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Zum Jahr der Bundestagswahl: Wählen Sie Gerechtigkeit!

Ungerechtigkeit und Ungleichheit sind das drängenste Problem in Deutschland. Darum sollte das Jahr der Bundestagswahl zum Jahr der Gerechtigkeit werden. Es geht um die Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

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rugall70 31.12.2012, 14:56
30. Gleichheit - und Armut?!

Zitat von oli h
So einfach ist das! Wer Gerechtigkeit will, wählt die Gerechtigkeitspartei. Wer nicht eben die Ungerechtigkeitspartei.
Ja, wenn es wirklich so einfach wäre! Herr Augstein, der eigentlich "Gleichheit" meint, wenn er "Gerechtigkeit" sagt, vergisst zu erwähnen, dass dieses Streben nach mehr Gleichheit ein paar Schattenseiten hat. Zum Beispiel Einbußen beim allgemeinen Wohlstand.

Es ist ja nicht so, dass die DDR-Granden und die führenden Sowjets und Castro und Mao und all die anderen Gleichheitsfanatiker allesamt nur dämlich waren. Nein, deren Staaten wurden Opfer dieser eigentümlichen Verbindung zwischen Freiheit und Wohlstand.

Die Alternative lautet also: Wollen wir "Ungleichheit und Wohlstand" oder "Gleichheit und Armut".

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Izmi 31.12.2012, 14:58
31. Blasphemie

Zitat von sysop
Ungerechtigkeit und Ungleichheit sind das drängenste Problem in Deutschland. Darum sollte das Jahr der Bundestagswahl zum Jahr der Gerechtigkeit werden. Es geht um die Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?
Warum war Gott so sauer, als Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis aßen? Vielleicht, weil sie anfingen, Fragen zu stellen und selbst die Schöpfung infrage stellten?
Und wie sollen wir die richtigen "Götter" an die Regierung bringen, wenn die Früchte am Baum der politischen Erkenntnis so hoch gehängt werden, dass Otto Normalo nicht daran kommt? Ist nicht auch der Spiegel ein solcher Baum?
Und vor allem: Wer hat denn unsere Welt so ungerecht erschaffen? Waren es wirklich nur Kohl und Merkel? Waren da nicht noch zwei andere Götzen dabei? Schröder und Fischer? SPD und Grüne? Und jetzt soll ich diese falschen Götter der Ungerechtigkeit wieder wählen?
Mein Gott...

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der_realpolitiker 31.12.2012, 14:59
32. Lieber Herr Augstein...

... Ich darf Ihnen auf diesen ideologischen Schrieb mal mit Alexis de Toquevillle antworten:

""...wir finden im menschlichen Herzen auch einen verderbten Gleichheitstrieb, der bewirkt, daß die Schwachen die Starken zu sich herunterziehen wollen und daß die Menschen die Gleichheit in der Knechtschaft der Ungleichheit in der Freiheit vorziehen."

genau dieser Verderbte Gleichheitssinn, werter Herr Augstein, drint bei Ihnen aus jeder einzelnen Pore

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nap-nap 31.12.2012, 15:00
33. system irreparabel

da helfen keine wahlen,da hilft um gottes willen kein herr
steinbrück,der steht höchstens dafür,noch eine steigerung
von kohl über schröder und merkel zu sein,der hat was
lübkeartiges an sich und ist fern der realität.
nein,hier hilft nur ein umstülpen und dreck ausschütteln,
danach dann noch in die waschmaschine und dann
was neues draus machen..mit ein paar unumstösslichen
grundregeln.gibt es zwar,aber muss zumindest neu mit
sinn erfüllt werden.
wahlen---nein danke ,auf wiedersehen-- hier kommt doch
jede hilfe zu spät.

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achim68 31.12.2012, 15:03
34. ...

Zitat von sysop
Ungerechtigkeit und Ungleichheit sind das drängenste Problem in Deutschland. Darum sollte das Jahr der Bundestagswahl zum Jahr der Gerechtigkeit werden. Es geht um die Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?
Was ist denn überhaupt "gerecht"?

Jeder sieht das anders. Wichtig wäre das jeder ein Auskommen hat, und dies ist so gegeben. Mehr oder weniger gut.

Finde ich es "gerecht", dass ich ohne nachdenken für Weihnachten oder Neujahr einkaufen kann, während Andere dies nicht können? Ganz ehrlich? Ich weigere mich ein schlechtes Gewissen zu haben, ich arbeite 50-70 Stunden die Woche dafür. Deswegen ist dieses Gerechtigkeitsgeseier zeitweise absolut unerträglich. Entweder es gilt das jeder seines Glückes Schmied ist und damit auch alle Freiheiten hat, die damit verbunden sind oder wir wählen eine Staatsform in der nur zählt dass man "da" ist, dann bin ich aber weg. 30 bis 35 der 70 Stunden für andere zu arbeiten langt nämlich. Der Staat sichert das Existenzminimum, für den Rest muss man nun mal arbeiten, was eine Scheiße aber auch.

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Thomas Weber 31.12.2012, 15:08
35. In der Demokratie ist Gerechtigkeit vor allem die Geltung, Befolgung und Einhaltung der demokratischen Regeln.

Die Rede von Gerechtigkeit entsteht, weil die Menschen einander als Ungleiche und weil die Menschen die menschlichen Verhältnisse als Asymmetrien wahrnehmen. Gerechtigkeit entspringt dem Verlangen, mit diesen wahrgenommenen Asymmetrien in menschlichen Verhältnissen gut umzugehen, d.h. diese entweder nachvollziehbar zu erklären und zu bestätigen oder diese Asymmetrien abzubauen.

Die Rede von Gerechtigkeit entstammt einer religiösen Sprach- und Vorstellungswelt. Gerechtigkeit ist einer der Grundwesenszüge, die seit jeher dem Göttlichen und einer durch das Göttliche begründeten Ordnung zugeschrieben werden.

Gerechtigkeit ist ursprünglich eine Herrschertugend. Sie formuliert den Anspruch an den Herrscher, die göttliche Ordnung, aus der er seine Herrschaft ableitet, in seiner Herrschaft zu konstituieren und zu repräsentieren.

Die Gerechtigkeit des Herrschers zeigt sich in der Ausübung seiner Herrschaft, d.i. darin, wie er die Verhältnisse, die er gestalten kann, gestaltet. Das Maß seiner Gerechtigkeit findet sich in der höheren Ordnung aus der er seine Herrschaft ableitet. Die Fortdauer seiner Herrschaft ist dabei der Gerechtigkeitserweis bzw. -nachweis.

Die höherer Ordnung, aus der sich die aufgeklärte Demokratie ableitet, ist die Vorstellung der Menschenwürde. Die Menschenwürde begründet und begrenzt Demokratie. Auf den Prinzipien der Demokratie beruhende politische Regierungs- und Organisationsformen sind daher in dem Maße gerecht, wie sie der Menschenwürde entsprechen.

In der Demokratie ist Gerechtigkeit die Geltung, Befolgung und Einhaltung der demokratischen Regeln.

Die Beurteilung der Gerechtigkeit in demokratischen Verhältnissen geschieht durch die Anwendung der aus der Menschenwürde ableitbaren - und dadurch bereits Gerechtigkeit konstituierenden -

demokratischen Prinzipien "one man, one vote" und Mehrheitsentscheidung
demokratischen Methoden der Argumentation und des Dialoges
demokratischen Kriterien der Nachvollziehbarkeit, Transparenz und Korrigierbarkeit.

http://thomasweber.blog.de/2012/04/25/asymmetrien-gerechtigkeit-demokratie-digitale-kommunikation-13574859/

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Izmi 31.12.2012, 15:08
36. Ganz anders...

Zitat von sappelkopp
...es geht um Gerechtigkeit. Den Quatsch mit "Jeder ist seines Glückes Schmied" glauben sowieso nur noch die total Naiven. Nein, es geht um Gerechtigkeit. Es geht um gerechte Löhne und Renten. Es geht darum, dass auch Geringverdiener von ihrem Job leben können, Rentner auch. Es geht auch darum, dass die weniger Leistungsfähigen in unserer Gesellschaft leben können. Aber, welche Partei will das? Nennen Sie mir eine Partei, die das alles will und auch tut. Ich kenne keine. Also, wie denn Gerechtigkeit wählen? Ihr Job, Herr Augstein, wäre es auch Antworten zu geben und nicht nur Fragen zu stellen, die sich jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch auch stelle.
Vielleicht geht es auch schon nicht mehr um Parteien, um politische Systeme, geordnet nach links und rechts. Vielleicht sollte man über den Umbau unserer Gesellschaft reden, in dem man Grundlagen verändert. Ich für meinen Teil sehe einen guten Teil der Lösung in einer Veränderung des Wahlrechts dahingehend, viel mehr Menschen an politischen Entscheidungen teilhaben zu lassen, als nur alle vier Jahre ein Kreuzchen zu machen. Und dass dieses Kreuzchen mit mehr Rechten versehen wird, z.B. eben auch Abwahl oder Mitbestimmung. Es gibt viele Möglichkeiten jenseits der verschiedenen politischen Meinungen.

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kone 31.12.2012, 15:10
37. Sie bringen ...

Zitat von rugall70
Die Alternative lautet also: Wollen wir "Ungleichheit und Wohlstand" oder "Gleichheit und Armut".
... die Diskussion auf DEN Punkt, wo ihn auch diejenige kleine Minderheit haben will, die an Veränderungen hin zu fairer und gesicherter Teilhabe, nicht interessiert ist, weil sich die Dinge für sie im aktuellen System hervorragend entwickelt haben.

Es wird die Frage sein, wieviel von den da facto Abhängigen begreifen, wie das Spiel läuft, bevor es zu spät ist, und die Pflöcke so fest eingeschlagen sind, daß sie auf demokratischem Wege nicht mehr entfernt werden können!

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iustus_germanicus 31.12.2012, 15:12
38. Gerechtigkeit = Gleichheit?

jeder redet von Gerechtigkeit und glaubt zu wissen, worum es sich dabei eigentlich handelt.... vor dieser reinen Verteilungsdiskussion brauchen wir in Deutschland erst mal eine Diskussion, wie Gerechtigkeit eigentlich definiert werden soll. Dann können wir drüber reden, wie die Gesellschaft das erreichen kann und welche Parteien/Programme diesem Ziel am besten näherkommen.

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kone 31.12.2012, 15:13
39. ...!

Zitat von achim68
Was ist denn überhaupt "gerecht"? Jeder sieht das anders. Wichtig wäre das jeder ein Auskommen hat, und dies ist so gegeben. Mehr oder weniger gut. Finde ich es "gerecht", dass ich ohne nachdenken für Weihnachten oder Neujahr einkaufen kann, während Andere dies nicht können? Ganz ehrlich? Ich weigere mich ein schlechtes Gewissen zu haben, ich arbeite 50-70 Stunden die Woche dafür. Deswegen ist dieses Gerechtigkeitsgeseier zeitweise absolut unerträglich. Entweder es gilt das jeder seines Glückes Schmied ist und damit auch alle Freiheiten hat, die damit verbunden sind oder wir wählen eine Staatsform in der nur zählt dass man "da" ist, dann bin ich aber weg. 30 bis 35 der 70 Stunden für andere zu arbeiten langt nämlich. Der Staat sichert das Existenzminimum, für den Rest muss man nun mal arbeiten, was eine Scheiße aber auch.
... Fraglich bleibt, inwieweit die Bäckereiverkäuferin, bei einer vergleichbaren Wochenarbeitsszeit, ähnlich zufirieden mit ihren Existenzumständen ist!

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