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Zum Tode Helmut Kohls: Das Zentralgestirn
DPA

Gefeiert, gedemütigt, gehasst, geehrt - Helmut Kohls Politikkarriere war ein großes Wechselspiel. SPIEGEL-Autor Gerhard Spörl hat sie jahrelang beobachtet. Ein Rückblick.

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Ivy79 17.06.2017, 13:23
1. Sein Ziel war nicht die Macht als Selbstzweck....

..sondern zur Durchsetzung seiner Ideen. Voller Empathie.
Das krasse Gegenbeispiel zu seiner jetzigen Nachfolgerin, Punkt.

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ostfussballfan 17.06.2017, 13:34
2. Einheitskanzler, ewiger Kanzler ...

... ich kann´s nicht mehr hören.
Wenn die Leute im Osten nicht den Mut (Mut gehört dazu, auf die Straße zu gehen, wohlwissend, dass man in Gewehrläufe schaut) aufgebracht hätten, in Massen zu demonstrieren oder das Land zu verlassen, wäre er nur eine Randnotiz der Geschichte.
Er hatte immerhin erkannt, welch riesiges wirtschaftliches Potential für die kriselnde westdeutsche Wirtschaft die Einigung darstellte.
Ansonsten habe ich nach der Wende gelernt, dass es durchaus gesellschaftsfähig ist, sich mit fremden Lorbeeren zu schmücken.

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syracusa 17.06.2017, 13:41
3.

Zitat von Ivy79
..sondern zur Durchsetzung seiner Ideen. Voller Empathie. Das krasse Gegenbeispiel zu seiner jetzigen Nachfolgerin, Punkt.
Sie erlauben, dass ich das genau diametral entgegengesetzt verstehe. Kohl war der absolute Machtmensch, dem es um nichts anderes ging als um die Macht selbst. Merkel hingegen ist stoische Pragmatikerin, der nichts so unwichtig ist wie Macht. Merkel nimmt die Macht eher als das Unvermeidliche hin, das man leider benötigt, um handlungsfähig zu werden.

Und ich habe ein unschlagbares Argument auf meiner Seite: Kohls absolute Rachsucht. Wen er einmal als Verräter oder gar nur Zweifler an seinem Machtanspruch identifiziert hatte, der blieb für immer sein Feind.

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lasorciere 17.06.2017, 13:51
4.

Sagen wir es mal so: er hatte das Glück, gerade zu dem Zeitpunkt Kanzler zu sein, als die Politik Gorbatschows die Wiedervereinigung bewirkt hat. Denn nicht Kohl hat die beiden deutschen Staaten vereint, sondern die treibende Kraft waren wir, das Volk. Ansonsten kann man ihm keine besonderen Erfolge zuschreiben.

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syracusa 17.06.2017, 14:05
5.

Zitat von lasorciere
Sagen wir es mal so: er hatte das Glück, gerade zu dem Zeitpunkt Kanzler zu sein, als die Politik Gorbatschows die Wiedervereinigung bewirkt hat.
Naja, man sollte dann auch so fair sein zu sagen, dass zu diesem Zeitpunkt die meisten anderen führenden Politiker Deutschlands schon lange nicht mehr an die Wiedervereinigung geglaubt haben, und dass wohl keiner von ihnen (vielleicht mit Ausnahme Willy Brandts) diese Möglichkeit überhaupt wahrgenommen und dann auch noch genutzt hätte.. Und dann muss man feststellen, dass die besonderen psychischen Eigenarten Kohls es ihm ermöglichten, das zu erreichen, was wohl kaum ein anderer erreicht hätte, selbst wenn er das versucht hätte.

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krautrockfreak 17.06.2017, 14:05
6. Die Einheit hat einer zu verantworten - und der heißt nicht Kohl!

Sondern Gorbatschow! Und die Leute, die den Mut hatten, auf die Straße zu gehen.
Kohl war für mich ein Egomane hoch drei, der immer seine eigene Macht in den Vordergrund gestellt hat. Und vor allem war die Kohl-Ära gekennzeichnet durch Stillstand ohne die damals schon notwendigen Reformen.

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spon-facebook-10000154386 17.06.2017, 14:13
7.

ohne Kohl hätten die Leute auf die Straße gehen können, wie sie wollten, es wäre nichts passiert. Aber Kohl war da und hat fast alles soweit richtig gemacht und hat das gespaltene Land vereint. Danke Helmut

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pirx64 17.06.2017, 14:25
8.

Ich zitiere Manfred Rommel „Irgendwo muß jede Feindschaft enden; und für mich endet sie in diesem Fall beim Tod“.
Und so halte ich es auch mit Kohl

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Freidenker10 17.06.2017, 14:32
9.

Über Tote soll man angeblich nicht schlecht reden, aber die Glorifizierung von Kohl nach seinem Tode ist auch reichlich übertrieben! Kohl war ein Egomane erste Klasse der selbst seine Familie seinem Starrsinn geopfert hat. Kohl war auch ein Kind seiner Zeit, ein Spießer schlechthin und deshlab für mich unwählbar. Bei der Wiedervereinigung stimme ich zu, das Kohl federführend war und auch sein Kumpelhafter Umgang mit Gorbatschow hilfreich war, aber er hatte auch einfach Glück weil Russland Pleite war. Mit dem Russland von heute wäre so eine Nummer nicht mehr vorstellbar! Seine Feigheit Reformen anzugehen hat Deutschland am Ende auch fast in den Abgrund geführt und ehrlich gesagt hatte ich ihn auch einfach nur noch satt! Ähnlich geht es mir auch mit Merkel die genau wie Kohl eher auf das Aussitzen oder das Verschieben von Problemen setzt als mutige Schritte zu wagen. Der Umgang seiner Partei mit diesem Urgestein war allerdings unwürdig, auch wenn er reichlich Dreck am stecken hatte!

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