanzlerkandidat von 2013 seiner Partei, "auf die Kernfrage der gesellschaftlichen Konflikte" zurückzukommen.
Man müsse mutig sein, provozieren und zuspitzen, sagte der 71-jährige Steinbrück. Dazu sei ein Wechsel an der Parteispitze nötig. "Das läuft darauf hinaus, dass die SPD eher eine Person wie Bernie Sanders braucht, nur 30 Jahre jünger". Der Senator habe mit "der Geschichte eines gerechteren Amerika" mobilisiert und jene um sich versammelt, "die Fairness vermissen und in guter Nachbarschaft leben wollen"."

Allerdings MUSS sich die SPD aus meiner Sicht WÄHREND ihrer Regierungsbeteiligung in der GroKo reformieren und darf keinesfalls den Absprung in die Opposition riskieren, aus der sie dann vermutlich nicht wieder herauskommt, weil nach den Erfahrungen mit Schröder/Müntefering NIEMAND mehr glauben wird, daß das, was die SPD in der Opposition fordert, nachher in der Regierung auch umgesetzt wird.
Vor dem Hintergrund der ausgehenden Kanzlerschaft von Frau Merkel und der Kandidatur des neoliberalen Friedrich Merz, sollte eine glaubwürdige Profilschärfung möglich sein. Alles andere ist eine Frage der politischen Geschicklichkeit.

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sb411 31.10.2018, 08:51
25. Hoffentlich verschläft die Partei diese Idee nicht

Denn mit dem derzeitigen Personal an der Spitze wird sie weiter untergehen. Die SPD hat zwar ihre Vorsitzenden in den letzten Jahren oft getauscht, aber es hat keine Erneuerung gegeben. Aus einem kleinen Kreis trat einer in die Mitte. Einer trat raus. Das war's. Damit hat sich die Partei leider ein Glaubwürdigkeitsproblem und massive Zweifel an ihrer Erneuerungsfähigkeit eingehandelt.

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TheFunk 31.10.2018, 08:51
26. Ausgerechnet Steinbrück!

Der schlechteste und unglaubwürdigste SPD-Kanzlerkandidat aller Zeiten! Er hat nicht mal eine Landtagswah gewonnen. Abgehoben und kassierte seinerzeit dicke Honorare von kommunalen Stadtwerken usw...überhaupt nicht authentisch und auch einer dieser Seeheimer. Er sollte sich zurückhalten mit Kritik, er ist einer der Mitverursacher der SPD-Krise.

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Ruck Ruck Taubenmensch 31.10.2018, 08:54
27. Kanzlerdarsteller

Solange Leute wie Peer Steinbrücks Einfluss auf die SPD haben, lassen sich die Wähler auch nicht von einem "deutschen Bernie Sanders" für dumm verkaufen.
Nur zur Erinnerung: mit Bernie Sanders hätten die Demokraten die Wahl wahrscheinlich gewonnen und der Welt wäre Trump erstmal erspart geblieben. Es waren die unsäglichen Schummelsozen ala Hillary Clinton, die die demokratische Wähler in den USA abgeschreckt haben. Dieses Muster haben wir doch auch in Deutschland.

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jensunger1 31.10.2018, 08:55
28. Der gescheiterte.

Es ist schon ein Ding, aber vermutlich in diesen Tagen fast normal, das ein ehemaliger Politiker, der in seinem Amt gescheitert ist, der SPD Ratschläge erteilen möchte. Gerade er ,der in seiner Zeit an der Macht, nicht viel verbessert hat, nur Sprüche produzierte, erklärt sich als der Messias!! In seiner Zeit, nach der offiziellen Politik, immer darauf bedacht war, das sein Honorar für Vorträge auch hoch genug war, obwohl seine geistigen Ausdünstungen, nicht viel neues hervor gebracht haben. Es sollte wieder wie Kai in der Kiste, verstummen.

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wolfgangselig 31.10.2018, 08:57
29. Herr Steinbrück redet am Problem vorbei

Herr Steinbrück redet am Problem vorbei. Ein Nahlesnachfolger wäre auch nicht anders. Was die Partei braucht, ist eine Art Godesberger Programm II, in dem folgende Fragen geklärt werden:

* Für die Kohlekumpel (Traditionswähler) oder für den Ausstieg (Umweltschützer)
* Für mehr netto vom brutto für Arbeitnehmer oder für noch mehr Umverteilung (bisher)
* Für mehr Integration (bisher) und damit Rückgang des Sozialstaats oder das Gegenteil, da es mathematisch unglücklicherweise nicht anders finanzierbar ist.
* Für oder gegen technischen Fortschritt (grüne Gentechnik, KI, etc.)

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die Grünen haben diese Fragen geklärt, die AFD auch. Die Linke mit Ausnahme von Frau Wagenknecht auch. Die Union nicht wirklich und die SPD überhaupt gar nicht. Und erst wenn sie das Rumlavieren sein lässt und endlich klare Positionen bezieht, verliert sich nicht mehr nach allen Seiten, sondern gewinnt auf der einen und verliert auf der anderen. Aber sie wäre wieder erkennbar. Ein Bernie Sanders kann das nicht, nur ein junger Helmut Schmidt.

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